


Ich würde ihn Fragen,
warum er es zulässt, dass die wirklich Gläubigen, als ungläubige verachtet werden, nur weil sie in ihrem Glauben zu dem Schluss gekommen sind, dass man, um ihn zu leben, keine Religion braucht. Denn Glaube und Religion sind zwei verschiedene Paar Schuhe, wieso also, schenkst du nicht Allen diese Erkenntnis.
chrissi21366 (16.07.2011)


Darauf möchte ich mit Epikuresken Gedanken antworten:
Entweder Gott kann das Böse beseitigen und will es aber nicht beseitigen oder er kann es nicht und will es aber beseitigen oder er will nicht und kann nicht oder er will und kann.
Wenn er das Böse beseitigen kann und nicht will, ist er missgünstig - also kein Gott.
Wenn er es nicht beseitigen kann, auch wenn er es will, dann ist er schwach - also kein Gott.
Wenn er es weder will noch kann, dann ist er missgünstig und schwach.
Wenn er es kann und will - wieso gibt es dann noch Böses?
Ich würde aber auch antworten, dass ich nicht an einen menschenähnlichen Gott, aber an das Göttliche, das Schöne glaubte.
Denn: Ich bin Pantheist.
Quo Vadis? (16.07.2011),Suppenhuhn (16.07.2011)


Hm. Für ein Theaterstück würde ich versuchen, eine dramaturgisch eingängige Antwort zu finden, die auch ehrlich wäre, die ich aber in einer "echten" Jüngster-Tag-Situation nicht äußern würde.
Im Theaterstück würde ich möglicherweise sagen: Du hast mich verlassen, als ich dich brauchte, du hast eine so große Lücke hinterlassen, die unendlich schmerzhaft und voller Ängste war. Irgendwann habe ich dich ziehen lassen und dann mit aller Macht alles, was mich an dich erinnerte, aus mir herausgerissen, so wie das ein Trauernder tut, der irgendwann versucht, wieder zurück ins Leben zu finden. Und irgendwann habe ich verstanden, daß du gelebt hast und habe sogar angefangen zu verstehen, was deine Botschaften bedeuten und habe angefangen, dich als Bruder, als spirituellen Gedanken, als wesensverwandt mit allen Religionen und philosophisch-spirituellen Wegen dieser Welt wahrzunehmen und habe erkannt, daß du ein Sinnbild dessen bist, was in uns selbst als tiefe Wahrheit, vielleicht als "göttliches Prinzip", als Erkennen und gelöstes Zur-Ruhe-Kommen auf uns wartet.
Und vielleicht würde ich sagen, daß der Umstand, jetzt doch den "Jüngsten Tag" zu erleben und von ihm diese Frage gestellt zu bekommen, meinen Wahrnehmungen - das, was mein Leben friedlich und zufrieden gemacht hat - widerspricht und ich würde ihn fragen, warum er seine Geschöpfe und seine fleischgewordenen Brüder und Schwester so sehr narrt, daß sie in all ihren Bemühungen am Ende doch ratlos vor ihm stehen.

Na, Gott.
Du kannst Dich sicher noch daran erinnern, wie ich als Knabe auf den Schulbus gewartet habe und Dir anbot, wenn jetzt der Bus käme, dann glaubte ich an Dich. Einmal kam er dann, ich stieg ein und zeigte Dir eine lange Nase. In den nächsten Jahren kam der Bus oft genug nicht, Du zahltest es mir heim.
Ich hätte gerne geglaubt, aber ich traf keinen Deiner Jünger, der mich überzeugen oder überreden konnte.
Klar, ich hatte mich konfirmieren lassen, es gab dafür ein gebrauchtes Mofa und so 200 Mark, für die ich mir Angelzeugs kaufte. Mit 18 Jahren, als ich neben der Schule erste Gelder verdiente, ließ ich mich aus Deiner Kirche austragen, um mehr Lohn in meine Faust zu bekommen.
Ich weiß auch nicht, Dein zweifel.
wozu ihm was sagen, was er schon weiss???
Unser christlicher Gott würde das vermutlich nicht fragen, er würde wissen, dass jeder Mensch in sich glaubt (wenn auch an sich selbst oder an seine Weltanschauung) und er würde sich freun.
Ich würde zu Gott sagen: "Was Du weisst das nicht?"
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