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Thema: Wenn man an "Liebe" kaputt geht...

  1. #1
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    Standard Wenn man an "Liebe" kaputt geht...

    Irgendwie habe ich in diesem Forum keine richtige Rubrik gefunden, in die meine Geschichte passt und so mache ich dann vielleicht einfach ein "Tagebuch" draus. Wenn der Beitrag woanders reingehört, kann ihn ja vielleicht jemand verschieben
    Manchmal denke ich, daß meine Geschichte schon in meiner Kindheit begonnen ist und daß mein gesamtes Verhalten seinen Ursprung dort hat. Wir (meine zwei Jahre jüngere Schwester und ich) wuchsen in einem sehr katholischen Elternhaus auf, wo das ganze Tun und Treiben dadurch bestimmt wurde, was wohl andere von uns denken könnten. Ich war in dieser Familie von Kind an immer das schwarze Schaf, denn irgendwie lehnte ich mich gegen diese Welt von Schein auf eine Weise auf, daß ich von allen der Quertreiber genannt wurde.
    Die einzige Freizeitbeschäftigung, die wir jemals gekannt haben, waren die Besuche von Gottesdiensten, Beschäftigung, die uns zwei bis dreimal wöchtenlich auferlegt wurde.
    So plätscherte unser Leben vor sich hin und ich habe seit jeher ein tiefgewurzeltes Empfinden von Sinnlosigkeit und wenn man denn dann von einem Lebensziel sprechen kann, so ist das meine seit jeher, zu sterben. Man kann sich wohl unschwer meinen psychischen Zustand vorstellen, wenn man weiß, daß ich seit 46 Jahren nur mit einem Ziel vor Augen existiere, nämlich diese Welt wieder zu verlassen. Komischerweise fehlt mir aus irgendeinem Grunde der Mut, den entscheiden Schritt zu tun....
    Einmal jugendlich, ging es natürlich darum, die Töchter irgendwo unterzubringen und unsere Eltern klärten uns auf, daß ein Mann, der mit uns ins Bett möchte, das nur dann tut, wenn er uns auch heiraten möchte... So verbrachte ich dann auch noch Jahre damit, zu glauben, daß ich an demTag, wo ein Mann mit mir schläft, denn dann auch endlich verheiratet sein werde. So kam dann das böse Erwachen mit 18 Jahren, als ich endlich durch eine gut bezahlte Arbeitsstelle das Elternhaus verlassen und so auf eigenen Füßen stehen konnte. Nachdem ich dann feststellte, daß nicht jeder Mann, der mit einer Frau schläft, diese auch gleich heiratet () konnte die richtige Suche nach einem geeigneten Mann beginnen. Jedoch, wo beginnen ? Außer ein paar Priestern und Priesteranwärtern kannte ich nichts im Leben und auch im Kirchenchor fand sich kein geeigneter Kandidat, alle "interessanten" Männer aus diesem Verein waren entweder bereits gebunden oder aber viel zu alt.
    So kam es dann, daß ich meinen zukünftigen Mann über meine Tätigkeit als Telefonistin, nämlich am Telefon kennenlernte. Es handelte sich noch dazu um einen Belgier und nachdem wir zunächst zwischen August und Oktober täglich miteinander telefonierten, kam es dann im Oktober zu einem ersten Besuch und im darauffolgenden Januar waren wir bereits verheiratet und ab dem 1. Februar lebte ich dann mit ihm in Belgien und das, obwohl ich bereits während unserer zahlreichen Telefonate bemerkt hatte, daß mein 'Zukünftiger' äußerst selten nüchtern war. Bereits nach wenigen Monaten des Zusammenlebens kam ich also zu der für mich recht schockierenden Erkenntnis, daß ich mit einem Alkoholiker zusammenlebte. Da ich ja nun in Belgien weder Bekannte, geschweige denn Freunde oder Familie hatte, war ich relativ auf mich alleine gestellt und die einzige Lösung, die mir auf die Schnelle einfiel, war dann auch, meine Eltern um Rat zu bitten. Die Antwort, die ich dort erhielt, läßt sich unschwer erraten, denn ein guter Katholik bleibt selbstverständlich da, wo er ist und mit genügend Liebe und Geduld wird das alles schon werden. Ich habe dieses Leben 5 Jahre lang ausgehalten und als ich irgendwann zufällig in meinem damaligen Beruf auf einen Kollegen traf, der Interesse an meiner Person zeigte, beschloß ich Hals über Kopf, meinen Mann zu verlassen. Kleine, aber feine Details: der Kollege, der behauptete, sich in mich verliebt zu haben, war verheiratet und ich war zu der Zeit schwanger (und ziemlich genau 29 Jahre alt).
    Es mag sein, daß ich durch das Aufwachsen in einer Welt, die ausschließlich auf Schein basiert, eine krankhafte Abneigung gegen Lügen, Unwahrheiten und halbe Wahrheiten bekommen habe, auf alle Fälle kann ich mit Fug und Recht behaupten, niemals in meinem Leben gelogen zu haben. So ging es mir halt auch in meinen Beziehungen und so auch in meiner Ehe. Demnach ist für mich ein sogenanntes "Doppelleben" absolut undenkbar und völlig ausgeschlossen (das ist auch bis zum heutigen Tage so geblieben). Dazu kommt meine Unfähigkeit, meine Gefühle zu steuern oder zu kontrollieren und so entschied ich, meinen Mann zu verlassen um, wie mir der "Kollege" so schön sagte, mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Allerdings musste für dieses "neue Leben" erst das Kind weg und da mein Ex-Mann die finanzielle Last eines Kindes nicht wollte, wenn es keinen Familienverband gibt, beschlossen wir, dieses Kind nicht zu behalten.
    Nachdem ich dann ausgezogen war und mein eigenes Appartement bezogen hatte, beschloß mein Kollege, daß er doch besser bei seiner Frau bleiben konnte und so stand ich dann plötzlich wieder alleine da. Nicht, daß mir ein Alkoholiker wirklich gefehlt hätte, aber ich mußte halt mit 29 Jahren wieder von vorn anfangen.
    Nach ein paar Wochenenden Ausgehen lernte ich dann mein zweites "Abenteuer" kennen, einen 16 Jahre älteren, hochverschuldeten Mann, der es bei Gehaltszahlung meist so gerade schaffte, sein Konto auf Null zu bringen. Obwohl er zu keinerlei Gefühl in der Lage war, benötigte er jemandem, der ihm sein Essen kochte und seine Wäsche bügelte und so ließ er sich auf eine Beziehung ein, die weder ihm noch mir wirklich zusagte. Einziger Unterschied zwischen seiner und meiner Situation: als ich ihn kennenlernte, war mir weder seine finanzielle Situation, noch sein Gemütszustand bekannt. Nachdem ich in diese Beziehung weitere 5 Jahre lang vorallem meine gesamten Finanzen investiert hatte und wir uns beide einem geradezu gefährlichen finanziellem Fiasko näherten, beschloß ich, auch diese Beziehung zu beenden.
    Von dem finanziellen Schaden habe ich mich eigentlich NIE erholt und als ich ein Jahr später meinen dritten Partner kennenlernte, hörte ich auch noch auf, zu arbeiten um aussschließlich die "Hausfrau" für ihn zu spielen. Auf diese Weise begab ich mich natürlich in eine Abhängigkeit, aus der es nahezu unmöglich ist, sich wieder zu befreien. Da in dieser dritten Beziehung von meiner Seite ausschließlich ein finanzielles Interesse vorhanden war und keine Gefühle, kam, was kommen mußte. Nach 8,5 Jahren Zusammenleben wurde ich vom Arbeitsamt gezwungen, wieder eine Stelle anzunehmen und so begann ich im März diesen Jahres am Empfang eines Hotels/Bungalowparks zwei Tage pro Woche zu arbeiten. Diese beiden Tage reichten aus, um endlich DIE PERSON zu treffen, nach der ich bereits mein ganzes Leben lang auf der Suche bin. Wie bereits vor 16 Jahren war auch hier völlig undenkbar, die Person, die mich jahrelang 'ernährte', abgesehen von der Trennung, zusätzlich noch damit zu verletzten, daß ich jemand anders kenne/sehe. Also auch hier wieder: anderer Mann im Kopf = den "alten" umgehend wissen lassen, daß ich ausziehe.
    Dadurch, daß ich allerdings nicht mehr berufstätig bin, fehlen mir jegliche finanziellen Mittel und nur "kranke Hirne" (Zitat meines Ex) können tun, was ich getan habe, nämlich ohne die geringsten Mittel und zu Beginn selbst ohne Arbeitsstelle, einen 'reichen' Partner verlassen. Trotzdem habe ich es getan und ich muß leider zugeben, daß ich mich, wenn nicht täglich, so doch in sehr regelmäßigen Abständen frage, ob ich nicht tatsächlich einfach nur verrückt bin.
    Inzwischen ist aus dem "DIE PERSON" treffen eine Art Liebe geworden, die mir bis vor kurzem völlig unbekannt war. Es ist eine regelrechte Sucht, eine Abhängigkeit, die ich nicht erklären kann. Diese, meine Gefühle in Kombination mit einem Gegenüber, das mindestens so "verrückt" ist, wie ich, ist etwas, wo ich nicht im geringsten mit klar komme.
    Meine 'letzte' Beziehung, zu der ich mich entschlossen habe, ist eine, deren Schaukelbewegungen mich förmlich krank machen. Das ständige Auf und Ab, die rund um die Uhr anwesenden Zweifel die mich förmlich zerfressen, weil ich mit jemandem konfrontiert bin, der psychisch nicht stabiel ist, der in allererster Linie mit seinem Job verheiratet ist und anschließend an zweiter Stelle an sich selber denkt. Was dann noch an Platz übrigbleibt, kann in einen eventuellen Partner investiert werden.
    Ich glaube wirklich, daß ich ein psychisches Problem habe, von dem ich vorallem nicht weiß, wie ich es lösen soll. Vermutlich gibt es keine wirkliche Lösung, es sei denn, daß ich meine Gefühle blockiere, abschalte, ausradiere..... Leider habe ich nicht die geringste Ahnung, wie man sowas anstellt. Den Knopf, der Gefühle mit einem einzigen Handgriff ausschaltet, habe ich bis heute nicht gefunden.
    Schon als Kind sagte mir meine Mutter oft, ich sei entweder himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt. Ich glaube, heute nennt man dieses Verhalten manisch-depressiv (oder so ähnlich). Ich habe einfach keine Kontrolle über das, was ich tue.
    Wie kriegt man sowas in den Griff ? Was muss man tun, um ein Leben führen zu können, in dem man ein Ziel hat (abgesehen von dem, zu sterben) ?
    Meine einzigen Glücksmomente sind z.Zt. die, die ich in Gesellschaft meines 'Freundes' verbringe. Das Glücksgefühl, das mich dann durchströmt, ist mit Worten nicht zu beschreiben und geht bis in die tiefsten Abgründe meiner Seele. Sobald ich mich umdrehe um in eine andere Richtung zu gehen, werde ich von einem Gefühl des Vermissens befallen und fast zerrissen, daß an Intensität dem Glücksgefühl nichts nachsteht.
    Ich würde sooo gerne 'normal' sein, einfach so leben, wie die meisten anderen Menschen auch, aber offensichtlich ist diese Art Leben nicht für mich reserviert.
    An dem Tag, wo ich diese Erde verlassen muss/darf/kann, habe ich zumindest eine Gewissheit, nämlich, daß ich mein Ziel erreicht habe und das haben manche 'normale' Menschen nicht, glaube ich !

    LG
    Marion
    Geändert von romaloo (31.07.2008 um 14:23 Uhr)

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Marion,

    erst mal herzlich willkommen.

    will Dich nur schnell drauf hinweisen, dass das Tagebuchunterforum nicht als Diskussionsforum gedacht ist. Wenn Du also Dich freischreiben und Deine Geschichte erzählen willst, dann hast Du hier ne gute Ecke gefunden. Wenn Du Deine Frage, wie man das in den Griff kriegt, zur Diskussion stellen willst, dann wäre der Psychtalk wahrscheinlich besser.


    lg Gaby

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