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Thema: Warum sind viele Kinder und Jugendliche so aggressiv?

  1. #1
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    Standard Warum sind viele Kinder und Jugendliche so aggressiv?

    Warum ist es eigentlich so, dass Kinder und Jugendliche andere Kinder / Jugendliche, die irgendwie anders sind, ärgern?
    Ich bin jetzt über 30, kann es aber immer noch nicht nachvollziehen, weil ich nie so war. Diese ganzen Machtspielchen habe ich nie verstanden und nicht gut gefunden.

    Was macht Kinder und Jugendliche so unglücklich, dass sie solche Verhaltensweisen zeigen?
    Und woher kommt der Ekel / die Abneigung gegenüber Behinderten Kindern / Jugendlichen?
    Ich glaube nämlich nicht, dass das nur an den Eltern liegt.
    Woher kommt diese Bösartigkeit?

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ginger1 für den sinnvollen Beitrag:

    larshallpark (16.01.2017)

  3. #2
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    Hallo Ginger1,
    Das ist eine schwierige Frage. die sehr schwer ist zu beantworten. Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten. Mein Sohn war ein Spätentwickler und hat es ihm auch spüren lassen . das liegt auch mit an den Eltern zum Teil. denn die eigenen Kindern sollen sich mit gleichgesinnten abgeben. Man muss nur anders sein und schon ist man in der Opferfalle. warum man heute so wie du sagst zum Teil Bösartig ist kann ich dir nicht sagen. Kannst du vielleicht Beispiele nennen?
    Lg Sprachlos

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    larshallpark (16.01.2017)

  5. #3
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    vielleicht könnte hier einmal eine Kindergärtnerin oder ein Lehrer schreiben, was er denkt, aber ich habe selbst mehrere Kinder und kenne daher auch massenhaft Freunde/Bekannte mit Kindern und Eltern aus dem Kindergarten samt ihren Kindern. Meiner Meinung nach ist das Verhalten der Kinder anderen Kindern gegenüber zu 99% Sozialisation! -> ein Spiegelbild der Eltern und definitiv ein Resultat aus deren Erziehung/Sozialisation. Soziales oder eben unsoziales Verhalten übernimmt das Kind von den Eltern und wird im Elternhaus entweder positiv oder negativ gefördert oder auch gar nicht (Verwahrlosung). Ich kenne Kinder, die sind richtig fies, hintenrum, booten andere Kinder aus, schließen andere Kinder aus. Und die Eltern? Selber sehr durchsetzungsfreudig, teilweise hintenrum, durchaus intelligent! Die Kinder übernehmen die Eigenheiten ihrer Eltern unterschiedlich stark. Manche übernehmen sie gar nicht, bei anderen brechen sie doppelt und dreifach stark aus. Es gibt eine umheimliche Breite an Elternhäusern. Ich hab da schon ganz unterschiedliche Eltern gesehen. Wenn ich überheblich über andere rede, über andere herziehe, versteckte böse Kommentare mache, andere auslache, schlage, dann lernt das Kind dieses Verhalten. Vor allem, wie die Eltern sich gegenüber ihren Kindern verhalten, ist glaube ich sehr wesentlich. Viele machen ihre Kinder klein und die Kinder dann wiederum die anderen Kinder. Wenn die Eltern gefühlskalt mit den Kindern umgehen, woher solls dann kommen? Und dann gibt es noch diese negativSpiralen. Die können JEDEM (den nettesten intelligentesten Eltern) passieren, dass man zu sehr auf das negative Verhalten des Kindes eingeht. Das Kind will Aufmerksamkeit und bekommt dieses nur/oft beim stören. Das trifft wahrscheinlich vor allem Eltern, die im Alltag sehr gestresst/beschäftigt sind. Ich persönlich wohne nicht in einem Problembezirk und die Eltern, die ich kenne sind keine assozialen, schlagenden oder sonstwie problemgeladenen (alkoholabhängige etc.) Familien. Zur Verdeutlichung ein ganz subtiles harmloses persönliches Erlebnis:

    Wir wohnen in einem Ensemble aus mehreren Häusern. Mein Sohn geht (relativ selten) bei uns im Hof spielen. Dort sitzen Kinder, alle gut 5 jahre alt, die seit einem Jahr auch dort wohnen, aber recht häufig unten sind und sich schon gut kennen. Die Kinder entstammen ganz netten normalen Familien. Mein Sohn will im Garten zur Schaukel gehen, da rast ein Junge auf ihn zu mit einem Holzschwert in der Hand und ruft: "Attacke gegen XYZ" "Der kommt hier nicht vorbei" etc. Keine Bosheiten, keine Schimpfwörter. Die Eltern stehen daneben und das ist völlig normal für die Eltern, glücklich und zufrieden wenden sie sich anderen Dingen zu. Was ihr Junge macht und wie er die anderen gegen meinen Sohn aufstachelt, findet keinerlei Beachtung. Weiterhin steht noch eine studierte Sozialarbeiterin im Garten herum. Normalerweise, bei fremden Kindern wäre ich helfend eingeschritten, damit die Situation nicht eskaliert, aber da die Eltern des anderen Jungen seelenruhig danebenstehen, lasse ich es auch laufen, da mein Sohn nicht der Aggressor ist. Mein Sohn sagt zigmal stopp, der Junge reagiert nicht und macht weiter und zum Schluss laufen 4 Jungen mit ihren Holzschwerten Attacke rufend auf meinen Jungen zu. Mein Junge bleibt lange ruhig, aber dann wehrt er sich und fängt an, sich mit dem anderen "Anführer"Jungen zu "schlagen". Alle Kinder sing gleichalt und gleichgroß gewachsen. Die anderen 3 Jungen sehen zu. Mein Junge wehrt das Schwert ab und es prallt schmerzlich gegen das Schienbein des Jungen. Der "Anführer" läuft schreiend und weinend zu seinen Eltern und wird getröstet. Alles in Ordnung, er wird weiterhin Attacken gegen andere Kinder machen, wenn er gerade Lust hat. Ich habe die Situation mit meinem Jungen nochmal durchgesprochen und ihm gesagt, dass er in so einer Situation dem anderen Jungen sagen kann, dass dieser nicht über die Schaukel zu entscheiden hat. Interessant fand ich das Gespräch mit der Sozialarbeiterin, in dem ich sie fragte, ob das hier im Hof eigentlich immer so abläuft, da ich den besagten Jungen sehr häufig sehe, wie er die anderen Kinder zu negativen Dingen anstiftet, sei es anderen Kindern Sachen wegzunehmen, andere Kinder der "Gang" auszuschließen, Scheiben von den Garagenhäusern einzuschlagen, sogar Erwachsenen Sachen zu verstecken und mit Wasser zu bespritzen. Die studierte Sotialarbeiterin meinte dann zu mir. Das sei doch ganz normales Verhalten von Kindern. Ich hab nichts weiter dazu gesagt. Aber vielleicht ist das die Antwort auf deine Frage, warum eigentlich Kinder andere Kinder so gerne ärgern. Das ist ganz normales soziales Verhalten!?

    Vielleicht gibt es irgendwo Studien dazu, aber würde dein Kind woanders, also in Asien, Afrika oder Amerika oder im entferntesten Urwald aufwachsen, komplett ohne deinen Einfluss, es würde genauso werden, wie die Leute, wo es aufwächst. Das einzige, was passieren könnte, ist, dass es anders ausieht, als die Menschen dort und sich vielleicht irgendwie nicht zugehörig fühlt, aber ansonsten ist das meines Erachtens Sozialisation.
    Beste Grüße

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    Hase04 (12.01.2017)

  7. #4
    Schreibkraft Avatar von Sisyphus
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    Diese Frage habe ich mir auch ständig gestellt. Leider beschränken sich diese leider zutreffenden Beobachtungen nicht auf Kinder und Jugendliche, in der Erwachsenenwelt ist das nicht besser, allenfalls subtiler, wenn auch nicht immer. Im Prinzip wird man in der Gesellschaft, so friedfertig man auch ist, ständig zum Kämpfen gezwungen, und man kann quasi nur mit der Waffe in der Hand überleben oder seine Ehre retten. Es kann der Frommste nicht in Frieden leben, wenn der böse Nachbar es nicht will, und solche "bösen Nachbarn" gibt es viele. Wenn man sich anschaut, was in der Welt momentan so los ist, braucht man bereits nicht mehr in der Geschichte zu studieren, um zu verstehen, warum das so ist. Ein Ausweg wäre das Emeritentum, das allerdings mit einem extremen Verlust von Annehmlichkeiten verbunden ist. Viele, die so denken wie wir, bevorzugen deswegen den Eskapismus im Kleinen, d. i. eine Art innerer Imigration.

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    Pluto (14.01.2017)

  9. #5
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    Meine Erfahrung ist, dass zufriedene Menschen nicht so sind. Aus diesem Grund sehe ich neben dem Rückzug noch die weitere Option, sich im Leben strikt an eine Richtung zu halten, die die zufriedenen Menschen gehen. Wenn man sich an die hält und sich an denen orientiert, ist das schon mal die richtige Richtung. Ich denke nicht, dass man sich das andere unbedingt antun muss, auch wenn viele behaupten, man müsse lernen, damit umzugehen, sich abzugrenzen, sich zu wehren usw. Die Gefahr, dass das auf mich abfärbt und ich nachher genauso werde, wäre mir zu groß. Ich bin der Meinung, dass es auch anders geht. Ich denke, dass einem Derartiges beispielsweise nicht bei der Arbeit begegnen wird, wenn einem der Betrieb gehört. Nicht gelebt zu haben, weil man nur mit Aufbau von Eigenem beschäftigt war, ist zugegebenerweise bitter. Aber ich würde das immer noch besser finden, als sich das ganze Leben mit Leuten rumzuärgern, die stänkern, streiten, aggressiv sind oder die hinterhältig-feigen Varianten davon ausleben. Selbst wenn ich derartige Konflikte gewinnen würde, wäre ein Trübung / Schwärzung des Lebens da. Ich will sowas gar nicht in meinem Leben drin haben.
    Geändert von Arbeiter (04.01.2017 um 18:14 Uhr)

  10. #6
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    >>Meiner Meinung nach ist das Verhalten der Kinder anderen Kindern gegenüber zu 99% Sozialisation! -> ein Spiegelbild der Eltern und definitiv ein Resultat aus deren Erziehung/Sozialisation. Soziales oder eben unsoziales Verhalten übernimmt das Kind von den Eltern und wird im Elternhaus entweder positiv oder negativ gefördert oder auch gar nicht (Verwahrlosung).<<

    Oh ja. Wer von euch lebt auf dem Dorf? Ich ja. Und schon als Kidn hiess es: "Mit den/der spielst du nicht!"

    Außerdem wird am Tisch geredet. Als Kind hört man viel. Da würde gelästert und man übernimmt das und "guck doch mal wie der aussieht, und guck mal wie die da redet und die ihre Eltern, nach oh mein Gott was sind das für Leute, und wie der mit seiner Mutter spricht, und guxkt dir von er da die Hobbies an - Malen achjemine, ach und überhaupt mimimi!"

  11. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Channah für den sinnvollen Beitrag:

    Hase04 (12.01.2017)

  12. #7
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    Ich finde auch das vieles an dem sozialen Umfeld liegt, aber nicht nur. Auch die Medien so wie Computerspiele liegen im Rennen.
    Sehr vieles ist dort auf Gewalt eingerichtet. Doch wer hilft den Kindern es zu verstehen. Eltern sind sehr oft gezwungen zu zweit zu arbeiten.
    Es fehlt dadurch oft an Zeit und Geduld für die Kinder. Kinder fühlen sich dadurch oft abgelehnt, minderwertig, als Störenfried usw.
    Manche Eltern können es sich aber nicht leisten von einem Verdienst zu leben.
    Und was können denn Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit schon großartiges machen. So viele Menschen fühlen sich durch Kinder gestört.
    Überall werden sie weggeschickt. Und Jugendliche... Die haben doch gar nichts mehr. Einrichtungen werden geschlossen, wer kümmert sich noch um sie?
    Nach Schulabschluss sind die Aussichten für unendlich viele erst mal gleich Null. Auch die Politik hat an der heutigen Situation große Schuld.
    Denn dort sind Kinder und Jugendliche nur Randfiguren. Die wirklichen Bedürfnisse interessieren nicht wirklich. Es ist schon traurig,
    aber unsere Gesellschaft so wie Politik und natürlich auch Politik sind meiner Meinung nach Schuld an der Situation wie die Kinder und
    Jugendliche sich entwickeln.
    Hier stehen keine Vorwürfe im Raum, sondern es ist nur meine Meinung!

  13. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Magylene für den sinnvollen Beitrag:

    Saphira2016 (11.01.2017)

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    Magylene, du hast meine volle Zustimmung

  15. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Channah für den sinnvollen Beitrag:

    Magylene (12.01.2017),Saphira2016 (11.01.2017)

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