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Thema: Verlustängste bei meiner Traumfrau

  1. #1
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    Standard Verlustängste bei meiner Traumfrau

    Hallo alle miteinander,

    ich habe ein ziemliches Problem mit Verlustängsten. Ich kann nicht genau sagen woher sie kommen (hab mich schon n bissl schlau gelesen, aber bei den Sachen die ich gelesen hab das Richtige zu finden ist nicht ganz einfach). Was ich jedoch weiß ist das es erst einmal mir tierisch zu schaffen macht und was noch viel schlimmer ist denke ich das ich damit relativ schnell meiner Freundin auf die nerven gehen werde. Ich hab das ganze schon in vorherigen Beziehungen durchgemacht, aber erst bei meiner jetzigen Freundin wirklich das Bedürfnis das in den Griff zu bekommen, weil es sich einfach wahnsinnig toll mit ihr anfühlt.

    Ich habe grundsätzlich das Problem das ich bei dem kleinsten anzeichen von schlechter Laune bei ihr, das Gefühl habe das ich etwas falsch mache, irgendwas nicht stimmt mit uns, das sie Schluss machen will oder sonst was passieren könnte. Ich lege ihr die Welt zu Füßen und versuch einfach immer ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen weil ich Angst habe das sie eventuell nicht glücklich mit mir ist etc.

    Und ich kann absolut nicht streiten... Also wenn mir irgendwas nicht passt schluck ich das lieber runter als das mal zu sagen und einen Streit zu riskieren. Ich entschuldige mich teilweise für Dinge die ich nicht getan habe, nur um einen Streit zu beenden.

    Naja und was bei mir eben persönlich das größte Problem ist, ist das ich den Kopf zuhause nicht frei bekomme. Ich denk die ganze Zeit nur an sie, ob bei uns alles gut ist, ob ich sie vielleicht nerven könnte... das zieht sich bis in meine Träume... Das ich Träume, sie würde mir fremd gehen oder es wär Schluss, sie hat nen neuen Freund oder sonst was.

    Ausserdem war ich früher ganz heftig eifersüchtig. Ich bin aber kein Mensch der das leugnet, ich weiß es, versuche dran zu arbeiten und glaube auch mich diesbezüglich schon erheblich gebessert zu haben. Ich hab nie kontrollanrufe gemacht oder irgendwie das handy meiner Freundinnen durchstöbert oder so, aber trotzdem immer Angst meine Freundin an wen anders zu verlieren und das macht ebenfalls zum einen mich kaputt.. und meine Freundin denkt ich würde ihr nicht vertrauen oder so und das sie das nicht lange mitmachen würde wenn ich ihr das immer wieder Sage hab ich schon in früheren Beziehungen schmerzlich erfahren dürfen..

    Ich frage mich nun ob es einem von euch ähnlich geht/ging?
    ob und wie ihr das in den Griff bekommen habt?
    Ich scheue auch absolut nicht psychatrische Hilfe in anspruch zu nehmen, nur da frage ich mich auch wie ich da vorgehe, ob ich mich von meinem Hausarzt dahin verweisen lassen sollte oder direkt zum Psychater gehe und ob da eventuell Kosten auf mich zu kommen.

    Vielen Dank schonmal, wenn ihr irgendwelche Fragen habt immer raus damit
    Davijones

  2. #2
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    Hallo Davijones,

    was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor.

    In meiner Ehe habe ich mich ganz ähnlich verhalten. Ich bin jedem Streit aus dem Weg gegangen oder habe schnell klein beigegeben. Und Fehler habe ich immer zuerst bei mir gesucht. Das wirklich Schlimme daran war, daß ich jahrelang meine ureigensten Wünsche und Hoffnungen herunter geschluckt habe und somit viel zu spät an einem Punkt wachgerüttelt wurde, an dem ich wusste, daß es so nicht weitergeht.

    Woher das kommt, habe ich für mich inzwischen herausgefunden. Mein Vater hat mich einigermaßen streng und wenig liebevoll erzogen. Solange ich mich brav untergeordnet habe, habe ich sein Wohlwollen bekommen und hatte keinen Streit. Dieses Muster habe ich bis heute in die späten Dreißiger mitgenommen und mir natürlich eine Frau "gesucht", die meinem Vater in vielerlei Hinsicht ähnelt: cool, tough, dominant.

    Der Weg heraus führt zunächst über die Erkenntniss, daß dieses Verhalten problematisch und keineswegs sinnvoll ist. Darüber hinaus ist eine klare Fokussierung auf sich selber und seinen eigenen Wünsche und Stärken sowie eine deutliche Steigerung des Selbstbewusstseins notwendig. Auch musste ich damit lernen, daß ich eine vollkommen irrationale Angst vor dem Alleinesein hatte - und musste diese mühsam ablegen (das lerne ich immer noch gerade). Dann erst lernt man selbstbewusst, liebevoll und gleichberechtigt eine Beziehung zu führen.

    Ein langer Weg, der einen manchmal auch durch die tiefsten Täler führt. In der Recherche hat mir übrigens die Diagnose "dependente Abhängigkeitsstörung" geholfen. Schau mal nach.

    Alles Gute!

    Sven

  3. #3
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    Hallo Stickinho,

    es ist erstmal gut zu sehen das ich mit dem Problem nicht allein da stehe und natürlich auch das du einen weg gefunden hast das ganze langsam aber sicher auf ein gesundes "Level" zu bringen.

    Ich habe gestern mit Freunden erstmals über dieses Problem gesprochen und bin auf viel Zuspruch gestoßen, bezüglich meines geplanten Psychologenbesuchs. Es sind meinen Freunden im nachhinein auch viele Situationen aufgefallen in denen sie das ganze unbewusst gesteigert haben. Ich dachte immer ich sei einfach übersensibel wenn sie ihre späßchen machen, aber das es eben einfach krankhaft sein könnte habe ich nie bedacht.

    Als nächsten schritt beabsichtige ich nun meiner Freundin heute mal richtig klar zu machen was mit mir los ist, wie sich das auswirkt und natürlich habe ich unglaubliche Angst, sie könnte davon abgeschreckt werden... wir sind beide grad Anfang 20 und ich würde volles Verständnis dafür haben das sie sagt "tut mir leid aber damit komme ich nicht klar" auch wenn mich das noch kaputter machen würde. Ich habe aber einfach die Hoffnung so raus zu bekommen warum sie plötzlich sehr distanziert mir gegenüber ist und sie mir sagt "danke das du soviel vertrauen in mich hast, das du mit mir darüber sprichst". Was es im Endeffekt wird steht in den Sternen, aber meiner Meinung nach ist das jetzt das einzig richtige was ich tun kann und vielleicht kann sie dabei helfen, diese Angst zu überwinden.

  4. #4
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    ich befinde mich aktuell in dem prozess, mich von meinem partner zu "lösen", da ich in der beziehung zu ihm ebenfalls mehr als abhängig wurde. bei mir ging es allerdings so weit, dass ich tatsächlich angefangen habe ihn immens zu kontrollieren und ihm auch dinge unterstellt habe, die ich mir einfach zusammengesponnen habe, und die gar nicht stimmten.

    ich habe den prozess nur mit hilfe einer psychologin beginnen können, da ich alleine nicht in der lage dazu war. ich habe auch erkannt, dass etwas nicht stimmt, aber nur sie konnte mich inzwischen sanft in die - denke ich - richtige richtung schubsen.

    diese verlustangst, die ich auch in mir trage, hat meines erachtens nach (und aus dem, was ich jetzt aus meinen gesprächen mitgenommen habe) viel mit der eigenen wertigkeit zu tun. das ist das, worauf ich jetzt aufbaue und vielleicht ist das auch ein gedanke für dich? zurück zu sich selbst finden, sich selbst lieben und leben. es ist nicht wichtig, sich ausschließlich auf jemand anderen und dessen liebe zu verlassen - man muss auch loslassen können (was ja nicht heißt, dass man die beziehung an sich loslässt).

    ich wünsche dir alles gute für deine beziehung und deinen weg, dir selbst zu helfen.

    lg,
    michiko

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