Wunderschönen guten Tag,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich diesem Forum richtig bin. Ich wollte meine Gedanken einfach irgendwo aufschreiben und ich dachte, ein Psychologie-Forum wäre vielleicht das Beste.
Die Essenz ist, dass ich merkwürdig bin. Ich glaube nicht, dass es das merkwürdig ist, das man im Englischen als "creepy" übersetzen würde. Im Gegenteil: Ich bin beliebt, ich sehe gut aus, ich bin charmant, ich bin intelligent und ich bin sympathisch ( auch wenn man das nach dieser Selbstbeschreibung kaum glauben mag, aber ich beziehe mich auf Aussagen anderer Menschen ). Außerdem bin ich äußerst positiv und habe scheinbar eine Ausstrahlung die anderen Menschen, so stark sie auch grade leiden mögen, ein positives Gefühl vermittelt und sie tröstet (aus diesem Grund hab ich auch den Berufswunsch des Sterbebegleiters).
Die Leute mögen mich. Sie lieben mich. Ich hab keine Ahnung wieso. Zeitweise hatte ich 8 Personen in meinem Freundeskreis, die mich als ihren besten Freund bezeichneten.
Es ist nicht so, dass ich mir das ganze einbilden würde. Es ist so, dass die Leute mir sowas sagen. Ich bekomme mitunter Komplimente wie "God shoudlnt bless you - you should bless god" ( Das sagte mir ein Bekannter indischer Abstammung eines Abends ). Das verwirrt und irritiert mich und obwohl ich eigentlich ein recht bescheidener Mensch bin (in der Pubertät hatte ich mitunter Minderwertigkeitskomplexe) ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich mich der Arroganz hingebe.
Ich mag Menschen. Ich helfe gerne und aus tiefstem Herzen und versuche meine Bedürfnisse den Bedürfnissen der Masse unter zu ordnen. Das tue ich aber nicht, weil ich unter gebuttert werde ( wenn es sein muss, bekomme ich das, was ich will ) sondern ich tue es aus freien Stücken. Ich tue es, weil ich es für das Beste halte und ich tue es, weil ich mein Glück geringer schätze als das der Vielen.
Und trotzdem sind mir so viele Menschen egal. Nicht egal im Sinne von "Es ist mir egal, ob du leidest oder nicht", sondern im Sinne von "Ich freue mich, wenn du da bist, aber wenn du weg bist, werde ich dich nicht vermissen.". Das trifft auf Leute zu, die ich flüchtig kenne, ebenso wie auf meine engsten Freunde. Bei meinen Freunden melde ich mich meist nur aus Pflichtgefühl.
Mir geht es nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Mir geht es meistens gut und wenn es mir nicht gut geht, dann geht es mir zumindest "egal". Ich lache viel, erfreue mich an kleinen Dingen des Alltags (Weiche Sitze in der UBahn? BEST DAY OF MY LIFE!!!), ich lächle Menschen ehrlich und aus tiefstem Herzen an, wenn ich ihnen begegne und oft genug bekomme ich ein wunderschönes und ehrliches Lächeln zurück. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich pfeifend oder singend durch die Stadt laufe oder wie ich mir plötzlich im Bus wahnsinnig das lachen verkneifen muss, weil ich irgendeinen lustigen Gedanken hatte. Ich schaue mir die Welt an und ich mag sie. Ich liebe sie. Ich lebe gerne und ich wünsche jedem, dem ich begegne, dass er dies auch tut.
Ich hatte noch nie eine Freundin oder Freund. In der Pubertät aus Ermangelung an gegenseitiger Anziehung, heute einfach, weil ich kein Interesse dran habe. Diese "Triebliebe", die die meisten Menschen als höchste Erfüllung ansehen, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen. Sie vernebelt den Geist, in ihr steckt tiefste Anhaftung an Vergängliches und an ihrem Ende steht immer unendliches Leid. Vielleicht verstehe ich sie nicht, weil ich sie nicht kenne, nie selbst erfahren habe. Doch ich vermisse sie nicht. Nicht mehr. Ich fühle mich nicht einsam, obwohl ich im Grunde alleine bin. Es gab Zeiten, da habe ich mich nach einem zärtlichen Kuss gesehnt. Ich habe mich danach gesehnt mit einem geliebten Menschen im Arm einzuschlafen und ich habe mich danach gesehnt, dass das erste, was ich morgens sehe, sein liebliches Gesicht ist. Doch wenn ich mir ansehe, wie viel Leid mit dieser Triebliebe einher geht, dann bin ich froh, dass ich ohne sie lebe. Und mir geht es gut damit.
Ich glaube es gibt eine Liebe, die darüber hinaus geht. Ich glaube, dass Liebe das universelle Prinzip des Universums ist. Diese Liebe stellt keine Fragen. Sie tritt in unterschiedlicher Gestalt auf. Sie ist die Schönheit und Stille, die wir spüren, wenn wir auf der Spitze eines Berges stehen und ins Tal hinab sehen. Sie ist der Moment, in dem es kein Gestern und kein Morgen gibt, in dem nur noch reines Sein ist. Wenn dein Ich, dein gieriges und unvollkommenes Ego, das so geschwätzig ist und voller Gedanken an Vergangenheit und Zukunft, so voller Hass und Eifersucht, voller Begehren und Abneigung ist, wenn dieses Ich schweigt. Wenn wir ein Blatt sehen, das sich im Wind dreht oder einen Lichtstrahl beobachten, der durchs Fenster fällt. Dann ist sie da, diese Liebe und Schönheit. Gebündelt in einem leckeren Essen, das deine Mutter für dich gekocht hat oder einem Gedicht oder Lied, welches aus tiefstem und ehrlichsten Herzen kommen, macht sie Handwerk zu Kunst. Sie ist der Unterschied zwischen Kitsch und Romantik. Sie ist immer da und durchdringt jeden von uns vollkommen. Du musst dich nur öffnen.
Und ich weiß nicht, wieso es so ist und wieso ich so bin. Wieso?
Das wollte ich loswerden. Danke fürs lesen.


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, aber ich beziehe mich auf Aussagen anderer Menschen ). Außerdem bin ich äußerst positiv und habe scheinbar eine Ausstrahlung die anderen Menschen, so stark sie auch grade leiden mögen, ein positives Gefühl vermittelt und sie tröstet (aus diesem Grund hab ich auch den Berufswunsch des Sterbebegleiters).
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