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Thema: Vor allem Angst und dann diese Wut

  1. #1
    Neuling Avatar von Laranda
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    Standard Vor allem Angst und dann diese Wut

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich hatte schon immer einen Hang zu Depris und gerate auch leicht in Rage, aber seit meiner Schwangerschaft ist es immer schlimmer geworden.

    Meinen Mann habe ich erst mit 33 kennen gelernt. Geheiratet haben wir schon ein Jahr später im August. Da lebten wir auch schon acht Monate zusammen und ich war in der achten Woche schwanger. Bis dahin war alles toll und gut. Dann begannen die Ängste. Angst um das Baby in mir und dann um meine Zukunft überhaupt. Mein Mann ist selbstständig und das das nicht leicht ist heutzutage weiß jeder. Nach einer langen Geburt (18 Std) kam unser Sohn letztendlich per Kaiserschnitt, aber gesund und munter zur Welt. Ich konnte nicht stillen, und lag nach einer Woche wieder im OP, da sich die Wunde entzündet hatte und ich zwei Kinderfaustgroß Abzesse in der Bauchdecke hatte. Nach zwei Wochen konnte ich mit unserem Knirps dann endlich wieder nach Hause.

    Hier hatte ich niemanden. Meine Familie und die meines Mannes waren einfach zu weit weg. Wegen Beruf hatten wir auch keine Zeit gehabt mal ein paar Leute kennen zu lernen. Die Wohnung hatten wir genommen, weil wir sehen wollten wie gut wir zusammenpassen und weil wir eben keinen Bock auf eine Wochenendbeziehung hatten. Nun war ich hier allein, denn mein Mann musste arbeiten. Die Wunde musste ausgranulieren und ich musste zum Tamponage-Wechsel jeden Tag zum Krankenhaus. Das Baby immer im Schlepp. Der Knirps war schon bei der Geburt fast neun Pfund schwer.

    Naja, auch das war irgendwann überstanden. Dann hatte unser Kleiner Drei-Monats-Koliken und ich konnte irgendwann nicht mehr. Sobald ich irgendwie rauskonnte fing ich wieder an zu rauchen. Ich hatte fast zwei Jahre keine Zigarette angefasst. Ich brauchte ein Ventil, oder das Gefühl machen zu können was ich wollte. ICH WEIß ES NICHT.

    Dann sind wir ganz in die Stadt gezogen aus der mein Mann stammt und wo er die Firma hat. Hier musste ich also ganz von vorn anfangen. Freunde habe ich bisher noch nicht gefunden. Mein Mann ist auch nicht sehr gesellig und alleine ??? Ich habe hier zum Glück ein Mütterzentrum gefunden und unternehme mit meinem Sohn sehr viel, aber das ist es einfach nicht.

    Ich habe immer wieder Angst. Angst um mein Kind. Darum das ich es verlieren könnte. Ich versuche ihm viel Freiheit zu lassen, aber in meinem Bauch rumort es. Ich fühle mich eingesperrt. Mein Mann arbeitet viel und ich bin auch viel unterwegs, aber ich bin körperlich und geistig nicht ausgelastet. Früher habe ich machmal zwei Jobs gehabt. Ich bin Informatikkauffrau und habe früher viel in der Gastronomie gearbeitet. Ich war immer unter Leuten und froh, wenn ich mal einen Tag mit meinen Katzen zu Hause vor dem TV verbringen konnte.

    Jetzt bin ich übergewichtig, weil ich hier einfach keinen vernüntigen Spotverein finde und zu gerne, manchmal auch aus Frust esse. Ich habe arge Rückenprobleme die einfach nicht heilen wollen. Kann nicht richtig stehen und sitzen. Daraus resultieren meine nächsten Ängste. Angst das ich mit meinem Sohn mal nicht mithalten kann. Das ich ihm nicht helfen kann oder das ich ihn nicht beschützen kann, weil ich mich nicht bewegen kann.

    Dann, wenn all diese Ängste zusammen kommen und ich unter Stress stehe, dann entläd sich das in einem Wutanfall bei dem immer was zu Bruch geht. Bisher hat mein Sohn so einen Anfall nicht mitbekommen und ich habe Angst, dass ich mich irgendwann in seiner Gegenwart vergessen.

    So, jetzt mach ich erstmal eine Pause.

    Bis denn und danke fürs Lesen.

  2. #2
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    Hallo Laranda!

    Die Situation im Moment hört sich wirklich nicht gerade gut an. Ein Umzug und Komplikationen während bzw. nach der Schwangerschaft sind schwierige Probleme, und besonders durch eine Schwangerschaft und die hormonellen Umstellungen kann es zu Depressionen u. ä. kommen.

    Aber wie lange wohnst du nun schon in der Stadt? Und wie lange arbeitet dein Mann durchschnittlich? Wie weit bist du von alten Freunden durch den Umzug entfernt? Hast du mit deinem Mann darüber gesprochen?

    Ich denke, das sollte der erste Weg sein. Gemeinsam seid ihr umgezogen, gemeinsam habt ihr ein Kind, warum solltet ihr das nicht gemeinsam durchstehen?

    Ansonsten kannst du nur weiter versuchen, Kontakte zu knüpfen. Vielleicht mit einer anderen jungen Mutter?! Was ist mit Arbeit? Bist du im Moment arbeitssuchend oder noch im Mutterschaftsurlaub? Hast du sonst Aufgaben, die dich auslasten könnten? Ehrenamtliche Tätigkeiten oder etwas in die Richtung?

    Das sind aber alles nur Denkanstöße, weil ich nicht genau weiß, wie lange ihr schon in der Stadt wohnt etc. Vielleicht dauert es halt alles noch ein Bisschen. Sollte es aber schon lange andauern und solltest du keinen anderen Ausweg sehen, scheue dich nicht, mit einem Arzt darüber zu sprechen. Im Vordergrund sollte dann stehen, dass du dich besser fühlst, also die Ängste und Depressionen abbaust. Ich denke, dann bist du auch wieder motivierter, neues anzufangen!

    Grüße
    Hellie

  3. #3
    Neuling Avatar von Laranda
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    Hallo Hellie,

    ich wohne jetzt schon 15 Monate in dieser Stadt. Außer zu den Frauen im Mütterzentrum habe ich keine anderen Kontakte. Die Frauen dort sind aber schon lange in dieser Stadt und habe Freunde und Bekannte. Da kommt man einfach nicht mehr rein. Damit ich was um die Ohren habe erstelle ich für das Mütterzentrum gerade eine Website. Mein Mann arbeitet übrigens bis zu 13 Stunden am Tag. Selbstständig eben, aber das war mir von anfang an klar.

    Von meiner Familie und meinen "Freunden" bin ich gut zwei Autostunden entfernt. Bis auf eine alte Freundin die selbst jede Menge um die Ohren hat (Referendariat) hat mich hier noch keiner besucht. Ich hatte auch nur wenige Bekannte. Ich war halt immer am Arbeiten und so. Meine Familie lässt sich auch nicht blicken, es sei denn wir laden explizit ein. Zum Beispiel zum Geburtstag oder so. Ich habe meine Mutter mehrmals eingeladen. Wir haben hier ein kleines Gästehaus mit Bad und so, aber sie hatte immer irgendwelchen Ausreden. Irgendwann hatte sie dann einen Unfall und von dem erholt sie sich nur schwer, weil sie Osteoporose hat. Da brauche ich auf einen Besuch nicht zu hoffen.

    Ich möchte für mein Leben gerne wieder einen Hund. Ich bin mit Hunden groß geworden und hatte auch Pflegehunden, als ich aus verschiedenen Gründen (zu kleine Wohnung, wenige Geld etc.) keinen eigenen halten konnte. Leider findet meine Mann immer einen Grund warum wir keinen haben können und solange er nicht einwilligt hat es keinen Zweck. Aber ein Hund würde mir vieles erleichtern. Ich hätte wieder ein richtiges Hobby, da ein Hund beschäftigt werden muss und ich würde viel mehr rausgehen. Mit einem Hund trifft man Gleichgesinnte. Selbst unserem Sohn würde das guttun. Aber mein Mann hat als Kind schlechte Erfahrungen gemacht und hat Angst. Er gibt es nicht zu, aber nach seinen Erzählungen schließe ich darauf. Sein Vater hatte zwei Rottis zur Bewachung der Firma. Die Tiere lebten im Zwinger, waren nicht erzogen, geschweige denn ausgelasstet und somit agressiv.

    Ich habe eigentlich nur das Internet um Leute zu finden die auf meiner Welle liegen. Aber aufgeben tue ich nicht.

  4. #4
    Neuling Avatar von Laranda
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    Standard Wieder so ein fieser Traum

    Hallo!

    In der letzten Nacht hatte ich wieder so einen fiesen Traum. Früher haben mich Gefahren, bwz. eine mögliche Gefahr nicht großartig tangiert, aber heute habe ich immer sofort Angst und male mir aus, was alles passieren kann.

    Damals, als ich noch keine Angst hatte war ich allein. Keine oder nur eine lockere Beziehung. Eigene Wohnung und nur meine Stubentiger. Ich war immer allein unterwegs. Früher habe ich auch Kampfsport gemacht und war fit. Jetzt bin ich übergewichtig und habe starke Rückenprobleme. Eigentlich komme ich keinen Tag ohne Schmerzmittel aus.

    Naja, zu meinem Traum. Ich stieg mit meinem Sohn an unserer Bushaltestelle aus. Ich ging zuerst raus und schaut nach links und rechts, wegen Radfahrer. Keiner zu sehen. Also ziehe ich den Kinderwagen aus dem Bus. Zwei Räder des Wagens stehen quasi noch im Bus als ein Radfahrer mit irrer Geschwindigkeit ankommt und mich rammt. Der Kinderwagen wird zur Seite geschleudert. Was mein Sohn gemacht hat weiß ich nicht. Aber der Radfahrer kommt zurück. Er schnauzt mich an, ob ich nicht aufpassen könnte. Ich motze natürlich zurück, beschimpfe ihn auch ziemlich. Da zückt er Typ ein Messer und bedroht mich. "Ihr ******deutschen habt hier sowieso bald nichts mehr zu melden!" Dann zeigt er mit dem Messer auf Nicki und meint noch "mit dem Balg fang ich an!" Das nächste Bild was ich sehe ist, dass er am Boden liegt und sein Messer in seínem Körper steckt. War ich das?

    Habe vor vielen Jahren mal mit verschiedenen Waffen zu kämpfen gelernt. Aber das könnte ich heute nicht mehr.

    An diesem Traum macht mir am meisten Angst, dass so was wirklich passieren könnte. Natürlich nicht genau diese Szene, aber eben ähnliches. Unsere Stadt ist zwar nicht groß, aber die Kriminalitätsrate ist recht hoch.

    Ich habe öfter solche Träume und sie machen mich kaputt. Ich habe Angst, dass ich meinen Sohn dadurch einenge.

  5. #5
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    Hallo Laranda!

    Ich finde, du solltest zuerst mit deinem Mann reden. Was sagt er dazu?
    Ansonsten hilft vielleicht auch, hier darüber zu reden, manchmal muss man halt einfach ein Bisschen was loswerden...

    Und wie wäre es mit einem anderen Haustier? Eine Katze? Oder mit Hunden im Tierheim, mit denen du Gassi gehen kannst?
    Wie wäre es, wenn du aktiv eine Sportgruppe gründest? Oder eine andere Mutter fragst ob sie nicht Lust hat, mit dir Kurse im Fitness-Center zu besuchen?

    Was die Träume angeht, so muss ich dir leider sagen, dass die wahrscheinlich nicht von heute auf morgen weggehen. Träume gelten immer als Spiegel des Unbewussten, verdrängte Dinge werden verarbeitet. Das hat wohl auch viel mit deiner generalisierten Angststörung (Achtung, die Aussage hat keinen Diagnosecharakter!) zu tun.

    Wenn du die wirklichen Probleme beseitigen willst, solltest du versuchen, dich in deinem Leben zu arrangieren. Aber so wie es aussieht, ist es ein Teufelskreis. Unglück führt zu Unzufriedenheit und das wiederum zu Unglück. Manchmal gerät man in solch einen Teufelskreis.
    Letztendlich denke ich aber, dass Hilfe nötig ist (genau das macht eine psychische Störung aus, man kann sie nicht allein lösen!) und das notfalls auch durch einen Arzt. Ob der Schritt notwendig ist oder ob du es mit deinem Mann allein versuchst, richtet sich nach deinem Leidensdruck.

    Ich wünsche dir viel Erfolg
    Hellie

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