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Umfrageergebnis anzeigen: Welches ist - oder war - eure Religion?

Teilnehmer
134. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • evangelisch-landeskirchlich

    22 16,42%
  • evangelisch-freikirchlich

    3 2,24%
  • römisch-katholisch

    34 25,37%
  • alt-katholisch

    0 0%
  • sonstwie christlich

    5 3,73%
  • jüdisch

    0 0%
  • islamisch

    8 5,97%
  • buddhistisch

    6 4,48%
  • sonstwie religiös

    13 9,70%
  • nicht religiös

    43 32,09%
Seite 6 von 6 ErsteErste ... 23456
Ergebnis 41 bis 48 von 48

Thema: Welches ist - oder war - eure Religion?

  1. #41
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    Ich bin röm-kath. getauft worden und inzwischen ausgetreten. Ich kann mit dem christlichen Glauben nichts anfangen. Ich fühle mich maximal dem Buddhismus in seinen Grundzügen verbunden, würde allerdings auch keiner Glaubensgemeinschaft beitreten. Dort besteht mMn die Gefahr, in eine gewisse Glaubensrichtung gedrängt zu werden und ich möchte frei denken können.

  2. #42
    Roman Verfasser
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    Standard

    Ich bin wohl evangelisch getauft, aber war irgendwie nie da. Mit Kirche und Co kann ich nichts anfangen.
    Allerdings schließe ich nicht aus, dass es einen Gott gibt. Ich denke, das erfahre ich wenn ich hier auf Erden entschwinde.

    Ich hab ein T-Shirt mit folgender Aufschrift gesehen die Tage:
    "Ich hab nichts gegen Gott, aber seine Fanclubs nerven."

    Sehr provokativ, aber im Grunde tatsächlich das, was ich empfinde.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  3. #43
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    Zitat Zitat von Sonnenblume87 Beitrag anzeigen
    Ich bin röm-kath. getauft worden und inzwischen ausgetreten. Ich kann mit dem christlichen Glauben nichts anfangen. Ich fühle mich maximal dem Buddhismus in seinen Grundzügen verbunden, würde allerdings auch keiner Glaubensgemeinschaft beitreten. Dort besteht mMn die Gefahr, in eine gewisse Glaubensrichtung gedrängt zu werden und ich möchte frei denken können.

    Hallo Sonnenblume,

    ich bin praktizierende Buddhistin und habe inzwischen einiges an Gemeinschaftserfahrungen gesammelt.
    Was ich mir zutraue, als "sicher" zu sagen: in keiner seriösen (!) buddh. Glaubensgemeinschaft wird es passieren, dass man in eine gewisse Glaubensrichtung gedrängt wird.

    Allerdings ist es mir genauso wichtig dazu zu sagen, dass es auch gar nicht so einfach ist, eine wirklich passende Gemeinschaft zu finden.

    Ich habe z.B. eine schwierige Phase hinter mich bringen müssen: vor meiner Nase ist hier in der Stadt ein buddhistisches Zentrum, in dem Mahayana-Buddhismus (in der tibetischen Form des Vajrayana Buddhismus -> einfach mal googeln, ich will das nicht weiter vertiefen) praktiziert wird.

    Jahrelang war ich in dieser Gemeinschaft "next door", habe dort ganz liebe Freunde gefunden, die ich als Freunde in guten und schlechten Zeiten erleben durfte und darf, die immer da waren und da sind und mit denen ich die ergreifendesten Erlebnisse, tiefsten Gespräche, schmerzlichsten und schönsten Ereignisse geteilt und erlebt habe.

    Eigentlich viel zu schön, um wahr zu sein.


    Allerdings war dort immer etwas, das sich für mich "unbestimmt" und "unsicher" angefühlt hat, irgendetwas hat für mich nicht gepasst und ich konnte das nie benennen.

    Nach Jahren der Zugehörigkeit in dieser Mahayana-Gemeinschaft bin ich durch Zufall (ich mag den Begriff "Zufall" übrigens sehr....denn "es" ist mir zu-gefallen) auf eine thailändische Theravada-Gemeinschaft gestossen.

    Ich war dort völlig fremd: die einzige deutsche Frau. Ich spreche kein Thai. Ich habe eine Übersetzerin gebraucht usw. usw.
    Es gab dort intensive Gespräche mit dem Abt dieser Gemeinschaft und das alles war auch ein Stück weit herausfordernd wegen der Sprachbarriere.

    Aber genau dort ....in dieser Gemeinschaft...habe ich das "etwas" gefunden, das mir trotz Zuneigung und Zugehörigkeit zu "meiner" Mahayana-Gruppe gefehlt hat.
    Ich war wie von den Socken und dann kam eine unbeschreibliche Zerrissenheit.

    Mit der Freude, "meine" Richtung gefunden zu haben, kamen Gefühle wie Verlustangst oder dass jemand aus der Mahayana Gruppe sauer auf mich sein könnte. Ich bin auch nur ein Mensch und solche Gefühle treten dann bei mir auch auf - ich stehe nicht über allem.

    Dann entwickelte sich die Geschichte insofern weiter, als dass ich 200km von hier entfernt eine "deutsche" Theravadagemeinschaft gefunden habe.

    Nun fühle ich mich in beiden Theravadagemeinschaften sehr wohl. Die thailändische ist für mich leichter erreichbar und ich habe dort meinen buddhistischen Lehrer in dem Abt gefunden (will ich jetzt auch nicht weiter vertiefen) und für das Sprachproblem gibt es eine sehr schöne Lösung inzwischen - aber ich fühle mich auch der Gemeinschaft verbunden und zugehörig, die 200km weiter weg ist.

    Die mentale "Trennung" zu der Gruppe, die hier nur einen Steinwurf von meinem Zuhause entfernt ist, war für mich aber hammerhart.

    Und nun komme ich auf das zurück, was ich mit "seriös" meine.
    Keiner meiner Freunde/Bezugspersonen aus dieser Gruppe hat je versucht, mich in der Mahayana-Richtung festzuhalten - ich wurde nie in die Richtung gedrängt.

    Ganz im Gegenteil wurde ich ermutigt und unterstützt, meinen Weg zu finden, auch wenn er in eine andere Richtung geht als der Weg der Menschen, zu denen ich mich immernoch sehr verbunden fühle.

    Ich denke, das ist ein Punkt, an dem man gut erkennen kann, ob es sich wirklich um eine seriöse Gemeinschaft handelt oder um eine möglicherweise sogar sektiererische Richtung.

    Man hat mich "gehen lassen", aber unser Kontakt untereinander hat nie aufgehört.
    Und das Schöne ist inzwischen, dass es jetzt vielleicht sowas wie einen freundschaftlichen Kontakt der beiden Richtungen geben wird.
    Irgendwie ist aus meinem Gehen sowas wie eine kleine "Brücke" geworden.

    Das ist jetzt eine sehr ausschweifende Antwort, aber mir lag es am Herzen, das einfach mal zu verdeutlichen.
    Ich würde jede Gruppe sofort verlassen, wenn ich mich zu etwas gedrängt fühlen würde.
    Geändert von Klee (19.08.2011 um 18:14 Uhr)
    Viele Grüße

    "Klee"



  4. #44
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    Liebe ist der unmittelbare Weg.
    Sie ist das Lebensprinzip der Schöpfung. Sie ist der höchste Ausdruck von Seelenkraft. Sie ist die Gesamtheit aller Pflichten der Religionen. Sie ist der Zauberstab in den Händen des Menschen, durch den er die ganze Welt erobert. Sie war die Triebkraft hinter Mira, Radha, Tukaram, Tulsidas, Gauranga, Jesus, Mohamed, Budda und den gottberauschten Sufis, Mansoor und Shams Tabriez.
    Religion ist Liebe, und meiner Meinung nach konfessionsunabhängig.

  5. #45
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    @Klee:

    Ich danke Dir wirklich sehr für deinen Beitrag! Er hat mich doch sehr ermutigt, den Buddhismus auch praktisch, nicht nur durch Bücher kennenzulernen. Ich denke darüber eh schon seit längerer Zeit nach.

    Bei uns gibt es auch in unmittelbarer Nachbarschaft einen buddistischen Tempel, die eine Form eines chinesischen Buddhismus vertreten (ich weiß nicht genau, welchen). Ich wollte mich dort ab Oktober für einen Yogakurs einschreiben, den diese Gemeinschaft anbietet.

    Ich sehe aber in den buddhistischen Methoden und Lehren generell viel Potential, der mir auch helfen kann, im Alltag, bei der Heilung meiner Psyche etc. Ich würde daher gerne intensiver in den Buddhismus eintauchen und ihn auch praktizieren lernen.

    Ich habe aber so einen Grundsatz: "Ich trete keiner Vereinigung bei", wobei Vereinigung für mich ein ersetzbarer Überbegriff für Partei, Religion, Sportverein etc. ist. Ich habe eine feste politische Richtung, eine Glaubensrichtung (der der Buddhismus sehr nahe ist, auch wenn ich noch keine der buddhistischen Glaubensrichtungen für mich ausmachen konnte. der Mahayana - Buddhismus gefiel mir bislang sehr gut...), ich möchte aber dennoch das Recht haben, auch anderer Meinung zu sein.

    Vielleicht ist es ein sehr "europäische" Erfahrung, die ich hier gemacht habe. Ich war in einer politischen Partei -> Freie Meinung eigentlich verboten, wenn man gehört werden wollte. Ich war Mitglied in der katholischen Kirche (muss ich mehr sagen?), Sportverein -> Alles für den Dackel, alles für den Club, unser Leben für den Hund, sage ich nur... Das war nichts für mich.

    Ich bin politische aktiv, da ich meine freie Meinung vertreten möchte, ich mache Sport für mich und nicht für irgendwelche Siege und ich will an das Glauben können, was ich möchte.

    Dennoch werde ich, ermutigt durch deinen Beitrag, mal in den Buddhismus hineinschnuppern und mich bei dem Tempel mal erkundigen über ihre Richtung und ihre Lehren.

    Vielen Dank!

  6. #46
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    Hallo Sonnenblume,

    ich kann Dich nur ermutigen, es einfach mal zu probieren.
    Schau' Dich ganz entspannt um und verlass' Dich auf Dein Bauchgefühl.

    Was ich (aus eigener Erfahrung) noch wichtig finde im Bezug auf die Psyche:
    Buddhistische Gruppen oder über Buddhismus zu lesen alleine genügt mit größter Wahrscheinlichkeit nicht aus, wenn man psychische Probleme hat oder sich gerade in einer psychisch instabilen Phase befindet.

    Eine buddhistische Gemeinschaft kann zwar in einer schwierigen Phase unterstützen, ersetzt aber keinen Psychotherapeuten, der Dich fachlich in der Arbeit an Dir selbst begleitet.

    Es gibt leider wirklich Vorkommnisse, in denen sich Menschen (die entweder gerade eine instabile Phase hatten oder die insgesamt "größere" psychische Probleme hatten) der buddhistischen Lehre zugewandt haben, in eine Gruppe gegangen sind und tatsächlich mit einer Psychose in die Psychiatrie gebracht werden mussten, als sie an einem Retreat teilgenommen haben.

    Eine seriöse (!) Gemeinschaft gibt sich nicht als "alleinige Heilsbringer" aus.

    Von meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich vor knapp 2 Jahren etwas sehr tiefgreifendes, traumatisches erlebt habe und einen "richtigen" Schock erlitten habe.
    Jetzt bin ich schon lange Jahre praktizierende Buddhistin und finde viel Halt in meinem Glauben, aber selbst ich bin zu einer Psychologin mit therapeutischer Ausbildung gegangen, weil ich eine fachliche Anleitung zwingend und dringend gebraucht habe, um mit diesem Schock umgehen zu lernen.

    Für mich ist eine Welt zusammengebrochen.

    Ganz klar hat mein Glaube und mein Vertrauen eine nicht unentscheidende Rolle gespielt, trotzdem war eine Fachfrau notwendig (im wortwörtlichem Sinn: die Not zu wenden).


    Wenn Du magst, können wir gerne im Gespräch bleiben (bin allerdings ab Ende der Woche erst mal verreist, aber im Moment habe ich ganz gut Zeit, immer wieder mal in das Thema 'reinzugucken) - es gibt auch einige Gedanken zu den Lehrern, aber ich will Dich jetzt nicht mit Infos und Gedanken vollstopfen.

    Also: schreib' mir ruhig, wenn es noch Fragen oder Gedanken zu dem gibt, was ich schreibe.
    Viele Grüße

    "Klee"



  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Klee für den sinnvollen Beitrag:

    Sonnenblume87 (22.08.2011)

  8. #47
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    Hallo Klee!

    Ja, es würde mich sehr freuen, wenn wir in Verbindung bleiben könnten. Im Oktober möchte ich das erste Mal zu einem Yoga-Kurs der buddhistischen Gemeinde gehen. Ich werde mich dann auch gleich mal weiter informieren.

    Ich habe mich auch schon intensiver mit dem Buddhismus auseinandergesetzt und kenne ein paar Richtungen. Sicherlich gibt es auch im Buddhismus "schwarze Schafe", wie eigentlich in jeder Gemeinschaft, aber damit kann man ja rechnen.

    Als eine Alternative zu einer Psychotherapie sehe ich den Buddhismus nicht, viel eher als eine Bereicherung für mein Leben.

    Liebe Grüße!

  9. #48
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    Hallo Sonnenblume,

    ich halte es auch für sinnvoll, wenn man sich das Wissen um "schwarze Schafe" im Hinterkopf behält.

    Ich schreibe Dir noch ein paar eigene Erfahrungen und damit verbundene Gedanken.
    Was ich im Laufe der vergangenen Jahre erlebt und erfahren habe ist, dass der buddhistische Weg ein recht harter Weg werden kann. Als "leicht gehbar" habe ich ihn nie empfunden.

    Trotzdem bin ich immer weitergegangen, was aber auch bedeutet hat (und was immer wieder mal eintritt), auch mal länger innezuhalten und einen oder sogar mehrere Schritte zurückzugehen.
    Manchmal bringt mich "Back to basics" sogar weiter als wenn ich versuche mit "Gewalt" einen Durchbruch zu erlangen.

    Ich schreibe das mal ganz allgemein, weil jeder Mensch auf seinem Weg andere Erfahrungen macht.

    Was ich "heute" sicher sagen kann:
    Buddhismus hat für mich nichts mit "kuscheliger Räucherstäbchenromantik" und "intellektuellem Lifestyle" zu tun, so wie es manchmal -mal mehr, mal weniger latent- vermittelt wird.

    Ich erlebe immer wieder einen Spagat, den ich zwischen Eigenliebe (also "gut zu mir selbst sein") und Disziplin schlage.
    Eigenverantwortlichkeit habe ich als sehr groß geschrieben erlebt und erlebe es noch.

    Ich habe viel Ernüchterung und Enttäuschung erlebt. Ent-täuschung im wortwörtlichen Sinn.
    Wichtig finde ich auch einen Umgang damit zu finden, wenn man feststellt, dass man sich in etwas -auch in sich selbst- getäuscht hat.
    Aber in Enttäuschungen können viele Chancen liegen.

    Ich habe erst nach Jahren (!) "meinen" Lehrer gefunden.

    Wichtig finde ich auch da genaues Hinsehen und in-sich-spüren. Mit Herz und dem Verstand.
    Bei mir war es zuerst so, dass ich der Lehre ("Dhamma") vertraut habe und dann erst viele Jahre später einen Lehrer gefunden habe, dem ich mein ganzes Vertrauen schenken kann.

    Für mich war es immer wichtig, wie die Lehre vermittelt wird.

    Es hat in meiner ersten Gruppe einen "Hauptlehrer" gegeben, zu dem ich nie eine Beziehung aufgebaut habe, den ich bis heute nie persönlich gesehen habe. Er lebt etwa 400km von hier entfernt und die Gruppe war praktisch darauf angewiesen, sich selbst zu helfen. So habe ich die Lehre durch einen Referenten in der Gruppe anhören können, hatte aber praktisch kein Interesse, den "Hauptlehrer" je kennenzulernen, was mich oft ins Grübeln gebracht hat. Ich habe nie einen Bezugspunkt gespürt, bei dem ich hätte ansetzen können.

    Geduld - vor Allem auch Geduld mit mir- selbst war einer der Punkte, an denen ich hart arbeiten musste und auch noch muss.


    Ich kann und will es auch gar nicht empfehlen, Buddhist zu werden - aber ich kann ermutigen, einfach mal den Weg anzusehen und zu gucken, ob es denn passt.

    Wenn es passt: gut.
    Wenn es nicht passt:gut.

    Ich glaube wohl, dass man auch auf einem anderen Weg oder in einer anderen Religion (tiefe) Erfüllung finden kann.

    Es gibt im Koran einen ganz tollen Spruch:
    "Es soll kein Zwang sein im Glaube."


    Den finde ich richtig prima.
    Geändert von Klee (23.08.2011 um 13:31 Uhr)
    Viele Grüße

    "Klee"



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