psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 12

Thema: Was tun gegen rechthaberischen Chef?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    28.06.2011
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Was tun gegen rechthaberischen Chef?

    Hallo,

    ich habe folgendes Problem: seit einiger Zeit (einem Jahr etwa) wird mein Chef immer schlimmer. Bis dato war er umgänglich, wenn auch mit großer Klappe. Jetzt ist es unhaltbar.
    Egal was man macht (und das geht nur mir so), man kann sich sicher sein, dass es verkehrt ist.
    Suche ich mir die Informationen, die für ein Projekt nötig sind, selbst zusammen, soll ich es so machen, wie er es sich vorstellt (mit dem Vorwurf, ich hätte mich geweigert, es zu tun).
    Halte ich die Klappe, sagt er, ich soll selbständig denken.
    Ja was denn nun??

    Das geht fast allen Leuten aus unserem Team so. Jeden fährt er gegen die Wand. Man kann sich mittlerweile ziemlich sicher sein, dass wieder irgendwas verkehrt war. Trotz diverser Gespräche ändert sich nichts.

    Und ich begreife es einfach nicht. Ich habe es ihm oft genug gesagt, dass es so nicht funktionieren wird (mir ist bewusst, dass er als CHEF das gar nicht hören will). Man muss den Leuten nur ins Gesicht sehen und sieht, dass sie die Schnauze voll haben.
    In garantiert jedem Meeting kriegt irgendeiner "auf die Fresse".

    Wie geht man mit sowas um?
    Was schlagt ihr vor?

    Gruß VanDahlen

  2. #2
    Schreiberling
    Registriert seit
    08.02.2011
    Beiträge
    556
    Danke
    43
    91 mal in 77 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    die sache ist leider die das er dein Chef ist.

    Wenn ihr schon mit ihm geredet habt, und er nichts ändert, denke ich fast,dass man da nicht so mega viel machen kann.

    Hat dein Chef auch einen Chef, vielleicht könntest du mit ihr oder ihm reden?

    Oder du versuchst abzuschalten,wenn er wieder ausflipt.

    liebe grüße licht

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    14.05.2010
    Beiträge
    533
    Danke
    45
    203 mal in 129 Beiträgen bedankt

    Standard

    vor jahren war ich in einem chat. da begegnete mir mit schöner regelmässigkeit jemand, der mich beschimpfte, mich fertig machte und mich wirklich geärgert hat. das verleidete mir diesen chat doch etwas und irgendwann hab ich darüber nachgedacht, was der grund dafür ist, dass mich dieser mensch so ärgert. theoretisch hätte es mir doch egal sein können, was er sagt, ich hätte ihn einfach auf igno stellen können und gut. ich hab darüber nachgedacht, hab in mir gesucht, was es war, das ihn dazu gebracht hat, so zu reagieren. eines tages schrieb er mich an und dachte 'oh mann, was kommt denn jetzt wieder? dieses mal ist es mir aber völlig egal.' weit gefehlt, er war freundlich und höflich, ohne irgendeinen grund dafür anzugeben. es war das erstes und das letzte mal, dass wir uns unterhalten haben, aber diese angewohnheit, die dinge in mir zu klären und nicht in dem anderen, hab ich beibehalten.

    mittlerweile hab ich eine ziemlich friedliche umgebung, kaum noch ärger oder streit. wenn mich etwas oder jemand nervt, finde ich heraus, was er in mir auslöst und kläre das und jedes mal, wenn ich das tue, klärt sich auch die beziehung zu demjenigen und sein verhalten mir gegenüber wie durch zauberhand. mir ist klar, dass das ziemlich verrückt klingt, aber es funktioniert...

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei chrissi21366 für den sinnvollen Beitrag:

    Anubis (29.06.2011),Shade (29.06.2011)

  5. #4
    Gast9307
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von VanDahlen Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich habe folgendes Problem: seit einiger Zeit (einem Jahr etwa) wird mein Chef immer schlimmer. Bis dato war er umgänglich, wenn auch mit großer Klappe. Jetzt ist es unhaltbar.
    Egal was man macht (und das geht nur mir so), man kann sich sicher sein, dass es verkehrt ist.
    Suche ich mir die Informationen, die für ein Projekt nötig sind, selbst zusammen, soll ich es so machen, wie er es sich vorstellt (mit dem Vorwurf, ich hätte mich geweigert, es zu tun).
    Halte ich die Klappe, sagt er, ich soll selbständig denken.
    Ja was denn nun??

    Das geht fast allen Leuten aus unserem Team so. Jeden fährt er gegen die Wand. Man kann sich mittlerweile ziemlich sicher sein, dass wieder irgendwas verkehrt war. Trotz diverser Gespräche ändert sich nichts.

    Und ich begreife es einfach nicht. Ich habe es ihm oft genug gesagt, dass es so nicht funktionieren wird (mir ist bewusst, dass er als CHEF das gar nicht hören will). Man muss den Leuten nur ins Gesicht sehen und sieht, dass sie die Schnauze voll haben.
    In garantiert jedem Meeting kriegt irgendeiner "auf die Fresse".

    Wie geht man mit sowas um?
    Was schlagt ihr vor?

    Gruß VanDahlen
    Hallöchen,

    kommt mir bekannt vor, dass Problem mit Chefs und Vorgesetzten. Gibt es eigentlich auch vernünftige? Habe jahrelang unter solchen Chaoten gelitten. Bis zur Depression. Ich glaube, wichtig ist zu signalisieren, dass man man nicht bereit ist, sich zum Opfer machen zu lassen. Grenzen aufzeigen, äußerst fest und standhaft seine Meinung vertreten und sich jegliche Angriffe verbieten. List sich gut, ist aber schwer umzusetzten. Eins steht aber fest: bei den Meisten hilft es. Da kann ich noch eine nette Internetseite empfehlen. www.poehm.de. Schlagfertige, humorvolle Konter können Wunder wirken, oder zumindest sich den Anderen auf Abstand halten.

  6. #5
    Neuling
    Registriert seit
    09.07.2011
    Ort
    Schwäbisch Hall
    Beiträge
    15
    Danke
    3
    9 mal in 5 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    für mich hört sich das so an das dein Vorgesetzter mit dem Druck der von bestimmt mehreren Seiten auf Ihn einwirkt nur schwer umgehen kann.
    Er möchte einerseits alles wissen und kontrollieren, weil wenn Fehler passieren er erst einmal den Kopf dafür hinhalten muss. Er merkt aber das er es nicht schafft alles zu kontrollieren und das frustriert ihn, er braucht zumindest das Gefühl über alles Bescheid zu wissen/alles unter Kontrolle zu haben.

    Gebt ihm dieses Gefühl, informiert ihn regelmäßig und fragt ihn auch um Rat, er braucht das. Ihm zu widersprechen (außer bei unsinnigen Dingen) löst in ihm einen Widerstand aus und das führt im Endeffekt zu nichts, weil er in den meisten Dingen am "längeren Hebel" sitzt.

    Vorgesetzte zu verstehen ist schwer, insbesondere für diejenigen die noch keine Führungsposition hatten/keine haben wollen. Dies bitte nicht als Angriff oder Wertung von Menschen verstehen die keine Führungskräfte sind.

  7. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Aaron86 für den sinnvollen Beitrag:

    Suppenhuhn (09.07.2011)

  8. #6
    Gast9159
    Gast

    Standard

    Hallo Aaron,

    ahhh - ein Personaler! Schick!

    Wenn das so ist, wie du sagst, das mit dem Druck und der Kontrolle und dem Frust, nicht alles kontrollieren zu können - und das klingt sehr logisch für mich - warum machen Chefs dann oft die Fehler, ihren eigenen Druck auf ihre Mitarbeiter zu erhöhen, bzw. ihren Frust direkt 1:1 weiterzugeben, anstatt sie einzubeziehen.

    Ich meine, das darf auch mal sein, auch ein Chef ist nur ein Mensch, schiebt Frust und ist vielleicht ungerecht. Aber wenn das NUR so läuft, erzeugen sie doch nur Abwehr und provozieren geradezu, dass ihre Mitarbeiter nur das Nötigste machen nach dem Motto: Wer nicht (mit)arbeitet, macht auch keine Fehler. Wenn beispielsweise Mitarbeiter bereit sind, sich in die Lage eines Chefs zu versetzen, wäre das eine gemeinsame Basis, für JEDEN in der Firma mit dem Druck "von oben" besser umzugehen. Wenn aber jegliche Frage oder auch sachliche Kritik an Gegebenheiten abgetan wird als "lästig", wenn jede gute Idee eines Mitarbeiters nicht zur Kenntnis genommen wird (oder als eigene ausgegeben wird), wenn Mitarbeiter sich Gedanken machen und dafür abgestraft werden, wenn Chefs aber aus lauter Druck und Angst ihre Mitarbeiter nicht motovieren, sondern nur Fehlersucher sind, nur das Negative kritisieren und das Positive nicht sehen, wie schafft man es, dem Chef klar zu machen, dass er Leistung (und damit auch sein besseres Dastehen) nur auf Dauer erzeugen kann, wenn man seine Mitarbeiter respektvoll behandelt und ihnen zuhört?

    Mir kommt es oft so vor, dass Chefs einfach überfordert sind und aus Unsicherheit heraus versuchen, mehr zu kontrollieren, als zu verstehen. Würden Sie verstehen, warum die Mitarbeiter manchmal nicht mitziehen, nur auf "Befehl" handeln und dass das auch mir ihrem Verhalten zu tun hat, dann könnten sie auch empathischer sein und den Mitarbeiter "ins Boot" ziehen. Wenn ich Mitarbeiter schätze und lobe, erhöhe ich nicht nur die Motivation, sondern auch das Verständnis für meine Rolle als Chef und damit ist mir die Unterstützung sicherer, als wenn ich auf meine Chefthron sitzen bleibe und alle anderen wie unwürdige Idioten behandele, nur aus der Angst heraus. Sie erzeugen damit doch nur Abwehr. Ein Chef oder eine Chefin, die ihre Mitarbeiter nicht motiviert, sondern nur auf Fehler achtet und Positives nicht erwähnt, sorgt doch letztendlich dafür, dass alles so bleibt wie bisher und nur schlimmer wird.

    Kurz: Wie kann man Chefs klarmachen, dass sie respektvoller mit Mitarbeitern umgehen sollten, denn erst dann können sie auch Respekt erwarten?

    Die Fragen kommen nicht von ungefähr. Ich habe Kollegen, die nicht mehr schlafen können, einer anderen fallen büschelweise die Haare aus, der Krankenstand ist um 30 % gestiegen bei uns. Auch untereinander können sich die Leute nicht mehr helfen, jede Solidarität ist zum Teufel, jeder sieht nur noch zu, wie er selbst heil da raus kommt, Sitzt du in einer Runde, sprichst du allein, da immer mehr Kollegen einfach Angst haben, ihnen nur noch Angst gemacht wird. Das finde ich am schlimmsten. Da ich einigermaßen "sicher" in meinem Stuhl sitze, habe ich mich getraut, meine Chefin anzusprechen, da ich davon ausging, dass ihr das vielleicht gar nicht bewusst ist, wie schlecht sie ihre Mitarbeiter behandelt, wie abfällig sie über sie redet und wie wenig sie es interessiert, was auch gut läuft und wie wenig sie dies offensichtlich zur Kenntnis nimmt. Ich habe sie (sehr freundlich und vorsichtig) darauf hingewiesen, dass sie mit einem freundlicheren Verhalten viel mehr erreichen würde und jeder wäre zufrieden, denn jeder möchte gern gelobt werden und Anerkennung haben, und es wäre so einfach für sie, diese Unterstützung zu bekommen, die sie beklagt nicht zu bekommen, wenn sie sich nur anders verhalten würde. Die Antwort darauf war: Seien Sie froh, dass Sie einen Arbeitsplatz haben! Das war alles.

    Sie hat auch einen Chef, um einem wahrscheinlichen Hinweis vorzubeugen. Der ist aber nicht ansprechbar, weil der ersten so hoch schwebt, dass er nicht zu sprechen ist und 2. ähnlich gebaut ist und sich bei uns nicht blicken lässt und wenn, nur mit ihr redet. Jeder hätte Angst, dorthin zu gehen, denn dann hätte man wahrscheinlich die Hölle zu erleben wegen dieses "Verrats". Betriebsrat gibt es auch nicht, zumindest keinen funktionierenden, der hat auch Schiss und ist nur "pro forma" installiert.

    Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Vielleicht hast du eine Idee aus der Praxis, so "banal" sie auch sein mag?

    Ach ja, ein Nachtrag: Ich hatte eine Führungsposition in dieser Firma, bis ich krank wurde und nur noch Teilzeit arbeite. Ich weiss wie es ist und vor allem, wie es sein kann! Ich verstehe also durchaus ihre Position, und gerade deshalb frage ich mich, warum sie nicht klüger handelt.
    Geändert von Gast9159 (09.07.2011 um 11:34 Uhr)

  9. #7
    Neuling
    Registriert seit
    09.07.2011
    Ort
    Schwäbisch Hall
    Beiträge
    15
    Danke
    3
    9 mal in 5 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Tinachen,

    vielen Dank, man tut was man kann.
    Vor deinen Qualifikationen zieh ich aber auch den Hut.

    Nun, wie du schreibst ist es natürlich, das jeder (auch Chefs) mal schlechte Laune haben und den Frust/Druck/ihre Angst bei Ihren Mitarbeitern abladen.
    Allerdings, darf das nicht die Regel sein, denn dann sind diese Vorgesetzten entweder gnadenlos überfordert, haben resigniert oder sind für eine Führungsposition menschlich nicht geeignet. Auch hier möchte ich betonen das ich mit dieser Aussage niemanden herabwerten will.
    Wie von dir erläutert, sinkt die Motivation der Mitarbeiter bei derartigen Vorkommnissen wie von dir geschuldet ins Bodenlose.
    Mit deiner Einschätzung das viele überfordert sind liegst du richtig, allerdings denke ich das auch der einzelne Mitarbeiter zu viel von seinem Chef erwartet, es gibt Mitarbeiter die wollen "bespaßt" werden, wenn das nicht der Fall ist, sind Sie demotiviert.
    Grundsätzlich ist jeder erst einmal für seine Motivation auch selbst verantwortlich und wenn jemand eh keine Lust auf seine Arbeit hat, können die Arbeitsbedingungen/das Arbeitsklima noch so toll sein, man wird es nur in Maßen schaffen die Person zu motivieren.
    Seinem Chef das klar zu machen ist sehr schwierig, da sofern man mit ihr/ihm nicht auf der gleichen Hierachieebene oder höher steht es dem Chef, wie du schreibst, als "lästig" vorkommen kann.
    Im Prinzip ist das meiner Einschätzung nach ein "Teufelskreis", die Mitarbeiter sind nicht motiviert, oft krank, machen "Dienst nach Vorschrift". Dadurch bekommt eure Vorgesetzte noch mehr Druck weil sie schlechtere Leistungen mit ihrem Team abliefert und dafür von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt wird, den sie dann größtenteils ungefiltert weitergibt, was ja falsch ist, denn dann wird dieser Teufelskreis nie durchbrochen.

    Im Prinzip kann man Chefs es nicht direkt klar machen, sondern Ihnen es vorleben, auch wenn es verdammt schwer fällt.
    Den Chef auch mal zu loben/wert zu schätzen bringt da schon sehr viel. Druck erzeugt immer Gegendruck, bis es irgendwann zur Explosion kommt und die gilt es ja zu verhindern.
    So schwer es euch fallen mag, versucht eurer Chefin zu helfen.
    Dein Weg sie darauf anzusprechen ist nicht verkehrt, bloß du hast indirekt, wenn auch sachliche und absolut verständliche Kritik an ihr geäußert. Nur in eurer Situation wo ihr alle unter Druck steht ist das nicht hilfreich, ich würde vorschlagen, mit ihr nochmal das Gespräch zu suchen und sie zu fragen was die Mitarbeiter denn ändern müssten, damit auch von eurer Chefin der Druck genommen würde und dann in einem weiteren Gespräch auch fragen was die Mitarbeiter von der Chefin erwarten das sie ändern soll.
    Selbst durch diese vorsichtige Fragestellung und die indirekte Aufforderung doch ihr Verhalten zu ändern, hast du Kritik an ihr geübt, was man auch an ihrer Aussage sehen kann. Wie oben schon geschrieben, fragt sie was ihr tun könnt damit auch von ihr der Druck genommen wird (denn dann übt sie auch nicht mehr soviel Druck auf euch aus). Ihr zeigt ihr dadurch das ihr euch gegenüber ihr menschlich Verhalten wollt und sie als Chefin nicht alleine lassen wollt. Nach einer gewissen Zeit wird sie dann sicherlich ihr Verhalten ändern.
    Das der noch höhere Chef vom gleichen Schlag ist bestätigt meine Annahme das sie auch enormem Druck ausgesetzt ist.

    Wie lange ist eure Chefin denn schon Führungskraft? Ist sie vom Fach? Wird Sie grundsätzlich akzeptiert? In welchem Gewerbe arbeitet ihr (Industrie, Handel,...)?
    Geändert von Aaron86 (09.07.2011 um 12:36 Uhr)

  10. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Aaron86 für den sinnvollen Beitrag:

    chrissi21366 (09.07.2011)

  11. #8
    Gast9159
    Gast

    Standard

    Herzlichen Dank vorab, Aaron, für deine hilfreichen Tipps! Ich finde, man sieht schon, dass du dich gut auskennst und dich auch einfühlen kannst.

    Mit dem Wissen ist es so eine Sache bei mir: Da ich schon 20 Jahre in diesem Betrieb arbeite, habe ich die ganze Firmengeschichte erlebt und zeitweise auch die Organisation mitgestaltet. Meine Chefin war früher eine gleichwertige Angestellte, ist aber sehr ehrgeizig und hat es bis zur Chefin gebracht. Sie war damals aber schon in ihrem Team nicht sehr gut integriert, hatte (bis heute) ziemlich viele „Starallüren“ und wurde von ihren Kolleginnen nie richtig in die Gruppe aufgenommen, da sie immer irgendwie „etwas Besonders“ war und sein wollte. Als wir erfuhren, dass sie nun unsere Vorgesetzte wird, war uns allen nicht wohl, denn obwohl sie fachlich gut ist, haben wir – wie soll ich sagen – gewisse „menschliche Defizite“ schon gesehen. Wenn ich sie psychologisch einordnen sollte, würde ich sie in die Ecke „Narzisstin“ stellen. Meine Oma hätte ihr Verhalten wahrscheinlich nur als „schlecht erzogen“ bezeichnet ;-). Menschlich ist ihr Problem, dass sie anscheinend nichts anficht. Sie sagt nicht „Guten Morgen“, rauscht wie eine Diva durch die Räume; sie ist herablassend, arrogant, besserwisserisch, und auch wenn sie keine Ahnung von der Materie hat, etwa in Teilbereichen, kann sie sich nicht zurücknehmen und mal auf die Erfahrung anderer vertrauen. Wenn sie mir etwas zum prüfen gibt, gibt sie es auch drei anderen und sucht sich das Beste heraus, aber alle 4 warten auf Antwort und feedback, was nicht kommt, Jeder fühlt sich nur noch ausgenutzt. So gibt es auch immer wieder widersinnige Anordnungen, niemand sagt etwas dagegen, weil die so selbstsicher und schon „wie beschlossen“ rüberkommen und Diskussionen mit ihr haben auch keinen Sinn. Sie zieht das durch, wenn sie was will, so absurd es auch ist, und wir, die Kollegen, müssen letztendlich darunter leiden, wenn danach doch wieder alles umgekrempelt wird.

    Den Chef auch mal zu loben/wert zu schätzen bringt da schon sehr viel.
    Das bringt bei ihr gar nichts, denn Lob und Anerkennung für ihre guten Leistungen, denn die gibt es ja durchaus, sieht sie als selbstverständlich an. Ich habe das mehrfach versucht, normalerweise fange ich kritische Gespräche sogar damit an, dass ich lobe .. aber sie glotzt dich dann an und man sieht ihr an, dass es ihr völlig egal ist, was andere sagen, genausogut kann ich sie kritisieren, auch das scheint sie nicht zu berühren. Es ist, als wenn alles an ihr abprallt, und das macht die Sache so schwierig, denn auf der Gefühlsebene („Können Sie sich vorstellen, dass die Kollegin sich nicht gut fühlt?“ schaut sie dich nur verständnislos an und sagt: „Nö!“.

    mit ihr nochmal das Gespräch zu suchen und sie zu fragen was die Mitarbeiter denn ändern müssten, damit auch von eurer Chefin der Druck genommen würde und dann in einem weiteren Gespräch auch fragen was die Mitarbeiter von der Chefin erwarten das sie ändern soll. .
    Das ist ein guter Rat und sicher auch der richtige Ansatz. Genau das habe ich auch schon versucht. Ich habe gesagt, wir haben Verständnis und möchten oft nicht in ihrer Haut stecken. Und wenn danach der Hinweis kommt, dass wir das auch sehr gut kennen, das Gefühl, scheint es, als wenn sie das überhaupt nicht auf sich beziehen kann. Sie tut so, als hätte das nichts mit ihr zu tun. Andererseits ist es schwer, sich für sich selbst oder andere einzusetzen, denn ungefragt fängt sie meist schon selbst an, was die anderen alles ändern müssten. Immer die anderen, niemals sie. Sie kritisiert abwesende Kollegen genau so wie anwesende, sagt etwa in meine Richtung: „Sie wissen doch, dass der Kollege das nie richtig macht“, und der Kollege sitzt daneben und wird puterrot... Das interessiert sie gar nicht. Es ist, als wenn sie keinerlei Gefühlsebene besitzt.


    Wie lange ist eure Chefin denn schon Führungskraft? Ist sie vom Fach? Wird Sie grundsätzlich akzeptiert? .
    Seit einigen Jahren. Ja, sie ist „vom Fach“. Jein, als fachliche Vorgesetzte wird sie akzeptiert, wir sehen auch ihren Druck, den sie hat und sagen ihr das auch, dass wir das sehen, sie selbst sieht auch den Zusammenhang zwischen dem Druck, den sie kriegt und dem, den sie an uns weitergibt, findet das jedoch völlig legitim. Dazu sind wir ja da in ihren Augen. Sie sagt offen, besser wir haben Druck, als sie, und wir müssen ihren Druck vermindnern, indem wir nur noch perfekt arbeiten. In ihren Augen heisst das: Keine Fragen stellen, allen Anordnungen gehorchen und die Fresse halten. Das sagt sie auch (fast) so direkt. Ansonsten können wir alle froph sein, einen Arbeitsplatz zu haben. Wir sitzen dann da und uns fällt nix mehr ein.

    Sie sieht sich selbst anders als wir sie. Sie schimpft beispielsweise über den alten Chef, wie furchtbar der doch war, sie hat das ja selbst miterlebt usw., dabei war der gar nicht furchtbar, im Gegenteil. In Wahrheit war es noch nie so schlimm, seitdem sie Vorgesetzte ist und wir alle trauern dem alten Chef hinterher. Das finde ich dann besonders schlimm, wenn sie noch versucht, unsere Wahrnehmungen zu manipulieren.

    Es ist so irrational alles. Die Branche ist – sagen wir mal - „Dienstleistung“ an Menschen, und in ihren Ansprachen hält sie diese Leistung (für andere und für Werbezwecke) sehr hoch. Tatsächlich aber verachtet sie unsere „Kunden“ sämtlichst, das kommt immer wieder durch ihre herablassenden Bemerkungen durch.

    Ich glaube, dass sie sehr einsam ist und bestimmt nicht glücklich. Das besondere Phänomen ist, dass sie eine sehr hübsche Frau ist, es ist eigentlich eine Freude, sie anzuschauen. Ich glaube, dass sie sehr leicht durchs Leben gekommen ist und immer alles nachgetragen gekriegt hat. Und hinter dieser Fassade schlummert so ein Eisklotz, ich kann es gar nicht beschreiben und konnte es lange nicht glauben.

    So, das war lang, normalerweise schreib ich nicht über mich ;-), aber im Moment ist mein Leidensdruck sehr groß und ich bin froh, hier auch mal was ablassen zu können.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Cholerischer Chef mit wunderlichem Verhalten - was tun?
    Von gorpoen im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 25.03.2011, 19:00
  2. Angst vorm Chef
    Von garlane im Forum Ängste
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 02.03.2011, 19:50
  3. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.12.2010, 00:57
  4. Ärger mit Chef & Kollegen
    Von Christina79 im Forum Mobbing
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 30.11.2010, 09:25
  5. Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 15.08.2008, 10:27

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!