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Thema: Wann ist es Liebe, wann Abhängigkeit?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wann ist es Liebe, wann Abhängigkeit?

    Hallo!

    Ich starte gleich mal meinen ersten (bzw. zweiten ) Thread, weil mir ein Thema schon seit Ewigkeiten im Kopf rumgeistert.

    Also: Seit über zwei Jahren habe ich einen Freund, und mal bin ich glücklich und mal bin ich todunglücklich und oft frage ich mich: "Liebe ich ihn oder bin ich vielleicht emotional abhängig?"

    Also, kurz zur Vorgeschichte:
    Meine erste "richtige" Beziehung hatte ich mit 17, ich war viereinhalb Jahre mit dem Mann zusammen, 4 davon wohnten wir zusammen. Ende 2005 war Schluss. Dann kam auch relativ bald ER, ein, zwei Monate später fingen wir eine "Affäre" an, woraus wiederum ein paar Monate später eine Beziehung wurde. Also sind wir gut zwei Jahre zusammen jetzt.

    In diesen zwei Jahren haben wir mindestens - ich versuchs jetzt echt mal, realistisch zu schätzen - 15 Mal "Schluss" gemacht, davon ca. 3-5 Mal so richtig ernst. Jedesmal waren wir eine halbe Stunde später wieder zusammen, also so richtig Schluss war eigentlich nicht. Aber ich hab bzw. wir haben schon so oft eingesehen und uns eingestehen müssen, dass es eigentlich gar nicht passt zwischen uns, wir sind viel zu unterschiedlich. Aber wenn es dann darum ging, wirklich auseinander zu gehen, hat es uns jedes Mal fast das Herz rausgerissen, keiner brachte es übers Herz.

    Wir haben schon viel Streit gehabt und schlechte Zeiten durchgemacht, im Moment aber sieht alles ganz gut aus, wir verstehen uns und ich bin mal wieder himmelhochjauchzend verliebt, aber im Hinterkopf frage ich mich immer: Bin ich wirklich verliebt, liebe ich den Kerl, oder ist einfach die Angst vor irgendwas anderem so groß, dass ich bei ihm bleibe? Bin ich abhängig von ihm, mache ich mir das Leben schwer, wo es gar nicht sein müsste, weil ich mir selbst nichts wert bin?!

    Könnt ihr mir helfen, das rauszufinden?!

    LG Schokohase

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Schokohase!
    Rausfinden wirst nur Du das können. Was mir augefallen ist, das nach der vorigen Beziehung gleich Dein Jetziger kam. Ist es vll auch die Angst vor dem Alleinsein?
    Wenn Deine Gefühle aber so stark sind, das Du die Beziehung unbedingt aufrechterhalten willst, musst Du eben abwägen, ob Dir der Stress nicht zu groß ist. Du schreibst, ihr passt eigentlich nicht zusammen aber irgendwelche Gemeinsamkeiten müsst ihr ja schon haben...
    Entscheiden wirst nur Du das können. Nimm Dir mal die Zeit, höre in Dich rein. Wenn man da ehrlich zu sich ist, merkt man eingentlich dann schon, was die Beweggründe sind.

    LG,

    NAtz
    LG, Natz




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  3. #3
    Neuling
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    Hallo Natz,

    danke für Deine schnelle Antwort.

    Ja, er kam schnell nach meiner alten Beziehung. Ich habe schon rausgefunden (naja, sieht man ja eigentlich auf den ersten Blick ), dass ich große Verlustängste hab und total Angst davor hab, alleine dazustehen. Trotzdem hatte ich ein, zweimal den Mut zusammen genommen und wollte das Ganze wirklich beenden. Trotzdem hats nicht geklappt...

    Er ist so jemand, ich weiß nicht ob ers mit Absicht macht oder ob es an meiner Sichtweise und meinem mangelnden Selbstwertgefühl liegt, er macht mich oft runter und in meinen Augen geht er nicht gut genug, also respektvoll genug mit mir um.

    Und bei der Vorstellung von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm wird mir irgendwie ganz Angst und Bange, seine Eltern reden schon Ewigkeiten vom Zusammenziehen, aber das will ich einfach nicht, weil zuviele Diskrepanzen zwischen uns liegen würden. Wahrscheinlich würden wir uns jeden Tag die Köpfe einschlagen.

    Außerdem hab ich manchmal fast Angst vor ihm, bzw. eher davor, wie er mal werden könnte. Es ist heute schon oft so, dass er mich zu Sachen überredet oder zwingt, die ich eigentlich gar nicht will, es sind nur banale Sachen und er denkt sich wahrscheinlich überhaupt nichts Böses dabei, aber ich habe Angst, dass die Kleinigkeiten mal größere werden... Ein Beispiel: Ich bin sauer auf ihn und will gehen und er hält mich einfach fest. Er ist stärker, und in so einer Situation bekomme ich dann Angst. Wenn ich mit ihm drüber rede, kann er das nicht verstehen. Wie oft haben wir schon Grundsatzdiskussionen geführt, wie oft hab ich ihm schon Vorträge gehalten, dass ich mir mehr Respekt wünsche, aber er ist nunmal so und kann nicht aus seiner Haut und ich will ihn ja nicht komplett umkrempeln. Und genau da liegt unser Problem:

    Jeder will den anderen irgendwie umkrempeln, weil es so nicht passt, aber gleichzeitig ist auch jedem klar, dass das nicht geht und dann rennen wir wieder aneinander und sind an dem Punkt, wo wir nicht mehr wissen, ob unsere Beziehung noch Sinn macht. Man kann schon fast die Uhr danach stellen...

  4. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Das was Du beschreibst, kenne ich teilweise auch von mir.
    Mittlerweile bin ich dahinter gekommen, das man nur so behandelt wird (das was Du beschrieben hast, mit dem mangelnden Respekt), wenn man eben austrahlt, was Du beschreibst. Dein Freund weiß ja bestimmt, das Du Probleme mit Deinem Selbstbewusstsein hat und dann weiß er bestimmt auch, das er Dir ein Stück weit das aufdrücken kann, was er will. Ob er das jetzt bewusst macht, weiß ich nicht.
    Macht mich schon ein bischen nachdenklich, wenn ich das lese, das er Dich auch körperlich "festhält", da hätte ich auch so meine Bedenken.
    Du schreibst, ihr würdet Euch gerne gegenseitig ändern und zusammenziehen macht Dir auch Angst. Ich kann Dich echt verstehen, da ich das auch schon fast genauso erlebt habe. In meinem Fall sind ist nach vielen Kämpfen eher wieder eine Freundschaft draus geworden (wir waren allerdings vorher schon lange Freunde und war eben dazwischen mal was). Aber da hätte ich mir das alles auch nicht vorstellen können.
    Es ist wahrscheinlich aber für Euch beide nicht gut, wenn ihr wisst, eigentlich will ich was anderes, habe aber Angst, was danach kommt. So tut sich eben auch kein neuer Weg auf aber ich weiß, ist leicht gesagt-
    LG, Natz




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  5. #5
    Gast1006
    Gast

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    Hallo,

    Liebe = Abhängigkeit ...aber sicher doch !

    Bloß eine oder zwei Sachen fehlen noch ..... Vertrauen und Respekt......und Achtung.

    Und dann ist man gerne abhängig !
    Geändert von Gast1006 (01.03.2008 um 19:39 Uhr) Grund: danke Wula

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo Schokohase

    Erst mal ist es die Frage was du unter Liebe verstehst.
    Liebe hat in meinen Augen mit Abhängigkeit gar nichts zu tun. Liebe muß freiwillig und nicht aus einem inneren Zwang geschehen. Wenn du das Gefühl hast jederzeit gehen zu können, es aber nicht zu wollen, dann bist du unabhängig und frei in deinen Entscheidungen. Auch in der Entscheidung lieben zu wollen.

    Du kannst dich mal fragen ob und in welcher Weise du von deinem Freund abhängig bist und mal schauen ob du dir das nicht selbst geben kannst. Liebe, Anerkennung... Du kannst diese Abhängigkeit auch annehmen, weil sie dir nützt. Nur ist es so, dass jeder der abhängig ist, auch jederzeit Angst hat abgehängt zu werden. Und deshalb der Abhänigkeit zu Liebe Dinge macht, die er nie tun würde, wäre er wirklich frei in seiner Entscheidung. Auch kann jeder in der Beziehung diese Angst für seine Ziele und Manipulationen ausnützen. Dein Freund weiß um deine Abhänigkeit zu ihm, er wird sie nähren um dich an ihn zu binden und dich zu formen wie er dich gerne haben will und du wirst es auch tun. Oder es wird sich jeder dem anderen bzw. der Abhänigigkeit opfern.
    Wie lange man in so einer Beziehung sich gegenseitig Achtung, Vertrauen und Respekt entgegenbringt, kannst du dir selber ausmalen. Eigentlich ähnelt es eher einem Kampf.

    Wenn es weh tut, ist es keine Liebe. Wenn es manipuliert ist es keine Liebe.

  7. #7
    Neuling
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    Danke Euch für Eure Antworten!

    @Natz: Find ich schön, wenn Du das so gut nachvollziehen kannst (wobei natürlich nicht toll ist, wenn Du das Gleiche erlebt hast...).

    Die Frage, die ich mir ja stelle ist, suche ich wirklich was anderes, oder was bindet mich an ihn, liebe ich ihn, dann muss ich auch seine Ecken und Kanten akzeptieren, oder bindet mich irgendwas anderes an ihn (manchmal denke ich, vielleicht denke ich unbewusst, dass ich nichts besseres verdient hätte oder mit einem "besseren" Mann doch nur unglücklich wäre, weil der sich mich nicht antun würde...).

    Wir haben schon echt ganz offen über diese Probleme gesprochen und das letzte Mal waren wir sogar soweit, dass wir im Einvernehmen auseinandergehen, wir hatten es echt eingesehen, aber als es dann richtig ernst wurde, hatte ich so eine unglaubliche Angst, ihn zu verlieren, als er gehen wollte, hab ich nur noch geheult und er ist auch nicht wirklich weggekommen... Wir haben total vernünftig geredet - so kenne ich ihn normal gar nicht - und irgendwann haben wir dann wieder "eingesehen", dass wir ohneinander nicht können und haben quasi "aufgehört", uns zu trennen.

    Mein Problem ist einfach, im Moment ist ja alles super, wirklich, aber ich kann mir einfach keine richtige Zukunft mit ihm vorstellen, es ist als würde da eine leise Stimme sagen "Du weißt doch ganz genau, wohin das führen würde" und wenn dann so Tage sind wie heute, wo er nur mal übers Wochenende nicht da ist, weil er arbeiten muss, und ich fast eingehe, dann frage ich mich doch, ist das normales Vermissen oder bin ich so abhängig von ihm, dass ich mit mir selbst nicht mehr alleine zurechtkomme?

    @Der Kümmerer: Find ich wahre Worte, die Du da sagst...

    @Wunderlampe: Es tut mir eigentlich nicht (mehr) direkt weh. Ich ärgere mich nur über soviel Selbstverbiegung. Dass ich soviele Sachen mache und so oft schlucke, obwohl ich eigentlich "ich" sein will und manchmal hab ich das Gefühl, ich bins nicht mehr. Das ist echt schlimm

    Im Moment kann ich mir selbst leider gar nichts geben, weil ich nicht weiß, wie?! Ich kann mit mir selbst überhaupt nichts anfangen, ich hätte soviel zu tun, aber hänge dann nur da und bin traurig und deprimiert. Wenn er da ist, ist das ganz anders. Das ist doch nicht normal?!

  8. #8
    Neuling
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    Zitat Zitat von Schokohase Beitrag anzeigen
    (manchmal denke ich, vielleicht denke ich unbewusst, dass ich nichts besseres verdient hätte oder mit einem "besseren" Mann doch nur unglücklich wäre, weil der sich mich nicht antun würde...).
    Hui, also wenn du wirklich so über ihn denkst, solltest du ernsthaft in Erwägung ziehen, die Beziehung zu beenden.

    Vllt. tut euch eine Beziehungspause mal gut. Also einen Monat mal komplett Funkstille, keine Anrufe, Kontakte und sonstiges. Dann könnt ihr beide euch die Zeit nehmen, über eure Gefühle und wie ihr über die Beziehung denkt in Ruhe nachzudenken, ohne vom Anderen beeinflusst zu werden. Allerdings sollte dann auch klar sein, dass nach dem Monat auch komplett Ende sein kann, sowohl auf deinen Wunsch, als auch auf seinen hin.

    Uns hat das damals sehr gut getan, vor allem mir. Mittlerweile führen wir seit fast 3 Jahren eine sehr gute Beziehung, obwohl auch momentan eine Fernbeziehung. Wenn ihr also wieder an dem Punkt seit, dass ihr eigentlich Schluss machen wollt, wäre das eine Option.


    Zu dem Thema körperliche Überlegenheit: Da bin ich jetzt natürlich grade extrem vorgeprägt, weil ich das letzte halbe Jahr ein Praktikum in einer Einrichtung gemacht habe, die sich um Frauen mit Erfahrungen mit häuslicher Gewalt kümmert (schreckliches Deutsch der Satz ). Ich habe auch Seminare geleitet wo es um junge Frauen in Beziehungen ging, und habe feststellen müssen, dass es ganz oft mit so kleinen Sachen wie festhalten angefangen hat und nach und nach immer schlimmer geworden ist. Vor allem wenn die Probleme des Partners schlimmer geworden sind, hat sich das extrem ausgewirkt. Ich kann da wirklich nur ganz dringend raten, da extrem acht zu geben, dass du da nicht in eine ganz böse Beziehung reinrutschst. Meist bringt die körperliche Überlegenheit dann nämlich auch die vollständige Abhängigkeit mit sich, wo Frauen dann anfangen sich ein riesiges Rechtfertigungsraster für ihre Männer zuzulegen, wo du mit aller Beratung einfach nicht mehr durchkommst. So weit solltest du es auf gar keinen Fall kommen lassen.

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