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Thema: Was fehlt mir? Derealisation?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Was fehlt mir? Derealisation?

    Hallo,

    Ich brauche Hilfe, und zwar dringend.
    Ich bin jetzt 18 Jahre alt und seit meiner Kindheit krank, doch ich weiß nicht, was genau mir fehlt. Mehrfache Besuche beim Arzt (neurologische Untersuchungen, MRT, EKG) sowie eine einjährige Einnahme eines Antidepressivums (das bei mir wohl anfangs eher einen Placebo-Effekt ausgelöst hat, und im Endeffekt nicht geholfen hat) und eine ebenfalls ca. einjährige Behandlung bei einer Psychotherapeutin (die durch fehlende Sympathie nicht erfolgreich war und abgebrochen wurde) haben leider auch keine Besserung erzielen können.

    Unter vielen Krankheitsbildern kann ich mich mit dem der sogenannten "Depersonalisation" und "Derealisation" am besten identifizieren.
    Hier ist ein Link, der die Depersonalisation und Derealisation etwas genauer erklärt:

    http://www.didelsche.de/Folgen/Deperson/deperson.html

    Das auf dieser Seite beschriebene Gefühl von "entfernt sein", "nicht richtig hier sein", entspricht der Beschreibung, die ich von mir gegeben hatte, als ich zum ersten mal mit diesen Gefühlen konfrontiert war. Damals sagte ich zu meinen Eltern, "ich fühle mich, als wäre ich nicht mehr richtig hier".
    Da ich nicht jedem einen ausführlichen Bericht abgeben kann, wenn diese Person mich in einer Situation antrifft, in der mich diese Gefühle sehr stark überkommen, beschreibe ich dies dann auch häufig als "Schwindel", obwohl es nicht so ist, als würde ich mein Gleichgewicht verlieren o.ä.

    Es fühlt sich vielmehr eben entfremdend an, meine Bewegungen fühlen sich tatsächlich wie die eines Fremden an, fremdgesteuert. Es wirkt tatsächlich wie "in einem Schauspiel" oder wie ich es immer genannt habe, wie "in einem Videospiel/Film". Auch die Beschreibung der Umwelt, die als fremd und "unwirklich" erscheint, trifft bei mir zu 100% zu. Oftmals wirkt einfach alles verzerrt, seltsam.

    Das Auftreten dieses Gefühls ist so, dass es sich quasi den ganzen Tag über so dahinzieht; stellt es euch vor, als gäbe es eine Linie, ab der das Gefühl so dominant wird, dass ich in meiner Handlung eingeschränkt bin. "Vor" dieser Linie ist das Gefühl zwar da, aber nicht so schlimm.
    Mehrmals pro Tag, manchmal auch gar nicht oder nur sehr selten, kommt es dann zu einer "schlagartigen Explosion" (so muss ich es einfach beschreiben) dieser Gefühle, es fühlt sich auch so an; wie eine Art Lichtblitz-explosion und dann ist es sehr schlimm, unerträglich. Vergleichbar ist dies insgesamt wohl am besten mit der Linie eines EKGs, mal auf, mal ab.

    Da ich auch vor neuen, ungewohnten Dingen sehr große Angst habe (z.b. war ich bis vor kurzem noch nie in einer Großstadt) ist dieses Gefühl sehr schlimm, wenn ich neue Dinge ausprobieren möchte. Die Angst davor ist so groß, dass allein das Wissen, dass ich es morgen oder wann auch immer tun werde, dieses seltsame Gefühl sehr verstärkt.

    Verstärkt wird es auch durch folgendes:
    1. Menschenansammlungen (obwohl mich die Menschen an sich nicht stören)
    2. Große Gebäude/Höhen (Höhenangst)
    3. Dämmrige Lichtverhältnisse und auch bei Nacht
    4. Betreten von neuen, bisher unbekannten Räumen/Gebäuden
    5. Sehr kleine Räume und sehr große Räume/Flächen
    6. lange Zeiten vor dem Bildschirm, v.a. Videospiele (ab 2 Stunden ist es dann am Abend des Tages sehr stark)
    7. Sehr große Müdigkeit


    Für jegliche Hinweise, Meinungen oder was auch immer wäre ich wirklich wirklich sehr dankbar!
    Besonders gerne hätte ich einen Therapievorschlag.


    Viele liebe Grüße,

    Kevin.

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Standard

    Hi Kevin

    Einiges was du beschreibst klingt mir sehr vertraut. Allerdings kommen bei mir die Situationen in denen ich mich "nicht hier" fühle sehr selten wirklich vor.

    Um zu verstehen ob deine Gefühle ähnlich sind, wie die Erfahrungen die ich gemacht habe frage ich dich, ob du in diesen Momenten auch nicht richtig denken kannst, etwas verwirrt und unsicher dich bewegst. Bei mir ist es manchmal so, dass ich anfange zu wanken, zumindest fühlt es sich so an. Personen die aber bei mir sind empfinden das nicht so. Ich versuch mich dann in solchen Situationen immer irgendwie abzulenken, aber selbst andern zuhören funktioniert nicht mehr. Es kommt mir ausserdem alles unecht vor und ich spüre meine Gliedmaßen nicht mehr wirklich...manchmal fühlen sie sich aber auch seltsam schwer an und baumeln herum.

    Was ich noch von dir gern wissen würde ist:

    Wie sieht dein Schlafrythmus aus?

    MfG Pure

  3. #3
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    Standard

    Guten Morgen Pure!

    Zu deinen Fragen:
    Es ist tatsächlich bei mir auch so, dass
    ich in den Moment nicht "richtig denken" kann, also auf irgendeine Art und Weise schon, aber es fühlt sich sehr seltsam an.
    Das mit dem "verwirrt" sein und "unsicher bewegen" kommt mir ebenso vertraut vor. So fühlt es sich an, wenn dieses "Gefühl" da ist und auch, wenn es ganz plötzlich - eben dieses explosionsartige Eintreten - auftaucht.
    Meistens fass ich mir dann auch instinktiv an den Kopf, massiere meine Augen. Irgendwann wurde das zu einem dazugehörigen "Rhythmus".
    Manchmal fühle ich mich dann auch so, als würde ich "wanken", dann stütze ich mich hin und wieder auch irgendwo ab, z.b. am Türrahmen. Allerdings ist es auch bei mir wieder so, dass es sich gar nicht so anfühlt, als würde ich wanken und andere merken dann auch nur, dass ich auf einmal ein anderes Verhalten eingestellt habe.

    Das mit dem Gefühl bzgl. der Gliedmaßen.. So fühlt es sich für mich so an, als wären diese dann "nicht mehr meine". Dass sie tatsächlich eigentlich meine Sinn, das weiß ich irgendwie in meinem Kopf natürlich schon, wenn ich gezielt darüber nachdenke, in dem Moment aber fühlen sie sich sehr fremd an.
    Ganz am Anfang habe ich dann, als dieses "Gefühl" plötzlich kam oder auch schleichend, hauptsächlich aber sehr stark war und mir daher unangenehm war, immer meine Hände vorgestreckt und sie - wie man es manchmal in Filmen sieht - sehr verwundert angesehen, sie gedreht und die Finger ganz langsam bewegt, weil ich mir bewusst machen wollte, dass das doch eigentlich meine sind, sie sich aber nicht so anfühlen. Auch die Beine sind dabei ein "Problem", wie du auch gesagt hast.


    Du siehst, bei mir fühlt es sich also ganz ähnlich an wie das, was du beschrieben hast. Und glaub mir, ich habe das jetzt nicht alles erfunden oder nur bestätigt, und so merkwürdig es auch klingen mag, dass alles zutrifft, so ist es nunmal.

    Vielen Dank!

    P.s. dieses "Gefühl" ist, wenn es denn stark genug, also präsent genug ist, nicht unbedingt ein körperlicher Schmerz für mich, aber es fühlt sich wie eine unheimliche Pein an, deren Ursprung ich bisher wohl nicht feststellen konnte.. Ich bin immer unheimlich froh, wenn ich mich danach wieder besser fühle.


    Was ich noch von dir gern wissen würde ist:

    Wie sieht dein Schlafrythmus aus?

  4. #4
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    Standard Mal ganz kurz...

    Wie sieht Deinen Tagesablauf aus? Gehst du in die Schule?
    Hast Du Träume?
    Bei dem Therapien hast Du mal versucht den Gefühlen keinen Wiederstand zu geben, sondern die anzunehmen und einfach ohne Gedanken zu beobachten?
    Bis dann
    Rob

  5. #5
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    Standard

    Hallo nochmal,

    zu oben noch etwas:

    Mein Schlafrhythmus.. in der Schulzeit gehe ich meistens so um 11 Uhr abends ins Bett und stehe dann so gegen 6:30 Uhr auf, schlafe also knapp 7 1/2 Stunden mit teilweise Unterbrechungen. (Mein Vater hört jeden Morgen um ca. 3 uhr morgens ein lautes Geräusch aus meinem Zimmer, als wenn ich auf einmal gegen das Bett schlagen würden. Aber ich und meine Freundin haben das noch nicht mitbekommen).

    Ansonsten schlafe ich meist so bis 8 oder 9 Uhr und gehe verschieden spät ins Bett, meist aber erst so gegen 11 Uhr.

    Zitat Zitat von rob.tamtam73 Beitrag anzeigen
    Wie sieht Deinen Tagesablauf aus? Gehst du in die Schule?
    Hast Du Träume?
    Bei dem Therapien hast Du mal versucht den Gefühlen keinen Wiederstand zu geben, sondern die anzunehmen und einfach ohne Gedanken zu beobachten?
    Bis dann
    Rob
    Hallo!
    Ich gehe in die Schule, bin dann meist so bis 13-15 Uhr in der Schule.
    Zu Hause mache ich das nötigste und fahre dann zu meiner Freundin, die wohnt nicht sehr weit weg. Lernen tu ich meist schon in den Zwischen- und Freistunden. Ansonsten nach der Schule oder bei meiner Freundin, wo es etwas ruhiger und angenehmer zu Lernen ist.
    In der Schule fühle ich mich meist sehr müde, habe Kopfschmerzen und auch großen Druck im Kopf. Manchmal ist es da auch sehr schlimm mit meinem.. "Gefühl"; vor 2 Jahren oder so war es so schlimm, dass ich mich immer an einen Punkt fixiert habe, z.b. eine Fensterscheibe, und diese 3x 45 Minuten angestarrt habe, die Pause unruhig verbracht, und den Rest dann wieder so verbracht habe. Nachgelernt habe ich dann natürlich alles zu Hause.

    Träume hatte und habe ich. Lange Zeit, auch vor Beginn meiner Krankheit, waren diese auch sehr grausam. Ein sehr lang andauernder war für mich immer nur ein Gefühl im Traum, dass mir die Kehle auf grausamste Weise zugeschnürt wurde. Andere waren ähnlich schlimm und werden wohl nie vergessen werden.
    Ansonsten heute fast keine schlimmen mehr, hin und wieder eher lustige oder.. sonstige "normale" Träume.

    Die Krankheit, oder eher wohl "das Gefühl" nicht zu "bekämpfen", daran kann ich mich nicht wirklich erinnern. Zumindest in der Therapie wurden eh andere Dinge therapiert, weswegen ich aufgehört habe. Ich weiß aber nicht, ob ich das gewollt nicht bekämpfen kann, denn es ist so qualvoll..

  6. #6
    Schreibkraft
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    Was lernst Du? Wie sind die Lehrer? Wie ist den Unterricht? Wie sind deine Schulkamaraden? Wie ist das lernen zuhause und wieso ist es bei deine Freundin ruhiger? Wann haben die Symptome angefangen? Kannst Du dich an einen besondere Ereignis erinnern?
    Was magst Du in Deinen Leben? Was machst Du gerne? Was möchtest Du lernen?
    Denkst Du viel über Deine Beschwerden nach? Suchst Du oft nach den Ursachen?

    Entschuldige für die viele Fragen. Ich versuche zu verstehen wer/wie Du bist. Ich werde gleich Dir was interessantes erzählen und dann kannst Du entscheiden, ob es sich lohnt zu probieren Deinen Gefühle nicht zu wiederstehen, sondern...

    Bis bald
    Rob
    Geändert von rob.tamtam73 (03.06.2010 um 20:40 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Hallo!

    Was lerne ich:
    Ich lerne eben alles, was ich für die Schule brauche. Wenn mal weniger zu lernen ist, auch Vokabeln und freiwillig Altgriechisch, weil das für mein Studiumwunsch gebraucht wird.. Ansonsten eben alles, was ich für die Schule brauche.

    Wie sind die Lehrer?:
    Alle, die ich habe, und auch einige weitere, im Großen und Ganzen ganz in Ordnung; größtenteils eher alt und jeder hat so seine Macken, die mich manchmal schon ein wenig stören, z.b. dass Mädchen bevorzugt werden o.ä., sowie meine Leistungen nicht immer (leider) so angerechnet werden wie mein Einsatz dafür.

    Wie ist der Unterricht?:
    Zum Teil stressig, zum Teil langweilig. Ein Fach geht mir besonders auf die Nerven, da es wegen dem Lehrer sehr sehr langweilig geworden ist. Leider sogar mein LK. Aber das konnte man ja nicht wissen. Ansonsten oftmals ein pures "Zuhören".

    Wie sind deine Schulkamaraden?:
    Ich komme mir den anderen gegenüber sehr überlegen vor, bitte das nicht eingebildet auffassen. Ich komme mir einfach ein wenig reifer und intelligenter vor, da die z.B. die Äußerungen aller anderen - bis auf sehr wenige Ausnahmen - dem Alter entsprechend nicht angemessen sind.
    Befreundet bin ich mit 2-3 Jungs recht vernünftig, aber wirklich gute Freunde, auf die ich mich u.U. auch verlassen kann, habe ich nicht. Ich möchte sie jedoch auch nicht als meine Freunde nennen (aus obigen Gründen).

    Wie ist das lernen zuhause und wieso ist es bei deine Freundin ruhiger?:
    Angenehmer als in der Schule, da es dort kaum Ruhe zum Lernen gibt. Zu Hause ist es jedoch auch öfter unangenehm laut, da meine Eltern häufig sehr laut reden und mich oft unterbrechen/stören. Bei meiner Freundin kann ich dagegen fast immer in Ruhe lernen, während sie sich dann mit etwas anderem beschäftigt.

    Wann haben die Symptome angefangen?Kannst Du dich an einen besondere Ereignis erinnern?:
    Ich meine es hat mit ca. 8 Jahren begonnen. Damals durfte ich - leider - zu viele Videospiele zu häufig spielen, was dann in Muskelkrämpfen und -zuckungen geendet hat, was der Arzt als reine Muskelverkrampfungen diagnostizierte. Ansonsten kann ich mich an kein sehr prägendes Ereignis erinnern, es gab eben hin und wieder ein paar dramatische und tränenreiche Ereignisse, die mich damals sehr mitgenommen haben, inzwischen aber kaum von Bedeutung für mich sind.

    Was magst Du in Deinen Leben? Was machst Du gerne? Was möchtest Du lernen?:
    Meine Freundin, die mir sehr viel Halt gibt und mir in den 2 Jahren, in denen ich sie bisher kenne, die Welt gezeigt hat, von der ich nicht wusste, dass sie existiert. Ich habe dank ihr z.b. zum ersten Mal (mit 17!) eine Großstadt gesehen, die nicht weit weg von mir entfernt liegt. Oder war fast zum ersten Mal in einem Kino usw.
    Ansonsten mag ich gerne Musik machen (ich spiele Klavier, aber nur selbst beigebracht). Ich interessiere mich auch für Literatur, d.h. ich lese sehr gerne und recht viel, und interessiere mich auch für Bildung.
    Ich mache gerne Sport (hauptsächlich Kraftsport, den ich vor ca. 2 Jahren noch viel intensiver praktiziert habe; auch Schwimmen) und spiele hin und wieder gerne Videospiele.
    Was ich lernen möchte? Wie ist diese Frage gemeint?


    Denkst Du viel über Deine Beschwerden nach? Suchst Du oft nach den Ursachen?

    Ich denke schon recht häufig darüber nach, da sie auch häufig auftreten. Vor allem auch, wenn ich gerade über Dinge spreche oder nachdenke, die in in meiner Zukunft noch erledigen möchte, von denen ich aber weiß, dass ich sie so "leicht" mit meiner Krankheit nicht bewältigen kann. Z.b. den Führerschein machen, oder wegziehen und studieren; auch wenn der Wunsch danach sehr groß ist.
    Ich suche hin und wieder nach Krankheitsbildern, die meinen Symptomen entsprechen, z.B. eben der genannten Derealisation/Depersonalisation. Auch gehe ich - oder vielmehr ging ich - hin und wieder zum Arzt und zu diversen Untersuchungen.


    Ich werde gleich Dir was interessantes erzählen und dann kannst Du entscheiden, ob es sich lohnt zu probieren Deinen Gefühle nicht zu wiederstehen, sondern...


    Meinst du nun, es wäre besser, meinen Gefühlen zu widerstehen, oder ihnen "nachzugeben" und bewusst damit in den Situationen zu leben?

    Na dann, ich bin sehr gespannt!

  8. #8
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    Die unklare Frage war bezüglich die Uni. Was möchtest studieren?

    Darf ich noch wissen welche Videospiele zu häufig spielt hast?

    "es gab eben hin und wieder ein paar dramatische und tränenreiche Ereignisse, die mich damals sehr mitgenommen haben, inzwischen aber kaum von Bedeutung für mich sind".

    Darf ich trotzdem wissen was passiert ist?

    Grüß
    Rob

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