psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: verzweifelt wegen Diplomarbeit

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    04.01.2009
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard verzweifelt wegen Diplomarbeit

    Hallo,
    ich stecke seit ca. 1,5 Jahren in so was wie einer Lebenskrise. Nicht, dass ich seitdem keine glücklichen Augenblicke hatte. Aber in beruflicher Hinsicht trete ich auf der Stelle.
    Ich stehe am Ende meines Studiums, dass sich wegen bereits vorangegangener persönlicher Krisen derartig in die Länge gezogen hat, dass ich meine Semesteranzahl mehr als ausgereizt habe und nur wegen sehr gnädiger Professoren an meiner Uni und (sehr) guter Abschlussnoten noch einmal eine Verlängerung erhalten habe. D.h. ich darf noch bis Ende März studieren, ansonsten werde ich geext. Meine letzten Prüfungen habe ich Ende August 2007 (mit Erfolg) abgelegt. Das heißt eigentlich muss ich NUR noch meine Diplomarbeit schreiben.
    Nach den Examen habe im Anschluss sofort eine praktische DA begonnen, musste diese aber wegen schlechter Betreuung, aber auch wegen mangelnder Motivation, Konzentration und Durchhaltevermögen abbrechen. Ich hatte mich mehrere Monate damit herumgequält, schließlich aber doch beschlossen, aufzugeben.
    Um finanziell über die Runden zu kommen bin ich nach einem Monat Pause, in dem ich total unten war, glücklicherweise und durch Zufall an einen Werkstudentenjob gekommen. Nach ein paar Monaten, in denen ich mich wieder einigermaßen regenerieren konnte, musste ich mich wieder mit dem Thema DA befassen. Mir wurde ein zweiter Versuch genehmigt und ich habe im Herbst eine theoretische DA mit ähnlichem Thema begonnen. Dummerweise kann ich mich immernoch nicht hundertprozentig darauf einlassen. Ich habe jede Menge Literatur, habe schon sehr viel gelesen, nur kann ich mich jedesmal nur sehr schwer aufraffen. So passiert es, dass ich tagelang nichts mache, die DA bestens verdrängen kann, Filme anschaue oder mich anderweitig ablenke, dann aber irgendwann wieder von der Realität eingeholt werde und Panikattacken bekomme. Wenn ich dann arbeite, habe ich das Gefühl, dass ich äußerst uneffektiv arbeite, mich auf keine Arbeitsmethode festlegen kann, mich dadurch verzettele, innerlich wieder aufgebe. Ich habe schon alles mögliche versucht, zb. außerhalb meines Zimmers, das sehr klein und ziemlich vollgepackt ist, zu arbeiten. Allerdings finde ich immer wieder neue Gründe, wieder davon abzulassen: in der Bibliothek ist es im Winter entweder zu kalt oder zu laut oder sie hat nicht lang genug geöffnet. Die Zimmer meiner Freundin und von meinem Freund sind fast gleich groß und es ist äußerst nervig, die Bücher und Unterlagen ständig herumzuschleppen (ich will am liebsten immer ALLES mitnehmen, weil ich sonst Angst habe, mir fehlt etwas zum arbeiten). Außerdem will ich keinem auf den Geist gehen. Andererseits hilft mir die Anwesenheit von anderen, weil ich mich dann nicht so sehr mit meinen Problemen allein gelassen fühle und mich auch nicht so einfach ablenken und selbst besch... kann. Am liebsten würde ich die ganze Zeit über bei meinem Freund schreiben, aber ich kann dort wegen des kleinen Bettes nicht übernachten und er ist außerdem der absolute Langschläfer, so dass ich nicht schon früh anfangen könnte. Ich hätte außerdem Angst, dass er die Achtung vor mir verliert, wenn er denkt, ich schaffe es ohne ihn nicht. Obwohl das Risiko auch so besteht, da er ja mitbekommt, welche Probleme ich habe - ich rede mit ihm und meiner Freundin sehr offen darüber. Mit ihm aber nicht zu oft, da ich ihn damit nicht vergraulen will. Alle sagen mir, ich muss einfach anfangen und es tun. Und ich nehme es mir auch jedesmal für den nächsten Tag vor. Wenn ich dann aber aufwache, will ich am liebsten gar nicht aufstehen, kann nur etwas mit Ablenkung (Film) essen. Sonst geht gar nichts rein. Oder ich bekomme wieder Panikattacken, denke dass ichs sowieso nicht schaffe - also gar nicht erst anfangen brauche... Es ist zum Verzweifeln. Entweder ich finde immer wieder neue Ausreden und lenke mich ab oder ich bekomme Panikattacken. Im besten Fall konnte ich einige Stunden etwas tun, das aber nicht über mehrere Tage hinweg durchziehen.
    Schriftliche wissenschaftliche Arbeiten waren schon immer das Grauen für mich. Ich musste bereits schon einmal eine abbrechen und war in der Klinik, zwei andere habe ich nur mit Verlängerungen geschafft. Das Schlimme ist immer das Anfangen, wenn die ersten Kapitel erst einmal geschrieben sind und der rote Faden steht, gehts dann meist. Aber in der Regel komme ich gar nicht bis dahin. Ich will immer alles perfekt machen, alle interessanten Gedanken, die ich gelesen habe, einbauen. Am Ende kam dann immer mindestenns eine 2 raus.
    Aber jedesmal wenn wieder so eine Arbeit ansteht wird es umso schlimmer!!
    Kann mir jemand helfen?
    P.S.: bin schon beim Psychologen und nehme auch Antidepressiva

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Purzel,

    da Du einen Termin einzuhalten hast, und ein Pensum bis dahin bewältigen musst, wäre es vll sinnvoll, sich bei nem Coach ne professionelle Unterstützung zu holen, weil es da um praktische Lebensberatung geht und das ganze auf den Punkt gebracht wird. Da können ein paar wenige Stunden sehr viel bewirken. Wenn Du das Geld dafür nicht hast - kannst Du in Deiner Therapie nicht eine entsprechende Zielsetzung vereinbaren? Gibt es da überhaupt eine Zielsetzung?

    Ich war zwar noch nicht in der Situation wie Du, habe es aber zur Vorbereitung auf Prüfungen schon so gemacht, dass ich mich konsequent in ein Zimmer zurückgezogen hab, und nur raus zu bestimmten Essenszeiten und ins Bad ging. Ansonsten nicht. Und zwar so lange es eben dauert. Und da war auch nix anderes drin als das, was ich zum lernern brauchte. Das wurde allerdings auch von meiner Familie unterstützt, die während dessen alles draußen abblockten.

    Vll kannst Du nen vorübergehenden längeren Zimmertausch mit Freund oder Freundin vereinbaren. Mute Dich ruhig mal zu. Alles andere ist sowieso nur eine Ausrede, um es wieder nicht angehen zu "können". Setz Dich ein, damit Du die Begingungen zum schreiben hast, die Du brauchst. Dafür hat man Freunde.

    klingt ein bißchen so, als würdest Du Dir mit Deinem hohen Leistungsanspruch selber im Wege stehen. Die Ursachen dafür kannst Du in der Therapie klären. Jetzt gehts darum, wie kriegst Du den in den Griff. Entscheide Dich für eine Struktur, nach der Du arbeiten willst. Und dabei bleibst Du dann. Und dann stelle Dein Interesse an dem Thema in den Mittelpunkt. Und nicht die etwaige Beurteilung dessen. Die kannst Du dann am Ende im Feinschliff noch mit einbeziehen bzw, wenn Du den roten Faden hast, denn ab da tust Du Dir ja leichter, hast Du geschrieben.
    Außerdem gibts doch jede Menge Literatur zur Strukturierung und Ideenfindung. Geh doch mal im Buchladen kruschteln.

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (05.01.2009 um 10:50 Uhr)

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    29.03.2009
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Purzel,
    was du da erzählst, wie du dich von deiner DA abhälst, erinnert mich an meine Diplomarbeitszeit. Da musste ganz ganz dringend die Wohnung aufgeräumt werden, Sport ist zwischendrin ja auch immer ganz wichtig und irgendwas anderes findet man auch noch. Zehennägel schneiden vielleicht.
    Ich denke das ist normal und da musst du dir keine Gedanken machen. Solange du dich auch hin- und wieder mal selbst in den A**** trittst.

    Du sagst du kommst nicht wirklich rein. Erst nach dem Studium habe ich mir mittlerweile einige "Techniken" zugelegt, die beim Arbeiten und beim besteigen von auf den ersten Blick unbesteigbaren Aufgabenbergen helfen.
    Zum einen habe ich gemerkt, es gibt nichts was man nicht bewältigen kann. Man muss eben nur anfangen. Habe einen Kumpel, der auch gerade vor seiner Diplomarbeit steht und sich den ganzen Tag Gedanken macht, wie umfangreich das Thema und wie knapp die Zeit ist. Allein dieses Gedanken-Machen verlangt ihm so viel Energie ab, dass kaum noch was für die Diplomarbeit übrig bleibt. Erst heute habe ich ihm gesagt, er soll aufhören zu heulen und einfach mal anfangen (hoffe er verkraftet das ).

    Dass du von Anfang an einen Komplettüberblick über deine Diplomarbeit haben wirst, kannst du vergessen. Fang einfach an zu schreiben. Mir hat es zum Reinkommen auch sehr geholfen, einfach die ersten Absätze von einer thematisch ähnlichen Diplomarbeit erst mal (fast) abzuschreiben. So kommt man super ins Schreiben rein. Und ein paar Einleitungsabsätze sind im Nachhinein leicht wieder abgeändert.
    Darf ich fragen - technisches oder geisteswissenschaftliches Thema?

    Außerdem habe ich (leider auch wieder erst seit ich arbeite) bemerkt, dass es wirklich hilfreich ist, wenn man einen Arbeitsplatz und einen Wohnplatz hat. Habe mir mittlerweile eine Arbeitsecke eingerichtet, die wirklich nur zum Arbeiten da ist. Da schön hell beleuchten, Möglichkeiten zur Ordnung schaffen, n leckeren Kaffee nebendran stellen und schon kanns los gehen und macht sogar noch Spaß. Ich denke die klare Trennung zum Wohnbereich ist wichtig, da ansonsten das Gehirn nicht von Freizeit auf Arbeit umschalten kann.

    Du sagst dein Zimmer ist zu voll. Hast du vielleicht irgendwo einen Kellerraum, den du schön einrichten und zur Not mit Heizlüfter beheizen kannst?


    EDIT: Treibst du Sport? Sehr sehr wichtig.
    Geändert von stiffler (30.03.2009 um 22:43 Uhr)

Ähnliche Themen

  1. Online Umfrage für Diplomarbeit - 5 Minuten!
    Von unizh im Forum Off-Topic
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 02.01.2009, 18:39
  2. Verzweifelt und allein
    Von morgenrot im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.10.2007, 19:55
  3. Suche psychologische Modelle für Diplomarbeit
    Von wippsteert im Forum Universitäten
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 08.06.2007, 11:47

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!