Hallo, ich befinde mich gerade in einer sehr bescheidenen Situation. Habe vor 11 Jahren meinen (Ex)Partner kennengelernt, als ich in eine neue Stadt ohne Freunde usw. zog. Er war total locker, unternehmungslustig und völlig anders als ich. Bin eher introvertiert, zurückhaltend und bodenständig. Wir verliebten uns und zogen schon nach 1 Monat zusammen. Ihn kümmern gesellschaftliche "Regeln" wenig und er ist sehr impulsiv, jähzornig und aggressiv. Schnell durfte ich mich um alle Dinge kümmern, die ihm unangenehm waren, z.B. Rechnungen zahlen oder den Gerichtsvollzieher "vertreiben". Ich habe dies schon gern gemacht, da die meisten Dinge auf Grund meines beruflichen Werdegangs nicht schwierig für mich waren. Er hat dafür die handwerklichen Dinge übernommen. Wo wir aber schnell an unsere Grenzen stießen war unser Sexualleben. Er forderte von mir Dinge, die ich nur widerwillig oder gar nicht wollte. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass er immermehr und ständig Frauenkontakt über diverse Hotlines oder Internetseiten hat. Sogar einen Liebesbrief habe ich beim auffräumen gefunden. Wenn ich was sagte, war ich spießig, frigide o.ä. und er rastete dann oft aus (schlug auch hin und wieder) und setzte mich mit Suiziddrohungen unter Druck. Oft hatte ich Angst vor ihm und seinen Ausbrüchen und sagte dann lieber nichts (fras alles in mich hinein) vermutlich lief daher unsere Beziehung eine Weile ganz gut und wir bekamen einen Sohn. Danach ging eigentlich nur noch alles den Bach runter. Bei der Entbindung wäre ich fast drauf gegangen und die ganze Zeit die ich mit Tropf, Transfusion, Katheder etc. im Krankenhaus lag und mich um unseren Sohn kümmern musste, schaffte er es immer erst gegen 16 Uhr zu Besuch zu kommen (obwohl er Urlaub hatte). Als unser Sohn paar Wochen später operiert werden musste, schaffte er es nicht mal pünktlich zum OP Termin ins KH. Er wurde immer unzuverlässiger: Haushalt, Kind, Kontakte mit Ämtern/Behörden, Begleichung von Rechnungen (alles was zum Leben eben noch dazu gehört) blieb an mir hängen. Ich bin nach 1 Jahr wieder voll arbeiten gegangen, da wir sonst nicht um die Runden gekommen wären aber mit dem allem und unserem Schreikind kam ich nicht wirklich klar. Fand - trotz mehrmaliger Ansprache - keine Unterstützung beim Kindsvater. War oft müde und bin dann meist schon um 8 ins Bett. Durfte mir dann nur noch anhören, dass ich ihn nicht liebe, ihn immer nur wegstoße wenn er kuscheln will (kuscheln endete bei ihm jedoch immer wo anders als ich mir das vorstellte) usw. Für ihn sei eine Beziehung in erste Linie Liebe (Sex) und dann käme erst der ganze Rest (z.B. wie das bezahlen wir unser Essen usw.) Für mich ist beides eher gleichrangig...
Jeder lebte nur noch so sein Leben, kümmerte sich nur um sich und seine Arbeit - auch kaum um seinen Sohn. Er traf beruflich entscheidungen ohne mit mir abzustimmen, die ich jedoch mittragen musste, denn er bekam einige Monate kein Geld, so dass ich für uns alle verdienen musste. Der Umgang mit Geld ist im übrigen ein weiteres Streitthema, da er nicht sparen will/kann und er mich immer nur als geldgeil ansieht, weil ich mal daraufhinweise, dass ich gern in den Urlaub würde und das man für ein Haus (gemeinsamer Traum) auch mal etwas auf die hohe Kante legen sollte...
Lange Rede kurzer Sinn: Im Mai kam es zum Eklat - ich wollte die Trennung, er wollte sich bessern. Er schlug - nach dem er sich jahrelang geweigert hatte - eine Paartherapie vor. Wir waren genau zweimal da, da bekam er dort einen gewaltigen aggressiven Ausraster. Man riet uns zur zeitweisen Trennung. Er gab vor den Beraterinnen auch seine Wohnungsschlüssel ab und "zog" aus. Nahm lediglich seine Arbeitssachen und ging ins Lager. Ich müsste jetzt eigentlich ziemlich froh sein, aber fast täglich schreibt er mir wie gemein ich bin, ihm seine Familie, sein Heim, den Boden unter den Füßen usw. zu nehmen. Er liebe mich, will seine Familie zurück usw. Ich habe mir von ihm gewünscht mir zu zeigen, dass er sein Leben auch allein auf die Reihe bekommt - mit allen dazugehörigen Verpflichtungen Whg., Rechnungen etc. Aber dann kommt nur, dass man das von ihm nicht verlangen kann in der jetztigen Situation. Auch die Bewältigung seiner Aggression und den Besuch eine Psychologen habe ich als Voraussetzung genannt. Aber er kann sich gut selbst reflektieren und hat das nicht nötig. Lieber solle ich mich psychl. beraten lassen, da ich Liebe nicht zulassen, geben und zeigen kann. Oft unterstellt er mir dann auch, dass das alles nicht meine freie Entscheidung ist, sondern von der Paarberaterin und meinem Arbeitskollegen eingeredet wird, mit dem ich angeblich eine Affäre habe und der ja von ihm nur das schlechte kennt, weil ich mich nie an die guten Dinge erinnern würde (auch hier schreibe ich nur das schlechte). Allerdings hat der Arbeitskollege ein paar blaue Flecke an meinem Oberarm entdeckt und konnte eins und eins selbst zusammen zählen. Wenn es die Situation bessern würde, würde ich ihm vorlügen, dass ich mich neu verliebt hätte. Aber es ist ja nicht so und dann würde er nur wieder ausrasten und mit Suizid drohen oder mich anders unter Druck setzen: ich kümmer mich nicht um dein kind, du siehst keinen cent von mir etc. Erst heute hatte ich wieder so eine Situation und er ist eigentlich nur aus der Whg. gegangen weil ich nach einem weiteren Ausraster von ihm mit der Polizei gedroht habe und weil ich versprochen habe noch einmal drüber nachzudenken, ihm eine Chance zu geben. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich ihn momentan liebe und ich kann auch nicht daran glauben, dass es zukünftig besser wird und ich habe keinen Schalter den ich umlegen kann und wir können plötzlich wieder als glückliche Familie zusammenleben. Eine Trennung schafft seiner Meinung nach nur noch mehr Abstand und er kann da ja nicht beweisen, wie er sich ändert und eine zeitweise Trennung gäbe es ja schon mal gar nicht, da dies nur ein Hintertürchen offenhalten ist - entweder ganz oder gar nicht...
Ich weiß nicht mehr weiter. Gern würde ich ihm glauben und unserem Sohn zu liebe eine intakte Familie bieten, aber auf der anderen Seite habe ich die Befürchtung, dass es in die Hose geht und ich eigentlich noch ein paar Jahre mehr meines Lebens "vergeude"....


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). Allerdings hat der Arbeitskollege ein paar blaue Flecke an meinem Oberarm entdeckt und konnte eins und eins selbst zusammen zählen. Wenn es die Situation bessern würde, würde ich ihm vorlügen, dass ich mich neu verliebt hätte. Aber es ist ja nicht so und dann würde er nur wieder ausrasten und mit Suizid drohen oder mich anders unter Druck setzen: ich kümmer mich nicht um dein kind, du siehst keinen cent von mir etc. Erst heute hatte ich wieder so eine Situation und er ist eigentlich nur aus der Whg. gegangen weil ich nach einem weiteren Ausraster von ihm mit der Polizei gedroht habe und weil ich versprochen habe noch einmal drüber nachzudenken, ihm eine Chance zu geben. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich ihn momentan liebe und ich kann auch nicht daran glauben, dass es zukünftig besser wird und ich habe keinen Schalter den ich umlegen kann und wir können plötzlich wieder als glückliche Familie zusammenleben. Eine Trennung schafft seiner Meinung nach nur noch mehr Abstand und er kann da ja nicht beweisen, wie er sich ändert und eine zeitweise Trennung gäbe es ja schon mal gar nicht, da dies nur ein Hintertürchen offenhalten ist - entweder ganz oder gar nicht...
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