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Thema: Was ist mit mir los, helft mir, bin verwirrt ...

  1. #9
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    Interessant...

    Von den neutralen Verhaltens und Denkmustern die du Beschreibst erkenne ich ausgesprochen viel bei mir wieder während viele der "moralisch" negativen Aspekte bei mir fast das genaue Gegenteil darstellen (ich mag es zwar nicht dinge zu verschenken, Teile aber sehr gern. Ich hasse - im Sinne von starker Ablehnung - zwar bestimmte Dinge (Strukturen, Normen, Hierarchien, Verhaltensweisen etc.), weis aber nicht mal ob ich derartiges gegenüber Personen selbst empfinden kann (ich hätte das Gefühl ich würde mich selbst um eine potentielle Ressource betrügen) und sehe Leiden stets als etwas Dysfunktionales was den Perfektionisten in mir ärgert und nicht freut - bin negativer Utilitarist aus Überzeugung) - die anderen Verhaltensweisen sind aber oft sehr ähnlich - in deinem Alter habe ich ebenfalls extrem viel PC gespielt (wenn auch Hauptsächlich RPGs und Strategiespiele, mit durchschnittlich weniger Gewalt - aber wenn dort Zensiert wurde o.ä. hat mich das sehr geärgert, weil ich mir bevormundet vor kam und das Gefühl hatte man wolle mich verschaukeln indem man mir Vorgaukelt, das eine negative Handlung, nicht zu einem entsprechend negativen Ergebnis führt), dies hat sich später etwas gegeben, ich spiele zwar auch jetzt noch ab und zu, aber bei weiten nicht mehr so exzessiv (bin 27).

    Ich weis nicht ob dir das Weiterhilft, da ich natürlich auch nur von mir sprechen kann, aber der Umstand, dass ich bei vielen Punkten Parallelen sehe (ich will das jetzt bewusst nicht ausführen, weil das sonst einen derartigen Textblock wie dein Eingangspost gäbe und ich nicht unter zwei Stunden damit fertig werde - mit 10 Edits zu Ergänzung, weil mir noch irgendwas "wichtiges" einfällt), zeigt aber vielleicht, dass die von dir selbst auch negativ eingestuften Charaktereigenschaften sich nicht zwangsläufig aus der restlichen Symptomatik ergeben und bei einem Kopfmensch, als den ich dich einstufe, ist sehr viel über kognitive Arbeit möglich, was bei anderen deutlich schwieriger ist...

    Ich selbst strebe zur Zeit an mit einem Psychologen zu arbeiten, bin aber noch auf der Warteliste, allerdings wurde mir in den Vorgesprächen gesagt, das der erste Eindruck - wenn auch in einigen Bereichen A-typisch - doch in Richtung Schizoide Persönlichkeitsstörung (nicht zu verwechseln mit schizophren) gingen - vielleicht schaust du dir das mal an...

    Ps. das mit dem Im Zimmer herumlaufen und "Selbstgespräche" führen, würde ich nicht aufgeben es hilft einfach ungemein Struktur ins Gedankenmeer zu bringen auch wenn es auf dritte seltsam wirken mag...

  2. #10
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    @ Onishiro

    Ich weiß kaum was ich sagen soll, aber erstmal ein großen dank für deinen Beitrag. Ich habe über schizoide persönlichkeitsstörung einiges herausgefunden, was definitv und meistens absolut zu mir passt. Manchmal dachte ich, die haben meine Eigenschaften und meine 'Störungen' genau da so aufgezählt, wie ich es nie hätte von mir geben können.

    z.b.

    - wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude (trifft zu 100% auf mich zu)
    - zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt (trifft zu 90% auf mich zu)
    - reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere auszudrücken (hatte noch nie vor so etwas zu tun und wenn dann war es mir unangenehm)
    - wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen (hatte auch noch keine Erfahrung, sehe es eher als normale Sache an, sehe auch keinen Nutzen für mich darin, ekel mich auch vor den meisten 'Sexualpraktiken')
    - fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind
    (trifft zu 200% auf mich zu, alleine hat man alles unter Kontrolle und man weiß was man tut und man kann sich selbst immer vertrauen)
    - übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit
    (bei Situationen, wo ich ncith herr der Lage sein kann, bin ich introvertiert; und extravertiert, wenn ich z.B. bei Verwanten oder guten Schulkameraden bin)
    - hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen
    (ich möchte ehrlich gesagt keine, da ich ihnen vertrauen müsste und sie anders behandeln müsste als fremde Menschen [siehe text am Anfang vom thema] und sie nicht kontrollieren kann, daher sind sie eher uninteressant für mich, es sei denn sie teilen meine interessen, dazu müsste ich aber dann eine art führung oder richtlinie für sie einnehmen, damit ich gefallen an dieser situation habe)
    - deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich und ungewollt, zum Teil wird auch diese Person ignoriert.
    (passiert mich auch leider zu oft und versuche mich dann immer entweder zu verstecken oder wegzugucken oder zu sagen falls ich angesprochen werde, dass ich sie übersehen hätte)

    Tja, das ist eigentlich eine menge und sehr 'verwurschtelt', wenn man mich fragt. Halte das wahrscheinlich wirklich nur gut durch weil ich ein kopfmensch bin, wenn ich nicht so wäre, hätte ich mit höchster wahrscheinlichkeit (und da bin ich mir sicher), irgend eine körpeliche gewalt an anderen menschen oder meine umgebung ausgelassen.

    Bin aber auch wieder dabei alles schweifen zu lassen und als selbstverständlich oder egal anzusehen.

    Naja ich werde wohl damit leben müssen, mich störts ja auch ehrlich gesagt nicht, nur die anderen.

  3. #11
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    Zitat Zitat von Dekker Beitrag anzeigen
    Naja ich werde wohl damit leben müssen, mich störts ja auch ehrlich gesagt nicht, nur die anderen.
    Naja, für mich klingt das ehrlich gesagt schon etwas anders: Du beschreibst das du andere Menschen 'Hasst' etc. - Hass ist eine extrem heftige Verteidigungsreaktion die Menschen an sich gegenüber existenziellen Bedrohungen entwickeln - damit klingt diese Aussage wie "oh, ich bin ständig auf der Flucht und Kämpfe die ganze Zeit ums nackte Überleben und rechne eigentlich permanent damit verletzt zu werden, wenn ich meine Deckung auch nur ein Stückchen fallen lasse - aber ehrlich gesagt stört mich das nicht, nur die anderen."

    1. Ein guter Psychologe ist kein Psychiater - er wird dich normalerweise nicht bevormunden, einschränken oder Machtspielchen spielen oder anderweitig Druck aufbauen - wenn du dein Grundmisstrauen ihm gegenüber zurückstellen kannst, könntest du das ganze sogar recht interessant finden, weshalb ich es auf alle Fälle versuchen würde - dabei verlieren kannst du an sich nicht.

    2. Bei den Ballerspielen, Kriegsfilmen etc. sehe ich weniger das Problem im Inhalt, sondern in der Ausschließlichkeit deiner Beschäftigung damit - an sich solltest du recht gut Differenzieren können weshalb ich keine bedenken hätte, dass du den Bezug zur Wirklichkeit verlierst - allerdings solltest du deinem Gehirn auch interessante Alternativen anbieten denn wenn es außer Mord und Totschlag nichts leckeres (sprich interessantes) serviert bekommt, lässt du ihm im Grunde keine große Wahl.

    3. Schizoide Persönlichkeiten sind oft gute Beobachter - nutze das.
    Die Umwelt wird nicht zuletzt dadurch lästig, das man ständige zu allen möglichst schnell eine Bewertung, Beurteilung, Rechtfertigung oder Stellungsnahme entwickelt und es damit an sich auch schon abhakt - bewusst darauf zu verzichten ist zwar anfangs manchmal nicht ganz einfach am ende aber deutlich besser für die Laune...

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