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Thema: Warum Abstufung? Mobbig/Bossing?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Warum Abstufung? Mobbig/Bossing?

    Hallo,
    ich bin Elektroingenieur, fast 50 Jahre alt und habe über 20 Jahre in einer Maschinenfabrik im Bereich Konstruktion und IT-Administration gearbeitet. Aufgrund meiner Leistungen war ich gehaltsmäßig immer weit oben und habe in den Leistungsbeurteilungen immer in allen Bereichen ein „liegt über den Erwartungen“ erhalten.
    Vor einiger Zeit wurden alle Mitarbeiter der Firma neu bewertet und obwohl alle Kollegen neu „überdacht“ wurden, war ich der einzige, der abgestuft worden ist.
    Bei dieser Beurteilung bekam ich im Bereich „Innovation und Einbringen neuer Ideen“ nur noch ein „entspricht den Erwartungen“. Da ich mich gerade in diesem Bereich als besonders stark ansah schmerzt die Abstufung besonders.
    Bereits am nächsten Werktag habe ich das Gespräch gesucht und gefragt, was ich hätte besser machen können und die Antwort ist bis heute unerklärlich.
    Mein Abteilungsleiter sagte: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was Sie falsch gemacht haben. Denn wenn ich es sage, machen Sie das im nächsten Jahr richtig und erwarten dann eine höhere Bewertung“

    Was mir bis heute nachgeht ist dieser Satz und warum war ich der Einzige? Warum hat er nicht mit mir darüber gesprochen? Ist ihm ein billiger Depp lieber als ein guter Ingenieur, der anständige Arbeit abliefert und dafür seinen Lohn verlangt?
    War der Grund so trivial, dass er sich schämt im Nachhinein darüber zu reden, weil er weiß, dass ich das in der Firma rum erzählen werde und er damit sein Gesicht verliert?
    In einem Jahr habe ich vier Gespräche zu dem Thema mit ihm geführt; alle ohne konkrete Antwort - und dann die Firma verlassen.

    Die ganze Geschichte ist mittlerweilen zwei Jahre her. Trotzdem lässt mich die Behandlung nicht zur Ruhe kommen. Ich grüble noch heute fast jeden Tag darüber nach: was war der Grund?
    Kann ich heute noch irgendwie gegen die Behandlung vorgehen? Jetzt noch eine Antwort erzwingen?

    War das Mobbing/Bossing?

    Danke für Antworten,
    Georg der Freie

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo Georg,
    zumindest hast du einen Fehler gemacht, nämlich das Bewertungssystem nicht hinterfragt. So ein System ist nur dann sinnvoll, wenn das Zustandekommen der Bewertung für den Mitarbeiter nachvollziehbar ist, normalerweise geschieht das über Kennzahlen und dafür sollte es auch Ziele geben.
    Scheint mir eine dubiose Firma zu sein.

  3. #3
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    Dir die Gründe nicht gesagt zu haben war unprofessionell. Was dahintersteckte wirst du nie erfahren. Vielleicht hast du deinem Chef auf der Straße mal die Vorfahrt genommen. Da gibt es tausend - auch lächerliche Möglichkeiten. Du bist weg - Glückwunsch. Vergiß es einfach.

  4. #4
    Lill
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    Standard

    Hallo Georg,
    sieh es mal von einer anderen Seite: Es geht gar nicht um dich persönlich und um deine Leistung. Denn in vielen Firmen ist die Erkenntnis angekommen, dass es einen ganzen Markt von „Organisationsentwicklern“ gibt, die sich solche Bewertungsmethoden einfallen lassen, um in Wahrheit langjährige und in ihren Augen überbezahlte Mitarbeiter herunterstufen zu können. Für deinen Job gibt es jüngere, billigere Arbeitskräfte, das ist alles. Deshalb hör bitte auf, dich ernsthaft in Frage zu stellen, denn deine Leistung ist mit Sicherheit nicht der Grund für diese Zurückstufung gewesen. Das, was dein Abteilungsleiter dir sagte, ist doch recht deutlich gewesen. Es geht darum, Personalkosten zu sparen, und da fängt man (statt in der eigenen Riege) lieber mit den gut verdienenden Mitarbeitern in der mittleren Hierarchie an.

  5. #5
    Schreibkraft
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    Standard Nicht gegen Dich

    Hallo!

    Wenn ich mir das hier bisher so durchlese, möchte ich mich dem Beitrag von "Lill" anschließen: Deine "Herabstufung" hat nichts mit Deinen Leistungen zu tun, sondern vermutlich eher damit, dass Du eben auch ein entsprechendes Gehalt beziehst...

    Leider finden sich viele, die über eine sehr gute Ausbildung und über langjährige Berufserfahrung verfügen in dieser Situation wieder: Die Abteilungsleiter erhalten einen neuen Personalmanager vor die Nase gesetzt. Der Neue will sich erst mal profilieren und sein eigenes Gehalt "rechtfertigen", in dem er der Unternehmenleitung eine Bilanz präsentiert: "Im vergangenen Jahr konnten wir (er meint "ich") die Personalkosten um "x" Prozent senken..."

    Um diese Kostensekungen zu erreichen werden erst einmal junge Mitarbeitet für ein Gehalt eingestellt, von dem sie kaum Leben können... oder man bedient sich eines Heeres von "Praktikanten", gut ausgebildet, oft mit Diplom und schon einige Jahre an Berufserfahrung...

    Die nächste Maßnahme, um die Kosten zu senken, sind erst einmal die "Altlasten", um die man sich kümmern muss. Das sind dann Leute wie Du. Kurzsichtig wird hier erst einmal sichergestellt, dass Du in den nächten 1-2 Jahren nicht auf die Idee kommen kannst, eine Gehalterhöhung zu verhandeln: Dies geschieht zuverlässig mit Hilfe einer Herabstufung Deiner Bewertung.

    Deine Leistung, Deine Qualifikation und Dein Wissen haben damit gar nichts zu tun... dies belegt auch nach meiner Ansicht die "hilflose" Reaktion Deines Abteilungsleiters. Er kann Dir nicht sagen, was an Deiner Leistung nachgelassen haben soll... weil es nichts zu sagen gibt. Besonders der nachstz "...dann machen Sie es im nachsten Jahr besser und erwarten eine höhere Bewertung." zeigt mir im Umkehrschluss, dass Du gar nicht wieder höher eingestuft werden sollst. Klar, wie soll man Dich denn auch sonst kostenmäßig in den Griff bekommen? (Entschuldige den Zynismus!)

    Schau mal: Habt ihr in eurer Firma im fraglichen Zeitraum (Ein paar Monate bis ca. 1 Jahr zuvor.) einen Zugang im Personalmanagement erhalten oder in der Geschäftsleitung? Was macht der /die Neue? Ist er/sie maßgeblich verantwortlich für eine Kehrtwende in der Personalpolitik nach dem Motto: Hauptsache billig!

    Wenn Du Elektroingenieur bist, dann gehörts Du glücklicherweise zu denen, die gute Optionen haben... vielleicht ist es sogar an der Zeit, die Fühler auszustrecken... nach Leuten, die Leistung, Qualifikation, Erfahrung und Engagement zu würdigen wissen.

    "If you pay peanuts, you will get monkeys!"

    LG
    Silent Voice
    Geändert von Silent Voice (21.10.2011 um 09:07 Uhr)

  6. #6
    Neuling
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    Hallo an alle,
    Zitat Zitat von amonda Beitrag anzeigen
    Hallo Georg,
    zumindest hast du einen Fehler gemacht, nämlich das Bewertungssystem nicht hinterfragt.
    Ich meine nicht, dass ich diesen Fehler gemacht habe. Ich habe ja mehrmals das Gespräch gesucht.

    Für die anderen Beiträge vielen Dank. Bringt mich leider nicht recht weiter: warum war ich der Einzige? Was war der Grund?

    Aber da könnt ihr als Außenstehende auch nicht weiterhelfen, danke dass ich mich ausschreiben durfte.

    Georg

  7. #7
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    Hallo Georg,
    Hör auf Dir darüber weiter den Kopf zu zerbrechen.
    Lill und Silent Voice haben mit dem was sie geschrieben haben vollkommen recht.

    Wir hatten bei uns in der Firma auch jedes Jahr solche Beurteilungsgespräche, obwohl es finanziel die wenigsten getroffen hat da dieses System anders aufgebaut war.
    Hier sollen tatsächlich nur Kosten eingespart werden.

    Ein weiteres Ziel bei solchen Beurteilungen kann sein,( so war es bei uns)
    das die Mitarbeiter sich Gedanken machen sollen um mehr Leistung zu bringen und dann das nächste mal mehr Punkte erwarten.
    Aber es geht nur um Kosten so oder so.

    Und du hast Dir ja auch Gedanken gemacht und so hat man sein Ziel ja auch erreicht.

    Hör auf dir Gedanken zu machen und erledige einfach deine Arbeit.

    Du wirst an der Tatsache nichts ändern können und auch keine ehrliche Antwort erhalten.

    Lg

  8. #8
    Neuling
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    Standard

    Hallo Georg,

    Einzelbeurteilungen müssen immer im Gesamtkontext einer Belegschaft passen.

    Da bedeutet das es neben "Übertrifft der Anforderungen" immer mehr Personal nur die Anforderungen "Erfüllen" und andere am unteren Ende sich bewegen.

    Selbst wenn viel mehr Arbeitnehmer die an sich die Anforderungen übertreffen!

    Ich denke das deine Bewertung ganz einfach einer strategischen Überlegung, einen anderen Arbeitnehmer anzuheben, zum Opfer gefallen ist.

    Leistungsbeurteilungen, insbesonders wenn sie einen monetären Hintergrund haben, haben nie nur die Leistung des Mitarbeiters im Fokus, sondern stehen auch immer in einer zu erfüllenden statistischen Abhängigkeit.
    (Dies wird dir aber nie einer offiziell bestätigen)

    LG
    ND

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