Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 16

Thema: Wahnvorstellung, dass mein toter Hund noch lebt

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    07.06.2016
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard Wahnvorstellung, dass mein toter Hund noch lebt

    Hallo zusammen,

    zuerst einmal: Ich bin eigentlich ein total rationaler Mensch. Aber: Vor genau 1 Woche musste ich mich von meiner alten Hündin verabschieden. Sie war 15 Jahre alt, konnte nicht mehr stehen, hatte chronische Schmerzen und Medikamente haben nicht mehr angeschlagen. Die Tierärztin kam zu mir nach Hause, damit meine Hündin friedlich auf ihrer Decke einschlafen konnte. Und genau so ist es auch gekommen. Die Tierärztin hat unmittelbar, bevor sie gegangen ist, noch einmal das Herz abgehört, nichts war zu hören. Dann lag meine Hündin noch circa 1 Stunde hier bei mir, bevor der Mitarbeiter vom Tierkrematorium gekommen ist und sie abgeholt hat. Ich habe meinen Hund immer wieder gestreichelt, ihr Blick war leer, tot eben. Sie hat sich nach einiger Zeit auch nicht mehr normal angefühlt, die Haut an ihrem Kopf/Maul war fest, nicht mehr so weich, wie ich es kannte. Ich habe sie gemeinsam mit dem Krematoriumsmitarbeiter in die Transportbox gelegt und hab mir dabei immer wieder gesagt: "Zum Glück spürt sie nichts mehr". Dann war sie weg und ich war einige Tage völlig neben der Rolle, bevor ich mich wieder ein wenig gefangen habe.

    Seit gestern habe ich nun alptraumhafte Vorstellungen, dass sie gar nicht tot war, im Krematorium wieder aufgewacht ist, meine Hilfe braucht, einsam und voller Angst nach mir sucht usw. Mein Verstand sagt mir, dass das Blödsinn ist, schließlich habe ich noch eine Stunde neben meinem toten Hund gesessen. Ich werde in den nächsten 2-3 Tagen Bescheid kriegen, dass sie verbrannt wurde (sie sollte mit anderen Haustieren eingeäschert und anschließend am Krematorium - in einer parkähnlichen Anlage - verstreut werden; zurück zur Natur quasi). Ich hoffe, dann kann ich etwas damit abschließen. Aber woher kommen diese Gedanken, von denen ich doch eigentlich weiß, dass sie absolut absurd sind? Liegt es daran, dass ich meine Hündin 15 Jahre fast ständig um mich hatte, wir eine sehr enge Bindung hatten und mein Unterbewusstsein einfach noch nicht verarbeitet hat, dass sie weg ist? Ich möchte, dass dieses quälende Gefühl mich endlich loslässt. Zu allem Überfluss habe ich gestern noch etwas gegoogelt - ich wollte herausfinden, ob es anderen Tierbesitzern auch so geht. Dann bin ich auf einen Artikel gestoßen, wo tatsächlich über so einen Fall berichtet wurde, also über einen Hund, der im Tierkrematorium wieder aufgewacht ist, ins Tierheim gebracht wurde und dort ohne Beisein seiner Besitzerin eingeschläfert wurde. Da wurde mir richtig schlecht. Ich habe mir immer Sorgen um meine Hündin gemacht, und anscheinend kann ich selbst nach ihrem Tod nicht damit aufhören.

    Kennt ihr sowas auch? Wie erklärt ihr euch das? Was ratet ihr mir? Wie soll ich mit der Situation umgehen?

    Liebe Grüße
    Sam

  2. #2
    Neuling Avatar von Petunia
    Registriert seit
    05.06.2016
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Ach Du Sch....!!!! Das hört sich ja echt gruselig an und macht mir jetzt schon Angst wenn es bei meiner Hündin mal soweit ist!!!
    Ich habe von so einem Fall noch nie gehört (also daß der angeblich tote Hund im Krematorium wieder aufwacht)...aber Du schreibst, daß Deine Hündin sich "anders" angefühlt hat...Also weißt Du daß sie tot ist!!! ...Du willst es halt nicht wahr haben (was ich total verstehen kann!!!).
    Ich nehme an, in so einer Situation dreht einem einfach alles durch (auch der Verstand). Warum bekommst du erst in 2- 3 Tagen Bescheid? Ist Deine Hündin noch gar nicht verbrannt? In dem Fall könntest Du nochmal dorthin gehen um Dich zu überzeugen? Und wenn sie dann verbrannt ist, kannst Du die "Wiese" besuchen auf der sie ausgestreut wird?
    Ich habe eine Freundin...die hat nach dem Tod ihres ersten Hundes auch fast durch gedreht...wollte auch NIE WIEDER einen Hund haben, obwohl ihr jeder dazu geraten hat. Nach etwa 6 Monaten hat sie es nicht mehr ausgehalten und sich doch einen neuen Hund aus der Tierhilfe geholt. Einen, der OHNE sie wahrscheinlich nicht so schnell ein neues Zuhause gefunden hätte (weil keine "Schönheit").
    So hatte sie wieder jemanden der sie braucht und um den sie sich kümmern kann. Der alte Hund ist nicht vergessen...aber durch den neuen Hund ist wieder "Normalität" eingekehrt.
    Vielleicht kannst Du das auch... Deine alte Hündin gehen lassen und versuchen einem anderen armen Wauz eine schönes Zuhause geben?!?
    Ich würde Dir wünschen daß es helfen kann!!!
    Ganz viel Kraft: Petunia

  3. #3
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    07.06.2016
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Petunia Beitrag anzeigen
    Warum bekommst du erst in 2- 3 Tagen Bescheid? Ist Deine Hündin noch gar nicht verbrannt? In dem Fall könntest Du nochmal dorthin gehen um Dich zu überzeugen? Und wenn sie dann verbrannt ist, kannst Du die "Wiese" besuchen auf der sie ausgestreut wird?
    Hallo Petunia,

    Sie wurde an einem Dienstag eingeschläfert. Die Sammeleinäscherungen finden aber immer nur montags statt - sie lag also fast eine Woche beim Tierbestatter im Kühlhaus. Ich gehe davon aus, dass sie gestern eingeäschert und ihre Asche am gleichen Tag ausgestreut wurde. Laut Tierbestatter erhalte ich 1-2 Tage später ein Zertifikat mit Tag und Uhrzeit der Einäscherung. Das wäre morgen oder übermorgen ... Ich denke, hoffe, dass ich es dann realisieren und allmählich damit abschließen kann.

    Ja, die Wiese, wo die Asche ausgestreut wird, kann ich besuchen.

    Vielleicht hätte ich diese schrecklichen Gedanken nicht, wenn sie direkt oder innerhalb von 1-2 Tagen eingeäschert worden wäre. So habe ich die ganze letzte Woche den Gedanken im Hinterkopf gehabt, dass mein Hund in einem Kühlhaus liegt. Da ist der Gedanke, dass sie doch wieder aufgewacht ist, nicht so fern, so absurd er auch sein mag. Liegt vielleicht auch daran, dass ihr Herz gesund und stark war - nur ihr Bewegungsapparat war total hinüber. Die Tierärztin musste noch ein zweites Mal nachspritzen - aber zum Glück hat meine Maus da bereits tief und fest geschlafen.

    Wie gesagt: Ich habe mir immer Sorgen um sie gemacht, weil sie so ein Sensibelchen war. Im Alter wirkte sie dann oft so hilflos, dass ich sie in den letzten Wochen fast gar nicht mehr allein gelassen hab (ich arbeite zum Glück zu Hause). Diese ständige Sorge wird man wahrscheinlich nicht so schnell los.

  4. #4
    Neuling Avatar von Petunia
    Registriert seit
    05.06.2016
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Na, da weiß ich ja schon mal was auf mich zukommt!
    Ich glaube auch daß diese Zeitspanne von einer Woche ganz schön belastend ist... Man will sein Liebstes doch sicher, warm und beschützt untergebracht wissen...und nicht im Kühlschrank lagernd!!!!
    Deine Ängste sind absolut nachvollziehbar. Mach Dir deswegen keine Sorgen. Es braucht einfach seine Zeit!!!
    Alles Gute für Dich

  5. #5
    Schreiberling Avatar von Seidenschnabel
    Registriert seit
    26.10.2015
    Ort
    Nimmerland
    Beiträge
    433
    Danke
    144
    304 mal in 199 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ohja, diese Gedanken kenn ich auch. Als meine Omikatze vor einigen Jahren eingeschläfert werden musste und wir sie danach im Garten meiner Mutter begraben haben, hab ich mich auch dauernd gefragt, ob sie auch wirklich tot ist und nichts mehr spürt. Das war schlimm. Mein Mann, der sie begraben hat, hat mir aber versichert, dass sie ganz steif und kalt, also wirklich tot war. Eigentlich hab ich diese Gedanken, bei jeder meiner Sternenkatzen gehabt, aber bei meiner Omi war es extrem, weil sie, genau wie deine Hündin, bei mir einen ganz besonderen Beschützerinstinkt ausgelöst hat, weil sie so klein und zerbrechlich war. Ich bin aber sicher, wenn deine Hündin wirklich nochmal aufgewacht wäre, hatte man es bemerkt und dich benachrichtigt, ich glaube sowas passiert eh nur extrem selten.

    Ich hab mein ganzes Leben lang Katzen gehabt und die meisten von ihnen bis zu ihrem Ende begleitet und es ist jedesmal unendlich schwer. Vor allem, wenn einen ein Tier über viele Jahre begleitet hat und man eine enge Bindung hatte. Die Trauer über den Verlust braucht einfach ihre Zeit. Fühl dich mal lieb gedrückt.

    P.S. Die Idee mit dem neuen Hund, am besten aus dem Tierschutz, finde ich prima.
    Liebe Grüße von Seidenschnabel

    Sei immer du selbst. Außer, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  6. #6
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    07.06.2016
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich habe heute das Zertifikat vom Tierkrematorium bekommen. Meine Kira wurde am 6. Juni eingeäschert. Ihre Asche wurde in der extra zu diesem Zweck gestalteten Grünanlage am Krematorium verstreut. Habe geheult wie ein Schlosshund, aber letztlich ist es ein Stück weit Erleichterung: Ihr Körper liegt nicht mehr in einem Kühlraum. Ihr Körper existiert einfach nicht mehr - nur in meinem Herzen natürlich. Sie hat keine Schmerzen mehr. Das ist das Wichtigste.

    Sam

  7. #7
    Neuling Avatar von Petunia
    Registriert seit
    05.06.2016
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Heulen ist doch voll okay!!!!!
    Jetzt friert Deine Kira nicht mehr und von Schmerzen wird sie auch nie wieder geplagt werden! Sie hatte ein super schönes Leben bei Dir (davon gehe ich aus, auch wenn ich Dich nicht persönlich kenne!) und wird in Deinem Herzen wohl auch noch ewig weiter leben dürfen.
    Erfüllter und schöner kann ein Hundeleben nicht gewesen sein.
    Vielleicht, wenn Du sie auf der Grünanlage mal besuchen gehst...kannst Du mit ihr ja ausmachen dass Du es nochmal mit einem anderen Hund versuchen willst (was nichts an Deiner Liebe zu Kira ändert!).
    Erstens für Dich...damit Du nicht so alleine zurück bleiben musst und leichter über den Verlust hinweg kommst....und Zweitens weil es so viele andere arme Hunde gibt die sich auch so ein schönes, erfülltes Leben wünschen würden.
    Irgendwo gibt es mit Sicherheit schon einen Wauz der auf Dich wartet und Dein Herz erwärmen wird.

    Ich denke an Dich!

  8. #8
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    07.06.2016
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich werde sicher wieder einen Hund haben, und bereits jetzt steht fest, dass es eine arme Seele aus einem Tierheim sein wird. Aber jetzt ist es noch zu früh, es ist ja gerade 9 Tage her, dass Kira gegangen ist. Ich muss mich auch erst einmal finanziell von den letzten Monaten erholen. Sobald das geschehen ist, werden Veränderungen wie etwa ein Umzug anstehen. Tja, und dann werde ich emotional hoffentlich so weit wieder hergestellt sein, dass ich einen neuen Hund in mein Heim und mein Herz lassen kann.

    Habe mir heute zum ersten Mal wieder Fotos angesehen, und auf allen Fotos war ein zufriedener, glücklicher Hund zu sehen. Ich bin dankbar, dass ich Kira ganze 15 Jahre an meiner Seite hatte und sie dann friedlich auf ihrer Decke einschlafen durfte. Trotzdem wird der Schmerz noch lange andauern. Und die Zweifel, ob es nicht doch noch eine Weile gegangen wäre. Sie hatte chronische Schmerzen in Knien + Rücken, Schmerzmittel haben aber nicht mehr angeschlagen und sie hat sie auch nicht mehr vertragen - man fragt sich aber doch, ob es nicht noch irgendeine Möglichkeit gegeben hätte. Allerdings waren da noch viele andere Probleme wie Kreislaufschwäche, schwere Inkontinenz (und infolge dessen eine Reizblase) sowie ein großer Tumor, der an einer ungünstigen Stelle lag und hätte platzen können. Außerdem hat sie infolge ihrer Wirbelsäulenerkrankung (Cauda Equina) regelmäßig die Hinterpfoten über den Boden geschliffen. Nicht mehr lange, und sie hätte sich die Pfoten blutig gelaufen. Aber das ewige "Was wäre wenn" bringt mich nicht weiter und Kira nicht zurück ... Danke für deine Anteilnahme, Petunia!

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Mein Freund lebt nur sein Leben, ohne mich
    Von melody4 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 18.11.2013, 21:04
  2. selbst mein hund nimmt mich nicht ernst...
    Von dreamless im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 06.11.2011, 12:53
  3. Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 27.01.2011, 22:50
  4. Konfrontation mit toter Nichte
    Von Barbie Bateman im Forum Träume
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 26.02.2009, 08:20

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •