Hallo liebe Menschen,
mich verfolgt eine Situation bei der Arbeit die ich offenbar nicht ad acta legen kann. Ich bin seit 5 1/2 Jahren in einem Büro angestellt und wir arbeiten alle relativ Einzelgängerisch, wenig im Team, weil die Jobs das auch nicht zulassen. Also jeder so in seinem Bereich. Als ich dort anfing war besagte Kollegin noch Azubine und zurückgezogen, hat nie gelacht oder gelächelt, ruhig...ich dachte "Oh gott die hasst es dass ich hier bin!" habe sie aber sonst auch nicht so wahrgenommen weil sie stark im Hintergrund war. Also ihr gegenüber eher gleichgültig eingestellt außer wenn man sich am Drucker begegnete und sie wirklich nicht sehr einladend dreinblickte.
Wie dem auch sei, ein Teamabend hat uns nach 4 Monaten die ersten Gespräche beschert weil wir uns gegenüber saßen und ja warmwerden MUSSTEN. Mein Naturell ist eher albern witzig, da ich Leute um mich herum gerne lachen sehe und die Zuneigung durch lachen irgendwie die ehrlichste und geselligste ist, ein Lachen kann man nicht erzwingen. Auch möchte ich gerne das Eis brechen weil alles andere steife verhalten für mich auf dieser Erde keinen Sinn macht ;-)) Also irgendwie waren wir aufgewärmt und haben öfter Pause gemacht oder abgehangen, Kaffee trinken gegangen, zusammen mit anderen Kollegen zu Konzerten, etc. Ich war immer stets wie ich eben so bin - wie 13! Albern, offen, quirlig, lebenslustig. und siehe da, in meiner Kollegin schien dies auch zu stecken obwohl sie doch so griesgrämig schien zu anfang. Sie sage, sie lässt solche Seiten nur bei ihren Freundinnen raus aber nie bei der Arbeit. Sie fing dann mit mir an, das doch auch bei der Arbeit rauszulassen und wir wuchsen zusammen, machten oft Jobs zusammen bei denen ich aber etwas über ihr stand, weil ich Festangestellte war und sie noch in der Lehre. Auch war nicht nur ich sondern auch einige meiner Chefs der Meinung dass ich meinen Job auch besser mache, was für mich auch nicht verwunderlich war denn ich habe in einer großen Firma gelernt und eine super Ausbildung genossen, beim "Kunden". Viele Seminare und Erfahrung zahlten sich da auch aus.
So, wir fingen also an uns als "Freunde" zu bezeichnen, wenn man es ehrlich nimmt war ich eigentlich diejenige die das so betitelte. Ihre oftmals "depressiven" Momente oder Phasen haben mich daran auch nicht zweifeln lassen, da ich ja Menschen verstehen möchte und Kommunikation auch begrüße. Es kam mal vor, meist Montags, dass sie zur Arbeit kam und niemandem hallo sagte und wenn man sie ansprach fand sie alles *******. Wenn man Freitag noch mit ihr über eine Serie sprach und sie feuer und Flamme war, fand sie diese Serie am Montag total ******* und sagte sie guckt das nie wieder, nur um nach 3 Tagen wieder Feuer und Flamme zu sein. Also sehr stark launisch. Ich muss zugeben, je enger wir dann wurden umso mehr habe ich diese Launen auf mich bezogen, weil ich dachte ich hätte etwas falsches gesagt, getan oder gemacht. Weil ich mir auch über ihre vielen negativen Gedanken bewusst war die sie sich gerne mal macht und keinem etwas davon erzählt den ees betrifft. und Weil es nicht nur Montagmorgen-Muffeligkeit war sondern auch mal 3, 4 Tage lang ging und man sich gar nicht traute, zu fragen was zum Mittag geht, etc. ich dachte dann immer: so das wars, sie ist jetzt so für immer.
Da ich aber inzwischen ja auch einige andere Dinge von ihr wusste (z.b. unglücklich mit ihrem Freund war sie, früher stark Außenseiter in der Schule, Flucht nach vorn verhalten, Russland-Deutsche (Flüchtling), oft gehänselt worden, und evtl. schlimmeres, Phasen der Magersucht, etc.) haben mich diese Spannungen zwischen uns nie an einer Freundschaft zweifeln lassen. Nur dieses "Abschottungs"-Verhalten hat leider auf MEINE Verlassensangst eingezahlt und mich natürlich nervös gemacht. Ich habe für Ihren Geschmack wohl zu oft gefragt was los ist, dann wurde sie immer extra böse weil ihr bewusst wurde, dass sie keinen ruhigen moment hat sondern sich rechtfertigen muss. das hat mich dann wiederum traurig gemacht weil sie ja dann doch sauer auf mich war, meinen verdacht also bestätigt sah. in diesem kreislauf haben wir uns dann ab und an mal befunden aber uns immer wieder zusammengerauft. diese phasen hatte sie manchal einfach so, manchmal aber auch wenn ich urlaub bekommen habe und sie nicht. wenn ich dann vermitteln wollte, wie wir das regeln, also kompromisse, wurde sie nochmal extra böse und meinte ich soll doch bitte jetzt meine klappe halten und gefälligst meinen urlaub nehmen. keine lust auf diplomatie und kompromisse, sie fand sich damit ab die leidtragende zu sein aus evtl. gewohnheit?
ich denke sie fühlte sich bei der arbeit vernachlässigt, so war dies doch das hauptgesprächsthema wenn wir was privat unternommen haben. lästereien über kollegen die arbeit hin und her schieben und gemein sind (was ich verstehen konnte), oder über die chefs die unaufmerksam sind oder zu hohe ansprüche an überstunden und wochenendarbeit stellen (wovon ich auch betroffen war) aber dennoch ist mein motto eher: love it, change it or leave it. jammerei kann ich nicht ertragen leider! und so habe ich dann immer in einem netten ton ihr konstruktive vorschläge gemacht was sie jetzt ändern kann damit sie erfolgreicher wird und fortschritte macht, tipps ihr gegeben die auch ich beherzige, usw. und ich habe einmal nachdem wir mit 4 kollegen wegwaren und NUR über die arbeit sprachem, zu ihr im vertrauen gesagt, dass mich das annervt immer nur über die arbeit zu reden und sich so reinzusteigern/sich anstecken zu lassen in mieser laune. weil nicht alles so ******* ist wie man es sich geredet hat und vieles auch positiv war und ist - nur das nie gesehen wurde, weil ich es eben auch anders kenne durch meine arbeitserfahrung. wer schlechtes sucht wird es finden! hier kam wieder mal ihre depressive art zum vorschein.
naja -- das war aber alles für mich nie ein problem da wir offenbar komplett unterschiedlicher naturells angehörten. ich eher positiv optimistisch konstruktiv und aktiv und sie eher passiv meidend pessimistisch...paranoid...depri. trotzdem habe ich sie geliebt und es war oft sehr sehr witzig mit ihr und sie ist auch sehr intelligent und unsere gespräche gingen auch tief oft. auch wenn ich bei ihr eine verminderte aufmerksamkeit feststellte, sie hörte mir oft auch gar nicht zu oder dachte sich ihren teil dazu und verdrehte tatsachen.
soweit so gut - es wurde schwieriger als sie sich vom job her mir annäherte weil sie kein lehrling mehr war und wir einen job zusammen bekamen auf dem wir gleichwertige positionen hatten aber abwechselnd beauftragt wurden. immer wenn ich eine gehaltserhöhung bekam, habe ich ihr das gesagt und mit ihr gefeiert und sie hat sich gefreut. es war ja auch normal dass ich da schon weiter fortgeschritten war, da länger festangestellte, und ich habe ihr auch tipps gegebn zur gehaltsverhandlung, sie ist aber nie selber gegangen. sie bekam dann irgendwann nach einer langen phase der überstunden von selber eine, und wurde damit auf mein gehaltsniveau hochgezogen, ein riesen sprung im grunde! und das auch noch von alleine. ich gebe zu als sie mir das rzählte war ich erstmal etwas geschockt weil ich ja immer fragen musste und meine erste mikro-expression im gesicht waren 5 sekunden überraschung und schock, aber dann habe ich mich für sie sehr gefreut! weil ja auch ein gemeinsamer urlaub dann eher möglich war usw.
aber am nächsten tag spürte ich wieder mal die kalte schuler, auf die ich mir nichts einbildete, weil ich dachte: typische depri phase halt. dann kam aber ein weiterer kollege mit dem sie ein freundschaftliches verhältnis hat, zu mir und sagte: sieh mal zu dass ihr euch wieder versteht!!
und ich so: HÄÄ? sie hatte wohl bei ihm etwas abgelästert.
und dann habe ich per mail nachgefragt wasn bitte los ist. dann ließ sie so die ein oder andere bombe platzen, denn offenbar machte die gute sich viele gedanken über mich, die für mich eindeutig in eine paranoide richtung gehen. sie meinte mein gesichtsausdruck wäre echt nicht nett gewesen und sie zweifelt jetzt stark an einer freundschaft, denn wenn es hart auf hart käme wäre ich doch nur eine konkurrentin die sie ausstechen will, etc.
dann betonte sie noch dass ich bei den chefs einen falschen ton anschlagen würde (zu optimistisch oder fordernd oder schleimig, gierig) und somit alle jobs mir auf den tisch manövrieren würde, dieser meinung war dann auch der ander kollege. die haben mich also als gierige karrierebitch dargestellt (wie ich finde) was mich erstmal zur selbstreflektion gebracht hat....dabei ist es mir viel wichtiger gut mit kollegen auszukommen als irgendeine agenda im job, die ich nichtmal habe. aber ich sage auch was ich will und was ich nich will, picke mir aber auch nicht nur die rosinen raus. naja. in diesem punkt unterscheiden wir uns eben weil sie eher die person ist die passiv-aggressiv reagiert und damit offenbar doch sogar eine gehaltserhöhung bekommt (natürlich macht sie ihren job auch gut und zuverlässig und schnell!). deshalb hat sie das ja auch verdient keine frage.
jedenfalls war mir das schleierhaft wieso sie so trüb/lästernd reagierte obwohl sie derzeit 80% der begehrten jobs auf dem tisch hatte und ich ne phase mit 20% hatte, also ich eigentlich die hätte sein sollen die betrübt ist. aber den tipp den ich ihr vor einem jahr schon gab, den wende ich eben auch auf mich an "es ist immer mal so mal so und kein zustand bleibt wie er ist", d.h. auch wenn ich benachteiligt scheine wird sich das wieder wenden. ich versuchte also zu schauen was sie so tiefgründig erzürnt hatte, ob an den 20% die bei mir liefen vielleicht etwas war, das sie haben wollte, denn in einem gespräch mit dem chef hat er mir diese 20% aus mitleid auf den tisch gepackt weil ichsonst nur routine jobs gehabt hätte.


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