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Thema: vorgeben jemand zu sein, der man nicht ist

  1. #1
    Neuling
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    Frage vorgeben jemand zu sein, der man nicht ist

    hallo leute,

    ich habe mich hier angemeldet, weil ich mich manchmal selbst nicht wiedererkenne. ich brauche dringend rat. warum mach ich sowas?

    kurz zu mir.
    mein ganzes leben schon, versuch ich jemand zu sein, der ich nicht bin. ich versuche unantastbar zu wirken. versuche es so hinzudrehen, dass es mir immer schlechter geht als anderen.

    passiert halt. manche menschen sind so und manche sind so.

    das eigentliche problem sieht wie folgt aus.
    damals schon mit 14 habe ich mir im internet andere identitäten einfallen lassen. diesen identitäten ist dann auch recht häufig schlimmes wiederfahren. in der regel gab es einen todesfall nach dem anderen. und es hat mir spaß gemacht, "neues leben zu erschaffen". mir sachen auszudenken. das mitleid der anderen zu genießen.

    dann wurde ich älter, war viel unterwegs mit freunden. hab meinen ersten freund kennengelernt. und so weiter und so fort.

    ich bin jetzt seit vier jahren in einer mehr oder weniger (un)glücklichen beziehung. ich hätte schon längst den schlussstrich gezogen, würde er nicht jedes mal in tränen ausbrechen.

    ich habe im chat jemanden kennengelernt. habe nicht vor, mich mit ihm zu treffen oder sonstiges. zu mal ich jemand bin, der ich nicht bin. meine mutter is wohl an einem autounfall verstorben. da war ich angeblich 12 jahre alt. mein vater ist ein franzose zu ihm habe ich keinen kontakt. meine familie hasst mich und so kam ich ins heim. wie sollte es anders kommen, verstarb auch mein vater vor einigen wochen. jetzt bin ich allein. habe eine lange drogenvergangenheit hinter mir. war noch nie verliebt und will es auch nie sein. wie auch immer.

    das bin nicht ich. keines der details trifft auf mein wahres ich zu. aber ich genieße, wie er jede information verschlingt.

    mittlerweile macht mich das so kirre, dass ich mich im wahren leben dort wiederfinde. ich blase trübsal, obwohl niemand verstorben ist. obwohl ich nicht alleine bin. ich verzweifle, weil ich nicht weiter weiß. doch eigentlich ist doch gar nichts passiert. ich habe das gefühl mich selbst verletzen zu müssen.

    ich weiß einfach nicht, wer ich wirklich bin.

  2. #2
    Schreiberling
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    hallo werbinich,

    du erfindest gern identitäten und lässt ihnen dinge zustossen. warum kanalisierst du das nicht und schreibst geschichten? da kannst du mit ihnen alle möglichen abenteuer erleben, ohne dass du deine eigene person in frage stellen musst. vielleicht lernst du mit ihnen überhaupt erst mal kennen, wer du selbst bist. schreiben ist oft ein prozess, in dem man eigene erfahrungen verarbeitet. ich mache das schon seit einer ganzen weile nur für mich und schon das schreiben an sich macht mir viel spass. dort kann ich mein leben einfliessen lassen und meine erfahrungen hineinlegen und sehr viel draus lernen. vielleicht sind deine geschichten ja dann richtig gut und du kannst sie ins internet stellen, damit andere sie lesen können.

    lg

  3. #3
    Gast784
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    Naja, Chrissi, gut und recht, aber dann weiss sie trotzdem noch nicht, wer sie ist

    Werbinich, mir kommts vor, als würde Dich Dein Leben so sehr anöden oder langweilen, dass Du deshalb in diese Scheinwelt entfliehst und Dir Dramen virtuell erschaffst. Dass Du es immer so erscheinen lässt, als würde es Dir schlechter gehen, als anderen, bringt mich auf den Gedanken, dass Du mehr Aufmerksamkeit haben möchtest, dass man sich um Dich kümmert. Sagt Dir das was?

    Kannst Du mal ganz nüchtern Dich und Dein Leben beschreiben, so als Momentaufnahme?

    Und dann in Folge, wie Du gern wärst, wovon Du träumst, etc.

    Vll kommen wir Deiner Identität, oder dem, was Dich daran hindert, sie zu entdecken und anzunehmen, eher auf die Spur

    Dass Du in dieser Beziehung nur verharrst, weil er sonst in Tränen ausbricht, kann ich, ehrlich gesagt, nicht wirklich glauben. Irgend einen "Nutzen" wirst Du davon schon haben, sonst wärst Du konsequenter. Ich vermute mal, Angst vorm alleinsein? Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach?
    Geändert von Gast784 (28.11.2010 um 15:49 Uhr)

  4. #4
    Schreiberling
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    ich habe durch mein schreiben mehr kapiert als durch meine aufarbeitung. beim schreiben gibt es eine menge aha-effekte, schliesslich schreibt man ja nur aus seiner eigenen erfahrung heraus. ausserdem fällt es leichter, sich den dingen zu stellen, wenn man sie jemand erleben lässt, der man nicht selbst ist. trotzdem integriert man diese erkenntnisse in sein eigenes leben, es bringt einen weiter. das schreiben hat mir selbst in traurigsten depressivsten ausgebranntesten zeiten geholfen, zumindest ein stück weit ich selbst zu sein und mich nicht ganz aufzugeben und man erkennt sich stück für stück selbst.

    vielleicht wäre es ein weg für werbinich, über ihre drogenzeit schreiben zu können. indem sie es jemand anders erleben lässt und sich ganz langsam in sich selbst hineinfühlen zu können, ohne druck und frustration. schon das formulieren lässt einen dinge erkennen, die man vorher nicht begriffen hat.
    Geändert von chrissi21366 (28.11.2010 um 16:00 Uhr)

  5. #5
    Gast784
    Gast

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    ich hab das jetzt so gelesen, dass die Drogenvergangenheit auch zu den erfundenen Geschichten gehört

    Nun, es ist schon was dran, Chrissi. Ich kene das von der Theaterarbeit. Ist auch eine interessante Form der Selbsterfahrung.

  6. #6
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    puh, ich habs so gelesen, als ob es ihr wirklich passiert ist, aber ich kann mich da auch irren. wie auch immer, es wird gründe haben, dass sie das als thema genommen hat. vielleicht ist ihr leben ja wirklich so ereignislos, dass sie sich dinge ausdenken muss, um sie stellvertretend zu erleben.

    meine geschichte spielt sich auch in bereichen ab, die meinem täglichen leben in keinster weise entspricht, aber sie gibt mir die gelegenheit, in einem tollen ambiente probleme zu klären, an die ich mich in wirklichkeit nicht heranwagen würde. vor allem lässt sie mir die zeit, die ich brauche, um die kraft zu kriegen, mich dem zu stellen. es passiert durchaus, dass ich, wenn ich an schwierige stellen komme, manchmal tage bis wochen lang kaum was schreibe, um dann einen regelrechten schreibrausch zu kriegen. das schöne daran ist, dass ich es so steuern kann, wie ich es brauche.

    auf diese weise könnte werbinich ja ihr schreiben dieses mal zu ihrem wohl nutzen und statt sich selbst als identität zu verkaufen, durch ihre figuren in ihren geschichten zu sich selbst finden. mir macht das einen tierischen spass und in den letzten zwei jahren war es das einzige, was ich wirklich ziemlich regelmässig durchgezogen habe und das mir kraft gegeben hat.

  7. #7
    Gast784
    Gast

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    auf diese weise könnte werbinich ja ihr schreiben dieses mal zu ihrem wohl nutzen und statt sich selbst als identität zu verkaufen, durch ihre figuren in ihren geschichten zu sich selbst finden
    ja, und selbst wenn Du, werbinich, nicht dadurch zu Dir selber findest: es macht sich allemal besser zu sagen, ich schreibe Kurzgeschichten u.ä., als wenn man dann irgendwann vor jemanden, an dem einem was liegt, die eigene erfundene Identität aufdecken muss. Da hatten wir hier schon Dramen zu lesen gekriegt, die willst Du nicht wirklich haben...

  8. #8
    Neuling
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    ich hab dir ne pm geschrieben.

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