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Thema: Weiß nicht... vielleicht spinne ich auch nur

  1. #1
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    Standard Weiß nicht... vielleicht spinne ich auch nur

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin neu im Forum und habe mich angemeldet, weil ich mir langsam wirklich keinen Rat mehr weiß. Ich bin 19 Jahre alt, Schülerin und werde nächstes Frühjahr mein Abitur machen.

    Ehrlichgesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich ist es eine lange Geschichte und ich weiß nicht, ob sie es überhaupt wert ist, erzählt zu werden. Nunja, ich fühle mich furchtbar. Auf der einen Seite kommt es mir vor, als würde ich jeden Moment platzen und auf der anderen Seite fühle ich mich vollkommen antiebslos und leer. Es fängt schon morgens an. Ich komme, wenn überhaupt, nur mit extrem viel Mühe aus dem Bett. Meistens treibt mich auch nur der Gedanke an schlechte mündliche Noten wegen übermäßiger Fehlzeiten aus den Federn.
    Einschlafen kann ich gut, aber ich habe das Gefühl, ich schlafe nicht tief und wache sehr oft auf, merke deutlich, wie ich mich drehe usw.
    Abends kann ich schon nur noch daran denken, wie schrecklich der nächste Tag doch werden wird. Selbst am Wochenende, wo ich eigentlich kurz durchatmen könnte, sehe ich nichts positives.
    Es ist, als würde sich mein Magen krampfartig zusammenziehen und mir ist einfach nur nach weinen und schlafen zumute.
    Wenn ich was mit meinen Freunden unternehme, habe ich das Gefühl, die positiven Erlebnisse erreichen mich gar nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr wirklich darüber freuen. Irgendwie lebe ich nur noch, um zu funktionieren. Ich will nicht mehr. Es muss aufhören.
    Von zu Hause bekomme ich auch keinerlei Unterstützung. Das Materielle geben mir meine Eltern zwar, aber auf menschlicher Ebene habe ich keine Beziehung zu ihnen. Im Gegenteil, sie üben eher noch Druck auf mich aus, Leistung bringen zu müssen, insbesondere mein Vater. Für ihn ist es sonnenklar, dass ich im Abischnitt eine Eins vor dem Komma haben werde. Ich kann ihm nicht sagen, dass ich das nicht schaffe. Seit Jahren teile ich ihm schon keine schlechten Noten mehr mit, sondern nur noch Einsen in Klausuren. Bei Zweien werde ich schon schief angeguckt und es kommen Sprüche wie "Und wieso hast du keine Eins?", oder es wird einfach überhört. Ich kann das nicht mehr und ich will das nicht mehr. Schluss, Aus.
    Mein Bruder dagegen wird betüddelt und es wird vollstes Verständnis gezeigt, wenn er schlechte Noten hat. Klar ist mein Vater dann auch erstmal sauer, aber dann ist es auch wieder vergessen.
    Bei mir war das schon immer so, dass meine Eltern den Eindruck hatten, ich kann das alles und kann das alles alleine. Also haben sie sich nicht gekümmert. Es hat nie jemand mit mir Hausaufgaben gemacht oder gefragt ob ich Probleme in der Schule hätte. Es hat niemanden interessiert. Gut, ich habe es auch nicht gebraucht, aber es geht mir um das Interesse entgegenbringen. Meine Eltern fragen nicht, wie es mir geht, sondern nur, wie die Klausurergebnisse sind, das war schon immer so.
    Die Atmosphäre ist extrem kalt bei uns zu Hause. Ich schon oft versucht, mit meinen Eltern zu reden und teilweise konnten ich auch ergründen, warum das so ist (kompliziertes Verhältnis zwischen meinen Eltern, das würde jetzt zu weit führen). Aber Fakt ist, dass sich nichts ändert, egal was ich versuche. Es prallt einfach alles ab.
    Meine Freunde meinen immer nur, ich solle doch abwarten, bald ist die Schule vorbei und ich bin weg von zu Hause, dann wird das alles schon.
    Ich sehe aber keine Perspektive. Ich weiß nicht einmal, was ich nach der Schule studieren will. Im Endeffekt werde ich sowieso unglücklich sein mit meiner Entscheidung, oder ich werde böse auf die Nase fallen, weil ich es doch nicht schaffe, weil ich einfach nicht gut genug bin.
    Ich fühle mich schrecklich leer. Und ich habe langsam das Gefühl, dass ich auch meinen Freunden nichts mehr erzählen kann, weil ich sowieso immer nur das Gleiche sage und es langsam nichts mehr zu sagen gibt.
    Am Liebsten würde ich auf den Tisch hauen, alle anschreien und sagen, dass ich nicht mehr kann. Ich schaffe das alleine nicht, der Akku ist einfach völlig aufgebraucht. Ich mag nur schlafen und einfach nichts mehr tun. Ich platze, wirklich ich platze.
    Langsam fange ich an, meine Freunde schlecht zu behandeln, ich bin sehr leicht reizbar und rege mich sehr schnell auf. Das endet dann aber meist wieder in einer Heulattacke und in Selbstzweifeln. Das geht nun schon seit einem knappen Jahr so, aber es wird kontinuierlich schlimmer. Vorher hatte ich soetwas auch schon mal, aber es war bei Weitem nicht so schlimm, ich habe es eher alles verdrängt. Aber jetzt fühle ich mich total hilflos und allem ausgeliefert. Habe 7 Kilo abgenommen seit dem Sommer und esse vielleicht noch halb so viel wie früher. Ich weiß wirklich nicht mehr.
    Vielleicht rede ich mir auch alles nur ein und es ist gar nicht so schlimm und völlig normal.

    Aber trotzdem danke fürs Lesen =)

  2. #2
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    So wie ich das sehe, machen nicht nur deine Eltern dich über deine schulischen Leistungen aus. Neben ihnen, setzt auch du dich total unter druck, du sagst ja auch, dass du Angst hast es nicht zu schaffen, weil du dich als zu schecht fühlst. Ob das zutrifft kann ich nicht beurteilen, aber denk doch mal daran, das es vieles gibt, über das man sich selbst definieren kann; es muss nicht unbedingt dein "Arbeitsleben" sein.
    Das deine Eltern nicht genug für dich da sind, sehe ich auch als ein großes Problem, aber so wie du es beschreibst lässt sich daran so nichts ändern, es hängt ja auch davon ab, was für Menschen deine Eltern sind. Du sagst du wirst Platzen, aber hast du ihnen wirklich schon ein Mal die Meinung gesagt, sie angeschrien, vor ihren Augen geweint und ihnen mitgeteilt, dass du nicht mehr weiter kannst??
    Ich weiß, es ist schwer seine Eltern zu enttäuschen, aber so darfst du das nicht betrachten. An dem Punkt, wo sie erkennen wie verzweifelt du bist, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie weiterhin versuchen werden dich in ihr Wunschvorstellung von dir zu pressen.
    Du hast über deine Freunde geredet und das du ihnen nichts mehr zu sagen hast. Für mich klingt das so, als wären sie für dich nichts außer ein Ort, um deine Sorgen loszuwerden, aber das kann ja nicht alles sein. In deinem Text konnte ich leider nicht viel über deine Hobbys oder wie du deine Freizeit verbringst erfahren, aber auch für solche Dinge sind Freunde da.
    Ich bin überzeugt, dass du deine Situation aus einer anderen Perspektive betrachten musst; und wenn es eine gleichgültige ist. Saen wir du schaffst dein Abi nicht oder brichst es sogar freiwillig ab, dann wäre dein Leben doch auch nicht gescheitert, oder? Es gibt unzählige Alternativen, um deinen Lebensweg zu gestallten, du solltest dich nicht nur auf den einen, den deine Eltern am besten finden verkrampfen. Versuch dich von diesem Stress zu befreien.

    Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen weiterhelfen, denn für mich klingt deine Lage auch sehr unerträglich. Ich wünsche dir Glück und einen starken Willen!!

  3. #3
    Neuling
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    Vielen lieben Dank für die Antwort, da freue ich mich wirklich sehr drüber

    Zu meinen Eltern muss ich erstmal sagen, dass sie beide sehr alt sind. Ich bin mit 19 die älteste Tochter und mein Vater ist Jahrgang 1940. Ich glaube, da liegt schon ein Problem, weil sie anscheinend mit ihrer Lebenserfahrung schon so weit von der Welt der jungen Leute weg sind, dass sie auch ihre Ängste und Probleme nicht wirklich verstehen können (oder wollen?) Ich kann mich noch gut an eine Aussage meiner Mutter erinnern. Es ging um die damalige Freundin meines Bruders, die sich wiederholt völlig daneben benommen hatte und meinen Bruder und mich damit sehr gekränkt hat. Meine Mutter meinte dazu nur: "Ach, die ist doch noch ein Kind, die kann man doch gar nicht ernst nehmen. Für mich sind das alles noch kleine Kinder." Die Freundin ist zwei Jahre jünger als ich.

    Dazu kommt, dass meine Eltern seit ich denken kann, eine Art kalten Krieg führen. Meine Mutter ist vielleicht ein Viertel des Jahres zusammengerechnet bei uns zu Hause, den Rest verbringt sie in ihrem Elternhaus 120 Kilometer entfernt (hat sie schon immer so gemacht). Wenn sie hier ist, macht sie meinem Vater ununterbrochen Vorhaltungen, was er doch für ein Mensch sei, wie geizig er doch sei, er gönne ihr ja überhaupt nichts und alles was er täte wäre gegen sie (Ich für meinen Teil bin der Meinung, sie spinnt sich da auch einiges zusammen).
    Im Gegenzug hält mein Vater meiner Mutter vor, sie sei komplett unfähig, irgendetwas sinnvolles zu tun, beschwert sich über ihr Essen, dass sie weder kochen, noch den Haushalt führen könne. Daraufhin kontert meine Mutter fast immer mit "Ja hauptsache es läuft so, wie bei deiner Mutter zu Hause, was?!"
    Eigentlich sind es fast immer belanglose Dinge, um die die beiden streiten. Aber sie machen das mit so viel Verachtung für den anderen und so viel Boshaftigkeit, es muss einfach noch viel mehr dahinter stecken.
    Mein Bruder und ich haben uns ein paar Mal schon mit ihnen an einen Tisch gesetzt und gesagt, wir halten das so hier nicht mehr aus, wir müssen reden.
    Dabei ist dann zutage gekommen, dass die beiden jahrelang eine Wochenendbeziehung geführt haben und als ich dann ungeplant unterwegs war, haben die beiden beschlossen zu heiraten und damit nahm das Unglück sozusagen seinen Lauf. Das zweite Kind haben sie dann quasi "hinterhergeschoben", damit ich nicht alleine bin (haben sie auch so gesagt, das war schon ziemlich hart für mich zu hören)
    Während des Gesprächs hatte ich den Eindruck, dass die beiden noch nie vorher über diese Themen gesprochen haben, die ganzen Jahre nicht. Deswegen haben beide auch nach einiger Zeit wieder dicht gemacht und sind in ihre normalen Verhaltensweisen zurückgekehrt. Die Fronten sind extrem verhärtet und es fällt sehr schwer, da irgendwo einen Ansatzpunkt zu finden, geschweigedenn etwas, das dauerhaft etwas bringt und die beiden nicht nach zwei Tagen wieder alles vergessen haben.
    Das ist auch meine größte Angst im Bezug auf miteinander reden. Die beiden zeigen eben immer wieder, das sie nichts aus Gesprächen mitnehmen und nach ein paar Tagen ist wieder alles so wie vorher.
    Vielleicht muss es wirklich mal richtig knallen hier, irgendwie muss man den beiden doch klarmachen, dass es so nicht mehr geht.
    Ich habe nämlich keine Lust mehr, mich ständig zusammenzureißen, nur damit der Streit und die Vorwürfe nicht noch schlimmer werden. Irgendwann schwappt alles nämlich auch auf meinen Bruder und mich über und wir werden als Versager und was weiß ich alles dargestellt, obwohl wir im Grunde nichts getan haben. Es reicht einfach, das Maß ist voll und das Maß ist JETZT voll, da gibts kein Abwarten und Ausharren mehr, bis die Schule vorbei ist. Punkt.

    Mein Abi werde ich schon schaffen, ich rechne so mit nem 2,3er Schnitt pi mal Daumen. Mein Problem ist eben, dass ich die Institution Schule abgrundtief verachte. Ist auch ne längere Geschichte, hat sich über die Jahre durch verschiedene Faktoren so entwickelt. Ich habe richtig Angst, zur Schule zu gehen, weil ich das Gefühl habe, jeder will mir da was. Insbesondere jetzt in der Obestufe machen mich die mündlichen Noten fertig. Ich bin eben ein stiller Typ (zumindest in der Schule), dem es wesentlich schwerer fällt als anderen, etwas zu sagen. Viele Themen und Diskussionen finde ich auch lächerlich wie zum Beispiel: "Lest euch mal die Überschrift durch. Was vermutet ihr, worum es in dem Text geht?" Was soll das denn bitteschön?! Da lese ich mir doch den Text durch und weiß worum es geht! Dann wird ne viertel Stunde darüber geredet, was man denn so vermutet... Da rollen sich mir echt die Fußnägel hoch und ich würde am liebsten aufstehen und gehen. Und am Ende wird es einem zum Vorwurf gemacht, dass man dazu nichts gesagt hat. Schule – den Daumen hoch! Von mir aus könnten wir jeden Tag nen Test über irgendwas schreiben, wäre mir total egal, aber der Druck von den Lehrern, was sagen zu müssen, ist heftig. Jede Notenbesprechung das Gleiche: "Ja die Qualität deiner Beiträge steht wie immer völlig außer Frage, aber du musst dich einfach mehr melden."
    Das Schlimme dabei ist aber, wenn man sich wirklich mehr meldet, wird es schlichtweg nicht anerkannt. Zum Beispiel kam nach einer Geschichtsstunde, wo ich mich meinem Eindruck nach wirklich angestrengt und oft gemeldet habe, die Lehrerin zu mir und meinte "Ja wieso hast du dich denn heute wieder so wenig gemeldet? Das haben wir doch schon so oft besprochen." Ich kam mir vor wie im falschen Film. Da strengt man sich an und bemüht sich und am Ende ist man immernoch in der gleichen Schublade drin, wie vorher auch. Und das war ein Beispiel von vielen. Meine Motivation ist gleich null. Ich bemühe mich zwar, das Spielchen mitzuspielen, aber innerlich geht einfach gar nichts mehr und ich will nur noch weg davon.
    Vielleicht ist das ja eine seltsame Haltung, aber das sind meine jüngsten Eindrücke von Schule.

    In letzter Zeit ist eigentlich mein größtes Hobby, mich mit meinen Freunden zu treffen. Ich habe nicht allzuviele, aber die, die die ich habe, sind richtig gute, um die ich mich auch sehr bemühe. Wir machen eben normale Dinge, wie ins Kino gehen, zu Hause treffen und auch mal einfach nur über igendwas quatschen, wir kochen zusammen, gehen auch mal auf Partys, Filmeabende (auch mal mit anderen "nicht so guten" Freunden/Bekannten), shoppen fahren, was man halt so tut.
    Im Grunde habe ich seit geraumer Zeit zwei "beste Freundinnen", denen ich mich nahe genug fühle, um ihnen von meinen Ängsten zu erzählen. Aber eigentlich reden wir, wenn wir über Probleme reden, mehr über ihre als über meine. Es macht mir Spaß, ihnen zu helfen, ihnen meine Meinung dazu mitzuteilen, ganz besonders, wenn ich sehe, dass es ihnen etwas bringt und sich ihre Situation dadurch verbessert. Zum Beispiel konnte ich doch eniges dazu beitragen, dass ein längerer Streit zwischen einer der beiden und einer anderen Schulkollegin beigelegt werden konnte. Das hat mich richtig glücklich gemacht, zu sehen, wie sie wieder zusammen lachen konnten und die dicke Luft endlich wieder atembar wurde. Wie gesagt, ich bemühe mich um meine Freunde und wenn es zwischen uns mal kracht und so richtig die Fetzen fliegen (was auch mal vorkommt), schalte ich nicht auf stur, sondern bin bemüht, die Sache zur Zufriedenheit aller zu klären und alles wieder einzurenken. Hat bis jetzt auch immer einwandfrei geklappt. Klar erzähle ich ihnen auch von meinen Problemen und Sorgen, aber ich bin eben der Meinung, es gibt da nichts mehr zu sagen, weil sich doch nur alles im Kreis dreht und man am Ende wieder da rauskommt, wo man angefangen hat. In letzter Zeit werde ich aber verstärkt gereizt und wenn es ganz schlimm ist, brauchen sie nur ein "falsches" Wort zu sagen und ich bin gleich auf 180. Dann knallen Türen oder ich renne einfach mal weg oder bin total eingeschnappt. Es ist, als würden Sicherungen durchknallen und ehe ich realisiere, was ich da eigentlich mache, ist es schon zu spät. Das macht mir Angst, weil ich niemanden schlecht behandeln will.

    Wenn ich zu Hause bin, verbringe ich meine Zeit meist mit kreativen Sachen. Ich höre Musik und zeichne oder schreibe kleine Geschichtchen. Das macht mir Spaß und lenkt mich ein bisschen ab. Wenn meine Mutter nicht da ist, bleibt Waschen und sauber machen mehr oder weniger an mir hängen, also mache ich das auch noch. Aber eigentlich bin ich froh, wenn ich nicht zu Hause sein muss, ganz besonders wenn meine Mutter da ist, weil sie mir doch mit ihrer Art sehr auf den Keks geht.
    Ansonsten habe ich Phasen, wo ich auch gern mal am Pc spiele oder Pläne schmiede, wie ich mein Zimmer umräumen kann zum Beispiel.
    Früher habe ich auch gerne Klavier gespielt, aber seit das Teil einige kaputte Tasten hat, die keinen Mux mehr von sich geben, habe ich da keine Lust mehr drauf. Das Teil war auch ein wahnsinnger Fehlkauf meiner Mutter. Das Epiano hat sie einfach über meinen Kopf hinweg gekauft, auch mein Vater wusste damals nichts davon und meine Meinung wurde sowieso völlig ignoriert. Ich habe von Anfang an klargemacht, dass ich ein akustisches Klavier wollte, aber das war ja wie gesagt völlig egal.

    Es kommt einfach wahnsinnig viel zusammen und ich habe das Gefühl, ich werde damit nicht mehr fertig.
    Vielleicht muss ich wirklich meine Sichtweisen umstrukturieren, es ist nur so schwer, weil von allen Seiten was kommt und ich mich im Grunde einfach nur noch verkriechen will. Klar weiß ich selber, dass das keine Lösung ist, aber alleine werde ich nicht damit fertig, ich brauche einfach Unterstützung und ich muss sehen, dass sich was verändert. Hach es ist so kompliziert.

    Huch, jetzt hab ich ja wahnsinnig viel geschrieben. Vielleicht ist auch dummes Zeug dabei, aber ich versende es jetzt einfach mal.

    Ich hoffe, ich bin auf alles eingegangen =)

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von Mindsiege
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    Standard

    Also, damit wir weiterkommen, muss ich diese Masse an Infos erst Mal auf einen Nenner bringen .

    Erstmal will ich dir sagen, dass das auf jeden Fall nicht nur Spinnereien sind. Für mich ergab alles einen Sinn und deine Situation ist ja auch wirklich nicht schön.
    Fangen wir mal an:

    Negativ:

    1.)
    Du leidest unter Antriebslosigkeit, quälst dich morgens in die Schule und wenn du zu Hause bist fühlst du dich auch leer und freust dich nicht auf das, was kommt. Selbst das Wochenend bietet dafür keinen Ausgleich.

    2.)
    Du hast starke Stimmungsschwankungen, manchmal willst du einfach nur weinen und du bist leicht reizbar und kannst mitunter echt unausstehlich zu deinen Freundinnen sein.

    3.)
    Der Leistungsdruck aus der Schule und von deinen Eltern wird für dich unertragbar. Die Schule quält dich und du siehst in ihren Anforderungen keinen Sinn. Von deinen Eltern kommt dazu auch kein Beistand, sie erwarten übertriebene und unsinnige Dinge von dir und sind dabei altersstarsinnig.

    4.)
    Die Beziehung deiner Eltern macht dir sehr zu schaffen. Es ist alles andere als eine harmonische Beziehung und du warst nicht ein Mal als ihr Kind gedacht. Sie lieben sich nicht und haben deine Geburt einfach nur so hingenommen, machen auch jetzt keine Anstalten die häusliche Situation zu verbessern. Dein Bruder stattdessen war gewollt, deinetwillens, und er wird daher anders behandelt als du, bzw verwöhnt (mehr Hilfe in der Schule und so).

    5.)
    Du hast keine Pläne mehr für die Zukunft, aber du weißt, so geht es nicht mehr weiter. Du kannst nicht mehr, es muss sich etwas ändern.

    Positiv:

    Du bist sehr sozial und das Beisammensein mit deinen Freunden macht dir viel Freude und bietet Zerstreuung. Es macht dich glücklich mit ihnen was zu unternehmen und am wohlsten fühlst du dich, wenn sich alle miteinander verstehen und ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.


    War das jetzt in so weit richtig?
    So ich schreib jetzt der Übersichthalber nochmal einen anderen Text, in dem ich das dann mal kommentiere.

  5. #5
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    1.)
    Du sagst, dass du immerzu denken musst, dass nach dem Wochenende eh wieder nur die Schulwoche kommen wird und du dich daher auf gar nichts freuen kannst, bzw stets schlechter Laune bist. Das passt ja allerdings nicht mit dem zusammen, dass du viel mit Freunden unternimmst und das bietet dir doch eigentlich den Ausgleich den du brauchst, oder nicht?
    Wer viel soziale Kontakte hat, hat immer die Möglichkeit einen Gegenpol zu Schule oder häuslichen Stress zu schaffen.
    Ich frage nur noch einmal, um sicher zu sein, aber wenn du von deiner Antriebslosigkeit sprichst, dann meinst du das im Bezug auf deinen Schulalltag und nicht auf die Zeit, die du mit Freunden verbringen kannst.
    Korrigiere mich wenn ich falsch liege.

    2.)
    Es ist eine Tatsache, dass deine Situation dich sehr stresst, dabei wird eine chronische Gereiztheit wohl nicht ausbleiben. Dies ist nicht das Kernproblem, denn wenn du die Stressquellen eliminierst, wirst du auch nicht mehr übertrieben auf Kleinigkeiten reagieren und deine schlechte Laune bei deinen Freundinnen ausladen, was dir ja schließlich auch missfällt.

    3.)
    So, gegen den Leistungsdruck kann man nicht viel machen. Wie gesagt, du darfst dich halt nicht unter Druck setzen lassen, von dir nicht und von allen anderen auch nicht. Das was du über die Oberstufe sagst ist mir bekannt, aber ja nicht zu ändern. Die Schule ist ein stoisches altes Urgestein und in vielerlei Hinsicht nicht Lernfähig. Wenn du keine guten mündlichen Noten bekommen kannst, musst du dich wohl oder übel damit abfinden, so wie alle anderen auch. Lehrer haben halt dieses Schubladen denken (in der Regel) und wie man weiß, kommt man aus eigener Kraft nicht aus diesen Schubladen raus. Entweder man ist halt der Typ für mündliche Beteiligung oder eben nicht. Sich darüber aufzuregen ist zwar naheliegend, aber, ohne ein Blatt vor den Mund zu heben, unsinnig und eine Zeit und Kraftverschwendung. Mach einfach weiter wie gewohnt, bekomm' diese Noten wie gewohnt und lass dich nicht irritieren, es ist ja kein Beinbruch, dein Abi wird ja anscheinend nicht schlecht werden deswegen. Die Schule ist zwar oft widersinnig, aber es ist ja nicht zu ändern und ich glaube weniger, dass das dein eigentliches Problem ist.


    So jetzt höre ich erstmal mittendrin auf, denn ich muss jetzt schlafen gehen.
    Du kannst mir ja schon deine Gedanken zu den Dingen bis jetzt schreiben, aber auf 4 und 5 will ich natürlich auch noch Mal etwas sagen.

  6. #6
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    Ich habs nur überflogen, den Anfang etwas mehr gelesen... nein Du spinnst nicht, es ist eine real belastende Situation mit den Eltern.

  7. #7
    Neuling
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    @ Mindsiege: Meistens habe ich das Gefühl, eine Art Maske aufzusetzen, wenn ich mit meinen Freunden was mache. Ich versuche, zu überspielen, dass es mir nicht gut geht. Das gelingt mir zwar meistens, aber es ist so anstrengend und ich bezweifle, dass ich das noch lange kann. Meine Gereiztheit kommt ja auch jetzt schon immer öfter durch. Klar gibt es auch glückliche Momente, zb wie ich es oben bereits beschrieben habe, aber die meiste Zeit erfüllen mich auch die Unternehmungen nicht wirklich, jedenfalls nicht so, dass es einen ausreichenden Gegenpol bilden könnte. Zudem ist "viel unternehmen" ziemlich relativ. Wenn für andere sagen wir 6 Mal die Woche viel ist, ist für mich 2 Mal die Woche viel (+ telefonieren vielleicht).
    Das mit der Maske kommt daher, dass ich mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe in Punkto "zu viel erzählen". Mir wurde dann direkt die Freundschaft gekündigt mit dem Vorwurf, was ich denn für eine Freundin sei, die so oft nur von ihren Problemen erzählt und so weiter und sofort. Das war so in der achten Klasse und eine sehr, sehr schwere Zeit für mich, weil danach der Psychoterror in der Schule wieder losging.
    Jedenfalls, seit dem fällt es mir noch schwerer, mich wirklich zu öffnen, weil die Erwartung, sofort einen auf den Deckel zu kriegen dermaßen eingebrannt ist. Wenn ich also sage, ich fühle mich jemandem nahe genug, über meine Probleme zu reden, erzähle ich schon viel, ja, aber nicht alles. Beispielsweise wissen die beiden Freundinnen, dass es bei mir zu Hause eine furchtbare Situation ist, aber ich bin irgendwie darauf bedacht, immer drum herum zu reden, wie sehr ich darunter leide.

    Es ist schon alles sehr kompliziert und ich frage mich, ob ich mir nicht Hilfe holen sollte. Nur wenn ich das tue und mein Vater das erfährt (er wird es erfahren, weil wir privatversichert sind), dann kann ich einpacken und er wird mich noch mehr als versager hinstellen oder mich auslachen

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von Mindsiege
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    ICh will mich dieses Mal etwas kürzer fassen.

    also erstens, deine häusliche Lage ist das, was dir wirklich zu schaffen macht, alles andere sind nur begleiterscheinungen und das mit der schule: das ist nun mal so, kann man nich ändern.

    das du deine probleme in dieser richtung doch mit niemanden teilen kannst, macht es für mich nur nur deutlicher, dass deine familie das eigentlich problem ist. da muss etwas geschehen.

    hast du deinen eltern schonmal vorgeschlagen, dass sie sich scheiden lassen? sie lieben sich nicht und wenn sie immer nur ihre kinder damit belasten, dass sie immernoch regelmäßig zusammenkommen, dann sollten sie es lieber gleich lassen.

    ich weiß es ist nicht schön, aber ich denke von einer Scheidung hätte in eurem falle jeder was.

    und professionelle hilfe würde ich an dieser stelle noch nicht empfehlen. es gibt in deinem fall noch so viel unausgesprochenes, dass du, wenn du hart aber ehrlich alles sagst was dich bedrückt, die meisten deiner probleme selber lösen kannst. und auch wenn ich nicht glaube, dass dich jemand auslachen würde; viel schlimmer kann es doch kaum noch kommen, oder?
    I am human, therefore, nothing human is alien to me.
    [Terentius]

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