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Thema: Wahnsinnige Probleme mit mir und meiner Mutter nach schrecklichem Tod des Vaters

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wahnsinnige Probleme mit mir und meiner Mutter nach schrecklichem Tod des Vaters

    Hallo zusammen,

    dies ist mein erster aktiver Beitrag hier, bislang war ich lediglich stiller Mitleser. Ich hoffe auf Eure Unterstützung.
    Zu meiner Person: ich bin 27J und habe vor 8Monaten meinen Vater bei einem schrecklichen Unfall verloren. Er ist nach einer Autopanne auf die Autobahn bzw. Fahrbahn gekommen und wurde dann von einem Lastwagen und mehreren PKW überrollt.
    Das war ein Riesenschock und manchmal erwische ich mich immernoch in der Vorstellung das alles sei nicht passiert.

    Ich bin Einzelkind und wohne ca 60km weit weg von meiner Mutter, die nun allein lebt. Ich versuche wirklich ihr beizustehen so gut ich kann, bin einmal die Woche da, rufe täglich an, manchmal mehrfach. Dennoch ist unser Verhältnis unheimlich angespannt. Oft ist meine Mutter genervt ubd sauer wenn ich nur kurz angebunden bin und ich habe grundsätzlich den Eindruck, dass sie von mir erwartet länger bei ihr zu sein, als ich es an dem einen Wochentag tue.
    Es klingt vielleicht grausam, aber mich belastet diese Situation so sehr, dass ich nur noch weinen könnte und nicht mehr weiter weiß. Ich habe einen recht anspruchsvollen Job, der i.d.R. mehr Zeit in Anspruch nimmt als 40h, wohne mit meinem Freund zusammen, der sich auch zum Teil beschwert wir unternehmen zu wenig miteinander. Insgesamt wächst mir das alles über den Kopf. Insbesondere aber das Gefühl, dass ich mich um meine Mutter kümmern MUSS, da sie sonst niemanden hat. Das ist keine Übertreibung, meine Mutter pflegt keine Freundschaften, hat keine Familie in Deutschland, keine wirklichen Hobbies. Einige Vorschläge von mir zum Kontaktaufnehmen mit alten Bekannten lehnt sie ab.
    Gestern bzw. Vorgestern haben wir nur kurz telefoniert, weil es mir nicht so gut ging (war ca. 12h arbeiten und einfach platt). Meine Mutter war daraufhin total genervt, hat mir vorgeworfen ich hätte keine Lust zu telefonieren und war danach einfach nur gemein. Sie hat das Gespräch total abgewürgt und am nächsten Tag immer noch schnippisch mit mir gesprochen. Ich habe ungefähr 10 mal gefragt was los sei und dass sie doch bitte mit mir sprechen müsste, dann könnte ich mich erklären bzw. entschuldigen. Stattdessen schaltet sie auf stur, sagt die ganze Zeit es wäre alles in Ordnung. Dabei kenne ich sie zu gut und höre auch an der Stimme, dass irgendwas los ist.
    Ich habe mich gestern so elendig gefühlt, dass ich kurz davor war mich abends ins Auto zu setzen und zu ihr zu fahren. Seit dem habe ich richtig Bauchweh und Angst vor dem nächsten Gespräch.

    Vielleicht kann jemand einen guten Tip geben wie ich aus der Zwickmühle herauskomme. Ein offenes Gespräch mit meiner Mutter endet meist in einem Riesenkrach, ich weine, sie weint, am Ende muss ich ihr wieder hinterhertelefonieren..
    Mich belastet es so sehr, dass wir kein liebevolles Verhältnis haben und uns nicht gegenseitig stützen. Vielmehr habe ich den Eindruck ich gehe 80% des Weges und meine Mutter 20% (wenn überhaupt).

    Danke fürs Lesen, lieben Gruß.

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hallo Lydia,

    An erster Stelle mein aufrichtiges Beileid für deinen Verlust und das damit verbundene Trauma.
    Entschuldige meine direktive Schreibweise im Folgenden. Ob du einen der Ratschläge umsetzt, bleibt Dir überlassen....
    Ich würde dir raten, dich psychologisch unterstützen zu lassen, wenn es dir nicht gelingt Verantwortungs- und Schuldgefühle deiner Mutter gegenüber abzulegen.
    Deine Mutter ist erwachsen und selbst dafür verantwortlich, wie sie ihr Leben gestaltet (hat), ob sie unter Menschen geht oder nicht. Sie wird ihren Trauerprozess auch ohne deine Aufopferung bewältigen und darf ihr Schicksal nicht dir Zulasten werden lassen. Sicher warst Du in den letzten Monaten so viel wie du konntest für Sie da und bist vielleicht selbst zu kurz gekommen. Du bist nicht verantwortlich für ihr Lebensglück und tust ihr auch keinen Gefallen, wenn Du dir diesen Schuh von ihr anziehen lässt- sie muss sich selbst Stück für Stück die Möglichkeit ein gutes Leben im Witwenstand zu haben, erarbeiten. Du musst dafür nicht über deine Grenzen gehen. Es ist klar, dass es ihr schlecht geht, aber dir geht es auch nicht gut und du bist nicht für ihre Sozialisation zuständig.Lass dir keine Schuldgefühle einreden. Schlag ihr weiter vor, sich auch für Aussenstehende zu öffnen.
    Dein Verlust ist ebenso tragisch wie ihrer und das muss Sie berücksichtigen. Vor allem kannst Du nur gut für sie sein bzw ihr gutes tun wenn es dir selbst gut geht und daher sollte das dein erstes Anliegen sein. Du solltest ganz klar für mehr Distanz deinerseits einstehen.
    Vielleicht würde es dir helfen den Kontakt auf einmal Wöchentlich telefonieren/Besuch/Treffen zu beschränken, möglicherweise schiebst Du einen erfundenen Grund vor. Schlag ihr ein gemeinsames Ritual vor, auf das ihr euch beide freut..zB essen gehen oder ähnliches.

    Liebe Grüße, sappy

  3. #3
    Nachwuchs Autor
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    Hallo Lydia,

    ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen.
    Hast du denn Lust mit ihr zu telefonieren?

    Wenn du keine hast, darf das doch sein. Da muss deine Mutter keinen Vorwurf draus machen.

    Mein Beileid auch von mir. Der Tod deines Vaters ist wirklich sehr tragisch. Du trauerst doch auch und bist sehr erschüttert und brauchst all deine Kraft Momentan für dich.

    Ich weiß, das Band von Eltern zu den Kindern kann sehr stark sein, im Sinne von den Eltern eingefordert werden. Manche Eltern verstehen gar nicht, dass ihre Kinder nicht ihr Eigentum sind, mit dem sie herumspringen können wie sie wollen- weil Kinder nun mal völlig von ihren Eltern abhängig sind-

    Als Erwachsener verharrt man darauf in der "Kind- Position", bekommt ein ungeheures schlechtes Gewissen, wenn man nicht (mehr) wie die Eltern es möchten " sich benimmt", alles tut, was die Eltern möchten und es nicht richtig schafft ein Erwachsenes Leben zu führen.

    Deshalb kann ein wenig Nachhilfe in Lebensdingen gewiss nicht schaden. Es ist doch eine ungeheure wichtige Sache zu verstehen, in wie fern du von deiner Mutter manipuliert wirst und warum du innerlich ihr "Folge leisten möchtest", dich auch heute noch für sie verantwortlich fühlst.

    Vielleicht kann man auch sagen, eine Parentifizierung hat zwischen euch (durch den Tod deines Vaters) stattgefunden.
    Sie kommt mit dem Tod ihres Mannes nicht zurecht, Trauer ist nicht nur traurig sein, sondern auch Wut, über das Ereignis. Sie vermisst ihren Mann, was man selbstverständlich verstehen kann. -

    Diese Wut lässt sie (nun) an dir aus, in dem du für sie da sein sollst, Wut bekommt, wenn du dir kleinste Freiheiten einräumen möchtest, nicht immer für sie da sein möchtest und kräftemäßig wirklich nicht kannst.

    Sie sieht gar nicht, dass du auch trauerst, auch völlig geschockt und traurig bist und auch deinen Vater vermisst.
    Das ist wirklich ein ganz schlimmes Ereignis und tut mir wirklich sehr leid für euch, für dich, auf so tragische Weise ein Elternteil zu verlieren.

    Du brauchst deine Kraft momentan voll und ganz für dich, um über den schweren Verlust hinweg zu kommen, für deinen Partner und deinen Job.

    Wenn dieser Zwang zwischen euch nicht mehr so stark ist, du nicht mehr das Gefühl bekommst, du müsstest sie unterstützen, kann sich euer Verhältnis zwischen euch sich bestimmt wieder entspannen, so dass du dich in Zukunft wieder freust, Kontakt mit deiner Mutter zu haben.

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