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Thema: Verhaltenstherapie vs. Psychoanalyse

  1. #1
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    Standard Verhaltenstherapie vs. Psychoanalyse

    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier und habe vor Kurzem eine Verhaltenstherapie begonnen (Diagnose: Burn-out). Grund dafür war soziale Phobie und "mir wächst alles über den Kopf" (beruflich).
    Im Dezember hatte ich dann neurologische Ausfälle (Seh- und Sprachstörungen). Das ganze hat zwar nur ca. 15 Minuten gedauert, aber ich bin zum Hausarzt gegangen, da ich (als langjähriger Raucher) Angst hatte, einen kleinen Schlaganfall erlitten zu haben. Ich wurde in die Neurologie eingewiesen, aber dort konnte man nix finden (CT, MRT, Echo, Doppler Hals- und Kopfarterien). Ich bin am nächsten Tag auch (auf eigene Verantwortung) wieder nach Hause und hab seither keine derartigen Beschwerden mehr gehabt. Das Rauchen habe ich leider noch nicht aufgegeben, steht aber auf meiner Liste ganz oben.
    Den Vorsatz, einen Analytiker oder Therapeuten aufzusuchen, hatte ich aber schon vor diesen Ausfällen. Diese haben mich darin nur noch bestätigt.

    Da ich vor ca. 10 Jahren eine 3jährige Psychoanalyse gemacht habe , fehlt mir jegliche Erfahrung mit Verhaltenstherapie.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen und Meinungen zur Verhaltenstherapie mitteilen würdet.

    Bisher hat sich mein Therapeut nur oberflächlich mit meinem Problem beschäftigt. Zumindest erscheint mir das oberflächlich, da ich - wie gesagt - nur Psychoanalyse kenne und da wird halt sehr viel und intensiv geredet. Ich war bisher ca. 5mal dort (inkl. probatorische Sitzungen) und bisher haben wir noch nichts außer Entspannungsübungen und (ich nenne das mal so) Fantasiereisen gemacht.
    Das ist zwar schon sehr entspannend, ich weiß aber nicht, wie mir das bei meinen Problemen helfen soll. Ich leide sehr unter dem schlechten Arbeitsklima bei mir auf der Schicht (es tendiert Richtung Mobbing, betrifft aber nicht nur mich, sondern noch ein paar Kolleginnen von mir, drum weiß ich nicht, ob Mobbing das richtige Wort dafür ist). Ich habe einen richtigen Grübelzwang entwickelt, meine Gedanken drehen sich dauernd um die Arbeit und ich kann auch in den freien Tagen oder im Urlaub nicht mehr wirklich abschalten.
    Davon abgesehen hat sich meine soziale Phobie (die mir vor 10 Jahren schon attestiert wurde) im letzten Jahr deutlich verschlechtert.
    Mein Therapeut hat mir bei den ersten Terminen Fragebögen mitgegeben, die ich ausgefüllt habe. Diese wurden aber eigentlich noch nicht besprochen. Auch "Hausaufgaben" habe ich keine bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies gerade bei einer VH-therapie sehr viel Sinn machen würde.
    Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wie das üblicherweise abläuft, deshalb würde ich mich sehr freuen, von euch zu hören.

    Für mich ist diese Art der Therapie sehr gewöhnungsbedürftig. Ich hatte damals einen sehr guten Analytiker, bei dem ich auch 2 x die Woche war.
    Ich bin am überlegen: soll ich die Verhaltenstherapie einfach mal nutzen (die Kasse hat 25 Sitzungen bewilligt) und sehen was passiert oder soll ich mich lieber nach einem Psychoanalytiker umsehen? Ich bin da wirklich etwas ratlos.

    Kann man eigentlich nach einer Therapie (wenn sie den gewünschten Erfolg nicht bringt) ohne Wartezeit zu einem anderen Therapeuten oder Analytiker gehen? Ich habe in einem anderen Forum gelesen, dass das geht, aber von einem Gutachter bewilligt werden muss. Wie ist da die rechtliche Lage?

    Leider arbeite ich im 3-Schicht-Betrieb, von daher könnte eine Analyse mit 2 Terminen pro Woche (was ja normal ist bei der Psychoanalyse) schon etwas kompliziert werden (regelmäßige Termine finden etc.).
    Mir ist es einfach wichtig, über die Dinge zu reden (und auch die Meinung des Analytikers dazu zu hören) und nicht nur Entspannungsübungen zu machen. Diese könnte ich ja auch zu Hause machen (hab früher Autogenes Training gemacht, Erfahrung mit progr. Muskelrelax. und meditiere seit ein paar Wochen).

    Viel Stoff, ich weiß

  2. #2
    Gast4108
    Gast

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    Hallo Cabi,

    ich danke dir dass du deinen Fall dargestellt hast. Das hat in dem Fall glauber ich nicht s mit dem Rauchen zu tun, wohl aber mit einer gewissen Anfäligkeit der Lunge die zu soziophoben Prozessen oft dazu gehört.
    Ich würde sagen du bist gut behandelt und am besten Weg deine Krankheit in den Griff zu bekommen.

    Bis auf die Tatsache das ich einen ähnlichen Fall kenne, allerdings einen Mann, hast du auch im Suchen nach der richtigen Therapie das gleiche rat und planlose Therpeutennaschverhalten wie er. Er probiert mal hie und dort aber nichts hilft.

    Ich kenne Migränekranke und weiß, dass es da überhaupt nur Medikamente dagegen gibt und mit sicherheit keine "Verhaltenstherapie"... es sei denn für die soziophoben Sachen. Eine Verhaltenstherapie ist so wie wenn du Kopfweh hast und dir rät jemand, auf einem Bein zu hüpfen damit das Kopfweh weggeht. In meinen Augen brauchst du einfach ein Medikament.

    Da du aber sicher nicht leichtfertig Medikamente nehmen willst, solltest du einfach mal bei nem Neurologen vorbeischauen. Vielleicht gibts ja schon was dafür ähh dagegen.

    LG

    Samantha

  3. #3
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    Zitat Zitat von samantha
    Bis auf die Tatsache das ich einen ähnlichen Fall kenne, allerdings einen Mann, hast du auch im Suchen nach der richtigen Therapie das gleiche rat und planlose Therpeutennaschverhalten wie er. Er probiert mal hie und dort aber nichts hilft.
    Mal ne Frage: Hast du meinen Beitrag wirklich gelesen und auch verstanden?
    Als ich hier "rat- und planloses Therapeutennaschverhalten" gelesen hab, wollte ich schon gar nicht antworten.
    Meine damalige Psychoanalyse hatte ganz andere Gründe, die heute nicht mehr wirklich relevant sind. Das ist 10 Jahre her. Und es war keineswegs "rat- oder planlos". Ich hatte vorher eine Beratung und mir wurde dann dieser Analytiker empfohlen und es stimmt auch nicht, dass das nichts gebracht hätte *kopfschüttel*

    Ich stufe mich selbst nicht als "Migränekranken" ein, da ich meine letzte Migräneattacke (die ich selbst als solche eingestuft habe) vor ca. 18 Jahren hatte. Dass es eine Migräneform gibt, die sich in neurol. Ausfällen, allerdings ohne Kopfschmerzen äußert, wusste ich bis vor ein paar Wochen nicht. Ich kenne nicht alle Formen der Migräne, da gibts nämlich ne ganze Latte...

    Davon abgesehen habe ich auch geschrieben, dass dieser "Anfall" und der Krankenhausaufenthalt eigentlich nur noch mal ein Grund mehr war, mich in psychologische Behandlung zu begeben.

    Ca. 5 verschiedene Ärzte und auch mein Therapeut haben meinen Verdacht des Burnout bestätigt. Somit hat sich auch die Frage nach einem Medikament erledigt. Davon abgesehen bin ich kein Freund von "ich schmeiß mir ne Pille ein, dann wird schon alles gut werden".

    Zitat Zitat von samantha
    Da du aber sicher nicht leichtfertig Medikamente nehmen willst, solltest du einfach mal bei nem Neurologen vorbeischauen
    Auch hier frag ich mich, ob du meinen Beitrag überhaupt gelesen hast.
    Ich war in der neurologischen Abteilung des Krankenhauses und hab dort ausreichend Untersuchungen erhalten und es wurde rein gar nichts gefunden.

    Leider hat mir dein Beitrag nicht wirklich weitergeholfen, denn die eigentliche Frage war:
    hat jemand Erfahrung mit Verhaltenstherapie und wie läuft diese so ab?
    Zu dieser Frage hast du leider nichts geschrieben.

  4. #4
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    Hallo lieber TE,

    also, ich habe Erfahrung mit VT. Bei mir war es so, dass wir viel über meine Alltagsprobleme geredet haben. Dabei habe ich gelernt, wie ich meinen Alltag besser bewältigen kann und ich würde sagen, dass mir das auch durchaus geholfen hat. Allerdings, war das nicht der erste Therapeut, den ich mir angeschaut habe. Die anderen gefielen mir einfach nicht. So gegen Ende der Therapie hat der Therapeut mir allerdings nahegelegt, dass ich eine Analyse bzw. tiefenorientierte Therapie machen soll. An meine wirklichen Tieferliegenden Probleme kam er nicht ran, weil er da auch nicht spezialisiert war. Dies tue ich nun auch und fühle mich auch gut aufgehoben.
    Es gibt da sicher auch große Unterschiede bei den Verhaltenstherapeuten. Vielleicht solltest du einfach mal gucken, ob du nicht einen findest, der besser zu dir passt. Wie wäre es denn mit einem stationären Aufenthalt? Eine Art Reha, was ja bei Burnout nicht unüblich ist.
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  5. #5
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    @ Waris
    Danke für deinen Beitrag.
    Ich könnte mir vorstellen, dass eine tiefenpsychologische Analyse/Therapie durchaus besser für mich geeignet wäre. Aber möglicherweise bin ich auch etwas ungeduldig, keine Ahnung. Geduld ist keine meiner Stärken

    Ein stationärer Aufenthalt kommt für mich eigentlich nicht in Frage. Ich war damals während meiner Psychoanalyse 3 Wochen in einer Klinik (wie gesagt, völlig andere Problematik) und mich machen solche Einrichtungen erst richtig krank. Genauso gings mir auch im Krankenhaus, drum bin ich da auch wieder raus. Naja, wenn die was gefunden hätten, wär ich evtl. noch da geblieben.
    Der Aufenthalt in der Klinik damals war eigentlich für viel länger geplant, aber da wär ich mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen.
    Nächster Grund, der gegen einen stationären Aufenthalt spricht, ist die Arbeit. Ich will auf keinen Fall, dass da irgendeiner spitzkriegt, dass ich mich in psychologischer Behandlung befinde.

    Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass ich bereits an Burnout leide. Ich wollte einfach was unternehmen, bevors evtl. wirklich soweit ist und ich dann vielleicht wirklich länger ausfalle (z. B. wegen Kur o. ä.).
    Ich habe z. B. eine Kollegin, die ziemlich deutliche Symptome einer Depression zeigt (liegt bei ihr offensichtlich auch in der Familie), und die lässt sich nicht helfen, obwohl sie in ihrer Verwandtschaft erst einen Suizid hatte (Grund: Depressionen).
    Ich möchte es einfach nicht so weit kommen lassen. Ich denke, dass hier Vorbeugen besser ist als auf die Schuhe kot*en Du weißt, was ich meine.

    Es gab zwar bei den paar Terminen, die ich bisher beim VH-Therapeuten hatte, schon ein paar, wo wir geredet haben, aber letzten Endes machen wir immer eine Entspannungsübung. Und die Gespräche sind nicht so tiefgehend wie ich es aus der Psychoanalyse kenne.

    Trotzdem: nochmals danke für deinen Beitrag. Vielleicht kannst du mir ja noch ein bisschen mehr über deine VH erzählen.
    Ansonsten bin ich natürlich für jeden weiteren Beitrag dankbar.

  6. #6
    Verleger Avatar von Waris
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    Ja, das stimmt genau. Die Gespräche sind nicht so tiefgehend. Da gibt es eigentlich gar nicht so viel mehr zu erzählen. Wir haben meistens über meine aktuellen Probleme geredet und geschaut, wie man diese lösen kann. Für mein echtes, diesem allem zu Grunde liegende Problem, gibt es allerdings eine solche Lösung nicht. Bei diesem Punkt sind wir aber immer wieder angekommen. Und dann war eben wie gesagt der Ratschlag, eine tiefenpsychologische Therapie zu machen. Und ich denke, das war auch richtig. Die VT hat mir quasi geholfen trotz meinem Problem erstmal zu überleben. Die Tiefentherapie soll mir nun helfen glücklicher zu leben. Und auch ohne Medis! Denn diese sollten sowieso eher eine Überbrückung sein. Es sei denn man leidet unter einer wirklichen psychischen Krankheit, wie Schizophrenie etc.
    Es spricht sehr für deine Achtsamkeit dir gegenüber, dass du nicht erst wartest, bis es soweit ist, sondern schon vorm Burnout was dagegen tust. Das finde ich super! Ich denke, wenn du da ein Kandidat für bsit, sind Entspannungstechniken sicher nicht das schlechteste. Allerdings, ob dir das reicht, oder ob dem doch noch was anderes zugrunde liegt als "nur" Stress, musst du entscheiden.
    Geändert von Waris (27.01.2010 um 20:20 Uhr)
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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