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Umfrageergebnis anzeigen: Wann hast du das letzte Mal geweint?

Teilnehmer
59. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Momentan weine mehrmals die Woche, weil ich nicht anders kann.

    16 27,12%
  • Hin und wieder überkommt es mich und ich lasse meinem Schmerz freien Lauf.

    13 22,03%
  • Ich weine nur selten und nur dann, wenn ich vom Leben arg gebeutelt wurde.

    19 32,20%
  • Ich weine nur noch, wenn ich einen rührenden Film schaue oder eine rührende Geschichte höre.

    3 5,08%
  • Weinen hab ich mir schon lange abgewöhnt. Das bringt eh nix.

    10 16,95%
Multiple-Choice-Umfrage.
Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 35

Thema: Wann habt ihr das letzte Mal geweint?

  1. #1
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard Wann habt ihr das letzte Mal geweint?

    Hallo Leute

    Wann hab ihr das letzte mal geweint?

    Das ist eine sehr intime Frage, ich weiss. Auf die Lachseminare wäre es langsam an der Zeit, Heulseminare zu veranstalten. Das ist übrigens kein Joke

    Ich bin der Meinung, dass wir Menschen tagtäglich Verletzungen erleiden und absolut kein Ventil haben, diese Schmerzen auszudrücken, ausser wir ergeben uns diesen Verletzungen und heulen drauflos.

    Jedes Baby weint in gewissen Phasen sehr ausgiebig. Jedes Kleinkind weint noch tagtäglich und irgendwann geht das zurück. Wir werden schliesslich erwachsen und müssen funktionieren.

    In der Unterdrückung der schmerzvollen Gefühle liegt eine ungeheure Brutalität uns gegenüber.

    Im grössten Schmerz liegt eine unglaublich Schönheit und Reinheit der Seele!

    Wenn die viel gelobte Schönheit von Innen her kommen soll, geht das nur über das Erleben von tiefsten Schmerzen und Unzulänglichkeiten.
    Liebe Grüsse, Martin

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  2. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei martinspin für den sinnvollen Beitrag:

    Erwin (14.12.2011),Farnon (14.12.2011),Joli (22.12.2011)

  3. #2
    Lill
    Gast

    Standard

    Ich bin der Meinung, dass wir Menschen tagtäglich Verletzungen erleiden und absolut kein Ventil haben, diese Schmerzen auszudrücken, ausser wir ergeben uns diesen Verletzungen und heulen drauflos.

    Jedes Baby weint in gewissen Phasen sehr ausgiebig. Jedes Kleinkind weint noch tagtäglich und irgendwann geht das zurück. Wir werden schliesslich erwachsen und müssen funktionieren.
    Das halte ich für falsch, dass Menschen absolut kein Ventil haben, um Schmerzen auszudrücken. Babys weinen öfter, weil ihnen schlicht die Sprache und Ausdrucksmöglichkeit feht, um Gefühle und Ängste auszudrücken, und genau deshalb gibt es neben dem "sich ausheulen" noch andere Mittel, um mit Problemen fertig zu werden: drüber reden. Alles andere würde bedeuten, dass Erwachsene sich wie Babys verhalten, indem als einzigste Lösungsstrategie das sich ergeben und das Heulen gewählt werden kann und das ist falsch.

    Im grössten Schmerz liegt eine unglaublich Schönheit und Reinheit der Seele!
    Solche Sätze empfinde ich etwas als Verhöhnung von Menschen, die größte Schmerzen aushalten müssen. Ich seh das mal als Kalenderspruch, das macht eine solche Aussage für mich erträglicher.

  4. #3
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Zum "Kalenderspruch"

    Das ist bloss die eine Seite der Medaille und beschreibt z.B. nicht das Empfinden von psychischen Schmerzen in Verbindung mit körperlichen Verletzungen.

    Natürlich gehe ich davon aus, dass Trauer und Schmerz nur in einer intimen Umgebung gelebt werden.

    WICHTIG Die Umfrage ist anonym
    Geändert von martinspin (14.12.2011 um 07:43 Uhr)
    Liebe Grüsse, Martin

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  5. #4
    Roman Verfasser
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    Lill, Du mißverstehst Martins Beitag.

    Babys haben die Gnade, noch zum unverfälschten Gefühlsaudruck imstande zu sein. Die "anderen Mittel" haben zum Ziel echte Emotion nicht durchkommen zu lassen. Zu unerträglich, zu belastend.

    Ich muß Martins Beitrag aber ergänzen. Für Menschen die schwersttraumatisiert wurden bedeutet es unter Umständen große Gefahr in tiefe Gefühle zu kommen. Sie können dadurch in Zustände kommen aus denen sie nicht mehr herausfinden. Denen bleibt nichts anderes übrig, als sich zwangsläufig mit der nächstschlechteren Entladungsmöglichkeit zu behelfen, und das bedeutet zwangsläufig auch eine stärkere Einschränkung der eigenen Lebendigkeit als bei Menschen, denen volle Entladung durch Weinen, also freier Fluß der Emotion möglich ist.

    Und echtes Weinen muß auch vom verlogenen Heulen abgegrenzt werden. Echte Emotionen wirken immer ansteckend und befreiend. Manipulatives Heulen, gemachte Emotionen dagegen wirken abstoßend. Und es geht auch nicht darum daß Weinen die Lösung für alle Probleme ist, daß wäre ein bewußtes Mißverständnis um den berechtigten Kern der Aussage nicht wahrnehmen zu müssen. Es geht darum daß der Mensch im Allgemeinem viel zu selten an seine Emotion kommt. Indem er also weint, verhält sich der Erwachsene als Baby im allerbesten Sinne.

    Und der Satz "Im grössten Schmerz liegt eine unglaublich Schönheit und Reinheit der Seele!" ist keine Verhöhnung. Es geht nicht darum daß der Schmerz etwa einer Vergewaltigung befreiend und schön wäre, das wäre eine lächerliche, idiotische Annahme. Das sind Dinge die uns zustoßen. Er geht aber darum daß wir in der Vergangenheit erlittenen Schmerz durch Weinen aushaltbar, lebbar gestalten können. Jemand der über seine Vergewaltigung ausgiebig ins Gefühl kommen kann, wird damit besser umgehen können als jemand, der darüber nicht weint. Vielleicht ist Dir der Satz jetzt verständlicher.

    Um auf den Startbeitrag einzugehen, ich kann sagen, ich weine leider viel zu selten. Ich kenn es aber auch so daß man sich nachdem man sich ausgeheult hat, besser fühlt. Es mag gegen das Klischee sein, ein Mann der heult, aber man trägt es ja schließlich nicht öffentlich zur Schau.

  6. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:

    Farnon (14.12.2011),martinspin (14.12.2011),PaperCrane (22.12.2011)

  7. #5
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    Zum einen "Indianer weinen nicht" habe ich als Kind gelernt (auch wenn ich ein Mädchen bin ).
    Zum zweiten macht weinen schwach. Sicher ist es ein Ventil, aber heute noch mehr als früher ist , wer weint eher Opfer. Nicht umsonst wird heute das Wort "Opfer" in der Jugendsprache als Schimpfwort verwendet. Zugegeben, ich bin darüber sehr entsetzt. Es zeigt aber auch den Stellenwert von "Schwäche zeigen" in unserer Gesellschaft.
    Meine Tränen sind schon lang versiegt. Aber es gibt andere Ventile um Trauer entgegenzuwirken: Laufen, Laufen, laufen, laufen . D.h. körperliches Auspowern.

  8. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei inmynextlife für den sinnvollen Beitrag:

    doodle (19.12.2011),Limia (15.12.2011)

  9. #6
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    Ich finde Weinen ist nicht Schlimmes. ^^
    Das was du meinst, dass man dann ein "Opfer" ist, das gilt vllt. für Kinder, aber doch nicht für Erwachsene, ich bitte dich.

    Wenn ich eine Person sehe, die weint, dann bekomme ich das Bedürfnis ihr zu helfen und nicht sie runterzumachen.

    Ich selbst weine ab und zu mal, aber nicht sehr oft. Meistens eher wegen einer schönen Melodie. Das letzte Mal aus Trauer hab ich geweint, als mein Schwarm mir gesagt hat, dass sie nicht will, dass ich mit ihr schreibe. Und ich weine dann auch nur nachts im Bett und nie tagsüber.

  10. #7
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    Zitat Zitat von inmynextlife Beitrag anzeigen
    Meine Tränen sind schon lang versiegt. Aber es gibt andere Ventile um Trauer entgegenzuwirken: Laufen, Laufen, laufen, laufen . D.h. körperliches Auspowern.
    Außer Frage, Laufen tut gut. Man sollte vor seinen Gefühlen aber nicht davonlaufen.

    Weinen will gekonnt sein. Bei Vielen ist das Öffnen für dieses Gefühl ein wesentlicher Therapieschritt.

    Gehört für mich zur "Gefühlshygiene".

  11. #8
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Das echten Weinen kann durch nichts ersetzt werden. Es gehört einiges an Grundvertrauen in das Leben, um loszulassen und sich dem Weinen hinzugeben.

    So wie Erwin es gesagt hat, stimmt es für mich völlig. Vielen Dank für die Ergänzungen

    Wenn man in einer Therapie immer weiter ins Innere vorstösst, kommt man an solche Punkte, wo einem nur noch das Weinen hilft, was sehr befreiend ist und uns zu dem macht, was wir sind.

    Wir sind stark aber auch verletzlich. Nur stark ist langweilig und nur Heulsuse natürlich auch. Beides gehört zur Maskerade dazu und hat dieses manipulative Element. Beides ist aber auch ein begründeter Selbstschutz, den ich respektieren kann.
    Liebe Grüsse, Martin

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