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Thema: Welche Therapie bei schwachem Selbstwertgefühl,Selbstbewusstsein

  1. #17
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    Hallo Mateo,

    Zitat Zitat von Mateo
    Ich will eine Therapie machen um mich wirklich mein Selbstwertgefühl/Bewusstsein zu verändern und das richtig anpacken!
    Es gibt keine spezielle Therapie "für" Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl - ganz einfach schon deswegen, weil dies Dinge sind, die aus vielen unterschiedlichen Bereichen heraus erwachsen. Sie sind, wenn Du es so sehen willst, die Folgen oder Ergebnisse verschiedener Prozesse, die in sehr unterschiedlichen Bereichen angesiedelt sein können - und hängen auch davon ab, wie Du mit unterschiedlichen Einflüssen umzugehen gelernt hast.

    In einer Therapie geht es darum, Prozesse neu zu definieren. Und deswegen zuerst auch mal darum, die aktuellen Prozesse aufzuspüren, sie zu erkennen und anzunehmen.
    Erst dann kann man auch sehen, wo anzusetzen ist und wie dies dann verändert werden kann.

    Dazu gehört aber auch, mal genau hinzuschauen, was sich denn hinter diesen beiden Begriffen überhaupt verbirgt, was sie bedeuten, wie sie mit den verschiedenen Bereichen Deines Empfindens verknüpft und verwoben sind.
    Wie willst Du etwas verändern können, wenn Du nicht weißt, was es denn jetzt eigentlich ist?
    Andreas hat doch hierzu bereits so einiges geschrieben - so wirklich darauf eingegangen bist Du aber nicht ...

    ... und es muss doch eine spezielle Therapieform geben [...] die Gesprächstherapie [...] aber mir halt über so langem Zeitraum einfach nicht meine Probleme löst!
    Eine Therapie wird Dir aber auch nicht Deine Probleme lösen - das ist ja auch gar nicht ihre Aufgabe.
    Du machst sie, um Dir mit/unter Begleitung etwas anzueignen und zu üben, das Dir dabei hilft, selbst neue Lösungswege zu finden und dann auch zu gehen.

    Es gibt die verschiedensten Methoden und Ansätze, die, ganz individuell, jemanden dabei helfen sollen/können, sich seiner Thematik zu nähern - die ihm dabei helfen. Das sich nähern, also die eigentliche "Arbeit", muss aber jeder selbst übernehmen. Dies kann und darf Dir niemand abnehmen.
    Dazu gehört aber u.U. auch, dass Du Deine Vorstellungen, wie was wo "gemacht" werden sollte, erst einmal etwas zurückstellst - oder kannst Du denn wirklich wissen, ob der Weg, wie Du ihn Dir vorstellst, übrhaupt zum Ziel führen kann?
    Vielleicht findest Du ja nur deswegen nicht das Gesuchte, weil Du an der völlig falschen Stelle suchst ... oder zwar an der schon richtigen, aber eben mit den falschen Mitteln ...

    Ob da jetzt eine reine Gesprächstherapie der richtige Ansatz für Dich ist: ist schwer zu beurteilen. Ebenso, welche Alternativen da für Dich "geeigneter" sein könnten.
    Es hängt eben davon ab, womit und wie Du besser "ansprechbar" bist - und dananch sollte sich die Methode richten.
    Dies kann ein einzelner Ansatz sein, aber eben auch eine Kombination verschiedener.
    Und da eben nicht jeder gleich auf etwas anspricht ...

    Mir fällt aber, ebenso wie bereits Gaby, Deine sehr starke Fixierung auf das Symptom auf
    Mangelndes Selbstbewusstsein/-wertgefühl ist, wie gesagt, eine "Resultat" - und eben nicht die Ursache des Unwohlseins.
    Wie wäre es daher, wenn Du nach einem Therapieansatz suchen würdest, der Dir hilft, Dich diesen Wurzeln und Prozessen in Dir zu nähern?

    Du klingst zu sehr "verkopft", um Dich offen und wertneutral mit Deinen Gefühlen auseinandersetzen zu können - und dort scheint mir der Schlüssel zu liegen ...

  2. #18
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    Natürlich hört sich das logisch an was du schreibst aber wie sieht das jetzt in der Praxis aus!?
    Sag doch mal wie würdest du denn jetzt vorgehen wenn du was ändern wollen würdest es aber selber nicht hin bekommst...

  3. #19
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    Hingehen, offen und ohne eigene Checkliste darüber, was in meinen Augen wie stattzufinden hat. (Immerhin haben meine "Lösungsversuche" ja wohl nichts gebracht ...)

    Mich auch mal auf neue Wege einlassen, sie zumindest erst einmal als Möglichkeit annehmen, selbst wenn ich anfangs "Zweifel" oder Vorbehalte haben sollte.

    Den Druck rausnehmen, den ich mir selbst dadurch mache, dass ich permanent nur darauf schaue, ob etwas zu einer sofortigen Änderung (und dann auch noch zu einer großen ...) an der Sache führt, die ich ändern will.

    Erst mal die eigenen Vorstellungen darüber, wie genau diese Änderung denn aussehen soll, zur Seite legen: es geht darum, dass sich etwas ändert - das wie und wo und warum und wohin erarbeitet man sich dann.

    Manchmal muss man erst Vorbereitungen treffen, bevor man sich des eigentlichen Punktes annehmen kann: die Basis aufarbeiten, auf der gebaut werden soll; die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben; die erforderlichen Werkzeuge finden und benutzen lernen - eben ein tragfähiges Fundament schaffen.

    Wenn Du ein Bild aufhängen willst, danbn brauchst Du ja auch erst einmal einen passenden (!) Nagel und einen Hammer (vorausgesetzt, die Wand, an der Du es aufhängen willst, kann das Bild überhaupt tragen ...) - und musst wissen, wie Du mit dem umzugehen hast. Vielleicht brauchst Du ja auch noch einen Dübel ...
    Während Du dies lernst, tut sich erst einmal in Sachen Bild ja noch nichts - ist das aber schon ausreichend, um zu sagen, dass dieses Lernen (dieser "Umweg") nichts bringt?

    Es kommt mir so vor, als ob Du nach einer "Therapie" suchst, die nichts anderes macht, als auf einen ganz bestimmten Schalter zu zeigen, der dann nur noch umgelegt zu werden braucht.
    So einfach ist dies aber nicht!
    Es gibt nicht den Schalter; ebensowenig wie es nur den "Trick" gibt, ihn umzulegen - und noch viel weniger den Weg, ihn überhaupt erst mal zu finden ...

    Nochmals: Das, was Du ändern willst, ist Teil eines Prozesses! Es sind "erlernte Strategien", Reaktions- und Verarbeitungsmuster, die nicht (mehr) so funktionieren, wie sie es mal gesollt haben.

    Um da etwas ändern zu können, musst Du bereit sein, Deine ganzen bisherigen Prozesse, so "richtig" sie Dir auch erscheinen mögen, auf den Prüfstand zu stellen: vorbehaltlos ...

    Was würde Dir eine Verhaltenstherapie (z.B.) bringen, wenn Du Dich (Dein Kopf) auf sie nicht einlassen könntest?
    Was würde Dir eine Form der Körpertherapie bringen, wenn Du die Barriere zwischen Kopf und Gefühl mit aller Macht verteidigen wolltest?
    Was würde Dir eine Kreativ-/Kunsttherapie bringen, wenn Du Dich nicht auf deren Methoden einlassen willst, weil Du eine direkte, unmittelbare Verbindung zu und ändernde Wirkung auf Deine Probs nicht sehen kannst oder willst?
    Welche Therapie könnte Dir etwas bringen, wenn der "Erfolg" erst im zweiten, dritten oder X-ten Schritt sichtbar eintreten könnte?

    Was in Dir würde dann bewerten, wann was als "Änderung", als Fortschritt oder Erfolg zu betrachten wäre?

    Nochmals: es gibt sie nicht, diese Checkliste "das Symptom => die Therapie => Problem gelöst und gutiss"!
    Es hängt von Dir und Deiner Bereitschaft ab, mal andere, unbekannte Wege auszuprobieren und zu spüren, was sie bringen.

    Daher meine Fragen: wie gehst Du mit Deinen Gefühlen um? Welchen Stellenwert haben sie für Dich? Kannst Du sie zulassen und ihnen vertrauen? Dürfen sie Dir "Antworten" geben, mitentscheiden?

    Dein Kopf ist nur ein Teil von Dir: wenn Du nach dem inneren Gleichgewicht suchst, nach der Balance in Dir selbst, dann braucht es auch den gleichberechtigten und gleichwertigen anderen Teil - Deine Gefühlsseite, den "Bauch".

    Also: wie sieht es da bei Dir aus?
    Und bitte nicht wieder nach nem Backrepzept fragen ...

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:


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