Hallo,
ich stecke seit ca. 1,5 Jahren in so was wie einer Lebenskrise. Nicht, dass ich seitdem keine glücklichen Augenblicke hatte. Aber in beruflicher Hinsicht trete ich auf der Stelle.
Ich stehe am Ende meines Studiums, dass sich wegen bereits vorangegangener persönlicher Krisen derartig in die Länge gezogen hat, dass ich meine Semesteranzahl mehr als ausgereizt habe und nur wegen sehr gnädiger Professoren an meiner Uni und (sehr) guter Abschlussnoten noch einmal eine Verlängerung erhalten habe. D.h. ich darf noch bis Ende März studieren, ansonsten werde ich geext. Meine letzten Prüfungen habe ich Ende August 2007 (mit Erfolg) abgelegt. Das heißt eigentlich muss ich NUR noch meine Diplomarbeit schreiben.
Nach den Examen habe im Anschluss sofort eine praktische DA begonnen, musste diese aber wegen schlechter Betreuung, aber auch wegen mangelnder Motivation, Konzentration und Durchhaltevermögen abbrechen. Ich hatte mich mehrere Monate damit herumgequält, schließlich aber doch beschlossen, aufzugeben.
Um finanziell über die Runden zu kommen bin ich nach einem Monat Pause, in dem ich total unten war, glücklicherweise und durch Zufall an einen Werkstudentenjob gekommen. Nach ein paar Monaten, in denen ich mich wieder einigermaßen regenerieren konnte, musste ich mich wieder mit dem Thema DA befassen. Mir wurde ein zweiter Versuch genehmigt und ich habe im Herbst eine theoretische DA mit ähnlichem Thema begonnen. Dummerweise kann ich mich immernoch nicht hundertprozentig darauf einlassen. Ich habe jede Menge Literatur, habe schon sehr viel gelesen, nur kann ich mich jedesmal nur sehr schwer aufraffen. So passiert es, dass ich tagelang nichts mache, die DA bestens verdrängen kann, Filme anschaue oder mich anderweitig ablenke, dann aber irgendwann wieder von der Realität eingeholt werde und Panikattacken bekomme. Wenn ich dann arbeite, habe ich das Gefühl, dass ich äußerst uneffektiv arbeite, mich auf keine Arbeitsmethode festlegen kann, mich dadurch verzettele, innerlich wieder aufgebe. Ich habe schon alles mögliche versucht, zb. außerhalb meines Zimmers, das sehr klein und ziemlich vollgepackt ist, zu arbeiten. Allerdings finde ich immer wieder neue Gründe, wieder davon abzulassen: in der Bibliothek ist es im Winter entweder zu kalt oder zu laut oder sie hat nicht lang genug geöffnet. Die Zimmer meiner Freundin und von meinem Freund sind fast gleich groß und es ist äußerst nervig, die Bücher und Unterlagen ständig herumzuschleppen (ich will am liebsten immer ALLES mitnehmen, weil ich sonst Angst habe, mir fehlt etwas zum arbeiten). Außerdem will ich keinem auf den Geist gehen. Andererseits hilft mir die Anwesenheit von anderen, weil ich mich dann nicht so sehr mit meinen Problemen allein gelassen fühle und mich auch nicht so einfach ablenken und selbst besch... kann. Am liebsten würde ich die ganze Zeit über bei meinem Freund schreiben, aber ich kann dort wegen des kleinen Bettes nicht übernachten und er ist außerdem der absolute Langschläfer, so dass ich nicht schon früh anfangen könnte. Ich hätte außerdem Angst, dass er die Achtung vor mir verliert, wenn er denkt, ich schaffe es ohne ihn nicht. Obwohl das Risiko auch so besteht, da er ja mitbekommt, welche Probleme ich habe - ich rede mit ihm und meiner Freundin sehr offen darüber. Mit ihm aber nicht zu oft, da ich ihn damit nicht vergraulen will. Alle sagen mir, ich muss einfach anfangen und es tun. Und ich nehme es mir auch jedesmal für den nächsten Tag vor. Wenn ich dann aber aufwache, will ich am liebsten gar nicht aufstehen, kann nur etwas mit Ablenkung (Film) essen. Sonst geht gar nichts rein. Oder ich bekomme wieder Panikattacken, denke dass ichs sowieso nicht schaffe - also gar nicht erst anfangen brauche... Es ist zum Verzweifeln. Entweder ich finde immer wieder neue Ausreden und lenke mich ab oder ich bekomme Panikattacken. Im besten Fall konnte ich einige Stunden etwas tun, das aber nicht über mehrere Tage hinweg durchziehen.
Schriftliche wissenschaftliche Arbeiten waren schon immer das Grauen für mich. Ich musste bereits schon einmal eine abbrechen und war in der Klinik, zwei andere habe ich nur mit Verlängerungen geschafft. Das Schlimme ist immer das Anfangen, wenn die ersten Kapitel erst einmal geschrieben sind und der rote Faden steht, gehts dann meist. Aber in der Regel komme ich gar nicht bis dahin. Ich will immer alles perfekt machen, alle interessanten Gedanken, die ich gelesen habe, einbauen. Am Ende kam dann immer mindestenns eine 2 raus.
Aber jedesmal wenn wieder so eine Arbeit ansteht wird es umso schlimmer!!
Kann mir jemand helfen?
P.S.: bin schon beim Psychologen und nehme auch Antidepressiva


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