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Thema: Verschleiertes Mobbing

  1. #25
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    @Ste

    Ich weis das dein erstes Posting hier in diesem Thread auch auf mich bezogen ist. Aber wie soll ich sagen, ich werde fast jeden Tag Opfer von Mobbingattacken aufgrund meines Aussehens. Ich kann dir gut 100 Situationen aus dem letzten Jahr jetzt schildern, in denen Menschen mich mobben oder hinter meinem Rücken über mich her ziehen. Ich schätze mittlerweile sind es mehrere hundert gewesen, also auch Menschen die ich zuvor nie im Leben gesehen habe.

    Sag du mir, wie soll man damit klar kommen, wenn man seine eigene Psyche nicht in den Griff bekommt ? Wie soll man damit klar kommen, wenn man tagtäglich hört das man wie ein Kind, wie ein Spasti oder einfach nur ******* aussieht ? Wie soll man damit klar kommen wenn man selbst, und das ist jetzt kein Scherz, auf Beerdigungen gemobbt wird. Soll ich, fast 24 Jahre alt, Menschen die ü. 60 Jahre alt sind die Meinung geigen ?

    In dem Fall sind auch die anderen Schuld. Respektlosigkeit, Unwissenheit über den Menschen selbst und seine Situation bzw. seine Intelligenz, Charakter u.s.w.

  2. #26
    Ste
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    mhm, ich bin ja der Meinung dass die Täter die Verantwortung haben und nicht die Opfer. Ich weiß sehr gut, dass Gegenwehr nicht immer möglich ist und vor allem nicht immer erfolgreich ist.

    Von daher kann ich dir leider auch keinen Rat geben, ich könnte einem Täter den Rat geben, damit aufzuhören, aber was soll man einem Opfer raten?

    Mir fällt nur ein, dass man sich konsequent wehren sollte, dass man sein Umfeld und seinen Umgang umstellen sollte, dass man sein Verhalten und vielleicht in Teilbereichen auch sein Aussehen und Auftreten "überarbeiten" sollte und dass man alles tut, um selbstbewusst und "kräftig" zu wirken.

    Wenn jemand praktisch rund um die Uhr gemobbt wird, wenn wildfremde bei jeder Gelegenheit über dich herfallen, dann ist das unheimlich tragisch und herzzereissend, aber es deute halt auch darauf hin, dass die Art und Weise wie du auf andere wirkst irgendwie nicht so optimal sein dürfte, meinst du nicht auch?

    Wenn man ganz allgemein von allen Leuten gemobbt wird, denen man so begegnet, dann kann man ohnehin nicht mehr gegen all diese Leute vorgehen das würde man gar nicht schaffen. Man kann dann nur den Blick auf sich selbst richten und schauen, wie man selbst das ändern kann, von sich selbst ausgehend.

    Grüße

    Ste

  3. #27
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    Zitat Zitat von Gedanke Beitrag anzeigen
    @Ste

    Ich weis das dein erstes Posting hier in diesem Thread auch auf mich bezogen ist. Aber wie soll ich sagen, ich werde fast jeden Tag Opfer von Mobbingattacken aufgrund meines Aussehens. Ich kann dir gut 100 Situationen aus dem letzten Jahr jetzt schildern, in denen Menschen mich mobben oder hinter meinem Rücken über mich her ziehen. Ich schätze mittlerweile sind es mehrere hundert gewesen, also auch Menschen die ich zuvor nie im Leben gesehen habe.

    Sag du mir, wie soll man damit klar kommen, wenn man seine eigene Psyche nicht in den Griff bekommt ? Wie soll man damit klar kommen, wenn man tagtäglich hört das man wie ein Kind, wie ein Spasti oder einfach nur ******* aussieht ? Wie soll man damit klar kommen wenn man selbst, und das ist jetzt kein Scherz, auf Beerdigungen gemobbt wird. Soll ich, fast 24 Jahre alt, Menschen die ü. 60 Jahre alt sind die Meinung geigen ?

    In dem Fall sind auch die anderen Schuld. Respektlosigkeit, Unwissenheit über den Menschen selbst und seine Situation bzw. seine Intelligenz, Charakter u.s.w.
    Was würdest du denken / sagen wenn diese Menschen dir sagen das Schweine fliegen können ?

  4. #28
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    Wenn man ganz allgemein von allen Leuten gemobbt wird, denen man so begegnet, dann kann man ohnehin nicht mehr gegen all diese Leute vorgehen das würde man gar nicht schaffen. Man kann dann nur den Blick auf sich selbst richten und schauen, wie man selbst das ändern kann, von sich selbst ausgehend.
    In der Tat. Aber ich kann meine Genetik nicht mehr verändern und meinen Knochenbau so umgestalten das ich dem gesellschaftlichen Chema entspreche, tut mir leid.......für die Mensche die nicht verstehen.
    Arme Menschen.

    Nun sich selbst ändern fängt in der Psyche an, desswegen sind wir ja hier.
    Aber die körperlichen Änderungsmöglichkeiten sind begrenzt. Die ästetische Chirurgie bietet da schon Möglichkeiten, aber alles ist begrenzt.

    Eins weis ich sollten hier jemals Außerirdische auftauchen, dann kann ich ihnen nur raten sehr schnell die Heimreise anzutreten weil, die Menschen würde nicht damit zurecht kommen. Es ginge nicht, es wäre einfach nicht möglich für 90% akzeptanz zu zeigen, ich weis das zu 100%.

    Traurig aber wahr. Ich habe es selbst erlebt, nur das ich ein Mensch bin.

    Dulden ja, akzeptieren nein!


    Was würdest du denken / sagen wenn diese Menschen dir sagen das Schweine fliegen können ?
    Wenn dir desswegen Schläge angedroht würde oder du ignoriert oder ausgelacht würdest, dann würde ich mir doch mal Gedanken machen obs nicht sein könnte

    Aber wie schon in meinem letzten Satz beschrieben, Unwissenheit der Menschen.

  5. #29
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    Standard @Lill

    Zitat Zitat von Lill Beitrag anzeigen
    ... Beim Mobbing geht es ja aber eher um Hierarchien und Gruppen, mehr um Gruppendymanik und das Ausgrenzen von Einzelnen, egal, was sie "gemacht" haben. Meist haben Mobbingopfer ja gar nichts "getan", dass sie gemobbt werden, manchmal reicht es, dass sie anders aussehen, anders denken oder die falsche Hose anhaben. Solange sie sich "gruppenkonform" verhalten und die vorherrschende Hierarchie nicht angreifen, können sie zwar auch ausgegrenzt werden, aber es passiert ihnen nichts, außer dass sie nicht beachtet werden.

    Und meist versuchen dann sogar Opfer, Mitglied genau dieser Gruppe zu werden, damit sie nicht mehr ausgegrenzt werden. Das nenne ich subtiles mobbing, denn das Opfer wird zum Täter und beide haben viel gemeinsam: wenig Selbstbewusstsein. Deshalb mobben sie auch nur Opfer, wenn sie sicher sein können, dass die Gruppe dies duldet oder gar unterstützt. Der Täter zumindest erhält seine Macht nicht so sehr durch das einzelne Mobbing, sondern eher aus seiner Position in der Gruppe und die Unterstützung durch den Rückhalt von "Mit-Tätern".

    Es gibt zwar "Täter" und "Opfer", aber ohne die ganze Maschinerie von Helfern, Unterstützern und Assistenten dazwischen funktoniert mobbing nicht. Und je länger eine Gruppe besteht und je hierarchischer sie aufgebaut ist und je besser sich die Gruppenmitglieder kennen, desto häufiger wird gemobbt gegen Außenseiter, nicht aus echtem Interesse an ihnen, sondern allein aus dem Grund, sich selbst zu profilieren und die Hierarchie zu erhalten, die der Täter für sein eigenes Selbstbewusstsein so sehr braucht.

    Der "Grund", jemanden zu mobben, ist also meist nebensächlich und muss oft nur herhalten in meinen Augen.
    Sehr gut und und auf den Punkt gebracht! Interessant auch die Aufzeigung, dass ausgerechnet die Opfer den Zugang zu den Mobbern suchen, nur um sich ihnen anschließen zu können... und dann zu Mittätern werden.

    LG
    Silent Voice

  6. #30
    Ste
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    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Sehr gut und und auf den Punkt gebracht! Interessant auch die Aufzeigung, dass ausgerechnet die Opfer den Zugang zu den Mobbern suchen, nur um sich ihnen anschließen zu können... und dann zu Mittätern werden.

    LG
    Silent Voice
    Ja, aus Angst heraus selber Opfer werden zu können, aber auch weil eine dominante und gewaltbereite Gruppierung Faszination ausübt und das eigene Ego unterstreicht.

    Das Sozialeverhalten der Menschen wird ja nun schon lange wissenschaftlich untersucht, es gab soziale Experimente, man kennt den Bystandereffekt und nicht wenige erleben in Schule und Beruf, wie Menschen so ticken (können). Auch wenn nicht jeder selbst Opfer wird, so erleben viele doch mit, wie andere Opfer werden, wie "die Dinge laufen".
    Es dürfte also sehr wenige Menschen geben, die ganz ahnungslos sind, was Mobbing betrifft.

    Man sieht aber, dass es gar keine Rolle spielt, ob die Menschen Bescheid wissen oder nicht, auch über die Folgen von Mobbing für den Betroffenen. Das führt ersaunlicherweise nicht dazu, dass Mobber in der Gesellschaft keine Chance hätten. Es scheint im Gegenteil eher so zu sein, dass dieses Bescheidwissen eher den Charakter von "das weiß doch jeder, na und?" hat. Alle wissen kollektiv Bescheid und sind natürlich im Grunde dagegen, aber persönlich weiß keiner was und kümmert sich auch nicht darum.

    Hier kommen zwei Dinge zusammen, das eine ist der ganz normale soziale Vorgang der Anpassung an die herrschenden Verhältnisse und der Selbstschutz. Man hat Angst selber aus dem System rauszufliegen und schutzlos ausserhalb zu stehen.

    Das andere ist persönliche Willfährigkeit und oft auch das geheime Geifern angesichts sozialer Gewalt. Man findet es doch irgendwie "geil", wie Macht ausgeübt wird und wie soziale Rechtmässigkeiten einfach so beiseite geschoben werden können, wenn einzelne oder eine Gruppe das eben so wollen. Hat eben seine Faszination.

    Dazu kommt, dass die meisten Leute einen nicht mehr kennen, wenn man Schwäche zeigt oder ernsthafte Probleme hat, soziale und emotionale Probleme vertragen die meisten gar überhaupt nicht. Da ist man schnell raus aus der Gemeinschaft.

    Es geht natürlich auch anders und das darf man dabei nicht vergessen, es gibt mutige und gerechte Menschen und man kann soziale Strukturen aufbauen, die weitgehend gewaltfrei und fair funktionieren. Die Frage ist meist nur ob man das überhaupt will?

    Schwächend auf gesunde Strukturen wirken sich oft unfähige und feige Vorgesetzte aus (bzw. Lehrer/Rektor/Eltern in der Schule)

    Mobbing gibts aber auch schon in der Familie, zwischen Eheleuten oder den Kindern gegenüber.

    Die Frage ist: Ist Mobbing eine soziale Perversion oder übliches Machtmittel in einer Zeit, in der Krieg und körperliche Gewalt aus der Realität verdrängt wurden? MUSS es in der Gesellschaft immer Formen der Dominanz und der Gewalt geben und kann das nur Mobbing sein, wenn eben körperliche Züchtigung, wie früher üblich, nicht mehr tolleriert wird?

    Wenn wir es aber geschafft haben die offene körperliche Gewalt aus dem gesellschaftlichen Leben zu verbannen, wieso sollte es dann nicht möglich sein die psychische Gewalt ebenso zu "verbieten".

    Grüße
    Ste

  7. #31
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    @Erwin:
    Deine Antwort halte ich für etwas zu pauschal und - sorry - "pseudopsychologisch", nach dem alten Lehrspruch "wo kein Opfer, da kein Täter". Aber so einfach ist das Leben, und besonders das Berufsleben nicht. Mobbing hat sehr oft etwas mit Machtmissbrauch einer bestimmten beruflichen Position und informellen Seilschaften gegenüber einem Neuankömmling zu tun, der eventuell nur weil er "neu" ist und noch keine informellen Kontakte z.B. zum Chef und weiteren wichtigen Kollegen knüpfen konnte, ein gefundenes Fresse für Alteingesessene ist. Es geht da auch nicht so sehr um "persönliche Merkmale" - das kommt vielleicht später erschwerend hinzu - sondern einfach weil der neue ein "Dorn" im Auge ist und das Betriebsklima ohnehin angespannt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Firmen zwar hierarchisch strukturiert sind, aber nicht mal einen funktionsfähigen Betriebsrat besitzen, der vermittelnd eingreifen könnte. Ein Chef fühlt sich eher überfordert oder pflegt ohnehin gute Kontakte zum Mobber, der sich das ausgrund seiner exponierten Stellung ja erlauben kann. Zudem muss man noch sagen, dass Mobbing scheinbar sehr beliebt unter Frauen ist, weniger unter Männern, da Frauen mehr zwischen den Zeilen lesen und hintenrum kommunizieren, zudem sehr emotional reagieren (meist neidig und gestresst) auch ein bestimmtes Mass an Objektivität gegenüber der Kompetenz des Neuankömmling fehlt bzw. sie es gerne so hindrehen, als sei ihr Opfer einfach unfähig. Allerdings bekommt es das Mobbing Opfer meist erst mit, wenn es bereits zu spät ist und zum Chef zitiert wird. Tja, so schnell kann es gehen, ein Mobbing Opfer zu werden ;-)

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