1993 bin ich geschieden worden (wow, ist das schon 27 Jahre her?). Ich kann es kaum glauben, wie schnell die Zeit doch vergeht...
Ich hatte meinen Mann zwei Jahre zuvor verlassen, bin mit unseren beiden Kindern zu einer Freundin gezogen, hatte ihm nach ewig langen Gesprächen, die zu nix führten, nur einen Zettel auf den Tisch gelegt: "Ich bin weg" (so in etwa und ja, ich hatte meine Gründe hierfür.).
Die folgenden zwei Jahre waren extrem anstrengend, weil
er völlig durchdrehte (Morddrohungen mir gegenüber, Selbstmordandrohungen, mich 1x massiv verprügelte, Stalken usw.) und dennoch habe ich ihn nie angezeigt... er war trotz allem der Vater meiner Kinder (klingt wohl blöd, aber so habe ich damals gedacht).
Diese zwei Jahre waren auch deshalb für mich so schwierig, weil ich meinen Kindern irgendwie erklären musste, warum sie ihren Vater nicht regelmäßig sehen können, warum ein Kontakt nicht möglich war (obwohl ich ihm immer wieder die Möglichkeiten bot) und warum er z.B. zu vereinbarten Treffen einfach nicht erschien.
Insgesamt besehen fehlen meinem Exmann ca. 20 Jahre mit seinen Kindern.
20 Jahre, in denen er so vieles versäumt hat...
Diese Tatsache machte mich sehr traurig und auch wütend...
und ich hatte mir geschworen: "Mit diesem Mann rede ich im Leben nicht mehr."
Tja, unsere Kinder entschieden anders, nach so vielen Jahren.
Sie nahmen Kontakt zu ihm auf, besuchten ihn und seine Frau in "NRW" und was soll ich sagen...
ja, ich war skeptisch, vorsichtig, was auch immer
(ich wollte einfach nicht, dass er sie noch einmal mehr verletzt)
und, oh man, ich war immer noch extrem wütend auf ihn!
Vorgestern erhielt ich eine Nachricht von ihm (meinvz):
"Find ich echt super von Dir das Du mir (uns),ein bischen Teilhaben lässt mit Fotos und Info. Ich freu mich wirklich sehr darüber. <...>
(Du bist Ihre geliebte Mama)Wär schön wenn du mich weiter informierst. Liebe Grüße aus Westfalen in den hohen Norden"
Tja, ich las und hatte irgendwie "Pipi in die Augen" und ich muss sagen:
In diesem Moment war ich nicht mehr wütend auf ihn, konnte es nicht mehr.
"Es" (inclusive meiner ach so mächtigen Wut auf ihn) war schlicht und einfach vorbei,
vorbei... und alles, was zählt, sind unsere "Kinder".
Und genau das ist es, was ich euch mit diesem Thread bezüglich Scheidung und Trennung (insbesondere, wenn es Kinder betrifft) mitzuteilen habe:
Es gilt, (irgenwann) zu verzeihen und zu vergeben,
es gilt, auf die Bedürfnisse der Kinder Rücksicht zu nehmen;
unsere Kinder haben diese Bedürfnisse, definitiv.
Das ist alles.


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