Hey. Hier mal eine Überlegung dazu:
Zunächst schreibe ich bewusst Angst und NICHT Panik, weil für mich Panik etwas eher akutes ist. Eine körperliche Reaktion auf einen Auslöser, bei der ein Teil des Hirns die Kontrolle übernimmt, die seit Urzeiten auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Schon mal gut, dass es funktioniert.
Mit Angst meine ich die grundlegende Unsicherheit, die, im Gegensatz zur Panik oder spezifischen Angststörung, nicht auf bestimmte Auslöser zurückzuführen ist, sondern eher an einem Mangel.
Mangel an Gelassenheit, Mangel an Vertrauen, Mangel an Selbstbewusstsein, Mangel an Zuversicht.
Kurz zu mir: Ich bin 24 Jahre alt, männlich und habe seit rund 8 Jahren mit Angst und Panik zu kämpfen. Panikattacken beim Einschlafen, dann die Angst vor dem Schlafen, Angst vor dem Tod und schweren Herzfehlern.
Es wird immer wieder empfohlen, dass Entspannungsübungen oder Meditation der Weg zunächst aus der Panik und dann auch aus der Angst sein können, wenn man sie regelmäßig ausübt. Ich habe das getan und es hat sich sehr gebessert. Ich habe an meinen Gedanken gearbeitet und trotzdem suchst sich die Angst hin und wieder einen Kanal. Momentan ist es (vielleicht eingebildetes) Herzstolpern, dass mich ständig beunruhigt.
Vielleicht ist Gelassenheit und Entspannung nur der EINE TEIL. Sicher ist es wichtig Stress (also den Mangel an Entspannung) auszugleichen. Aber vielleicht ist der ANDERE TEIL, nämlich die Aktion ebenso wichtig. Sport zB., der fordert und Mut zur Überwindung braucht, wie Extremsport. Statt nur sich in Gelassenheit zu trainieren, auch Aktionen ausüben, für die solche Angst und Panikreaktionen gedacht waren: Kampf. Also extreme Situationen, in denen man um seinen Leben Angst haben muss und sich überwindet. Natürlich ist die die Gefahr beim Bungee oder Fallschirmspringen zu sterben sehr gering. Doch gefühlt ist diese Handlung gefährlich.
Meine Überlegung also: Zum Weg aus der Angst gehört nicht nur die Übung zur Entspannung und Gelassenheit, sondern auch die Übung in Aktion und Grenzerfahrung.
Viele Angstbetroffene wie ich auch sind in einer Schockstarre, die weder das eine, noch das andere zulassen.
Was denkt ihr darüber?


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