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Thema: Verlust eines Hundes..

  1. #1
    Neuling
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    Standard Verlust eines Hundes..

    Hallo erstmal.
    Ich hatte bis vor 2 Tagen noch nen Yorkshire-Terrier. Wir hatten sie seit sie ein Welpe war, das war im Jahre 2000 als wir sie bekamen, da war ich 9 Jahre alt, mittlerweile bin ich 24, natürlich wurde ich mit ihr groß...
    Naja, jedenfalls wurde sie stolze 16 Jahre alt, wir hatten sie natürlich alle sehr Lieb, aber ich hatte die stärkste Bindung zu ihr. Aber ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war sie einschläfern zu lassen...

    Folgendes... Sie hatte angefangen "geschwüre" zu bekommen, anfangs gingen wir davon aus das es sich um ein so genanntes Lipom handelt, was vorallem bei älteren Hündinnen auftritt, aber als dieses geschwür an der zitze immer größer wurde, ist meine Schwester mit ihr zum Tierarzt gefahren... Die Ärztin meinte das sei "normal" weil sie nie gedeckt wurde und so. Sie hatte uns Medizin mitgegeben die wir ihr jedes Wochenende gegeben hatten. Aber es wurde immer schlimmer, aber wir haben ihr vertraut... Lediglich war mein Bruder ebenfalls mal bei der selben Tierärztin, bis er meinte das die wohl ihren Job nicht so ernst nimmt um es "vorsichtig" auszudrücken. Das war vor 3 Monaten ungefähr.

    Es wurde halt so schlimm, dass dieses geschwür sie sichtlich beeinträchtigte und dieser knoten sehr groß wurde und ihr an der zitze runterhing, wenn man sie streichelte hatte man ihre Wirbelsäule klar gespürt...

    Also bin ich mit meinem Bruder und meiner Schwester zu einem anderen Tierarzt gefahren der uns empfohlen wurde, insgeheim hatte ich schon seit Wochen abschied genommen... Als wir dran kamen, hat die Tierärztin sofort klar gemacht, dass es nichts gutartiges ist. Als sie meinte, dass durch ihr hohes alter keine Operation möglich sei, wusste ich das sie lieber eingeschläfert werden sollte...
    Meine Geschwister haben mich dann heulend angeguckt, weil ich halt die stärkste Bindung zu ihr hatte, alle haben mich angeguckt... Ich fühlte direkt eine unfassbare leere in mir, hab aber zugestimmt... Bin ein letztes mal zu ihr und hab mich versucht zu verabschieden, ich hab meine Gefühle zurückgehalten weil ich stark sein wollte, hab sie nochmal gekrault...

    Dann haben sie ihr ne Spritze gegeben, wie sich mein Hund noch gewehrt hat, währendessen hab ich mich umgedreht und mit mir gekämpft, dass ich nicht zusammenbreche... bis meine Schwester mir die Autoschlüssel gab und meinte ich soll zum Auto und aufschließen... bin heulend aus der Praxis gelaufen, weil ich nicht mehr konnte ich hab mich auch nicht nochmal umgedreht um sie zu sehen.. stand dann völlig fertig am Auto und hab gewartet.. bis meine Schwester mit dem Hund kam eingewickelt in der Wolldecke die war dabei hatten.. sie lag leblos nebenmir die ganze rückfahrt über, hatte aber keine träne mehr vergossen weil ich mich so leer fühlte..

    Als wir Zuhause ankamen, hab ich sie mir genommen (Dieses grausame Gefühl sie leblos in den armen zu halten...) und bin mit meinem Bruder zur Heide gegangen, hab sie bis dort getragen, weil bevor wir zum Tierarzt gefahren sind, meinte mein Vater: "Sollte es so kommen, begraben wir sie dort..." Als mein Vater endlich ankam stand er dort regungslos und hat geweint, dass erste mal in meinem Leben das ich meinen Vater so gesehen hab, hab ihn in den Arm genommen und musste auch weinen...
    Ich konnte meiner Mutter das nicht antun und mit ihr nochmal nachhause gehen, und sie wollte zuerst auch das wir sie dort lassen.. aber es war ausgemacht das wir sie beerdigen...


    UND JETZT BITTE SAGT MIR !!! War es die richtige Entscheidung?! Der Hund hatte immerhin trotz dieses geschwüres keine Schmerzen, sie hat zwar auch nicht mehr viel gefressen, aber getrunken dafür umso mehr.. Sie konnte sich dadurch auch nicht mehr richtig bewegen, das heißt sie konnte nirgends mehr hoch, vorallem wegen dem Laminatboden auch...

    Wie sich mein Hund noch gewehrt hat bei der Spritze, dass geht mir nicht aus dem Kopf, sie wollte das nicht... Sie wollte noch Leben, sie war noch nicht bereit zu sterben... Das hab ich einfach Gefühlt... Aber hätte ich Nein gesagt und sie wieder lebend nachhause gebracht, wie lang wär das gut gegangen? Wär es wirklich geplatzt? Hatte die Ärztin überhaupt recht gehabt?

    Ich brauch einfach eine Antwort um mit diesem Verlust besser umzugehen, hab seither nichts gegessen... alles hier erinnert mich an den Hund, ich hab das Gefühl selbst im Fernsehen.. egal was ich mache irgendwie erinnert mich einfach alles an sie...

    Ich brauche Hilfe......

  2. #2
    Schreibkraft
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    Hallo Kunibertos!

    Lass dich erstmal drücken. Das mit der Kleinen tut mir sehr leid.

    Ich hätte auch nicht anders entschieden. Wenn ich das richtig verstehe, hatte sie Tumore in den Milchleisten und zwar schon sehr weit fortgeschritten. Mit 16 hatte sie wahrlich ein stolzes Alter und eine so große OP hätte sie wohl nicht überlebt, zumal sie ja auch schon so dünn war, wie du schreibst. Das sie sich gegen die Spritze gewehrt hat, ist normal. Interpretiere da bitte nicht zu viel hinein. Du schreibst ja auch, das sie in ihrer Lebensqualität schon deutlich eingeschränkt war. Und ja, so ein Tumor kann durchaus platzen und dann hätte sie daran verbluten können.

    Ich weiß, es tut weh und du vermisst sie, aber das ist doch auch völlig normal. Sie hat dich schließlich einen Großteil deines Lebens begleitet und war somit ein wichtiger Teil deines Lebens. Mach dir bitte keine Vorwürfe. Glaub mir, es war die richtige Entscheidung, sie über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.

    Ganz liebe Grüße von
    Little Alien

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Little Alien für den sinnvollen Beitrag:

    Kunibertos (23.08.2015)

  4. #3
    Neuling
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    Erstmal vielen lieben Dank für die Antwort, Little Alien.

    Ich muss einfach daran glauben, dass ich richtig entschieden hab.
    Es sind halt die Bilder die so schmerzen, vorallem beim Tierarzt.
    Die Beerdigung und der abschied kann ich irgendwie verkraften, vorallem denk ich nicht so viel drüber nach was ich alles mit dem Hund erlebt hab oder eben halt ihre mehr als tolle Persönlichkeit, aber immer wieder das Bild beim Tierarzt ist das was mich so niederschlägt.

    Naja... Immerhin hab ich heute wieder appetit gehabt und was gegessen, ich hoffe das ich mit der Zeit besser damit umgehen kann. Das größte Problem ist einfach, die schlaflosigkeit und wenn schlaf ich nur mit dem Fernseher ein, weil ich schon einmal schwören konnte ihre Schritte gehört zu haben, da hier überall Laminat liegt. Selbst mein Vater hört sie jede Nacht, ich weiß wie unrealistisch sich das anhört...

  5. #4
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    Ich kenne das zu gut.. Musste mich bei meinem Kater (13 Jahre alt, gehabt als ich 10 war) auch entscheiden.. Es tut wahnsinnig weh.. Ich kann das so gut verstehen, dass man sich auch eben noch die Schuld an solchen Dingen gibt, ob man evtl. was übersehen hat oder dem TA was vergessen hat zu sagen.. Sie wird auf jeden Fall immer in deinem Herzen sein und sie achtet auf dich

  6. #5
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Hallo Kunibertos,

    so seltsam ist es nicht, dass du sie noch hören kannst. Ich hatte das bei einem meiner Kaninchen auch. Wenn man all die Jahre lang im selben Zimmer schläft oder so lange mit dem Tier lebt, gewöhnt man sich an, diese Geräusche nicht mehr bewußt zu hören. Aber sobald sie fehlen, sind sie manchmal plötzlich da. Man hört bewußt, was man davor bewußt ignoriert hat. Falls es dich beruhigt, es geht vorbei. Irgendwann kannst du auch wieder schlafen. Verlust ist Verlust und jeder geht anders damit um.

    Ich wünsch dir viel Kraft. Trauerarbeit kann einem leider keiner abnehmen.

  7. #6
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    Hallo Kunibertos,

    fühl dich ganz lieb gedrückt....

    Du hast aus meiner Sicht das richtige getan. Der Tumor hat sie schon abnehmen lassen, er hat Ihr die Kraft geraubt, viel trinken ist immer auch eine Zeichen, von Organproblemen. Tiere zeigen nicht wenn sie schgmerzen haben, das liegt einfach nicht in ihrer Natur. Aber sie wird sie gehabt haben.

    Lass Deine Trauer zu, weine wenn immer dir zum weinen zu mute ist, unterdrücke dies nicht.

    Ich habe durch meinen Beruf Trauerpsychologie gelernt...und es ist wichtig das Du alles zulässt und nicht für unnormal empfindest

    1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

    Der Tod eines Menschen (Tiere) schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Auf einmal ist alles anders. Verzweiflung, Hilf- und Ratlosigkeit herrschen vor. Das Geschehene wird noch nicht erfasst, man leugnet es ab, man kann und will es nicht glauben.
    Viele Menschen sind wie erstarrt, verstört und völlig apathisch. Andere geraten außer Kontrolle, brechen zusammen.
    Der Tod hat etwas Überwältigendes, der Schock sitzt tief.
    Körperliche Reaktionen: rascher Pulsschlag, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, motorische Unruhe.
    Diese Phase kann wenige Stunden bis – vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen - mehrere Wochen dauern.

    2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

    Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst können an die Oberfläche kommen. Je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschieden Gefühle vor. „Warum musste es ausgerechnet mich treffen?“ oder „Womit habe ich das verdient?“ Das sind Fragen, die sehr leicht aufkommen. Man schreit seinen Schmerz heraus, Wut und Zorn entstehen gegen Gott und die Welt. Aggressive Gefühle können sich aber auch gegen einen selbst richten: „Hätte ich nicht besser aufpassen müssen?“ oder „Hätte ich das Unglück nicht verhindern können?“
    Als Folge davon entstehen Schuldgefühle, die den Trauernden quälen.
    All diese Gefühle, die zu diesem Zeitpunkt über einen hereinbrechen, sollte man keineswegs unterdrücken. Sie helfen dem Trauernden, seinen Schmerz besser zu verarbeiten.
    Werden sie jedoch unterdrückt, so können diese Gefühle viel zerstören, sie führen dann nicht selten zu Depressionen und Schwermut.
    Die Dauer dieser Phase lässt sich nur schwer abschätzen, man spricht etwa von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten.

    3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

    Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Was wird eigentlich in der Trauer gesucht? Zum einen der reale Mensch (Tier), das gemeinsame Leben, gemeinsame Orte mit Erinnerungswert. Auch in den Gesichtern (Tieren) Unbekannter wird nach den geliebten Gesichtszügen gesucht.
    Gemeinsame Erlebnisse sollen Teile der Beziehung retten und werden gleichsam als „Edelsteine“ gesammelt. Dies erleichtert die Trauer. In inneren Zwiegesprächen wird eine Klärung offener Punkte möglich, kann Rat eingeholt werden.
    Durch diese intensive Auseinandersetzung entsteht beim Trauernden oft ein starkes Begegnungsgefühl. Das ist unheimlich schmerzhaft und unendlich schön zugleich!
    Im Verlaufe dieses intensiven Suchens, Findens und Wieder-Trennens kommt einmal der Augenblick, wo der Trauernde die innere Entscheidung trifft, wieder ja zum Leben und zum Weiterleben zu sagen oder aber in der Trauer zu verharren.
    Je mehr gefunden wird, was weitergegeben werden kann, umso leichter fällt eine Trennung vom Toten. Dieses Suchen lässt aber auch oft eine tiefe Verzweiflung entstehen, weil die Dunkelheit noch zu mächtig ist. Suizidale Gedanken sind in dieser Phase relativ häufig.
    Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

    4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug

    Nachdem man seinen Schmerz herausschreien durfte, anklagen und Vorwürfe machen durfte, kehrt allmählich innere Ruhe und Frieden in die Seele zurück. Der Tote hat dort seinen Platz gefunden.

    Langsam erkennt man, dass das Leben weitergeht und dass man dafür verantwortlich ist. Es kommt die Zeit, in der man wieder neue Pläne schmieden kann. Der Trauerprozess hat Spuren hinterlassen, die Einstellung des Trauernden zum Leben hat sich meist völlig verändert.
    Der Verstorbene bleibt ein Teil dieses Lebens und lebt weiter in den Erinnerungen und im Gedenken.



    Vernena Kast, Ihre Bücher mussten wir studieren.....und in meinem Berufsleben, kann ich alle dem nur zustimmen was sie sagt.

    LASS ALLES ZU, UNTERDRÜCKE NICHTS.

    ich wünsche Dir alles erdenklich gute.

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