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Thema: wer kann mir helfen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard wer kann mir helfen?

    Mein Leben ist voll von großen und kleinen sorgen. Gut zwei drittel davon sind komplett unbegründet und die vergangenheit müsste mir eigentlichlich zeigen, dass sie es auch wirklich sind. Geldsorgen, zukunftsängste, ansgt vor dem kontakt mit mutter und großeltern bestimmen oft meinen alltag. Ich melde mich drei wochen lang nicht bei meiner mutter und habe dann angst sie anzurufen. Wovor ich da genau angst habe? Das ist es ja. Es gibt keinen grund. Es ist mir egal ob sie meckert, weil ich nicht anrief, es ist mir egal was sie zu mir sagt. Im nachhinein sind die gespräche selten unangenehm. Auch besuche bei meinem großvater sind nicht unangenehm. Dennoch ist da eine angst. Begründet ist sie vielleicht in meinen träumen. In meinen träumen eskalieren die dinge oft. Ich träume von der gewaltvollen kindheit, von der macht, die andere haben über mich. Ich denke darüber bin ich nie hinweg gekommen. Es fällt mir schwer, wenn andere macht über mich haben und willkürlich bestimmen können, was sie mit mir machen, ohne dass es jemanden gibt, vor dem sie sich rechtfertigen müssen. Deswegen träume ich auch häufig von situationen in denen ich mir IHN oder SIE vornehme und ihnen so richtig die meinung sage. In meinem traum weinen sie dann oft und bitten um verzeihung. Im echten leben bleibt die reue aus. Im gespräch mit meiner mutter will sie nichts von meinen ängsten und erlebnissen wissen. Sie tut es als spinnerei ab und sagt ich soll die vergangenheit ruhen lassen. Das kann ich nicht. Es ist in mir und es hat etwas mit mir gemacht und das kind in mir schreit nach gerechtigkeit. Nach einem urteil. Nach einem schuldeingeständnis. Nach einem: „ja, es war so. ich habe versagt. Du warst klein und ich habe dich im stich gelassen. Ich hätte für dich da sein sollen und hab all das jedes mal wieder geschehen lassen. Habe keine kontrolle gehabt.“ Ich bin mir sicher, dass sie all das nie so wollte. Für uns nicht und für sie auch nicht. Aber sie hat auch nicht den mut darüber zu reden und es damit für mich leichter zu machen einen schlussstrich darunter zu ziehen. Sie will nichts davon hören wie ich in der ersten eigenen wohnung im bett lag und gezittert habe wenn ich schritte im treppenhaus hörte und türen knallten. Sie findet meine angst übertrieben. Ich auch. Aber sie ist da. Egal wie wir sie finden. Sie ist real und ich weiß nicht, wie ich machen kann, dass sie geht...
    Im letzten jahr packte ich alles auf den tisch. Erzählte ihr, dass es mir nervlich mittlerweile so geht, dass ich zu einem psychologen gehen will. Sie lachte nur und meinte ich solle mich nicht anstecken lassen. Meine freundin war zu der zeit in behandlung wegen eines ordnungszwangs und sie wisste irgendwie davon. IHRE psychologin, der sie mein problem umriss, meinte ich habe eine mutter-bindungs-störung. Ich war schon immer selbstständig und das verhältnis zu meiner mutter war immer sehr offen und freundschaftlich, wenig „mütterlich“. Sie konnte mir keine sicherheit geben. Umgekehrt war sie es, die ich beschützen musste. Oft ging ich dazwischen, wenn sie sich in der küche anspuckten und schlugen. ER sagte mir wie nutzlos ich bin und wie wertlos. Sie schwieg. Heute tut sie als wär nichts gewesen. Macht sich über ihn lustig. Stellt ihn dar als den größten deppen der welt. In mir brodelt es dann und ich will sie anschreien: „warum dann all das??! Warum bist du nicht gegangen?? Warum hast du uns und dir das angetan???!! Wie kannst du es wagen JETZT zu tun als hat man ihn dir aufgebunden??!!“
    Das thema wird totgeschwiegen. Mein großvater, der familienpatriarch, will, dass „es zu keinen brüchen kommt“. Die wirkung nach außen ist wichtiger als mein seelisches wohl. Mal wieder. Immer noch. Ich habe mich seelisch abgewandt von beiden, meiner mutter, die nun schon seit 6 jahren allein lebt und von meinem großvater. Und doch liebe ich sie. Hier ist der konflikt. Meine erwartung und die nüchterne realität. „du warst schon immer sensibel. Mach doch nicht son riesending draus“ ist, was ich zu hören bekomme. Sie wagen es sich in alles einmischen zu wollen und haben doch keine ahnung. 5 jahre habe ich studiert. Sie wissen zwar was, aber haben nie gefragt, wie es sei, ob es mir gefällt, mal nach prüfungen oder noten – nichts. Wir können damit nichts anfangen. Dein bruder, ja, der studiert was technisches, das ist greifbar. Wieder. Nicht wahrgenommen. Als ich das studium abbreche um eine ausbildung zu machen in einem beruf im dienst am menschen, wollen sie wieder mitreden. „du machst einen fehler.“ Heißt es. Weil ich mein diplom nicht mache. Weil ich dann nicht genug geld verdienen werde. Weil ich dann in ihren augen niedere arbeiten mache.
    Sie wollen, dass es mir gut geht. Sie wollen mein bestes. Das glaube ich. aber ich komm mit den paradoxen zuständen nicht zurecht. Wie kann ich damit angstfrei umgehen? Wie kann ich es schaffen, dass mir ihre meinung egal ist. Ihre meinung ist mir wichtig und es ist mir wichtig, dass sie mich wahrnehmen und mir zu verstehen geben, dass sie mich 100% unterstützen. Weil sie meine familie sind. Ich hasse sie dafür.

    Weiß jemand ne lösung? kann mir jemand was dazu sagen? freue mich über jeden impuls.

  2. #2
    katha
    Gast

    Standard

    hallo...erstmal einen wunderschönen guten Morgen

    du schreibst von einer gewaltvollen kindheit...davon das du deine mutter beschützen musstest...

    Oft ging ich dazwischen, wenn sie sich in der küche anspuckten und schlugen. ER sagte mir wie nutzlos ich bin und wie wertlos.
    ...aber du benennst kein einziges mal den mensch der das getan hat...
    redest du von deinem Vater, Großvater?...Hast du so angst bei dem Gedanken an ihn? oder eine solche große abscheu das du ihn nicht benennen kannst?

    Über IHN kann ich nicht reden..du hast ihn nicht erwähnt ich weiß nicht ob ER noch greifbar ist in deinem leben...aber hier ist glaube ich noch einiges das aufgearbeitet werden will...und das spürst du ja selbst und du solltest dich von nichts und niemandem abhalten lassen die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit anzupacken.

    Im gespräch mit meiner mutter will sie nichts von meinen ängsten und erlebnissen wissen. Sie tut es als spinnerei ab und sagt ich soll die vergangenheit ruhen lassen
    Ich glaube SIE ist genauso verletzt wie du..macht sich vorwürfe usw. Versucht zu verdrängen was war...will nciht sehen was jetzt ist...weil sie weiß das sie es nicht geschafft hat ihr kind zu beschützen...weil sie ahnt, dass es besser gewesen wäre ihre kinder zu packen und zu gehen.

    Nach einem: „ja, es war so. ich habe versagt. Du warst klein und ich habe dich im stich gelassen. Ich hätte für dich da sein sollen und hab all das jedes mal wieder geschehen lassen. Habe keine kontrolle gehabt.
    Ich könnte mir vorstellen das sie genaus das zu verdrängen versucht, nicht an sich ranlassen will..weil sie sich dem nicht stellen kann...weil es sie zerreisen würde.

    Nichts desto trotz sind deine Gefühle 100% berechtigt...du musst dir nicht anhören das du übertreibst, das du die vergangenheit ruhen lassen sollst.
    du musst nicht in ihre Fußstapfen treten und versuchen zu verdrängen...

    du sagst es ja "es ist in dir, teil von dir" und du bist derjenige der mit diesem teil leben muss...und du entscheidest wie du mit diesem teil in dir umgehst.

    es gibt keine falschen gefühle.

    In mir brodelt es dann und ich will sie anschreien: „warum dann all das??! Warum bist du nicht gegangen?? Warum hast du uns und dir das angetan???!! Wie kannst du es wagen JETZT zu tun als hat man ihn dir aufgebunden??!!“
    Das kann ich sehr gut verstehen...ich traue mich irgendwie nicht zu sagen "dann tu es...sag es ihr..schrei sie an"... auch wenn ich glaube das es gut wäre...gut wäre den gefühlen luft zu machen..deine fragen zu stellen...
    ich weiß nciht welches die beste art und weiße wäre es zu tun..

    ich kenne deine mutter nicht, die situation nicht genau, ihr verhalten, ihren zustand...aber du hast wut, fühlst dich allein gelassen, fühlst dich nciht ernst genommen und das würde ich nciht in mir tragen wollen, das würde ich sagen, das würde ich an die person bringen für die diese gefühle sind....(wobei ich glaube das vieles von den gefühlen auch gegen IHN gehen...aber von ihr fühlst du dich verlassen, im stich gelassen, nicht beschützt)...

    und jetzt redet sie dir deine Gefühl ab...sagt du bist zu sensibel...
    das gibt dir doch wieder das gefühl alleine gelassen zu werden.
    ich glaube du musst das unterbrechen..du bist nicht mehr das kind von damals, dass nicht die kraft hat sich zu wehren...du bist stark und du weißt was du sagen willst...also ich glaube es ist zeit, den schritt zu gehen ..aktiv zu werden...aufzuräumen...anszusprechen.

    Ihre meinung ist mir wichtig und es ist mir wichtig, dass sie mich wahrnehmen und mir zu verstehen geben, dass sie mich 100% unterstützen. Weil sie meine familie sind. Ich hasse sie dafür.
    Ich denke es ist normal das dir ihre meinung wichtig ist...sie sind deine familie. Ich hab das gefühl du hast zu wenig die bestätigung bekommen etwas wert zu sein, wichtig zu sein, wahrgenommen zu werden....und daher bist du immer ncoh auf der suche danach diese gefühle von ihnen zu bekommen...

    das problem ist, dass sie gerade vielleicht nicht bereit sind das zu geben..nicht weil sie dich nicht lieben .. sondern weil cih glaube, dass sie nicht bereit sind den deckel des topfes zu öffnen und sich mit dem inhalt auseinanderzusetzen.

    ich glaube du solltest dir einen psychologen suchen mit dem du arbeitest...ich würde .. wenn du die kraft hast ... meine gefühle, wut usw. nicht unterdrücken, mir nicht absprechen lassen, mich nicht weiter vertrösten lassen...ich denke die konfrontation..egal wie es dann ausgeht ist wichtig, das du inneren frieden damit finden kannst.

    und weiß du was schön ist?..die bestätigung die du suchst, das angenommen werden, wahrgenommen, ernstgenommen werden....das sind dinge die dir nicht nur deine familie geben kann..

    ich glaube das du dich zwar nach eben diesen dingen sehnst..also sie von der familie zu bekommen und das ist verständlich...aber cih glaube wenn du anfängst die vergangenheit zubearbeiten..wenn du innerlich etwas abstand und frieden kriegen kannst...dann kannst es auch zulassen diese gefühle von anderen anzunehmen.

    lg,katha

  3. #3
    Neuling
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    danke für deine antwort und die vielen lieben, aufbauenden worte. "er" ist der lebensgefährte, den sie fast 10 jahre hatte. der letzte in einer kette von fehlgriffen, die alle nur beschränkte mittel kannten konflikten zu begegnen.

    den großen rums hat es letztes jahr an meinem geburtstag gegeben. ich habe ihr gesagt, dass ich sie nicht dabeihaben will und es ihr auch erklärt. als mein opa es hörte, sagte er, dass wenn wir uns nicht wieder vertragen nimmt er sich nen strick. am ende wurde es alles so gedreht, dass ich derjenige war, der grundlos seine mutter auslädt. von ihrem neuen partner (der wirklich nett ist und dem sie nichts erzählt von all dem) meinte eine woche später, als wir uns sahen: hier ist dein geschenk, der kreative teil (sie wollten bei uns kochen) musste ja leider ausfallen, aber naja, strafe muss sein. bei diesem letzten satz drehte sich mir der magen um. ER hatte das immer gesagt

  4. #4
    katha
    Gast

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    Ich glaube ja das dir abstand zu deiner Familie gut tun würde (ich weiß nicht wie alt du bist, wo und mit wem du wohnst, wie nah deine familie ist, was mit deinem bruder ist)...das es besser wäre erst einmal selbst anzufangen (mit therapeutischer hilfe) deine gefühle zu ordnen...herauszufinden welches gefühl, welchem menschen gebührt...

    herauszufinden was DU brauchst um klarzukommen, wem DU was sagen musst um frieden zu schließen..(ganz viel musst du glaube cih deinem innneren kind sagen..)...usw.

    ich finde es...ja sozusagen tragisch..wenn jemand der eigentlich die zuwendung von seiner familie sucht..sich wünscht wahrgenommen zu werden, nicht nur abgestossen zu werden scheint..sondern ihm auch noch seine gefühl abgesprochen werden...

    deine gefühle sind so wichtig keiner hat das recht, sie dir als "nicht angemessen, überzogen" einreden zu wollen...nur weil derjenige mit diesen gefühlen nicht klarkommt...

    der neue lebensgefährte deiner mutter weiß nichts...das zeigt ja schon wie sehr deine mutter alles verdrängen will...

    wie gesagt ich denke das beste wäre der familie ersteinmal ein stück den rücken zu kehren...dann haben alle abstand, du kannst dir etwas gutes tun und deinen weg (den du gehen musst um mit dem vergangenen klar zu kommen) antreten...und dann könnt ihr euch irgendwann ( ich weiß nicht wann irgendwann ist..wochen/monate/jahre)..wieder neu begegnen....

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