Ihr Lieben,
leider habe ich ein großes Problem, das mir zunehmend zu schaffen macht und ich nicht gelöst bekomme ...
Seit über 10 Jahren bin ich mit meiner Frau zusammen, davon 7 Jahre in der Ehe. Wir hatten eine schöne, gleichberechtigte, aufregende Beziehung. Meine Frau ist ein unglaublich optimistischer, spontaner, wilder aber auch sehr unabhängiger Mensch. Leider hatte sie dann vor 5 Jahren eine Affäre, in dessen Verlauf unser unfassbar großes Vertrauen erschüttert wurde. Seitdem hatten wir eine lieblose Beziehung, in der wir uns zwar noch gut verstanden, aber nur noch selten wirkliche Liebe gespürt haben. Wir haben uns nicht mehr zugehört, waren egoistisch und genervt. Erst vor etwa einem Jahr hatte ich den Eindruck, daß es ein wenig besser geworden ist. Dennoch hat sich meine Frau massiv in die Arbeit gestürzt - auch am Wochenende - während ich von einem "anderen" Leben (mit Kindern!) geträumt habe. Alles in allem: wir haben uns zwar oberflächlich verstanden, aber nicht mehr geliebt. Und einen gemeinsamen Plan für das Leben hatten wir schon einmal gar nicht.
Zu Beginn dieses Jahres habe ich eine andere Frau kennen gelernt und mich in sie verliebt. Sie hat natürlich alles erfüllt, wonach ich mich immer gesehnt habe: Sie liebt mich, sie hört mir aufmerksam zu, ist für mich da. Sie ist authentisch und nicht langweilig. Wir haben dieselben Interessen und Vorlieben. Natürlich haben wir den besten Sex den man sich vorstellen kann. Und vor allem träumen wir den gleichen Traum vom Leben: mit Kindern und einem Haus im Grünen.
Seitdem ich meiner Frau die Affäre gebeichtet habe, sind meine Freundin und ich zusammen. Meine Frau und ich hatten ohnehin seit 10 Jahren eine Wochenendbeziehung, sodaß ich einfach nicht mehr am Wochenende heimgefahren bin. Wir hatten viele schöne Wochen und ich fühle mich unglaublich "angekommen" bei meiner Freundin. Ich habe das Gefühl, daß ich mit ihr wirklich glücklich werden kann. Allerdings ist da immer noch meine Frau in meinem Kopf - und dadurch habe ich immer wieder Zweifel, Depressionen, Ängste, Sorgen. Ich suche regelrecht die negativen Eigenschaften an meiner Freundin und bin eigentlich nie ganz bei ihr.
Nachdem ich psychologische Hilfe aufgesucht habe, wurde mir eine dependente Abhängigkeitsstörung diagnostiziert. Ich konnte meine eigenen Wünsche in der Beziehung zu meiner Frau nie äußern und habe alles einfach mitgemacht. Ich weiß aber inzwischen halbwegs, wie mein Leben aussehen soll und kann das formulieren. Da bin ich weiter als vor einigen Monaten.
Nun bin ich wirklich an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden muss. Es nochmal mit meiner Frau versuchen, die tief in meinem Herzen einen recht ansehnlich großen Platz hat und die mich auch immer noch will. Ich frage mich, ob wir diese "kaputte" Liebe wirklich noch reparieren können. In Sachen Lebensvorstellung sind wir uns inzwischen etwas näher gekommen, auch wenn das für mich sehr wichtige Thema Kinder ob ihres Alters (>40) und der gegenwärtigen Situation wohl sehr unwahrscheinlich sein wird. Die Tatsache, daß ich meine Vorstellungen formulieren kann, wirkt aber scheinbar positiv auf uns (sie will mich gar nicht schwach!). Oder ob ich bei meiner Freundin bleibe, die ich sehr lieb habe und mit der ich aktuell glücklich bin, die allerdings zurecht keine Lust mehr darauf hat, daß meine Frau noch immer eine Rolle bei mir spielt (und wir müssten immerhin durch einen Scheidungsprozess ...).
Ich bin ratlos und verzweifelt. Im Grunde habe ich das Gefühl, daß ich nie bei meiner Freundin ankommen kann, wenn ich nicht mit meiner Frau abschließen kann. Aber andererseits habe ich das Gefühl, daß mir nur der Mut für einen beherzten Sprung in ein neues, schönes Leben fehlt und ich zu schwach (oder immer noch zu abhängig) für eine Trennung von meiner Frau bin. Was tun? Manchmal denke ich, am besten wäre es, wenn meine Frau meine beste Freundin würde und ich mit meiner aktuellen Freundin meinen Traum vom Leben realisiere ...
Wer hat eine Idee? Ich bin für jede Hilfe dankbar!![]()


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