
Zitat von
Lill
... Beim Mobbing geht es ja aber eher um Hierarchien und Gruppen, mehr um Gruppendymanik und das Ausgrenzen von Einzelnen, egal, was sie "gemacht" haben. Meist haben Mobbingopfer ja gar nichts "getan", dass sie gemobbt werden, manchmal reicht es, dass sie anders aussehen, anders denken oder die falsche Hose anhaben. Solange sie sich "gruppenkonform" verhalten und die vorherrschende Hierarchie nicht angreifen, können sie zwar auch ausgegrenzt werden, aber es passiert ihnen nichts, außer dass sie nicht beachtet werden.
Und meist versuchen dann sogar Opfer, Mitglied genau dieser Gruppe zu werden, damit sie nicht mehr ausgegrenzt werden. Das nenne ich subtiles mobbing, denn das Opfer wird zum Täter und beide haben viel gemeinsam: wenig Selbstbewusstsein. Deshalb mobben sie auch nur Opfer, wenn sie sicher sein können, dass die Gruppe dies duldet oder gar unterstützt. Der Täter zumindest erhält seine Macht nicht so sehr durch das einzelne Mobbing, sondern eher aus seiner Position in der Gruppe und die Unterstützung durch den Rückhalt von "Mit-Tätern".
Es gibt zwar "Täter" und "Opfer", aber ohne die ganze Maschinerie von Helfern, Unterstützern und Assistenten dazwischen funktoniert mobbing nicht. Und je länger eine Gruppe besteht und je hierarchischer sie aufgebaut ist und je besser sich die Gruppenmitglieder kennen, desto häufiger wird gemobbt gegen Außenseiter, nicht aus echtem Interesse an ihnen, sondern allein aus dem Grund, sich selbst zu profilieren und die Hierarchie zu erhalten, die der Täter für sein eigenes Selbstbewusstsein so sehr braucht.
Der "Grund", jemanden zu mobben, ist also meist nebensächlich und muss oft nur herhalten in meinen Augen.
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