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Thema: Vieles verloren- aber noch nicht alles

  1. #1
    Neuling
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    Cool Vieles verloren- aber noch nicht alles

    Traurig das alles zu lesen.So viele Schicksale, Trauer und Tränen. Auch ich hab sehr viel verloren in sehr kurzer Zeit.
    !995 verlor ich mein erstes Baby im sechsten Monat. !999 das zweite im vierten Monat.
    Im Jahr 2001 begann mein Mann, nach 22 Jahren Ehe, eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Frau. Ich trennte mich allerdings nicht von ihm, weil ich daran glaubte, daß alles wieder in "Ordnung" käme. Es war eine sehr anstrengende Zeit und ich wollte manchmal eifach nur raus aus dieser Situation. Aber letztendlich ging mein Mann aus dieser, für alle Beteiligten schier unerträglichen Konstellation. Er tötete seine Geliebte und jagte sich anschließend selbst eine Kugel durch den Kopf. Eine Welt brach für mich zusammen und ich wollte nicht mehr leben mit diesem Schmerz über den Verlust. Aber ich stand wieder auf und versuchte mein Leben auf die Reihe zu kriegen, was mir auch so halbwegs gelang. 2006 lernte ich einen anderen Mann kennen und verliebte mich, trotz aller Angst vor einer neuen Enttäuschung, in ihn. Wir hatten bis Anfang 2008 eine wunderbare Zeit miteinander. Dann wurde er leider (wieder) drogenabhängig. Ich war schockiert und hilflos, aber entschlossen ihn nicht im Stich zu lassen. Fast zwei Jahre kämpfte ich einen aussichtslosen Kampf gegn seine Sucht. Er liebte mich- aber es gab etwas daß er mehr liebte als mich: Heroin! Ich bin mit ihm durch die hölle gegangen. Im Oktober 2009 wollten wir heiraten aber das Schicksal wollte es anders. Im Juli davor Setzte er sich, total weggeballert, ins Auto um sich Drogen zu holen. Auf einer kerzengeraden Strecke kam er von der Straße ab, überschlug sich mehrfach und starb noch an der unfallstelle mit 38 Jahren. Ich hatte wieder mal verloren...
    Vor zwei Wochen bekam ich von meinem Arzt die Diagnose Krebs.
    Ich habe also wirklich viel verloren aber noch nicht alles. Ich habe noch eine ganz tolle Familie, wunderbare Freunde, meine Katzen, meinen Stolz, meinen Überlebenswillen und meinen Glauben an die Einzigartigkeit des Lebens

    "Nur wer die Härten des Lebens erfahren hat, laernt sich zu beugen ohne seinen Stolz zu verliere."

  2. #2
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    Hallo Diana und herzlich willkommen!
    Das ist allerdings echt eine geballte Ladung und da kann man auch wenig Tröstendes sagen. Das mit Deinem Mann ist schlimm und was danach kam genauso.
    Wie sieht denn Dein gesundheitlicher Zustand aus? Krebs heist ja nicht gleich unheilbar. Ich habe, als ich das mit Deiner Krankheit las, zuerst daran gedacht, dass bei Krebs ja die Psyche eine nicht unwesentliche Rolle spielt-praktisch der Spiegel Deiner Seele auf den Körper übertragen.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    Neuling
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    Standard Vieles verloren

    Auch hallo und danke Nats!
    Ja das ist schon ein bißchen viel von allem, da hast leider recht.
    Das ist so ne Art seltener Hautkrebs u. noch im Anfangsstadium. Meine Behandlung beginnt am Dienstag und dauert vorerst ein halbes Jahr. Sollten die Medikamente nicht greifen, muß man agressiver vorgehen, das heißt dann irgendwie rumschneiden oder so. Will das gar nicht so genau wissen jetzt. Ist ja noch zeit.
    Ich glaube auch, daß meine Seele schreit. Das hat sie bestimmt schon oft getan, aber ich hatte nicht hingehört und jetzt muß ich hinhören. Hilft ja nix.
    Hab wohl meine Energie immer für die falschen Sachen eingesetzt und bezahle jetzt dafür.
    Ich frag mich selbst manchmal, warum manche Menschen mit leichtem Handgepäck durchs Leben marschieren und ich muß da ganze LKW-Ladungen rumschleppen. Und ohne Familie und Freunde wär ich vermutlich schon lange unter der Last weggeknickt.
    Aber ich würde Lügen, wenn ich sage es geht mir gut. Oft hab ich die Schnauze gestrichen voll von diesem ewigen Kampf um nichts. Ich war schon in Therapie aber die wollen mich da immer mit irgendwelchen Pillen betonieren und da mach ich nicht mit. Angst vor Abhängigkeit!
    Ich muß einen klaren Kopf und Bodenhaltung bewahren sonst geht alles den Bach runter. Bin grad dabei ein Buch zu schreiben über mein Leben, das hilft mir. Hoffentlich wills auch mal jemand lesen...
    Ganz liebe Grüße
    Diana

  4. #4
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    Find ich gut, Diana. Alleine, sich die Sache von der Seele zu schreiben ist Therapie.
    Eigentlich ist Hautkrebs gut behandelbar. Auch wenn er entfernt wird, ist es nur eine OP mit lokaler Betäubung-ich drück Dir die Daumen!
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  5. #5
    Neuling
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    Standard Vieles verlore...

    Danke, kann ich gebrauchen. nur kurz noch wg. diesem blöden Krebs. Das ist ein etwas größerer Eingriff. er hat sich nämlich , ausgerechnet , im Genitalbereich niedergelassen. Das heißt, lt. Ärztin daß im schlechtesten Fall teile der Klitoris entfernt werden müssen. und das ist jetzt wirklich noch so was wie die Kirsche auf der Sahnetorte oder? Und genau wegen dieser ungewöhnlichen Körperstelle bin ich sicher, daß die Seele ein Zeichen gesetzt hat. Ich bin seit ich 17 jahre alt war, also seit mehr als dreißig Jahren als Prostituierte tätig. Das kann kein Zufall sein! Ich war zu jung, die Zeit ist viel zu lang, und der Ekel allgegenwärtig.
    Ganz schön viele Baustellen aber so ist es halt im Leben

    Gruß Diana

  6. #6
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    Ach Du Sche..sse! Das ist ja wirklich mal gemein! Ich habe lange in der Gyn. gearbeitet und das habe ich echt selten gehört..
    Klar, ich hätte bestimmt ähnliche Gedankengänge wie Du aber letzendlich hat es nichts mit Deinem Job zu tun, red Dir das nicht ein!
    Gebärmutterhalskrebs würde es da eher geben aber nicht äußerlich!
    Aber klar-man weiss natürlich letzendlich nie, wie der Körper reagiert.
    Hast Du denn die Möglichkeit, auszusteigen?
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  7. #7
    Neuling
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    Na ja mit dem job als solchen vielleicht nicht, aber mit dem widerwillen mit dem ich ihn ausführe eventuell. Ich hab es immer mit ekel gemacht und immer peinlich genau auf meinen schutz geachtet. Kondom war und ist oberste pflicht bei mir.und ausgerechnet mir muß dann so eine art krankheit passieren. aber ich kann mich da jetzt aus dem fenster drehen und es ändert nichts.
    Aussteigen? ein traum aber leider unmöglich. da ich meine ausbildung abgebrochen habe, und nie eetwas anderes gemacht haben und außerdem schon 51 jahre alt bin sind meine chancen auf arbeit äußerst gering. aber selbst schuld, hätte ich gespart als noch viel zu verdienen war anstatt meine männer zu sponsoren, dann könnt ich heute aufhören. aber so muß ich halt weiterwursteln. jeden neuen verdammten tag. Ich wollte auch nur anderen zeigen, daß man trotz aller widrigkeiten weitermachen kann und muß, ohne zu Alkohol, drogen oder tabletten zu greifen. Und daß es niemanden nützt sich in selbstmitleid zu verlieren.
    Ich hoffe ein paar menschen zu erreichen und ihnen zeigen zu können, daß es immer weiter geht im leben.
    liebe grüße
    diana

  8. #8
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    Das ist echt ein hartes Brot, Diana. Und ich bewundere die Frauen, die das aushalten können-also mach Dich nicht auch noch selbst kleiner.
    Du hast Dich geschützt und von daher mit nichts angesteckt. Ich finde es hart, dass es gerade mit 51 Jahren keine andere Möglichkeit gibt. Man wird ja schließlich nicht jünger und belastbarer und die Konkurrenz ist ja bestimmt auch groß.
    Ich nehme mal an, Du kannst im Moment nicht arbeiten?
    LG, Natz




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