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Thema: Wenn man jemand beerdigt, den man nicht mehr liebt

  1. #1
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    Standard Wenn man jemand beerdigt, den man nicht mehr liebt

    Ich weiß gar nicht so genau, wo mein Beitrag hingehört.

    Ich war 14 Jahre mit meinem Mann zusammen, 11 Jahre verheiratet, wir haben eine gemeinsame Tochter. Und plötzlich ist er durchgedreht und aus meinem vermeintlich verlässlichen, verantwortungsvollen, treuen Ehemann wurde jemand, den ich nicht mehr wieder erkannt habe. Ich würde sagen er war manisch. Er kehrte sich von der Familie ab, wollte sich um nichts mehr kümmern, selbst sein Kind war ihm egal. Letzteres sagte er auch genauso, was mich wohl am Allermeisten verletzt hat. Die Situation als er das sagte und wie er es sagte, kann ich nicht vergessen und sie treibt mir jedes Mal die Tränen in die Augen. Man möge sich bitte nur mal vorstellen, sie hätte das gehört.

    Er trennte sich also und begann wenige Tage später eine Beziehung mit der Nachbarin, die ihrerseits Kinder hatte. Beide waren plötzlich in einem Liebeswahn und lebten den auch ganz offen, sodass es jeder mitbekam. Um den "Vollzug" der Trennung (sprich: wie es weitergeht, später dann die Auflösung der Wohnung, Unterhaltszahlung etc.) kümmerte er sich nicht. Neben meiner eigenen Trauer über den Verlust der Familie hatte ich die normalen Alltagsaufgaben zu erledigen und musste dafür sorgen, dass das Kind seinen normalen Alltag (Hobbies, Freunde, Schule etc.) einigermaßen ungestört weiterleben konnte. Er ging ein und aus wie er lustig war, stolzierte wie ein aufgeplusterter Pfau durch die Wohnung und machte sich hübsch für seine neue Freundin. Die wiederum verhielt sich in ihrem Zuhause wohl genauso unmöglich. Wenn ich heute "Was soll das?" von Herbert Grönemeyer höre, muss ich lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Aber so war es bis hin zu Klamotten von ihr in meinem Schrank. Unfassbar.

    Da das Zusammenleben in dieser Situation unerträglich war, entschied ich mich dazu, auszuziehen. Leider fand ich so schnell keine Wohnung mit Kind und Tieren, denn die wollte er auch nicht mehr. Und so musste ich das Ganze 4 Monate lang ertragen. Nie in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich mal Essstörungen haben würde. In dieser Situation lernte ich wie das ist, wenn sich einem die Kehle zuschnürt und man einfach nichts essen KANN. Und so wurde ich immer magerer. Als ich endlich eine annehmbare Wohnung fand, gab mir das zwar einen Motivationsschub, aber durch die ganze Schlepperei (ich machte alles alleine, er half mir nicht) war ich am Ende nur noch Haut und Knochen. Egal...geschafft!!! Nach dem Umzug erhoffte ich mir Ruhe. Diese jedoch störte er ständig, denn seine neue Freundin hatte exakt am Umzugstag mit ihm Schluss gemacht und er versuchte nun mit allen Mitteln sich als Vater wichtig zu tun, wollte plötzlich Hobbies streichen oder eine Umgangsregelung erzwingen (die ihm vorher egal war), dabei hatte ich noch nicht mal meinen Kalender aus den Umzugskisten ausgepackt. Er bekam sie. Natürlich, denn es ging ums Kind und ich bin kein Idiot. Trotzdem war es nervig, da ich das Gefühl hatte, diesen Deppen nie los zu werden. Immer wieder wollte er "reden", doch sein Reden war eher eine Wiederholung dessen was ich schon wusste. Wörtlich sagte er tatsächlich mal: "Ich habe mich getrennt, weil ich mich getrennt habe. Ich wollte das nur noch mal klarstellen." Aaaah ja, danke für die Info. Er war verrückt. Ich sagte ihm das auch und bat ihn, sich Hilfe zu suchen.

    Sein Zustand wurde immer schlechter. Während ich mich mit einem neuen "Freund" meinerseits über das Gröbste hinweg tröstete, nahm diesmal er immer mehr ab und sah zunehmend schlechter aus. Einmal schickte er mir einen langen Text, dass er herausgefunden habe, dass er schizophren sei und schickte auch gleich die Wikipedia-Definition mit. "Geh zum Arzt.", war meine Antwort. Immer wieder. Wahlweise hatte er dann Borderline oder Burnout immer in Eigendiagnose und irgendwie schien er sogar stolz darauf zu sein. "Geh zum Arzt!"

    Exakt einen Monat nach meinem Umzug hatte er einen Autounfall. Als ich ihn im Krankenhaus besuchte, war mir sofort klar, dass das kein Unfall war. Ich sprach auch darüber mit ihm und mit verschiedenen Leuten, die es hätte interessieren müssen, doch ich war ja nur die doofe Ex-Frau und es ginge mich nichts an. Dass auch der Unterhalt ausblieb und ich es war, die ihm von meiner letzten Kohle einen Jogginganzug fürs Krankenhaus kaufte, ging mich aber wohl was an. Und auch durch die Krankenhausflure durfte ich ihn im Rollstuhl schieben, obwohl er mir vor noch nicht allzu langer Zeit verkündet hatte, dass er mich nicht mehr pflegen würde. Komisch ist das manchmal. Punktum: Von diesem Zeitpunkt kam mir das Ganze nur noch vor wie eine riesen große Verarschung. Und ich war echt sauer. Aber ich musste ja vernünftig bleiben wegen des Kindes bla, bla, bla. Blieb ich auch. Ich schwöre. Doch innerlich... na ja... könnt Ihr Euch vorstellen.

    Glücklicherweise war das mit dem Rollstuhl keine Dauergeschichte und er durfte recht schnell wieder nach Hause. Blöderweise war nun der Familienwagen, den ich bis dato wenigstens noch großzügigerweise zum Einkauf und Transport des Kindes (explizit aber nur dafür, nicht etwa um Freunde zu besuchen) nutzen durfte, war nun schrott. Also ging ich zu Fuß und nahm leider wieder etwas ab. Auch egal. Geschafft!

    Aber es ging noch weiter. Etwa einen Monat nach dem Unfall war Weihnachten und er durfte, großzügig wie ich bin und zum Wohle des Kindes, zu Besuch kommen. In den Ferien nahm er sie zu sich. In dieser Zeit lebte ich mit der ständigen Angst, dass er das Kind beim nächsten "Unfall" vielleicht mitnehmen könnte. Er hatte nämlich leider, schneller als gedacht, einen Leihwagen und fuhr munter damit durch die Gegend *grusel*. Ich untersagte ihm, mit dem Kind ins Auto zu steigen, wenn er mir nicht vorher den Polizeibericht gezeigt hätte. Einige seiner Aussagen bezüglich des Unfalls waren nämlich widersprüchlich und der Bericht hätte das auflösen können. Diesen Bericht bekam ich nie.

    Da es aber noch weiter ging, hatte sich das Problem nach ein paar Wochen erledigt. Kurze Zeit vorher saß er bei mir und beichtete, dass der Unfall keiner war. Ein weiteres Mal informierte ich Leute, die das interessieren musste. Und ein weiteres Mal wurde es ignoriert. Eine Woche später erschien er nicht, um das Kind abzuholen. Ich wusste sofort, was los war. Er war tot. Mich schockierte das ehrlich gesagt noch nicht mal. Es dem Kind zu sagen, war allerdings das traurigste Erlebnis meines Lebens. Und die Beerdigung zu organisieren, empfand ich nur noch als Hohn. In der Beschreibung dieses Forums steht "ein geliebter Mensch". Aber das war keine Liebe mehr. Von daher war es nur eine große Showveranstaltung. Und in erster Linie war es eiskalt an dem Tag und ich hab gezittert. Der Leichenschmaus schmeckte ausgezeichnet, gerade weil ich ja immer noch so mager war, und ich hab mich da erstmal so richtig satt gefuttert. Leute, entschuldigt bitte, wenn das alles pietätlos klingt, aber das ist das, was ich empfunden habe.

    Von dem ganzen Bürokratie- und Finanzdesaster möchte ich hier gar nicht sprechen, damit nicht der Eindruck entsteht, es ginge ums Geld. Ich kann dazu nur sagen: Selbstverständlich geht es in so einer Situation auch ums Geld, gerade wenn man ein Kind hat und ich kämpfe heute noch jeden Tag. Ich bekomme auch noch immer Post. 2 Jahre ist das jetzt her.... *******. Danke fürs Zuhören. Ich habe sicher noch was vergessen, aber vielleicht findet sich ja der ein oder andere, der Fragen hat oder einen tollen Einfall oder nette Worte, sodass ich am Ende auch wirklich alles niedergeschrieben habe, was mich belastet (hat).

    Übrigens schwanke ich derzeit auch manchmal und vermisse ihn als Menschen. Er war intelligent und hatte meinen Humor (etwas morbide, schon immer). Das ist sehr selten. Ich habe Männer kennengelernt, aber das sind meist Idioten. Es geht nur um Sex, das ist frustrierend. Ich habe kein Vertrauen mehr. Eine Beziehung will ich nicht mehr. Ich ertrage niemanden länger als 5 Stunden in meiner Nähe, außer natürlich mein Kind, das ich sehr liebe. Ist übrigens ein super Kind trotz diesem ganzen ******, den es da erleben musste.

  2. #2
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    Mir ist gerade eingefallen, dass ich tatsächlich etwas Entscheidendes vergessen habe, nämlich die Auswirkungen auf mein heutiges Leben. Ein Suizid wirft bei den Menschen natürlich Fragen auf. Er war gesellschaftlich ziemlich bekannt. Die ganze Sache mit der Nachbarin lebten sie offen. Und natürlich suchen Menschen nach einem Schuldigen. Und der - Ihr erratet es sicher - bin ich. Es gibt zahlreichen Gerüchte, die nach und nach an mein Ohr dringen. Sowohl bei seiner Familie als auch in der Öffentlichkeit dieser Kleinstadt. Einerseits nervt mich das, denn ich war eine trausorgende Ehefrau und habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Andererseits gibt es mir aber auch eine Freiheit, die ich irgendwie genieße. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. An dieser Stelle hilft mir dann der Ärztesong "...sei freundlich und sag nichts, das ärgert sie am meisten."
    So, jetzt aber... fertig.

  3. #3
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Ich find das völlig in Ordnung, dass du am Ende nicht als liebende Ehefrau um ihn getrauert hast. Nach all dem, was da gelaufen ist, wäre das doch etwas viel verlangt von dem Leuten. Es wird immer irgendwelche Idioten geben, die den Toten in den Himmel heben, ich halte das für Schwachsinn. Nur weil jemand tot ist, wird er/sie nicht plötzlich besser in der Vergangenheit. Ich hab bisher nur wirklich geliebte Menschen verloren. Aber selbst da denk ich mir manchmal bei dem Gerede der Leute: "Hallo? Kanntest du den/die eigentlich, bei dem was du grade für einen Schrott redest über diese Person?" Scheint sone Art menschlicher Filter zu sein. Sobald jemand tot ist, hatte die Person nur noch gute Seiten oder sowas. Grade bei Suizid sind dann wohl immer die noch lebenden Menschen die bösen. Halte ich persönlich für totalen Quatsch. Der Song von den Ärzten kam mir auch in den Sinn während ich deinen Text gelesen habe.

  4. #4
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    Hallo freie Biene,

    ich denke immer, ich hab voll ins Klo gegriffen, aber es geht eben noch schlimmer. Was Du da aushalten musst und musstest, ist sehr bedauerlich. Wie soll man danach je wieder Vertrauen gewinnen. Anderseits ist es so, dass solches Kaliber wie es Dein Mann war, doch recht selten ist. Er hat trotz seines Todes noch Gewalt über Dich, da dieser Eindruck von Männern bei Dir noch vorherrscht. Die da jetzt anwerben, sind definitiv die falschen, weil man nach solcher Enttäuschung auch die falschen Signale aussendet, also auf Kurzlebigkeit unbewusst getrimmt ist. Ich spreche da aus Erfahrung. Lass Dich nicht darin festlegen, denn Resignation ist ein schlechter Berater und das was Dir passiert ist, wird so mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder passieren. Wenn Du Deinen verstorbenen Mann dafür hasst, bedenke dabei, dass der Suizid Ausdruck höchster psychischer Not und Verzweiflung ist. Ja, er muss sehr krank gewesen sein. Trauern um solchen Menschen ist zu viel verlangt, Vergebung sollte er aber bekommen. Wenn er krank war und das war er sicher, wer wollte da von Schuld sprechen? Was mich noch interessieren würde, wenn nicht zu indiskret: Hast Du Schuldgefühle bzgl des Suizids Deines verstorbenen Mannes?

    VG Uwe

  5. #5
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    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Die da jetzt anwerben, sind definitiv die falschen, weil man nach solcher Enttäuschung auch die falschen Signale aussendet, also auf Kurzlebigkeit unbewusst getrimmt ist.
    Ich sende Signale... ja das habe ich schon mal gehört. Ich weiß nur nicht wie die aussehen und wie ich das abstellen soll. Und.. ob ich das überhaupt abstellen will, weil wer sagt denn, dass es die falschen Signale sind. Bin ich falsch? Ich denke nicht. Ich bin halt gerade so wie ich gerade bin.


    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Lass Dich nicht darin festlegen, denn Resignation ist ein schlechter Berater und das was Dir passiert ist, wird so mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder passieren.
    Na ja, aber Trennungen passieren und ich habe einfach überhaupt keine Lust, nochmal einen ganzen Hausstand zu trennen. Das war zu heftig. Wenn ich aber eine Beziehung eingehe, dann läuft es ja doch irgendwann darauf hinaus, dass man zusammenzieht und das gibt es bei mir nicht mehr. Basta!

    Ich resigniere auch nicht direkt. Ich finde mich nur mit der Realität ab. Meine Realität eben. Und die ist die, dass die meisten Männer gar keinen Bock auf eine monogame Beziehung haben. Ich habe auch mit einigem Entsetzen festgestellt, dass selbst vermeintlich glückliche Männer mit einer "heilen" Familie und zauberhaften Kindern, die ich vorher nie so eingeschätzt hätte, plötzlich Interesse bekunden, zumindest wenn sie betrunken sind. Das verstärkt mein Misstrauen in die Männerwelt im Allgemeinen noch. Ich habe da ja quasi 15 Jahre lang den Anschluss verloren, weil ich einfach gar nicht mehr Ausschau gehalten habe. Jetzt tue ich es und bin entsetzt, was ich da mitbekomme. Zu viel Testosteron oder was? Oder das genaue Gegenteil: Männer in meiner Altersklasse, die geschieden sind, sind oft gebrochen, haben gar kein Selbstbewusstsein und brauchen andauernd Bestätigung. Also zu wenig Testosteron oder was? So richtig was dazwischen, was auch noch einigermaßen attraktiv, witzig, charmant, höflich, pünktlich und zuverlässig ist, gibt es nicht. Und auf Kompromisse habe ich keinen Bock. Die gehören aber in einer Beziehung dazu. Das ist im Moment meine Realität.


    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Hast Du Schuldgefühle bzgl des Suizids Deines verstorbenen Mannes?
    Nein, den Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich habe ja mit ihm geredet, ihn angeschrien, ihn mindestens 5 mal gebeten und auch angefleht zum Arzt zu gehen und seine Familie mehrfach informiert. Ich hätte ihm evtl. noch eine scheuern sollen, damit er mal aufwacht. Das hatte aber der Ehemann seiner Angebeteten schon übernommen und es hat auch nichts gebracht. Und vielleicht hätte ich ihn noch am Ohrläppchen zum Arzt schleifen sollen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Nee. Schuldgefühle habe ich nicht.

    Und Vergebung? Ich weiß nicht. Ich bin ja nicht Jesus. Hass ist es auch nicht direkt, was ich fühle. Eher ein gewisses Unverständnis. Psychische Not... ja, die habe ich auch. Na und. Ist doch kein Grund sich umzubringen, sondern an sich zu arbeiten. Mach ich doch auch. Verdammt.

  6. #6
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    Nun ja, mit der Wahrnehmung der Realität ist das so eine Sache und klar kann man sich in der ganz eignen Realität auch einrichten. Das Männer grundsätzlich promisk sind, das möchte ich jedenfalls bestreiten. Dann müsste ich aus meiner Geschichte heraus schließen, alle Frauen wären es.

    Oder das genaue Gegenteil: Männer in meiner Altersklasse, die geschieden sind, sind oft gebrochen, haben gar kein Selbstbewusstsein und brauchen andauernd Bestätigung.
    Schau mal, dazu gehörst Du mit der Einstellung jetzt auch, nur eben die weibliche Variante.

    Ich empfinde Deine Haltung zu seinem Suizid trotzdem als befremdlich. Bei allem was passiert ist, der Suizid fußt auf der höchsten Notlage, die ein Mensch erdulden muss. Soweit warst Du nicht und bist es wohl auch nicht. Mancher hat zu dieser Notlage nur eine niedrigere Schwelle und seine Not dazu trat sehr früh ein.
    Du hast sicher keinen Grund Dich umzubringen; Es ist ein Privileg diese Situation meistern zu können und sei es Deines Kindes wegen.

    Wenn Du Jesus anführst: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ Es ist also nicht explizit die Fähigkeit von Jesus, sondern die aller Menschen.
    Geändert von uweko (02.12.2016 um 14:50 Uhr) Grund: Schlechtschr.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei uweko für den sinnvollen Beitrag:

    Fisch1999 (02.12.2016)

  8. #7
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    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Das Männer grundsätzlich promisk sind, das möchte jedenfalls bestreiten. Dann müsste ich aus meiner Geschichte heraus schließen, alle Frauen wären es..
    Hmmmm, sind sie ja vielleicht auch. Vielleicht machen sich hierzulande einfach viele Menschen etwas vor, weil sie sich einer gesellschaftlichen Norm unterwerfen. In Vietnam zum Beispiel, da gibt es einen Liebesmarkt. Da gehen verheiratete Paar hin und treffen ein mal im Jahr ihren Geliebten für ein paar Tage. Sie holen sich etwas Appetit und gehen dann zurück in ihre Ehe, von der sie sagen, dass sie glücklich ist. Weiß nicht... nur so eine Theorie.

    Ich denke, es gibt schon solche und solche. Aber monogame Männer in meiner Altersklasse sind halt meist in einer Beziehung. Das macht ja schon Sinn oder?


    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Schau mal, dazu gehörst Du mit der Einstellung jetzt auch, nur eben die weibliche Variante.
    Nein, ich denke nicht. EHRLICH gemeinte Komplimente sind schön, keine Frage, aber auch nur von Personen, die mir nahestehen oder von denen ich denke, dass sie das beurteilen können, ob ich etwas "gut" oder "schlecht" gemacht habe. Beispiel: Ein Koch sagt mir, dass mein Essen schmeckt. Das macht mich dann stolz. Wenn so ein dahergelaufener Schmeichler das sagt, kann ich das noch nicht einmal ansatzweise ernst nehmen. In jedem Fall bin ich aber nicht abhängig vom Lob anderer. Ich kann mir auch selbst sagen: "Du siehst heute super aus." oder "Heute liegen die Haare mal echt *******." und ich glaub mir das dann auch ;-) Und ich habe manchmal das Gefühl, dass meine "Signale" eher zu selbstbewusst sind. Früher war das mal anders, von daher kenne ich den Unterschied.

    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Es ist ein Privileg diese Situation zu meistern und sei es Deines Kindes wegen.
    Absolut! Das habe ich längst erkannt und es ist wohl auch der einzige Vorteil, den man daraus ziehen kann. Aber genau deswegen bin ich ja auch kein gebrochener Jammerlappen. Der Grund warum ich hier schreibe, ist eher, dass ich natürlich schon manchmal Redebedarf habe. Einfach quatschen und da wohl jeder Bekanntenkreis irgendwann die Nase voll hat, sich sowas anzuhören, tue ich es eben hier und rede mit meinen Bekannten über schöne Dinge, genieße die Zeit und lache viel.


    Zitat Zitat von uweko Beitrag anzeigen
    Es ist also nicht explizit die Fähigkeit von Jesus, sondern die aller Menschen.
    Sagt wer? Jesus! Ich will keinem auf die Füße treten, aber ich habe da eine grundsätzlich andere Einstellung. Ich bin für mich und meine Taten verantwortlich und muss die Konsequenzen dafür tragen. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass man mir das schon irgendwie vergeben wird. Und wenn ich heute mal einen schlechten Tag habe, dann darf ich ihn doch wohl bitte noch verfluchen. Tut ja keinem weh. Ich hab aber trotzdem ein gutes Herz. Er hat sogar eine hübsche Urne bekommen, die ihm gefallen hätte, obwohl er selbst mal gesagt hat, dass man ihn ruhig in einer Käseschachtel beerdigen dürfe. Die gab es auch, aber die hat meinen geschmacklichen Ansprüchen nicht genügt. Und Weihnachten durfte er ja trotz unmöglichem Benehmens auch hier sein. Also was denn noch? Nöööö, wenn ich den doof finde, dann darf ich das.

  9. #8
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    Hmmmm, sind sie ja vielleicht auch. Vielleicht machen sich hierzulande einfach viele Menschen etwas vor, weil sie sich einer gesellschaftlichen Norm unterwerfen.
    Und wenn es so wäre, und es beträfe beiderseitiges Geschlecht, so ist es folglich unfair, die "Testosteron-Gesteuerten" da hervorzuheben, wie oben passiert. Ich glaube von mir ausgehend, dass die Monogamie kein Problem darstellt, da ich die Promiskuität als Ersatzverhalten betrachte und Sexualität bei mir sowieso eher eine Nebenrolle spielt. Das heißt nicht, dass Sex mir keinen Spaß bereitete.
    Sagt wer? Jesus! Ich will keinem auf die Füße treten, aber ich habe da eine grundsätzlich andere Einstellung. Ich bin für mich und meine Taten verantwortlich und muss die Konsequenzen dafür tragen. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass man mir das schon irgendwie vergeben wird
    Was kostet es Dich zu vergeben oder andersherum, was bringt es Dir es nicht zu tun ? Was mir nicht zuteil wird, soll anderen auch auch nicht zuteil werden, heißt im Umkehrschluss nichts anderes als: Mein Vater hat mich verprügelt, also verprügle ich meine Kinder; Ein Mensch ist zum Mörder geworden, also sollte er ermordet werden etc.
    Du kommst zur Ruhe, nur wenn Du vergibst; Wenn Du Dich mit Hass aufrechterhalten willst, wie willst Du mit Deinen eigenen Fehlern überhaupt umgehen, Selbsthass? Vergeben können heißt auch sich selbst vergeben können, und das wiederum setzt Selbstliebe voraus, die Grundlage für Selbstbewusstsein.
    Es gibt nicht den hassenden Selbstbewussten, sondern nur den verstehenden. Umso verständnisvoller, desto selbstbewusster.

    Die schönste Urne wäre die gewesen, die Seele ruhen zu lassen. Die schöne Urne, die Du herausgesucht hast, hat Dir, der Trauergemeinschaft und den Konventionen entsprochen. Stell Dir vor, Du hättest seinem Wunsch entsprochen und was der Trauerzug von Dir wohl gehalten hätte ? Deinem verstorbenen Mann wäre es wurscht gewesen, genauso wenn Du ihm vergeben würdest. Wir vergeben Toten nicht ihret-, sondern unseretwegen.

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