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Thema: Wenn Angst der Anfang ist

  1. #1
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    Unglücklich Wenn Angst der Anfang ist

    Hallo euch Foris,

    ich möchte gern einmal von mir erzählen und hoffe dadurch, dass es hier Menschen gibt, die ähnliche, vielleicht auch ähnlich biographische Erlebnisse hatten und damit besser umgegangen sind als ich.

    Nun ja, ich habe als Kind nicht unbedingt zu der Sorte "fröhlich und neugierig" gehört, ich war ruhig, zurückhaltend und bisweilen auch ängstlich und zurückgezogen, was ja nicht weiter schlimm ist. Gerne habe ich vieles Neue gemeinsam mit anderen ausprobiert, in der Gemeinschaft habe ich mich sicherer gefühlt, als irgendetwas alleine für mich selbst zu entdecken. Das ist bis heute so.

    Mein Leben lang, ich bin jetzt 33, habe ich mich mit den Gefühlen, mit der Motivation der Menschen etwas zu tun oder zu sagen und mit dem Überleben von Katastrophen beschäftigt und nicht zuletzt mit Verlust und Tod. Ich fand das völlig normal, außerdem sehr spannend.

    Ich möchte damit ausdrücken, dass ich selbst schon nicht die Person mit starkem Urvertrauen und großer Selbstsicherheit war, sondern immer ängstlich um vieles herumgeschlichen bin. Die große Showbühne -sinnbildlich- ganz sich selbst sein und sich zeigen können, mit all dem persönlichen Talent, den Fähigkeiten und den liebevollen Schwächen, erscheint mir so schwierig, fast so unmöglich, dass ich fast daran kaputtgehe.

    Genau diese Situation spiegelt sich in meinem Leben ständig wieder, ich möge doch bitte endlich die Bühne betreten, ganz ins Vertrauen kommen und einfach tun, was ich tun kann ohne den ganzen Zweifel, ohne die ganzen Ängste und Unsicherheiten. Als es um die Berufswahl ging, war mir sehr schnell klar, dass ich mit Menschen arbeiten wollte, sie auf ihrem Weg begleiten -an die Hand nehmen- sie von ihren Ängsten (er)lösen wollte,und natürlich auch meine Selbsterlösung betreiben. Schlicht und einfach, ich wollte helfen, die Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen- über ein Psychologiestudium.

    Daraus ist geworden:
    Erzieherausbildung abgebrochen wegen psychosomatischer Krankheit, in den vielen Jahren der Krankheit sollte ich immer wieder entscheiden, was gut für mich ist und was ich will. Da ist mir aufgefallen, dass ich in mir drin bestimmt einen Plan erfüllen will, jedoch die Stimme nicht hören kann, die sagt was ich will. Ich pendle mal hier hin und mal dort hin, ohne Ziel, weil ich einfach nicht sagen kann "was ich denn genau für ein Ziel habe" - aber die Zielvorstellung ist doch die Motivation und die Kräftefreisetzung um das Ergebnis zu erreichen. Dann bin ich vom sozialen in den kaufmännischen Bereich gewechselt, OBWOHL ich mit Zahlen nicht gut umgehen kann und mir oftmals das logisch sachliche Verständnis fehlt. Ende vom Lied, ich habe einen kaufmännischen Abschluss, keine Berufserfahrung, und auch keinerlei Motivation in der Richtung welche zu sammeln.

    Ich möchte zurück in den sozialen Beruf, etwas helfendes, etwas beratendes, etwas einfühlendes... denn das ist es, was ich gut kann. Menschen!

    Mittlerweile bin ich umhergeiirt, habe manche Gelegenheiten genutzt, andere verstreichen lassen, eben weil ich feststelle, dass ich zu wenig Selbstvertrauen habe und der Welt und ihren Anforderungen immer noch zu ängstlich gegenübertrete. Ich habe das Gefühl, als könnte ich mich in dieser Welt, ach sagen wir besser, in dieser Gesellschaft nicht behaupten.

    Ich möchte gern mit anderen Erfolge haben, gemeinsam für das "richtige" kämpfen (sich einsetzen), ich mag aus dem Herzen geben, mir gefällt eine Gesellschaft der Einheit, wo es Gleichberechtigung und gegenseitigen Respekt gibt, in der Frieden herrscht, in der Teilen wichtig ist usw.

    Dadurch dass mir das Urvertrauen stückweit fehlt, dass ich oftmals noch zu ängstlich bin in Verbindung mit der Ratlosigkeit über meine wahren Ziele, weiß ich hier nicht zu überleben. Ich sammle viele Enttäuschungen die zusätzlich am Selbstbewusstsein nagen und mittlerweile traue ich mich auch schon nicht mehr mich auf Hilfsjobs zu bewerben...

    Diese Entwicklung macht mir Angst...
    wer kennt das auch?
    ich bitte um emotionalen Support

  2. #2
    Schreiberling
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    Zitat Zitat von *kleines Leuchten* Beitrag anzeigen
    Ich möchte damit ausdrücken, dass ich selbst schon nicht die Person mit starkem Urvertrauen und großer Selbstsicherheit war, sondern immer ängstlich um vieles herumgeschlichen bin. Die große Showbühne -sinnbildlich- ganz sich selbst sein und sich zeigen können, mit all dem persönlichen Talent, den Fähigkeiten und den liebevollen Schwächen, erscheint mir so schwierig, fast so unmöglich, dass ich fast daran kaputtgehe.
    Genau diese Situation spiegelt sich in meinem Leben ständig wieder, ich möge doch bitte endlich die Bühne betreten, ganz ins Vertrauen kommen und einfach tun, was ich tun kann ohne den ganzen Zweifel, ohne die ganzen Ängste und Unsicherheiten. [...] Da ist mir aufgefallen, dass ich in mir drin bestimmt einen Plan erfüllen will, jedoch die Stimme nicht hören kann, die sagt was ich will. Ich pendle mal hier hin und mal dort hin, ohne Ziel, weil ich einfach nicht sagen kann "was ich denn genau für ein Ziel habe" - aber die Zielvorstellung ist doch die Motivation und die Kräftefreisetzung um das Ergebnis zu erreichen. [...] Ende vom Lied, ich habe einen kaufmännischen Abschluss, keine Berufserfahrung, und auch keinerlei Motivation in der Richtung welche zu sammeln. Ich möchte zurück in den sozialen Beruf, etwas helfendes, etwas beratendes, etwas einfühlendes... denn das ist es, was ich gut kann. Menschen! [...] Ich möchte gern mit anderen Erfolge haben, gemeinsam für das "richtige" kämpfen (sich einsetzen), ich mag aus dem Herzen geben, mir gefällt eine Gesellschaft der Einheit, wo es Gleichberechtigung und gegenseitigen Respekt gibt, in der Frieden herrscht, in der Teilen wichtig ist usw. [...] Dadurch dass mir das Urvertrauen stückweit fehlt, dass ich oftmals noch zu ängstlich bin in Verbindung mit der Ratlosigkeit über meine wahren Ziele, weiß ich hier nicht zu überleben. Ich sammle viele Enttäuschungen die zusätzlich am Selbstbewusstsein nagen und mittlerweile traue ich mich auch schon nicht mehr mich auf Hilfsjobs zu bewerben...
    Also, ich kenne die Situation auch. Allerdings bist du weitem zielbewusster und hast schon eine Ausbildung abgeschlossen. Dass du dir so sicher bist, was du machen möchtest ist also klar. Ist dein Problem jetzt, wie du es beruflich verbinden kannst oder generell, deine Ziele in der Öffentlichkeit zu "verkaufen"?

    Soziales und kaufmännisches kann man miteinander verbinden. Kommt darauf an, in welchem Bereich du bist. Es gibt ja Leute, die andere im Unternehmensaufbau beraten oder Weiterbildungen (z.B. Personalabteilung oder VHS-Kurse) leiten. Bei Kindern könnte man Reisen organisieren oder Einrichtungen leiten, in denen Jugendliche Freizeitangebote finden. Wenn du international arbeiten möchtest, gäbe es die Entwicklungshilfe, das ist quasi Wirtschaft pur. Kannst du im Verkauf arbeiten? Da gibt es doch manchmal verkaufsberater. Dann wärst du viel mit Menschen zusammen. Versuch mal ein paar Tests zu RIASEC / Berufswahl zu machen.
    http://www.act.org/wwm/images/wow_c.gif
    Geändert von Fernsehturm (10.03.2011 um 10:23 Uhr) Grund: Link funzt nicht

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    Als es um die Berufswahl ging, war mir sehr schnell klar, dass ich mit Menschen arbeiten wollte, sie auf ihrem Weg begleiten -an die Hand nehmen- sie von ihren Ängsten (er)lösen wollte,und natürlich auch meine Selbsterlösung betreiben.
    Hallo,

    genau das ist es, was nunmal nicht funktioniert und einen daran hindert, in die Kraft zu kommen.

    Du kannst nicht das weitergeben, was Du selbst für Dich noch nicht gefunden hast. d.h. nicht, dass Du nicht in dem Bereich tätig sein kannst. Jedoch wird das wohl nur was in dem Bereich werden, wo Du schon eine innere Klarheit und Sicherheit hast. Dann sind die Ängste, das ganze nach außen zu bringen, nur noch eine Frage des Handwerkszeugs, das man erlernen kann.

    Aber "Hilfe" zu geben, weil man sich selbst nicht helfen kann und daher Hilfe auf die Weise praktisch versteckt sucht, das ist absolut schräg und ich komme mir da schnell mißbraucht vor. Denn man merkt das solchen Leuten an, sry.

    Ansonsten kenne ich vieles von dem, was Du schreibst. Ich war als Kind auch eher schüchtern und ängstlich und hatte keinerlei Ahnung von dem, was ich eigentlich kann und machen will. Darum bin ich auch erstmal im kaufmännischen gelandet. Aber man kann das nicht so pauschalieren. Ich bin auch jetzt, nach vielen Umwegen , wieder im Büro gelandet, jedoch an einer Schnittstelle, an der ich sehr viel mit sehr unterschiedlichen Menschen und deren Berufen zu tun habe. Da wird dann die kfm. Routine dazwischen richtig tröstlich

    Die große Showbühne -sinnbildlich- ganz sich selbst sein und sich zeigen können, mit all dem persönlichen Talent, den Fähigkeiten und den liebevollen Schwächen, erscheint mir so schwierig, fast so unmöglich, dass ich fast daran kaputtgehe.
    Das mit der Bühne kenne ich auch. Ich habe das dann irgendwann bildlich umgesetzt. Erst war es nur ein Teil meiner Tanztherapieausbildung, nämlich eine Performancewoche, dann wurde daraus ein 1jähriges Tanztheaterprojekt.


    Es hat lange gedauert, bis sich mir die Zusammenhänge im ganzen erschlossen haben, aber es ist schon so, dass diese Erfahrungen mir geholfen haben, mich auf der Lebensbühne bewusster und selbstverständlicher zu bewegen. Die Widerstände, die Ängste, das Schwierige hab ich übrigens bei dieser Arbeit dank Freude am Tanz und an der Kreativität überwinden können.

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