Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Es ist so, dass ich mir viel vornehme und am Ende nichts schaffe. Also, ich schaffe schon viel, aber mache im letzten Moment immer wieder einen Rückzieher, sodass das Ergebnis.. nichts ist.
Vielleicht helfen einige Beispiele.
Erst heute wieder kann ich im Nachhinein mein Verhalten selbst nicht verstehen. Ich bin Studentin, habe gerade meine Nebentätigkeit (freie Journalistin, Redaktion) aufgegeben, weil ich dort langfristig keine Zukunft sehe und bin auf der Suche nach einer Alternative. Vor 1,5 Wochen sah ich ein Angebot, das super zu meinem bisherigen Werdegang/Studium passt, ganz gut bezahlt ist, mit dem Studium vereinbar und dazu noch ein richtiges Karrieresprungbrett (Traumarbeitgeber und -tätigkeit, "langfristige Bindung erwünscht"). Nun ja, ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, eine gute Bewerbung abzuliefern und wurde schließlich auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, mich vorbereitet usw. Heute wäre es so weit gewesen und ich bin auch pünktlich aufgestanden usw. Doch dann ritt mich _irgendwas_ und ich dachte, dass ich da nicht hinKANN. Jedenfalls schrieb ich eine E-Mail, in der ich mit der Begründung, mich für etwas anderes entschieden zu haben, absagte. Es kam dann auch noch eine Antwort, in der mir die potentielle Chefin mitteilte, dass sie das schade findet, da sie mein Lebenslauf und meine Bewerbung sehr überzeugt haben, aber dass sie mir alles Gute wünscht. Jetzt und auch schon vor der Antwort-Mail denke ich "Wie kann man nur so doof sein? Das wäre DIE Chance gewesen!"
Aber in dem Moment, in dem es kurz bevorstand, KONNTE ich nicht anders.
Jetzt schaue ich mich schon wieder halbherzig nach ähnlichen Angeboten um.
In meinem Studium ist es ähnlich: Da nehme ich mir immer eine Menge vor. Was will ich nicht alles... Und am Ende entschließe ich mich am Morgen der Prüfung, einfach nicht anzutreten.
Auch bei einer Sprechstunde bei meinem Professor war es vor nicht allzulanger Zeit so: Alle, die die Prüfung bestanden haben, sollten an Tag X in die Sprechstunde kommen, um ihre Note zu erfahren. Vor diesem Termin habe ich noch mit einer Freundin darüber geredet, dass ich gespannt bin, was ich habe... Am Tag des Termins schreibe ich eine E-Mail, in der ich mich unter dem Vorwand, dass ich kurzfristig arbeiten muss, entschuldige.
NOCH hatte das keine Folgen und ich bin im Studium noch ganz gut dabei, aber trotzdem kann es das ja nicht sein - zumal ich mich meist schon 1 Minute, nachdem ich mich "rausgeredet" habe, total schlecht fühle.
Und wenn das so weitergeht, wird das auch nichts mit dem Studium geschweigedenn mit einem guten Job (ich habe ja jetzt schon Angst davor, mich irgendwann rechtfertigen zu müssen, dass ich nun _vielleicht_ für ein paar Monate nichts außerhalb der Uni gemacht habe).
Die ganze Sache erstreckt sich auch auf den privaten Bereich. Ich bin Single und das nicht erst seit gestern. Ich bin zwar an sich zufrieden damit, aber habe vor wenigen Monaten einen jungen Mann kennengelernt, der meinen Vorstellungenentsprach. Er hat sich nach dem Kennenlernabend auch zuerst bei mir gemeldet, nach einem Treffen gefragt, dem ich begeistert zusagte - alles toll. Am Tag des Treffens war es wieder so weit und ich dachte "Ich KANN da nicht hin..." und fragte, ob wir das Treffen nicht verschieben könne, da ich kurzfristig einen Termin habe. Nun ja, das macht man ein mal, vielleicht auch zwei mal, aber dann hat der Andere _verständlicherweise_ auch keine Lust mehr. Das wars mal wieder.
Auch in Bezug auf Freunde verhalte ich mich so. Steht irgendwas an, bin ich Feuer und Flamme und sage zu. Kurz vorher würde ich mich dann am liebsten verkriechen und sage unter irgendwelchen Vorwänden ab.
Meine beste Freundin sagte auch schon "Es ist ja okay, wenn MAL was dazwischen kommt, aber diese Nachlässigkeit geht mir auf die Nerven. Ist dir das alles egal?" Ich würde sagen "Nein", aber irgendwie doch...
Verwandtenbesuche schiebe ich immer wieder vor mir her, das selbe mit Anrufen jeder Art...
Ich verstehe das nicht - was ist das? Ich WEIß an sich, dass ich keine schlechteren Bedingungen habe als andere und dass mir - im Gegenteil - vieles sogar sehr leicht fällt. Aber im letzten Moment verkacke ich dann doch alles und das Ergebnis ist trotz intensiver Vorarbeit.. nichts. Und dafür gibt es nicht mal einen objektiven Grund.
Ich WILL ja doch eigentlich gut und schnell im Studium sein, Karriere machen (und am besten jetzt schon Fuß fassen), mal den richtigen Mann finden und auch meine Freunde nicht vernachlässigen. Und offensichtlich habe ich ja auch das "Zeug" dazu, aber ich schaffe es einfach nicht, meine Chancen zu nutzen. :/
Ist das eine soziale Phobie vielleicht? Angst, irgendwelchen Ansprüchen nicht zu genügen? Oder doch einfach nur Faulheit?![]()


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entsprach. Er hat sich nach dem Kennenlernabend auch zuerst bei mir gemeldet, nach einem Treffen gefragt, dem ich begeistert zusagte - alles toll. Am Tag des Treffens war es wieder so weit und ich dachte "Ich KANN da nicht hin..." und fragte, ob wir das Treffen nicht verschieben könne, da ich kurzfristig einen Termin habe. Nun ja, das macht man ein mal, vielleicht auch zwei mal, aber dann hat der Andere _verständlicherweise_ auch keine Lust mehr. Das wars mal wieder.
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