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Thema: Was sollen wir tun?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Was sollen wir tun?

    Hallo zusammen,
    Ich habe mich in eurem forum angemeldet, weil ich im Büro nicht mehr weiter weiß.

    Es geht um eine Kollegin.
    Es gibt eine längere Vorgeschichte, aber ich denke, damit ich einen guten Rat erwarten kann, muss ich eben soweit ausholen:
    Vor 10 Jahren hat besagte Kollegin bereits einen Aufenthalt in einer Spezialklinik hinter sich, sie hat versucht sich umzubringen (pulsadern) weil ihr Mann sie verlassen hat. Dieser hat sie dort abgeliefert und ist ausgezogen, hat sich aber nie getraut, sich definitiv scheiden zu lassen. Sie fiel also von heute auf morgen im Betrieb aus.
    Seit sie nun seit 4 Jahren wieder im Unternehmen arbeitet, haben sich meine Vorgängerinnen die Türklinke in die Hand gegeben. Die meisten gaben auf, weil sie ihrem Kontrollwahn (und das ist harmlos ausgedrückt) nicht standhalten konnten. Meine Vorgängerin wurde dermaßen "gepiesackt" das sie Herzbeschwerden bekommen hat. Sie verbringt den halben Tag mit Kontrolle, ob sie dem Chef nicht mitteilen kann, das derjenige, einen Fehler gemacht hat.
    Nun bekleide ich den Job, und bin eigentlich vollkommen überqualifiziert für die Stelle, daher ist die Fehlersuche ihrerseits sehr aufwendig.
    Da sie nun mit mir keine oberlehrerhaften Diskussionen mehr führen kann, und auch vom Chef immer wieder hört, wie gut ich meine Arbeit mache, hat sie sich nun letzte Woche ein anderes Opfer gesucht, die seit 15 Jahren im Unternehmen arbeitet, und bisher immer ein offenes Ohr für ihre privaten Sachen hatte. Diese hat ihr dann sehr deutlich gesagt, das sie sich um sich selbst und ihre Arbeit kümmern soll, mit dem Ergebnis, das sie laut schreiend, keifend (sie hätte keine Schuld an dieser Situatuion) den Arbeitsplatz verlassen hat, und erst um 19 Uhr, nach Feierabend wieder erschienen ist und mit dem Chef gesprochen hat. Dieser hat sie heimgeschickt, sie solle ihren Kopf klarbekommen, und mal zwei wochen Urlaub machen. Seit dem arbeitet sie nachts und am Wochenende (wenn keiner im Büro ist)

    Wir glauben, sie hat den Bezug zur Realität verloren.

    Ich komme morgens zur Tür rein, und werde erst gemustert, was ich anhabe usw. Dann kaufe ich mir für meinen Arbeitsplatz einen Monitorständer, und sie fasst es als Provokation auf. Ich hab ihn selber bezahlt, und wollte nur ausprobieren, ob dies evtl. die Nackenschmerzen lindert und sich positiv auf meine Migräneanfälle auswirkt.

    Alles was wir im Büro machen, wird so aufgefasst, als würden wir es extra machen, und nur um sie zu ärgern.

    Es geht nur solange gut, wie wir ihre Aussagen ignorieren und darüber hinwegsehen, was sie alles an Boshaftigkeiten von sich gibt.

    Was sollen wir tun?

    Ein Team ist das nicht, und wird das wegen ihrem südländischen Stolz eh nicht mehr.

    Ein paar Tipps wären super - vielen Dank.

    Euer Helferlein

  2. #2
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    Hallo Helferlein
    Willkommen im Forum.
    Ich habe mir Dein Anliegen durchgelesen. Eure Kollegin scheint ja wirklich den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Es scheint, dass Euer Chef das auch merkt.
    ...und mit dem Chef gesprochen hat. Dieser hat sie heimgeschickt, sie solle ihren Kopf klarbekommen, und mal zwei wochen Urlaub machen.
    Habt Ihr schon mal ohne sie mit dem Chef darüber gesprochen, dass Euch das beim Erledigen Eurer Arbeit stört?
    Gruß Sonnenkraut

  3. #3
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    Hallo Sonnenkraut,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

    Nun wir waren der Meinung, sie wäre im Stress und irgendwie ziemlich mit Arbeit zugepflastert und haben versucht ihr Hilfe diesbezüglich anzubieten.

    Als Antwort kam, wir würden uns in ihren Arbeitsbereich drängen, und ihr alles wegnehmen wollen.

    Und dann haben wir mit dem Chef gesprochen, aber irgendwie meint er das sich das irgendwie wieder von alleine einrenkt - ich denke er sieht das Problem nicht wirklich. Solange er ihr erlaubt "nachts" zu arbeiten. Ich sehe das als Verdrängungstaktik seinerseits - kann mich aber auch täuschen.

    Ach, ich weiss nicht weiter, irgendwie war in den letzten Wochen jeder Satz, den wir gesagt haben, um zu helfen falsch. Er wurde uns gegenteilig ausgelegt.

    Vielen Dank - Gruss Helferlein

  4. #4
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    Hallo Helferlein
    Das ist ja eine frustrierende Situation in Deinem Beruf.
    Als Antwort kam, wir würden uns in ihren Arbeitsbereich drängen,
    Sie steckt ihre Grenzen ab.
    ...und ihr alles wegnehmen wollen.
    ist besitzergreifend und
    ...weil ihr Mann sie verlassen hat. Dieser hat sie dort abgeliefert und ist ausgezogen, hat sich aber nie getraut, sich definitiv scheiden zu lassen.
    Nach diesen beiden Aussagen denke ich bei Eurer Kollegin an eine sehr dominante Person.
    Könnte diese Dominanz ihren Mann vielleicht aus der Ehe gedrängt haben?
    sie hat versucht ... weil ihr Mann sie verlassen hat.
    ..weil er sich ihrer Kontrolle und Kontrollsucht entzogen hat. Sie hätte also die Kontrolle "verloren". Würde das für Dich Sinn ergeben?
    Gruß Sonnenkraut

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Sonnenkraut für den sinnvollen Beitrag:

    Silent Voice (05.11.2011)

  6. #5
    Neuling
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    Hallo Sonnenkraut,

    ja, ich glaub, das erklärt die Sache ziemlich genau. Also jedenfalls würde es ihre Reaktionen erklären.

    Jetzt hat sie die Kontrolle über die Kollegin auch verloren - also wär das eine logische Schlussfolgerung.

    Hmmmmh, was machen wir nun - ich habe bedenken für eine zukünftige Zusammenarbeit (nach den zwei Wochen Zwangsurlaub ;-) )

    Ohjeh. Das macht es alles nicht einfacher.

    Liebe Grüsse
    Helferlein

  7. #6
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    Hallo
    Eine schwierige Situation. Ihr wollt ihr eigentlich helfen, doch sie interpretiert das als "Einmischung" in ihren Zuständigkeitsbereich. Fast schon wieder komisch, wenn Ihr nicht darunter zu leiden hättet.
    Der Chef sieht in ihr wahrscheinlich eine Mitarbeiterin, die er für zuverlässig hält. So lange sie ihre Arbeit macht und die Arbeit anderer nicht beeinträchtigt, sieht er keinen Handlungsbedarf. Könnte man das so stehen lassen?
    Gruß Sonnenkraut

  8. #7
    Neuling
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    Danke für deine Hilfe.

    Du hast das Problem sehr gut eingegrenzt. Solange sie gute Arbeit ( jedenfalls vor dem chef ) abliefert, kann man ihr keinen Vorwurf machen.
    Sie macht ja auch keine Fehler, weil sie sich immer bei anderen (Steuerberater) vergewissert das das was sie macht richtig ist.
    Sie entscheidet nichts, aber auch garnichts selber, und wenn, dann heißt es, ja, aber derundder hat gesagt......
    Bisher hab ich ihr ja auch geholfen, wenn sie hintenrum gefragt hat, wie würdest du das buchen. Sie hat also schlussundendlich von meinem und anderer Leute wissen profitiert (und lohnerhöhungen kassiert, obwohl nicht wirklich verdient).

    Ja nun bis heute hab ich das eigentlich unter Kollegialität abgehakt, aber es gibt nur Beschimpfungen als dank zurück.

    Euer helferlein

  9. #8
    Schreiberling
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    Hallo
    Sie entscheidet nichts, aber auch garnichts selber, und wenn, dann heißt es, ja, aber derundder hat gesagt.....
    Ich hatte mir schon so was ähnliches gedacht. Unter dem Deckmantel der Kontrolle verhindert sie, dass ihre Schwächen offenbar werden. So stellt es sich dann dar, als wüsste ein "Kontrolleur" schon, um was es geht.
    Bisher hab ich ihr ja auch geholfen, wenn sie hintenrum gefragt hat, wie würdest du das buchen.
    Deshalb braucht sie auch Helfer. Doch wie kann man ihre Strategie abschwächen? Habt Ihr schon mal versucht, betont freundlich und betont hilfsbereit zu sein? Dann kann man sie darauf ansprechen, wenn sie mal wieder "kratzt und faucht".
    Ich hatte mal ein ähnliches Dilemma. Die Person merkt gar nicht bewusst, wie sie sich benimmt. Sie ist wahrscheinlich so in einen inneren Kampf verstrickt, dass alles, was von außen an ihre Adresse gerichtet ist, sofort mit Angriff begegnet wird. Wenn sie erst einmal "ertappt" wurde (also dass sie die Grenzen zu weit draußen absteckt) , kann man sie bitten, sich etwas zu mäßigen.
    Gruß Sonnenkraut

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