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Thema: Weiß nicht, wie lange ich daß noch durchhalte.....

  1. #1
    Neuling
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    Standard Weiß nicht, wie lange ich daß noch durchhalte.....

    Tag erstmal....
    Bin eher durch Zufall auf diese Seite gestossen und überlege jetzt auch schon tagelang, ob ich euch mit meinem Problem belästigen soll, ihr seid die ersten Menschen überhaupt, denen ich mich offenbare, ich könnte soviel schreiben über mein verpfuschtes Leben, werde mich aber bemühen, es so kurz wie möglich zu halten.
    Zu meiner Person. Bin jetzt 47 Jahre alt, übergewichtig, habe keinen Führerschein, habe aber ne Lehre gemacht und arbeite seit 31 Jahren in ein und denselben Betrieb, seit 25 Jahren als Dreher, mir hat aber der Job noch nie Spass gemacht, muss ich dazu sagen, aber da ich auf dem Land lebe und keinen Führerschein habe, was soll ich machen, heute hasse ich meinen Job, seit Jahren gehe ich jeden Tag in den ******* Laden, warte dass es Feierabend wird, um dann schon wieder Angst vor den nächsten Tag zu haben, ich bin einfach nur totunglücklich, das Problem ist einfach meine Angst oder meine Ängste??
    Vielleicht bin ich ja erblich vorbelastet.....?
    Gebohren wurde ich 1964, damals war mein Vater schon 45, meine Mutter 41, ich war wohl nicht geplant und heute wünsche ich mir, ich wäre nie geboren worden....
    Schon damals war meine Mutter nervenkrank, ich weiss es halt nur von Erzählungen meiner Schwester, die bei meiner Geburt ja schon 14 war und eigentlich damals für mich sorgte, bis sie einen Freund kennenlernte und von zu Hause abgehauen ist, ich mach ihr aber keinen Vorwurf deswegen..
    Zum Beispiel setzte mich meine Mutter auf den Nachttopf und verschwand dann einfach für ein paar Tage, ich muss dann stundenlang auf dem Töpfchen gesessen haben, hat mir meine Schwester erzählt.
    Nun ja, die Krankheit meiner Mutter hat sich verschlimmert, 1968 liesen sich meine Eltern scheiden, ich wurde meinem Vater zugesprochen, er war berufstätig, arbeitete damals bei Mercedes in Sindelfingen, wo wir damals seit kurzen lebten, vorher lebten wir in Bayern, in Kirchheim.
    1970 kam dann meine Mutter in eine Nervenheilanstalt, wo sie 6 Jahre in Behandlung war, ich wurde zu Pflegeeltern gegeben, wo ich im grossen und ganzen nur schlechte Erfahrungen machte mit den Kindern der Pflegeeltern oder anderen Pflegekindern, immer wurde auf mir rumgehackt, 1971 zogen wir dann wieder nach Kirchheim, weil mein Vater sich dort halt wohler fühlte, ich wurde nicht gefragt, meine Schwester heiratete ihren Freund und blieb im Würthenbergischem, bis heute....
    Ich wurde in Kirchheim neu eingeschult und traraaaaa....wieder wurde auf mir rumgehackt und ich bin halt ein stiller, anstatt mich zu wehren, fing ich an, meinen Kummer in Süssigkeiten zu begraben, ich hatte nur wenige Freunde und nochwas, ich wäre damals, als ich 10 war, beinahe sexuell missbraucht worden, ist aber zum Glück nicht passiert, mein Vater hat rechtzeitig eingegriffen, möchte die Geschichte jetzt nicht ausweiten....
    Auch in Kirchheim kam ich wieder zu einer Pflegefamilie und wurde auch dort wieder, naja, ihr wisst schon, also noch mehr Süssigkeiten......
    Dann war die Schule aus und ich brauchte einen Job und lernte also Schlosser, obwohl ich im Bewerbungsschreiben angab, dass ich am liebsten eine Arbeit hätte, wo ich alleine arbeiten könnte, denn schon damals hatte ich ein Unbehagen im Zusammensein mit fremden Menschen und die Firma hat mich ja zuerst auch abgelehnt, aber da mein Vater ein gutes Verhältnis mit dem Chef hatte, wurde ich doch genommen, am Anfang viel mir die Ausbildung unheimlich schwer, hab aber dann doch noch den Hebel umgerissen und die Prüfung mit 2,6 geschafft, damals versuchte ich auch, den Führerschein zu machen, bin aber 2 mal bei der Praxis durchgefallen und hab mir halt gedacht, probier ich es halt später nochmals.....
    Aber meine Ängste vor dem Zusammensein mit Menschen wurden immer grösser, da ich ja auch ziemlich korpulent bin, denk ich mir jedesmal, wenn mich jemand anschaut, was denkt der oder die über mich usw......
    Am Anfang hatte ich ja noch nette Kolegen und ich fühlte mich in der Abteilung wohl, aber mit der Zeit haben diese mich verlassen durch Umbesetzung, Rente und mir wurden immer jüngere Kollegen vor die Nase gesetzt, bei denen ich mir jetzt wie ein Fremdkörper vorkomme, sie sind zwar nett zu mir, aber mein Unwohlsein in dieser Abteilung wächst von Tag zu Tag.
    Durch die Angst vor Menschen bin ich auch nie fortgegangen, z.b. Disko oder so, nur für eine kurze Periode, wo ich auch mal 45 Kilo abgespeckt hatte, habe ich es mal versucht, fühlte mich aber immer unwohl bei solchen Veranstaltungen und war froh, wenn ich wieder gehen konnte und alleine war.
    Ach, es ist zum verrücktwerden, ich fühle mich eigentlich wohl, wenn ich alleine bin, weiss aber auch, dass das nicht richtig ist und es hat jetzt auch auf meinen Beruf Auswirkungen, es fällt mir jeden Tag schwerer, in die Arbeit zu gehen, mich kotzt alles nur noch an, jeder Tag ist die Hölle und in letzter Zeit denk ich öfters daran, einfach Schluss zu machen, war zwar in letzter Zeit öfters beim Arzt wegen diverser Sachen, trau mich aber nicht, ihm dass hier zu erzählen, denke mir aber, wird besser sein, ich tue es bald, weil so kann es doch auch nicht weitergehen.
    Was meint ihr dazu, könnte noch mehr und ausführlicher schreiben, aber im Grunde genommen habe ich euch mein ganzes Elend im groben und ganzen geschildert.
    Danke für eure Aufmerksamkeit, es tat gut, dass ich das alles mal schreiben konnte.

    MfG. Dieter K.

  2. #2
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    Hallo Dieter,

    das mit deiner Vorgeschichte tut mir echt leid, deswegen wollte ich dir mal schreiben.

    Kannst du mir sagen was ist das größere Problem für dich, die Arbeit oder der Kontakt zu anderen Menschen während der Arbeit.

    Ich hatte auch lange Zeit Probleme bezüglcih der Anstellung, ich kann dir nur sagen kündige und such dir was passendes, wenn du Tag für Tag dich hin quälen musst ist das nicht RICHTI...

    Also ich wünsche dir alles gute

    Gruß micha_

  3. #3
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    Hallo Dieter

    Hast du keinen mit dem du mal reden kannst,Freunde oder Bekannte ?

    Ich bin auch nicht gerade schlank, aber ich verstecke mich nicht. Bin in deinem
    Alter. Zur Disco,naja ich Alter Bock.... Aber du solltest mal unter Menschen gehen. Hast du ein Hobby oder irgendwas was du gerne tust ?

    Vielleicht kannst du einem Verein beitreten.

    pp

  4. #4
    Verleger Avatar von Waris
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    Standard

    Einfach kündigen muss nicht die Lösung. Dann kommt der HartzVI-Kreislauf, Dieter sitzt nur noch allein zu Hause und wird vom Amt gegängelt. Das heißt nicht, dass es dadurch besser wird.
    Du solltest dir überlegen, lieber Dieter, was du in deinem Leben erreichen möchtest, was du dir wünscht und wie du es bekommen könntest. Am besten holst du dir Hilfe dazu! Mit deinem Hausarzt darüber zu sprechen ist sicher ein guter Schritt, wenn du ihm vertraust!
    Vielleicht kannst du eine Kur oder was in der Art beantragen! Da hättest du Zeit um dir darüber klar zu werden, wie es weitergehen soll.
    Nur, weil dein Leben etwas verkorkst angefangen hat, heißt das nicht, dass es so bleiben muss. Du hast Potential, sonst würdest du ja gar nicht drüber nachdenken und dir Rat holen. Das finde ich sehr gut, es ist ein wichtiger und mutiger Schritt!
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Waris für den sinnvollen Beitrag:


  6. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Dieter,

    Vielleicht bin ich ja erblich vorbelastet.....?
    zuallererst: es gibt zwar genetische Faktoren bei psychischen Erkrankungen, jedoch ist es in den allermeisten Fällen wohl eher so, dass die Gene erstmal durch die Sozialisierung aktiviert werden müssten, wenn sie denn überhaupt eine Rolle spielen. Eine angstgestörte Mutter gibt hauptsächlich über Sozialisierung ihre Störung weiter. Beobachte ein Baby, wie das im symbiotischen Kontakt über Mimik, Gestik und Laute mit seinen Bezugspersonen steht. Wenn jetzt so eine Bezugsperson entsprechende Reaktionen und Körperausdruck hat, welche Angst, Depression etc wiederspiegeln, was lernt das Baby dann wohl? Es wird das übernehmen und die entsprechende emotionale Landschaft dazu entwickeln.

    Das nur mal so, um einen Deiner Glaubenssätze mal etwas zu entschärfen. Auch muss Deine Mutter nicht eine genetisch bedingte Geisteskrankheit gehabt haben, nur weil sie in der Psychatrie war. Gerade in der Generation wurde so viel nicht erkannt, wie Depressionen, und vor allem Traumata. Die Lebensgeschichten der Kriegsgeneration waren mit Traumata sozusagen gepflastert und deren Kinder haben darunter auch noch massiv gelitten. Die Aufarbeitung dieser Verkettungen und Verstrickungen reichen bis in unsere Generation rein.

    Warum ich das jetzt alles labere? Zum einen, um Dir die Angst vor dem Arzt zu nehmen, denn wir haben heute im Bereich Psychologie, Sozialisierung, weit mehr Erkenntnisse als noch vor ein paar Jahrzehnten. Zum anderen, um Dir zu sagen, ich sehe auch viel Potenzial bei Dir und Du machst Dich klein und mutlos aufgrund von Glaubenssätzen, die Du aus der dörflichen Welt Deiner Zeit übernommen hast. Ich bin ähnliches Baujahr wie Du, und auch aufm Dorf groß geworden, drum kenne ich ein bißchen diese Welt.

    Außer dem Gespräch mit dem Arzt könnte es auch ein Anfang sein, Deine Mobilität in Angriff zu nehmen. Warum solltest Du den Führerschein nicht schaffen? Ich glaube, das Problem sitzt da bei Dir auch hauptsächlich im Kopf. Aber wenn sich jetzt diese Glaubenssätze etwas lockern, dann kannst Du auch äußerlich mobiler werden und den Führerschein erwerben Und das wäre dann doch ein Erfolgserlebnis und das Tor, um neue Welten zu erobern
    Geändert von Gast784 (18.06.2011 um 09:05 Uhr)

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