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Thema: Warum kann ich nie glücklich sein/Liebe ich meinen Partner überhaupt noch?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Warum kann ich nie glücklich sein/Liebe ich meinen Partner überhaupt noch?

    Hallo ihr Lieben,

    in den letzten Wochen sind meine Beiträge hier leider sehr eingeschlafen, was zum einen daran lag, dass ich viele Überstunden im Betrieb gemacht habe und zum anderen auch, weil ich mich mit meinen (Persönlichkeits)problemen ungerne konfrontiere. Denn ich bin ein Künstler im Probleme verdrängen. Nur irgendwann kippt dann alles über-besonders meist dann,wenn ich zuviel trinke.

    Nun zum Thema. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll...

    Derzeit fühle ich mich wieder mal total mit meinem Leben und meiner Person überfordert. Trotz Beziehung fühle ich mich sehr einsam; denn außer meinem Freund habe ich nicht allzu viele Freunde, oder, um genau zu sein, eigentlich keine!Deshalb stellt sich mir auch die Frage, ob ich mit ihm nur noch zusammen bin, um der Einsamkeit zumindest auf diesem Wege zu entkommen, oder ob da auch noch Liebe im Spiel ist? Mir ist bewusst, dass im Grunde genommen schon beim Aufkommen dieser Frage die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist. Denn ich finde, man sollte 100%ig hinter seiner Beziehung stehen.

    Mittlerweile ist es so, dass mich viele seiner Eigenschaften mehr stören, als sie es ohnehin schon vorher getan haben. Um ein Beispiel zu nennen: Er quatscht unwahrscheinlich gerne und viel; ganz besonders in der Gesellschaft. Manchmal redet er die Leute in Grund und Boden und manche seiner Erzählungen wiederholen sich. Ich stehe dann meist daneben und schäme mich sehr. Dieses Gefühl sollte innerhalb einer Beziehung nicht auftauchen, denn man sollte zu seinem Partner aufblicken, ja, stolz auf ihn sein. Das Erschreckende ist, dass ich seit kurzem Interesse für andere Männer entwickle, d.h. mich nach anderen umschaue, was vorher nie vorkam.

    Letzte Woche waren wir auf der Hochzeit unserer besten Freunde. Ich fühlte mich den ganzen Abend schlecht, weil ich weiß, dass meine Liebe nicht so groß ist, um jemals mit ihm den Traualtar zu beschreiten. Das klingt leider sehr hart und ich fühle mich auch sehr schlecht dabei. Denn in meinen Augen ist dies sogar ein gewisser Betrug hinsichtlich meiner Gefühle zu ihm.

    Soviel zu diesem Thema. Dann kommen noch die Defizite mit mir selbst hinzu. Ich habe eine soziale Phobie,wodurch es nicht gerade einfach ist, auf Menschen zuzugehen, geschweige denn, Freundschaften zu schließen. Mein Selbstbewusstsein ist gleich null. Innnerhalb von vielen Menschen sage ich meist kein Wort, bzw. habe Angst vor Fragen oder Gesprächen. Wenn jemand mit mir ein Gespräch anfängt, dann gebe ich nur kurze Sätze von mir oder ich fange an zu stammeln. Ich beneide alle Menschen, die ungezwungene, lockere Gespräche führen können. Meist führt es dazu, dass ich viel trinke, um diese Eigenschaft dann wenigstens im berauschten Zustand zu erreichen. Betrunken bin ich ein überaus selbstbewusster Mensch, na ja, wer ist das dann nicht?

    Gestern waren wir auf einer Geburtstagsfeier. Dort war auch die Schwägerin von meinem Freund, mit der ich mich gut verstehe. Ihre beste Freundin war auch dort. Plötzlich kam wieder dieser Neidgedanke auf: Warum kann ich nicht auch zumindest eine "beste" Freundin haben, mit der ich ab und zu etwas unternehmen kann?Sowas macht mich dann immer unendlich traurig:

    ICH WERDE EINFACH NICHT VON DEN MENSCHEN GESEHEN!

    Andererseits bin ich ja auch selbst Schuld, denn ich gebe meinen Mitmenschen ja auch nicht die Gelegenheit, mich näher kennzulernen.

    Kennt jemand von euch dieses Gefühl, ein anderer Mensch sein zu wollen bzw. eine andere Persönlichkeit zu haben?

    So, genug geklagt, sorry. Musste das irgendwo mal los werden. Außer hier und mit meiner Therapeutin kann ich mit niemandem darüber reden. Ich könnte noch unendlich viel schreiben, aber diese Zeilen haben mir schon genug Überwindung gekostet.

    Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, diesen Beitrag zu lesen.

    Glg

  2. #2
    Neuling
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    Hallo Lady,


    ich kenne dich zwar nicht und auch nicht deine alten Threads, aber vielleicht kann ich dir ja ein paar Ratschläge geben.

    Zuerst laß' dir sagen dass du damit sicher nicht alleine stehst.
    Je älter man wird desto mehr merkt man dass man entweder garkeine oder höchstens nur eine handvoll gute Freunde hat.
    Du schreibst dass du schüchtern bist und dich nicht traust auf andere Menschen zu zugehen. Warst du schon immer so?
    Ich sehe darin eigentlich garnicht das Hauptproblem. Meist sind die Menschen die am meisten reden diejenigen die damit etwas kaschieren wollen.
    Und es heisst auch nicht dass diese Leute viele Freunde haben.
    Sie stehen einfach gerne im Mittelpunkt und denken dass sie damit gut ankommen.

    Aber nun zu deinem Problem .
    Wenn du eine soziale Phobie hast, bist du dann in Therapie? Ich denke man kann dies gut mit einer Verhaltentherapie behandeln. Aber ich bin kein Spezialist, deswegen solltest du dich mal beraten lassen.

    Ausserdem solltest du mal sehen dass du etwas mehr raus kommst und nicht nur mit deinem Freund rumhockst. So machst du dich abhängig von ihm und schliesst alle anderen aus.
    Melde dich im Fitnesstudio an, geh' Tanzen usw.
    Hast du Arbeitskollegen mit den du dich verstehst? Dann könntet ihr zusammen mal was trinken gehen. Aber der erste Schritt sollte dann schon von dir kommen.
    Sicherlich fühlst du dich auch so, weil deine Beziehung dich nicht zufrieden stellt und dann hat man ja schon grundsätzlich eine negative Haltung gegenüber allem.

    Liebe Grüße
    Jade

  3. #3
    Roman Verfasser Avatar von glasheuler
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    Hallo Lady,
    Jade hat im wesentlichen das ausgeführt was meiner Einschätzung sehr entgegenkommt. Dein Partner hält Dich aller Vorraussicht nach absichtlich
    klein um Dich für alle Ewigkeit an ihn zu binden. Liebe und Fürsorge haben ein
    anderes Gesicht : Er müsste darum besorgt sein dass Du auch ausserhalb Eurer
    Partnerschaft Kontakte hast und sie auch pflegst. Einen Partner zu haben bedeutet
    nicht in einem Vakuum um sich herum zu bilden. Um über den Tellerrand herausschauen zu können sind diese Kontakte enorm wichtig für Dich.

    Liebe und Partnerschaft leben im wesentlichen von zwei wichtigen Elementen:
    Nähe und Distanz im stetigen Wechsel. Wenn Du die meiste Zeit Deines Lebens
    im häuslichen Bereich bleibst und nicht mit Freunden oder Bekannten unterwegs
    bist um neues zu erleben, geht das Leben an Dir vorbei und Du bist nur noch Zuschauer.

    Je länger Du das noch fortführst um so größer werden Deine Probleme, im Enstadium hast Du Angst vor die Haustüre zu gehen. Lass es auf keinen Fall so
    weit kommen und nehme Dein Leben wieder selbst in die Hand !

  4. #4
    Neuling
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    Hallo,

    zuerst einmal möchte ich mich für eure Antworten recht herzlich bedanken.


    @ Jade Um auf deine Frage bzgl. der sozialen Phobie zurück zu kommen: Ich war nicht immer so zurückhaltend bzw. ängstlich meinen Mitmenschen gegenüber. Diese Eigenschaft entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr und ist im Grunde genommen das Resultat schlechter Erfahrungen, sowie Enttäuschungen durch ehemalige Freunde. Deshalb bin ich auch schon seit Jahren in Therapie. Und ja, ich hocke tatsächlich in meiner Freizeit quasi nur mit meinem Freund zusammen. Mir ist durchaus bewusst, das ich dringend an meiner Freizeitgestaltung etwas ändern muss, aber es gestaltet sich als äußerst schwierig, aus meinem Schneckenhaus heraus zu kommen.Weil ich ständig die Befürchtung habe, als ein langweiliger Mensch betrachtet zu werden bzw. nicht gemocht zu werden.

    @glasheuler Du sprichst mir aus der Seele! Theoretisch weiß ich, dass es wichtig für mich ist, auch andere soziale Kontakte zu haben, nur in der Praxis hapert es. Anfangs unserer Beziehung habe ich die traute Zweisamkeit sehr genossen, denn er ist mein erster fester Partner. Nur mittlerweile gelange ich wahrscheinlich auf den Boden der Tatsachen zurück und erkenne vermutlich, dass Distanz innerhalb einer Beziehung zu einer intakten Partnerschaft ebenfalls gehört. Nur wie damit anfangen?Ich möchte es ungerne so weit kommen lassen, irgendwann meinen Freund gar nicht mehr ertragen zu können.

    Lg Lady

  5. #5
    Roman Verfasser Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Lady,

    wenn Du Deinen Partner nicht um ein ganz ausführliches Gespräch bittest
    was Deine Lebenssituation angeht wirst Du aus diesem Irrgarten nicht herausfinden. Es ist nicht damit getan dass Du versuchst alles zu tun um
    ihn noch "eine Weile zu ertragen", du musst dafür kämpfen wieder eine lohnenswerte Perspektive für Dein eigenes Leben zu bekommen.

    Die Angst und Unsicherheit von anderen nicht angenommen zu werden kannst Du natürlich nicht von heute auf morgen ablegen. Das kannst Du nur in kleinen Schritten versuchen wieder aufzubauen. Es gibt doch heutzutage unzählige Möglichkeiten sich Gruppen mit besonderen Interessen (welche hast Du ?) anzuschliessen und hier Leute kennenzulernen mit denen man sich unterhalten kann.

    Fasse allen Mut zusammen und mache so bald wie möglich den ersten
    Schritt !

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Dass du in Therapie bist um deine soziale Phobie zu lindern ist schonmal ein guter Schritt.
    Sicherlich musst du aber auch ein paar Dinge in deinem Leben ändern.
    Ein Gespräch mit deinem Freund ist eine gute Idee.
    Er ist deine Partner und sollte dich in dem Punkt verstehen und unterstützen.
    Aber rausgehen musst du dann schon selber.
    Rege dir nicht ein dass du langweilig bist sowas ist meist blödsinn und wir leben nicht im Hollywood Film. Ausserdem blockierst du dich damit nur noch mehr.
    Wie Glasheuler schon erwähnte, suche dir Menschen die die gleichen Interessen teilen (Musik, Sport, Kunst...).

    Es ist doch schonmal ein erster Schritt getan weil du es von allein erkannt hast .
    Änderungen sind meist ein großer Schritt, aber mit Geduld und Ausdauer schaffst du das.

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