Hallo
Ich habe seit Jahren ein großes Problem, ich leider unter Panikattacken und der Angst vor Ärzten.
Es fing bei mir schon sehr früh an, wegen meinem Asthma war ich die ersten Paar Lebensjahre eigentlich "Stammgast" im Krankenhaus. Mit etwa 5 Jahren hat es angefangen sich zu bessern. Bis dahin war alles noch in Ordnung.
Der Auslöser für meine Angst und die Panikattacken liegt weit zurück. Mit etwa 13 Jahren hatte ich mir beim Baden an einem Fluss im Herbst eine Grippe zugezogen, meine Eltern taten es als leichte Erkältung ab und ich bin am nächsten Tag vom Weg zur Schule nach Hause kollabiert und musste ins Krankenhaus. Der Horror ist für mich nicht der Krankenhausaufenthalt selbst, es ist der Venenkatheter bzw. der Moment in dem man mir diesen einsticht. Sobald ich nur sehe wie ein Arzt mit dem "Teller" auf dem das Spritzenbesteck liegt zukommt wird mir schlecht,schwindelig und ich bekomme einen schwarzen Schleier vor den Augen, obwohl ich ganz genau weiß dass es nur ein sehr kleiner Moment und ein sehr sehr kleiner Schmerz beim Einstechen ist.
Nach etlichen Checks durfte ich nach 5 Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. Da ich noch leichtes Fieber hatte schrieb mich der behandelnde Arzt noch 1 Woche krank, und genau seit dieser Woche leide ich unter den Panikattacken, ich bilde mir Schmerzen im Leistenbereich ein (Blinddarmentzündung), da eine solche Entzündung eine Operation nach sich zieht muss ich zwingend ins Krankenhaus was eigentlich nicht so schlimm ist, das schlimmste ist dass ich mir einen Venenkatheter legen lassen muss. Ich kann in solchen Momenten an nichts anderes mehr denken und muss raus aus der Wohnung und lange spazieren gehen. Solange ich in Bewegung bin ist alles in Ordnung. Komme ich aber nach Hause und setze mich hin fängt der Terror im gleichen Moment wieder an. Solange bis ich einfach nur müde bin und einschlafe.
Ich bin mittlerweile 21 Jahre alt und hab mich noch nie getraut mit jemandem darüber zu sprechen (außer meinen Eltern), und mit jedem weiteren Lebensjahr wird die Angst mit jemandem darüber zu reden größer, ich fürchte einfach mich lächerlich zu machen. Welcher eigentlich erwachsene Mann hat Angst vor einem kleinen Pieks?
Die letzte Blutentnahme ist mittlerweile 3 Jahre her und war beim Bundesheer, auch dort mussten mich 3 Leute beruhigen bis der Arzt mir Blut entnehmen konnte da meine Venen "verschwunden" waren. Sobald die Nadel draußen war und ich den Tupfer drauf hatte, waren Schwindel,Übelkeit und der Schleier vor den Augen weg und ich hatte bis auf ein sehr schwaches brennen (wahrscheinlich vom Desinfektionsmittel) überhaupt nichts gespürt.
Seit über 8 Jahren schleppe ich diese Angst und Panikattacken nun mit mir rum, in einem Monat ist es wieder soweit, die Zeckenschutzimpfung steht wieder an. Ich weiß dass ich diese Impfung über mich ergehen lassen muss und ich will es auch. Die Angst in meinem Unterbewusstsein lässt mich aber jedesmal fast umkippen wenn ich nur daran denke. Wobei Impfungen (also ein Einstich in die Schulter) weit nicht so schlimm sind wie das Legen eines Zugangs oder der Blutentnahme am Ellbogen. Ich trau mich einfach nicht mit jemandem darüber zu reden oder gar zu einem Psychologen zu gehen, da ich es selbst einfach nur lächerlich finde als Erwachsener vor sowas Angst zu haben.
Vielleicht hat ja jemand das selbe bzw. ein ähnliches Problem wie ich und weiß einige wertvolle Tipps.
Mfg,
Marcel


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