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Thema: Was ist mit mir los?

  1. #1
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    Standard Was ist mit mir los?

    Hallo liebe Forum Members

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich in letzter Zeit ein wenig auf der Suche nach meiner Identität bin. Ich bin 17 Jahre alt und hab ein paar Probleme. Ich bin eigentlich ein ziemlich netter Typ, sportlich und auch nicht wirklich schlechtaussehend. Das einzige was mir fehlt ist wahrscheinlich Selbstwertgefühl. Anders gesagt: Mir ist es aus unerklärlichen Gründen wichtig was die Leute über mich denken. Ich versteh einfach ncht warum: Ich hab midestens 10 sehr gute Freunde und bin allgemein nicht unbeliebt, auch in der Schule nicht. Trotzdem verliere ich, sobald ich einen Misserfolg erlebe, fast mein ganzes Selbstvertrauen und bin dann sofort wider scheu wie ein kleines Kind. Ich kann mir das einfach nicht erklären :S ? Desweiteren kann ich mir nicht wirklich Stärken eingestehen und denke mir immer: " Gibt bestimmt noch jemanden der das besser kann"! Ich bin einfach nie mit mir zufrieden! Z.B jedes mal wenn ich am Wochenende etwas über die Strenge schlag, hab ich am nächsten Morgen ein verdammt schlechtes Gewissen und schwöre mir nie wieder Alkohol zu trinken. Und mit "über die Strenge schlagen" mein ich nicht etwa "kotzen", sonder lediglich ein wenig betrunken sein...

    Ein weiteres Problem folgt auf dem Fusse: Ich kann mich einfach nie entscheiden! Das fängt bei Computern an und geht bis zur "Wahl" einer Freundin. Z.B verkaufe ich etwa alle 4 Monate meinen PC und kauf mir dann nen neuen, welchen ich dann auch nach kurtzer Zeit wieder verkaufe -.-
    Bei Frauen siehts etwa gleich aus: Vor ein paar Monaten hab ich ein super Mädchen getroffen, die ich auch unbedingt zu meiner Freundin machen wollte. Doch als ich sie dann soweit hatte, bekam ich plötzlich kalte Füsse und habs dann irgendwie sein lassen.

    Ich weiss, das diese Probleme etwas "strange" sind, aber ich weiss echt nicht weiter. Bin ich eifach feige und hab schiss vor Misserfolgen?

    Danke euch schon im Voraus für die Antworten und das Interesse!

    MFG Fleppo

  2. #2
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    Zuerst einmal ist die Suche nach der eigenen Identität in diesem Alter, wie in jedem, normal.
    Und da kann auch das Selbstwertgefühl ins Wanken kommen. Aber, ist das bei dir erst seit kurzer Zeit so?

    Wenn für dich wichtiger ist, was die Leute über dich denken, so hat das schon mit dem SWG zu tun - aber die psychische Identität stellt ja nichts Unveränderbares dar, sondern gestaltet sich als Prozess - ein Leben lang.

    Bei einem Misserfolg scheu wie „ein kleines Kind“ zu werden, da stelle ich mir/dir die Frage, wie war der Umgang mit Misserfolgen in deinem Elternhaus? Gab es da so etwas wie die Forderung perfekt sein zu müssen und du lebst nun mit den verinnerlichten (zu) hohen (An)Forderungen an dich selbst?

    Nur du kannst diese hohen Forderungen an dich selbst korrigieren.

    Dein Problem, dass du dich nicht entscheiden kannst bei Computern, kann ich schon noch nachvollziehen. Aber dann der (für mich) stark hinkende Vergleich zu den Frauen. Da gruselts mich schon etwas.

    Zitat Zitat von fleppo Beitrag anzeigen

    Bei Frauen siehts etwa gleich aus: Vor ein paar Monaten hab ich ein super Mädchen getroffen, die ich auch unbedingt zu meiner Freundin machen wollte. Doch als ich sie dann soweit hatte, bekam ich plötzlich kalte Füsse und habs dann irgendwie sein lassen.
    Die WARE Frau? Sorry, Schreibfehler, die wahre Frau wählt man doch nicht wie einen Computer aus? Da merkst du, welche positiven Auswirkungen dein "Schiss vor Misserfolgen" unter Umständen haben kann (für diese Frau). Oder hast du dich nur unklar ausgedrückt?
    "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen." Pablo R. Picasso

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Magdolna für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (19.02.2011),fleppo (19.02.2011)

  4. #3
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    Erstmal danke für die rasche Antwort! Die Sache mit dem Elternhaus könnte durchus möglich sein, da ich einen grossen Bruder hab der zimlich vorbildhaft ist. Trotzdem glaube ich eher, dass ich selbst diese hohen Forderungen an mich stelle, da meine Eltern mir eigentlich fast nie Druck machen. Was kann ich dagegen tun?

    Die WARE Frau? Sorry, Schreibfehler, die wahre Frau wählt man doch nicht wie einen Computer aus? Da merkst du, welche positiven Auswirkungen dein "Schiss vor Misserfolgen" unter Umständen haben kann (für diese Frau). Oder hast du dich nur unklar ausgedrückt?
    Hier hab ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Klar kann man das nicht mit Computern vergleichen, ich wollte das genze einfach nur in einem einzigen Satz unterbringen :P Ausserdem bin ich Schweizer und kann mich unter Umständen nicht immer perfekt auf Hochdeutsch ausdrücken ^^

    Ich bin echt alles andere als ein Player, der sich jeden Monat eine neue Freundin holt und sich dabei noch geil fühlt. Wirklich! Ich hab sie echt gern gehabt und war mir auch sicher, dass wir super zusammenpassen würden. Trotzdem weiss ich nicht warum ich plötzlich kalte Füsse gekrigt hab :S

    Edit: Der Ausdruck "Wahl einer Freundin" war unglücklich formuliert. "Suche nach einer Freundin" hätte es vielleicht ein bisschen besser getroffen!
    Geändert von fleppo (19.02.2011 um 09:30 Uhr) Grund: Habe etwas wichtiges vergessen!

  5. #4
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    Hallo fleppo,

    Trotzdem glaube ich eher, dass ich selbst diese hohen Forderungen an mich stelle, da meine Eltern mir eigentlich fast nie Druck machen.
    Genau das ist es ja, was diese Anspruchshaltung so perfide und hartnäckig macht: Wir machen eine solche Haltung, die ja, auf welchem Weg auch immer, ersteinmal "gelernt" wurde (also von außen kam), zu unserer eigenen.

    Wie sollen wir sie wirklich hinterfragen können: da wir sie als unsere eigene empfinden, suchen wir dann in uns selbst nach den "Gründen" und "Ursachen" - nur, dass wir so eben an der falschen Stelle suchen ... und deswegen auch nichts finden können, wo wir ansetzen könnten, um etwas zu verändern.

    Es muss ja noch nicht einmal so gewesen sein, dass Du von Deinen Eltern real und bewusst mit solchen Forderungen konfrontiert wurdest: es reicht doch schon, wenn man als Kind fühlt oder glaubt zu fühlen, dass der Bruder bevorzugt werden könnte, weil er eben den Erwartungen eher entspricht, als man selbst.
    Und damit beginnst Du, Dir diesen Druck nicht nur selbst zu machen, sondern ihn auch als "normal", "richtig" und "berechtigt" zu sehen.

    Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du Dir vorstellst, einmal nicht perfekt zu sein, Fehler zu machen, auf "die Schnauze" zu fallen?
    Bist Du, unbewusst, immer noch im Vergleich zu Deinem Bruder? Aufmerksamkeit, Zuwendung, Wertschätzung - verdienst/erwartest Du die nur dann, wenn Du den Forderungen gerecht werden kannst?

    Doch als ich sie dann soweit hatte, bekam ich plötzlich kalte Füsse und habs dann irgendwie sein lassen.
    Diese "kalten Füße": wie würdest Du das beschreiben, was da in diesem Moment in Dir vorgegangen ist, wonach und wie hat es sich angefühlt?
    Angst, es dann nicht "auf die Reihe zu bekommen"?

  6. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    fleppo (19.02.2011),Magdolna (19.02.2011),So Ham (20.02.2011)

  7. #5
    Neuling
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    Hi Darkstar
    Ich danke dir für deine Antwort!

    Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du Dir vorstellst, einmal nicht perfekt zu sein, Fehler zu machen, auf "die Schnauze" zu fallen?
    Bist Du, unbewusst, immer noch im Vergleich zu Deinem Bruder?
    Wenn ich daran denke "auf die Schnauze" zu fallen, komm ich mir sofort viel wertloser vor. In solchen Situationen sinkt, wie oben schon erwähnt, mein Selbstwertgefühl relativ drastisch. Totzdem glaube ich nicht, dass ich mich unbewusst mit meinem Burder vergleiche, da ich nicht das Gefühl habe, dass er weniger Fehler macht als ich.

    Aufmerksamkeit, Zuwendung, Wertschätzung - verdienst/erwartest Du die nur dann, wenn Du den Forderungen gerecht werden kannst?
    Ehrlich gesagt ja. Ich rechne nur mit Respekt, Zuneigung, Wertschätzung usw. wenn ich meinen, von mir an mich selbst gestellten Forderungen, gerecht werde. Tue ich dies nicht und Andere sind trotzdem nett und freunlich zu mir, glaube ich immer sie hätten nur Mitleid und keinen Respekt!

    Diese "kalten Füße": wie würdest Du das beschreiben, was da in diesem Moment in Dir vorgegangen ist, wonach und wie hat es sich angefühlt?
    Angst, es dann nicht "auf die Reihe zu bekommen"?
    Es ist genau so wie du es sagst. Ich hatte Angst zu versagen. Angst mit der neuen Situation nicht klar zu kommen!

  8. #6
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo fleppo,

    Du hattest in Deinem Eingangspost geschrieben
    Mir ist es aus unerklärlichen Gründen wichtig was die Leute über mich denken.
    Hast Du Dir denn nicht soeben selbst die "Erklärung" gegeben:
    Ich rechne nur mit Respekt, Zuneigung, Wertschätzung usw. wenn ich meinen, von mir an mich selbst gestellten Forderungen, gerecht werde.
    Dass einem Respekt entgegen gebracht wird, dass man Zuneigung und Wertschätzung erfährt: dies sind doch alles völlig "normale" und selbstverständliche Bedürfnisse - sie sind wichtig und berechtigt!
    Andererseits: können sie, die Bedürfnisse, denn auch wirklich gestillt werden, wenn dies nur von außen kommen soll?
    Sollte da nicht auch eine Grundlage in Dir selbst vorhanden sein?

    Wie sieht es denn mit Deinem Selbstwertgefühl aus? Nicht dem Selbstbewusstsein - dies ist zwar damit verbunden, hat aber eine andere Bedeutung.
    Kannst Du Dich selbst respektieren? Kannst Du Dir selbst Zuneigung entgegenbringen?
    Kannst Du Dich selbst als Menschen schätzen - als einen Menschen, der durchaus (wie alle anderen) auch Schwächen, Fehler, Defizite haben kann?

    Dein Hang zur Perfektion: kann er nicht auch "nur" ein Ausdruck dafür sein, dass Du in keine Situation geraten willst, die Du nicht vollständig überblicken kannst?
    Vollständig im Sinne von: durch nichts überrascht werden können, das Du nicht bereits durchdacht hast und somit dann auch kontrollieren/beherrschen kannst?

    Warum sollte man denn keine Fehler machen dürfen? Auch Beziehungen sind etwas, das man lernen muss
    Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche erkennen können, die des Gegenüber spüren und auf sie eingehen, ohne sich selbst dabei zu verbiegen - das alles ist doch auch ein Erfahrungsprozess, in dem sich das "Wissen" und die eigenen Fähigkeiten erst entwickeln.
    Niemand kann das aus dem Stand heraus. Manchmal muss man erst Dinge "ausprobieren", um danach dann sehen zu können, ob man im Vorfeld auch die richtigen "Prioritäten" gesetzt hat.

    Meine eigenen Vorstellungen von einer guten Beziehung (für beide Seiten!) sind heute auch ganz andere, als mit 20. Bei einigen musste ich erkennen, dass ich sie völlig überbewertet hatte, andere habe ich erst im Laufe der Zeit überhaupt "greifen" gelernt.
    Mit theoretischen Trockenübungen kommt man da nicht allzu weit ...
    Und mit Sicherheitsdenken auch nicht ... (Perfektion als Schutz vor Unsicherheit und "Risiko" ...?!)

    Nur: was hat das mit dem "Wert" eines Menschen zu tun? Warum also an Dich höhere Maßstäbe anlegen, als an andere?
    Vor allem: warum sich bewerten lassen (denn nichts anderes ist es ja, wenn man sich ausschließlich dem Urteil der Umwelt unterwirft ...), wenn man doch auch ein absolutes Recht (vielleicht sogar eine Pflicht ... ) darauf hat, sich diesen grundlegenden menschlichen Wert zuallererst einmal selbst zuzugestehen.
    Du bist ein Mensch, also hast Du ihn, Basta!

    Sei es Dir wert, Dich selbst zu achten und zu mögen - dann hat die Angst kaum noch eine Grundlage.

  9. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    Magdolna (20.02.2011),So Ham (20.02.2011)

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