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Thema: Welche Therapieform würdet ihr nehmen und warum?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Welche Therapieform würdet ihr nehmen und warum?

    Ich bin ein wenig verunsichert welche Art von Therapie geeignet wäre und wünsche mir Meinung zu folgendem:

    Ältestes Kind
    ca. 8 Jahre Missbrauch durch (Stief) Opa
    Mutter Alkoholikerin
    Mit 19 Ausgezogen, mit 20 geheiratet, mit 21 und 23 Kind (er) bekommen, durch u.a. Gewalt in der Ehe mit 24 getrennt.
    Zwischen dem 24 und 38 Lebenjahr regelmäßig/unregelmäßigen Konsum von Cannabis.
    Danach durch Deutschland gewogen, durchschnittlich zwei Umzüge im Jahr, ca. 4 Jahre alt Prostituierte gearbeitet.
    Mit 26 Jahren zweiten Mann kennengelernt und mit 33 getrennt, da keine er keine Sexualität mehr wünschte.
    Mit 36 Jahren wurden die Kinder schwieriger und ich brach 2008 zusammen, Suizidversuch.
    3 Wochen stationären Aufenthalt, danach 11 Wochen Tagesklinik. Ca. 1 Jahr später Reha für 6 Wochen.

    Ich war bis zu meinem Zusammenbruch nie gerne alleine, das hat sich geändert, am Liebsten bin ich nur noch alleine, die meisten Menschen, die ich kenne lügen, sehen Freundschaft als Einbahnstraße.
    Im Job bin ich unterfordert kann.
    Diagnosen: Depressionen, Zustand nach Drogenmissbrauch, Anankastische Persönlichkeitsstörung.
    Nun kann ich einen Therapieplatz haben und soll mich für Verhaltens- oder Tiefenpsychologie entscheiden.
    Hier ist mein Problem.
    Ich sehe dass meine Persönlichkeitsstörung mich meine gesamte Erinnerungszeit durch begleitet. Ich habe Erinnerungslücken von ca. 10 Jahren. Die Depressionen sind aktuell kein Thema.
    Wunsch:
    Ich würde gerne lernen mit der PS umzugehen und einen „normalen“ Umgang mit anderen Menschen pflegen, Gespräche mit Vorgesetzten und Konflikte mit anderen lösen.

    Ich hoffe das war nicht zuviel. Bei Fragen fragen

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo und Danke für die offene und prägnate Darstellung.

    Direkt zu deiner Frage nach der Therapieform. Ich glaube eine effektive Therapie beinhaltet mehrere Therapieformen. Die Kunst liegt darin, dass der Therapeut erkennt, bei wem zu welchem Zeitpunkt welche Methode hilfreich ist.

    Die von den Kassen bezahlten Formen müssen da nicht die für dich besten sein. Spontan wäre mir bei dir eine Mischung Tiefenpsychologie und Körpertherapie eingefallen.

    Dein Körper hat viel Schmerz und Leid erfahren - das will raus und das wiederum geht nicht nur über den Verstand.

    LG Dieter

  3. #3
    Neuling
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    Danke Dieter für deine Meinung.

    Ich glaube das dies eine gute Möglichkeit wäre.

    Bisher war es nur so, dass ich alles über den Kopf regelt habe, oftmals einfach weil die Gefühle nicht auszuhalten waren.

    Körpertherapie kenne ich jetzt nur aus der Reha, wird das auch so angeboten?

  4. #4
    Schreiberling
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    Ich befürchte gute Körpertherapeuten sind eher rar. Ich meine damit auch nicht Joga oder ähnliches, sondern den Schmerz, Angst Wut, Ärger... körperlich ausdrücken und körperlich in eine positve Richtung verarbeiten.

    Vom Kopf her wirkst du absolut klar. Gefühle und Körper brauchen Hilfe.

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Farnon für den sinnvollen Beitrag:

    Mimale (25.01.2012)

  6. #5
    Roman Verfasser
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    Mal ganz blöd gesagt, Du könntest nach Kliniken im Netz recherchieren. Vielleicht weiß man erstmal nicht wonach man sucht, aber wenn man sich wirklich Zeit dafür nimmt und reinliest, erkennt man mit der Zeit welche wirklich gut sind.

  7. #6
    Neuling
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    Danke für deine antwort Erwin.

    Leider ist es für mich bisher nicht so einfach gewesen. Vieles kenne ich nicht und verstehe es nicht. Bis zur Reha kannte ich nur Ergotherapie in Form von basteln, handwerken, Musiktherapie (alle trommeln) Sporttherapie (wir gehen nach draußen), Körpertherapie (war ein schön Erfahrung) und Gespräche.

    Erst durch verschiedene Foren kam ich dazu das es nicht alles gibt was ich kenne, daher auch meine Frage.

    Und nun kommt die neue Therapeutin und ich möchte nun ein wenig zielgerichteter an meine Defizite gehen.

  8. #7
    Roman Verfasser
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    Ok. Basierend auf Deinem Post, nimm Tiefenpsychologie. Verhaltenstherapie ist an sich auch gut, aber es sollte finde ich erstmal um die Ursachen gehen, also Tiefenpsychologie.

    Meine Empfehlung wäre im Grunde gleich eine stationäre Therapie, weil bei Dir doch einiges ist, und da ist eine stationäre Gruppentherapie einfach wirksamer, und darauf bezog sich auch mein erstes Post. Man muß aber wirklich gucken dabei wo man hinkommt, von manchen Häusern ist auch abzuraten. Falls Du in der Richtung interesse hast kann ich Empfehlungen aussprechen.

    Grundsätzlich finde ich die Erwartung, damit umgehen zu können ok und realistisch. Änderungen vollziehen sich immer über die Zeit.

  9. #8
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hallo Mimale

    Welche Zeit deines Lebens betrifft deine Erinnerungslücke von 10 Jahren? Das ist unglaublich viel, was da weg ist. Ist es die Zeit des Missbrauchs?

    Ich finde auch unglaublich, wie du 8 Jahre Missbrauch wegstecken kannst und trotzdem Wege in eine gewisse Normalität suchst und hoffentlich finden wirst.

    Ich bin einfach sprachlos ab deiner Geschichte...

    Ich würde nie im Leben Tiefenpsychologie in Betracht ziehen, weil du doch sicher traumatisiert bist. Tiefenpsychologie birgt die Gefahr der Retraumatisierung.

    Die aufgezählten Diagnosen sind doch nicht das Problem, höchstens die Symptome. Es könnte sich bei dir um eine "komplexe Posttraumatische Belastungsstörung" handeln.

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Im Rahmen einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung können im Verlauf der Erkrankung eine Vielzahl von Symptomen auftreten. Legt man die diagnostischen Kriterien zugrunde, mit denen die sehr ähnliche DESNOS beschrieben wurde, lassen sich die Symptome aber sechs übergeordneten Bereichen zuordnen:
    I. Veränderungen in der Regulation von Affekten und Impulsen (Affektregulation, Umgang mit Ärger, autodestruktives Verhalten, Suizidalität, Störungen der Sexualität, exzessives Risikoverhalten)
    II. Veränderungen in Aufmerksamkeit und Bewusstsein (Amnesien, zeitlich begrenzte dissoziative Episoden und Depersonalisationserleben)
    III. Veränderungen der Selbstwahrnehmung (Ineffektivität, Stigmatisierung, Schuldgefühle, Schamhaftigkeit, Isolation und Bagatellisierung, Verlust des Selbstwertgefühls)
    IV. Veränderungen in Beziehungen zu anderen (Unfähigkeit anderen Personen zu vertrauen, Reviktimisierung, Viktimisierung anderer Personen)
    V. Somatisierung (Gastrointestinale Symptome, chronische Schmerzen, kardiopulmonale Symptome, Konversionssymptome, sexuelle Symptome)
    VI. Veränderungen von Lebenseinstellungen (Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Verlust früherer stützender Grundüberzeugungen)

    Für dieses Krankheitsbild, dass viel zu selten diagnostiziert wird, gibt es ein paar spezielle Traumatherapien (Ego-State-Therapie, EMDR, usw.)

    Ich kann dir nur raten, das Internet zu nutzen, dich schlau zu machen und erst mal herausfinden, was dich weiterbringt. Der Instinkt lenkt dabei schon in die richtige Richtung.

    Wünsche dir viel Kraft
    Liebe Grüsse, Martin

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  10. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei martinspin für den sinnvollen Beitrag:

    Fernsehturm (03.02.2012),Mimale (03.02.2012)

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