Hallo!
Ich bin ganz neu hier und hoffe auf Hilfe oder gute Ratschläge.
Es ist schwer anzufangen bzw. wo man anfangen soll. Ich bemühe mich, nicht zu viel zu schreiben.
Mal kurz zu mir:
Zur Zeit studiere ich im 7. Semester, bin 24 Jahre alt, weiblich und mit meinem Freund (ebenfalls Student, im gleichen Studiengang+Semester) seit 3 Jahren zusammen.
Es gibt eigentlich recht viele kleine Probleme in meinem Leben.
Ganz aktuell gibt es auch ein größeres Problem. Und zwar habe ich meinen Freund betrogen (es kam aber nicht zu Sex!) und ihn dies bezüglich natürlich angelogen.
Ich weiß, es war falsch. (Bitte kommt jetzt nicht mit Vorwürfen, die bekomme ich zur Genüge von meinem Freund.)
Seit diese Sache aufgeflogen ist, und zu dem anderen Mann der Kontakt abgebrochen wurde bin ich irgendwie in ein tiefes Loch gefallen.
Mein Freund bezeichnet mich als "Gefühls kalt" und auch sonst fühle ich mich oft einfach nur als wäre ich "da" (also auf dieser Welt) aber nicht mehr und auch nicht weniger. In schlimmen Phasen gibt es einfach Nichts, was mir Freude bereiten könnte und ich verbringe dann eigentlich den ganzen Tag nur auf dem Sofa und schaffe es nicht mal den Haushalt zu erledigen ganz abgesehen von meinem Studium, dass ich zur Zeit richtig schleifen lasse. Alles ist im Moment einfach anstrengend.
Natürlich hab ich auch wieder hin und wieder ein Gefühlshoch, aber meistens holen mich dann die Streitereien mit meinem Freund schnell auf den Boden zurück.
Diese depressive Phase hatte ich jedoch auch schon davor immer wieder.
Diese ganze Fremdgehgeschichte hat nicht mal einen Monat gedauert und es ist jetzt 3 Wochen her, seit sie aufgeflogen ist.
Natürlich denke ich oft daran, wie es mit dem Anderen wäre. Ich fühlte mich bei ihm einfach unbeschwert und glücklich. Es war eben ganz was Neues und die Alltagsprobleme konnte man gut verdrängen. Jedoch hätte das Alles keine Zukunft, da er verlobt ist.
Zu den sonstigen Problemen:
Da gibt es allerhand.
Zunächst einmal habe ich so gut wie keine Freunde. Meistens unternehme ich nur was mit meinem Freund und einem guten Kumpel aus der Uni zusammen. Aber eine richtige Beste-Freundin habe ich nicht, und hatte ich auch nicht mehr seit ich 12 war.
Ich fühle mich oft einsam und hätte gerne Kontakt zu Anderen, jedoch ist es dann meistens so, dass ich mich nicht aufraffen kann raus zugehen, dass ich denke mich mag eh niemand oder aber auch dass ich die meisten anderen Leute seltsam finde. Zeit mit Leuten zu verbringen, die ich noch nicht gut kenne ist sehr anstrengend für mich, da ich einfach perfekt sein möchte bzw. ich möchte einfach gemocht werden. Mit Kritik kann ich nämlich gar nicht gut umgehen. Ich sehe sie meist als Angriff auf meine Persönlichkeit.
Dieser Perfektionismus im Bezug auf mich, fällt natürlich bei den meisten Menschen eher negativ auf. Ich achte sehr auf ein gepflegtes Äußeres und z.B. ungeschminkt würde ich niemals in die Uni gehen. Manchmal puder ich meine Stirn auch ab und zu nach (habe ein paar Hautunreinheiten, glänze schnell, und fühle mich dann unwohl), weswegen ich für eine richtige Tussi gehalten werde. Obwohl ich alles andere als oberflächlich bin. Ich achte sehr auf mein Aussehen, aber entscheidend bei anderen Menschen ist für mich deren Charakter.
Ich wurde früher oft gemobbt und mir wurde gesagt, wie hässlich ich doch sei, vielleicht kommt es daher...
Neben den nicht vorhandenen Freunden gibt es auch kein vorhandenes Hobby.
Früher in meiner Kindheit habe ich sehr gerne gezeichnet. Jedoch seit einem großen Umzug und Scheidung meiner Eltern mit 12 Jahren habe ich immer weniger gemalt, bis ich es eigentlich ganz habe sein lassen.
Ich würde schon behaupten, dass ich in dem Bereich talentiert war bzw. bin. Aber ich mache es einfach nicht mehr.
Und auch zu jeglichen anderen Hobbies bzw. Sport fehlt mir die Motivation. Ich würde sehr gerne wieder reiten gehen, das scheitert jedoch auch am Geld. Und auch scheitert alles daran, dass ich mich nicht aufraffe und auch keine Lust habe alleine etwas zu machen. Ich weiß, neue Freunde lernt man nur so kennen, aber ich habe einfach Angst davor. Wäre mein Freund dabei, dann könnte ich mich lockerer geben und so sein wie ich bin und er würde mich auch motivieren regelmäßig hinzugehen. Aber alleine klappt das bei mir einfach nicht.
Auch weiß ich nicht so wirklich was ich will. Manchmal interessiere ich mich für so viele Dinge, und an anderen Tagen sind sie mir dann nicht mehr wichtig.
Mein Studium langweilt mich im Moment auch nur noch. Ich sehe allgemein keine positiven Zukunftsaussichten.
Studium fertig...Job...Familie...Kinder...hmm toll?? irgendwie ist das alles so langweilig.
Ein weiteres Problem ist meine Passivität und eigentlich eher negative Grundeinstellung.
Es gibt noch so vieles, ich möchte hier jedoch keinen Roman schreiben, deswegen nur ein paar Sätze zu den Dingen die mich stören:
- Sehr häufig gibt es Streit mit meinem Freund, wegen Kleinigkeiten. Meistens bin ich diejenige die dann ausflippt und Gegenstände durch die Wohnung wirft, da ich sofort auf 180 bin und ansonsten keine Art weiß, wie ich mich wehren könnte und in dem Moment fühle ich mich überfordert.
Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich meinen Freund anmotzen "muss", ja das klingt dämlich, aber diese Wut muss raus sonst geht es mir nicht gut, auch wenn damit ein schöner Abend ruiniert wird.
Ich kuschel sehr gerne mit meinem Freund, doch an manchen Tagen stört mich jede Berührung und nervt mich jedes Wort von ihm.- Ich komme grundsätzlich fast immer zu spät. Auch in meinem studienbegleitendem Praktikum wodurch es Ärger mit meiner Chefin gab und ich mich die restliche Zeit nicht wirklich wohlfühlte dort. Und auch sonst...z.B. war geplant vor einem Kinobesuch noch essen zu gehen, jedoch fällt dies aus, weil ich nicht rechtzeitig fertig bin. Ich finde das selbst sehr schade.
- Mit Geld kann ich nicht gut umgehen. Ich bekomme fast 950Euro im Monat und habe das Glück dafür nicht einmal arbeiten zu müssen. Jedoch bin ich zur Zeit trotzdem im Minus. Geld ist mir an sich nicht wichtig. Ich bin nicht geizig und lebe eher für den Moment. Eigentlich bin ich bisher ja immer aus den Schulden raus gekommen und es hat irgendwie geklappt, deshalb mach ich mir kaum Sorgen, dass meine Ausgaben irgendwann doch zu hoch waren.
- Seit ich denken kann kaue ich Fingernägel. Sie sind vielleicht 2/3 von der ursprünglichen Länge. Meistens in stressigen Situationen oder aber auch aus Langweile. Oft bereue ich es aber am nächsten Tag, wenn meine Finger schmerzen.
- Alpträume:
Wenn ich träume, sind es eigentlich zu 70-80% Alpträume.
Sehr oft werde ich verfolgt oder muss ich irgendwo verstecken. Fast immer kommt der der mir Schaden will oder vor dem ich fliehe doch zu Nahe. So gut wie immer töte ich denjenigen dann. Manchmal auch auf sehr brutale Art und Weise, dass ich richtig verstört aufwache.
Als Kind hatte ich einen sehr schlimmen Alptraum, den ich selbst persönlich für sehr wichtig halte.
Und zwar ging ich mit meiner Mutter in einer Allee spazieren. Am Straßenrand stand eine alte Frau mit einer Spinne auf der Schulter (habe eine leichte Spinnenphobie) und diese Frau fragte meine Mutter, ob sie sie aufnehmen könnte. Natürlich war ich dagegen und habe auch meiner Mutter gesagt, dass ich das nicht will. Meiner Mutter war es jedoch egal. Ich beschloss dann, zu einem Supermarkt zu gehen und mir dort eine neue Mutter zu suchen. Jedoch fand ich keine, also ging ich wieder zurück. Die alte Frau war immer noch bei ihr. Irgendwann hat mich dann die Spinne gebissen und ich sah mich von außen unter der Erde mit meinem Kuscheltier liegen wie ich langsam zu einem Skelett wurde.
Den Traum hatte ich glaube ich mit 5-8 Jahren.
Ich bin sehr, sehr oft umgezogen. Im Kleinkindalter ungefähr 3mal. Zu Grundschulzeiten auch 4 mal (wenn man 1-2 Monate in Ferienwohnungen auch dazu zählt). In der 6. Klasse kam dann die Scheidung meiner Eltern und ein großer Umzug von Österreich zurück nach Deutschland. Habe meine beste Freundin, meinen Freund, meine Haustiere und alles andere verloren. Und hier in Deutschland waren es dann auch noch 4 Umzüge. Während der Puberät habe ich sehr viel mit meiner Mutter gestritten. Es gab einerseits ein sehr enges fast freundschaftliches Verhältnis zueinander (ich hab sie einige Zeit sogar bei ihrem Vornamen genannt, und nicht "Mama") jedoch hatte ich eine starke unterdrückte Wut ihr gegenüber auf Grund der ganzen Situation mit dem Umzug.
Zu meinem Vater habe ich eigentlich so gut wie keine Beziehung. Ich sehe ihn vielleicht zweimal im Jahr. Leider kommen dann von ihm oft Kommentare wie: "deine Haut sieht aber nicht gut aus, mit den ganzen Pickeln" etc...wodurch ich mich nicht wirklich auf die Treffen freue.
Selbstmordgedanken hatte ich früher in der Pubertät (konnte mich schwer eingliedern und wurde viel gemobbt) und in meiner letzten Beziehung ein paar mal. Allerdings bin ich mittlerweile der Meinung, dass das egoistisch wäre und ich mich lieber für Gutes auf der Welt einsetzen sollte.
Habe mir natürlich selber schon viele Gedanken gemacht und nach Diagnosen gesucht. Die Borderline Störung oder auch eine Depression würde gut passen. Versteht mich nicht falsch, ich möchte diese Krankheiten natürlich nicht haben, aber zu wissen was mit mir los ist würde helfen.
Sorry, jetzt ist es doch sehr viel geworden!![]()
Freu mich auf eure Kommentare.


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