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Thema: Was tun wenn man weiß dass jemand nicht mehr lange lebt?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Was tun wenn man weiß dass jemand nicht mehr lange lebt?

    Mein Opa ist vor etwas über 2 Jahren verstorben. Das hat mich so traumatisiert, dass ich bald eine Traumatherapie beginnen werde.
    Nun ist es so, dass mein anderer Opa schwer krank ist (Krebs) und ich heute erfahren habe, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, maximal 1 Jahr, davon gehen die Ärzte aus.
    Und ich weiß absolut nicht was ich jetzt machen soll. Mit meiner Familie kann und will ich nicht reden, die haben mich zu oft enttäuscht, sodass ich da kein vertrauen mehr habe. Es gibt außer meinem Therapeuten nur eine Person in meinem Leben, der ich vertraue. Doch der verhält sich total komisch heute. Und jetzt hat er mich alleine gelassen.
    Ich weiß, mit 17 Jahren sollte man da etwas gefasster sein, aber ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll. Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll.
    Ich stell hier oft Fragen und kann selber nie jemandem antworten. Aber ich bin selbst so durcheinander und weiß nicht was ich mit mir selbst anfangen soll, dass ich das einfach nicht kann.
    Mein Therapeut ist im Moment im Urlaub und erst nächste Woche wieder da. Ich wollte da erst eine E-Mail zu seiner Praxis schreiben, aber dann hab ichs doch nicht gemacht.
    Ich bin durcheinander, und hoffe dass mir jemand hilft, auch wenn ich es nicht schaffe anderen zu helfen.

  2. #2
    Gast784
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    hallo Bella,

    vll würde es Dir auch mal weiter helfen, wenn Du im nächsten Hospiz anrufst und um ein Gespräch bittest. Dort gibt es gute, meist ehrenamtliche Trauerbegleiter, die nicht nur für schwerstkranke Menschen da sind, sondern auch für deren Angehörige.

    Würde mich nicht wundern, wenn Du im Gespräch mit den Leuten, die sich täglich in dem Bereich engagieren, mit dem Du dir so schwer tust, mehr für Dich mitnehmen kannst, als in der Blubbertherapie. Wobei die natürlich trotzdem wichtig ist für die weitere Aufarbeitung.

    Aber manchmal muss man sich seine "inputs" wirklich an der Basis holen, da wo das Leben tobt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hospizbewegung
    Geändert von Gast784 (05.01.2011 um 15:48 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Mein Problem dabei ist, dass ich mit diesem Thema große Schwierigkeiten habe. Mein Therapeut meinte das ist Teil des Traumas, dass ich solche Sachen wirklich vermeide. Und selbst wenn ich im Fernsehen höre, dass jemand gestorben ist und sei es auch nur im Spielfilm, bekomme ich Angstzustände. Ich hab manchmal das Gefühl dass ich verrückt bin, aber mein Therapeut meinte, dass ich das nicht bin, sondern "normale" Symptome eines Traumas habe.

  4. #4
    Neuling Avatar von Wölfin
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    hallo bella,

    Gabiannarele hat da ganz recht mit was sie schreibt.
    Und nein!- Man muss mit 17 nicht gefasster sein, das
    ist Blödsinn. Ein Todesfall ist immer ein Ausnahmezustand
    für die Seele, einige Menschen zeigen es, andere fressen
    es in sich rein. Wobei letzteres nicht gut ist!
    Zu wissen, das ein geliebter Mensch bald nicht mehr da
    sein wird, ist noch Schock dazu und verrückt bist du
    wirklich nicht, keine Angst!
    Nur um auch innerlich irgendwann wieder zur Ruhe kommen
    zu können, solltest du dich dieser Angst stellen und dich
    damit auseinander setzen. Zum Leben gehört nun mal auch
    das sterben, das ist leider so, war immer so und wird auch
    immer so sein, das mache dir bitte klar.

    Ich habe in meinem Leben 3 Menschen verloren, die ich abgöttisch
    geliebt habe! Das letzt mal war Januar 2009. Ich trauere um
    diesen noch immer, aber es ist nicht mehr mein täglicher
    Gedanken, so wie es war.
    Meine Mutter ist sehr schwer krank und auch bei ihr KÖNNTE es
    passieren, das sie Abends ins Bett geht und nicht wieder aufwacht...
    Dieser Gedanken macht mir große Angst wenn ich ehrlich bin, aber
    ich lasse mich davon nicht bestimmen. Ich weiß es.. Es tut
    furchtbar weh... Aber unterm Strich gesehen weiß ich, wenn es
    denn mal passiert irgendwann.. Sie hat es geschafft und muss nicht
    mehr leiden.. Und das ist ein klitze kleiner Punkt der mich ein
    kleines bisschen beruhigt.
    Liebe Grüße
    von
    Wölfin


  5. #5
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    Nun ist es leider so, dass der Fall vor 2 Wochen wirklich eintrat.
    Mein Opa war zu schwach. Eine Woche, nachdem wir die Nachricht bekamen, dass er nicht mehr lange leben wird, kam der Anruf von meiner Oma aus dem Krankenhaus, dass er verstorben ist.
    Mein einziger Trost ist, dass er keine Schmerzen hatte. Er wusste, dass er sterben muss und hatte aber furchtbare Angst, Schmerzen zu haben, was bei Krebs leider der Fall ist. Nun hatte er, ich weiß nicht ob man sagen kann "das Glück", diesen schmerzhaften Krebstod nicht erleiden zu müssen. Schmerzen wurden ihm erspart.
    Früher als kleines Kind, hab ich mir immer gedacht, wenn jemand geht, dann gibt es einen neuen Stern am Himmel, der heller leuchtet, als die anderen. Und am Abend stand ich am Fenster und musste weinen und da war der Himmel tatsächlich klar und dort fand ich dann wirklich einen hellen Stern. Da musste ich irgendwie grinsen.

  6. #6
    Neuling Avatar von Wölfin
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    hallöchen bella,

    das tut mir wirklich sehr sehr leid
    Weißt du.. Vielleicht kannst du dich daran festhalten-
    an dem Wissen- das er keine Schmerzen erleiden musste.
    Vielleicht hilft es dir ein bisschen, den Schmerz besser zu
    ertragen. Es ist ihm sehr viel erspart geblieben und ich wäre
    froh und erleichtert, dieses Wissen zu haben.
    Wichtig ist jetzt in meinen Augen vorallem, das du trauerst!
    Mache bitte nicht den Fehler meinen zu müssen, mit 17
    müsste man die Kraft haben, "über den Dingen" zu stehen.
    In manchen Sachen vielleicht, aber nicht wenn es um so
    einen Schicksalsschlag geht!
    Ganz früher war es so- und ist bei vielen Menschen immer
    noch- das man ein Jahr in "Trauer geht", also ein Jahr lang
    schwarz rumläuft. Ich habe mich damals immer gefragt, warum
    das so ist und vorallem von älteren Menschen "praktiziert"
    wird. Ich hab dann mal nachgefragt und es ist wohl so, das die
    Seele 1 Jahr braucht um mit diesem Verlust fertig zu werden.
    Nach einem Jahr hätte man "genügend Abstand" um wieder ein
    einigermaßen "normales" Leben leben zu können.
    Gut, ich denke das ist von Mensch zu Mensch verschieden,
    aber es ist schon was dran, wie ich aus eigener Erfahrung weiß...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz ganz viel Kraft
    diese Zeit zu überstehen. Und schäme dich deiner
    Trauer nicht, sie ist was ganz normales und muss sein!


    Und du- das mit den Sternen.. Ja.. Das habe ich auch immer gedacht
    als ich klein war
    Ich fragte dann mal meinen Daddy, warum die Sterne eigentlich
    immer so glitzern und funkeln.. Er meinte darauf hin:
    "Da sind ganz viele Engelchen, die putzen und polieren die
    Sterne, damit sie so schön aussehen und funkeln und glitzern
    können" ... =)) Hach ja.. =)) Ein schöner Gedanken! =))
    Und wer weiß, ob es nicht wirklich so ist??? ;-)

    Alles Liebe und Gute für dich!
    Liebe Grüße
    von
    Wölfin


  7. #7
    Neuling
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    1 Jahr in schwarz herum laufen, würde sowieso nicht gehen. Denn ich beginne im nächsten Sommer meine Ausbildung. Da beginnt ein neues Leben für mich, denn ich werde dafür in eine andere Stadt ziehen müssen. Ich freue mich, weil das etwas ist, was ich nicht mal gewagt habe zu träumen und nun ist es Wirklichkeit. Mein Opa hat gesagt, dass ich gesund werden soll, er wusste ja, dass ich einige psychische Probleme habe, die bei mir oft zu Körpersymptomen führt.
    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Was ich von mir halten soll. Von meinen Gefühlen.

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