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Thema: Wertlos

  1. #1
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    Standard Wertlos

    Nachdem ich mir jetzt die Augen ausgeheult habe, schreib ich einfach mal meinen Kummer hier rein.

    Ich kenn das Gefühl wertlos für andere zu sein, bzw. dass mir andere dieses Gefühl geben schon seit meiner Kindheit.
    Ich hab im Sport versagt, seitdem setzt sich mein Vater nicht mehr wirklich mit mir außeinander.
    Meine Mutter hat sich, wie sie es selbst zugibt, in meiner Kindheit nicht wirklich um mich gekümmert, nachdem mein Bruder geboren wurde und er ihre und die Aufmerksamkeit meines Vaters in Anspruch nahm.

    Ich will nicht sagen, dass beide schlechte Eltern wärn, schließlich finanzieren sie mich, mein Studium und ich kann bei ihnen wohnen. Aber ich hab nicht das Gefühl, dass sie mich als Mensch lieben würden, da es immer wieder sso viel ist was Ihnen an mir nicht gefällt.
    Erst letztens bezeichneten sie mich als Schande, da ich, den Kopf voller anderer Sachen, nicht merkte, dass eine Bekannte meiner Mutter auf der anderen Strassenseite war und sie nicht gegrüßt habe.
    In solchen Sachen sind sie sehr streng und strikt.
    Mein Bruder hat schon so viele andere Dinge ausgechekt und trotzdem heist es bei ihm, er sei halt ein Junge... und anders als ich ist er im Moment im Sport erfolgreich.

    Aber nungut, das ich hinter meinem Bruder stehe und schon als Erwachsen gelte und deswegen meine Eltern mein Studium finanzieren mich aber sonst mir selbst überlassen war und bin ich gewohnt.

    Doch... im Studium fand ich nicht wirklich Leute mit denen ich mich wohl fühlte. Meine Beziehungen endeten damit, dass ich scheinbar nicht gut genug war oder zu schwer.
    Man machte mit mir vor der Vorlesung schluss oder auch mal über ICQ.

    Im Nachhinein muss ich selbst eingestehen, dass ich diese Leute nie liebte, sondern nur glücklich war, dass jemand sich mit mir abgab.

    Und jetzt, heute meinte z.B. jemand, dass ich doch scheinbar nutzlos für die Gruppe sei, weil ich noch keine praktischen Erfahrungen vorzuweisen hätte und ein andere Freund, der Mo noch meinte man könne Fr was gemeinsam unternehmen teilte mir eben mit, das ich früher hätte sagen sollen was, jetzt hätte er sich mit zwei anderen Mädchen verabredet.

    Früher hab ich krampfhaft versucht irgendwie dazu zu gehören, irgendwie Menchen zu finden die mich als Mensch mögen und vielleicht dann irgendjemanden zu finden, bei dem ich einmal im Leben endlich nicht allein in meinem dunklen Zimmer wie jetzt weinen muss.

    Ich hab in Gruppen mitgearbeitet bzw. mitgewirkt, hab übers Internet versucht Kontakte zu knüpfen oder auch auf andere Mitstudenten offen zu zu gehen, ich war aufs Partys, was ich eigentlich nicht ausstehen kann.

    Am Ende jedoch bleib ich immer allein.
    Früher sagte ich mir, dass das in Ordnung sei, dass eine starke Frau alles allein schaffen könnte. Doch scheinbar bin ich keine dieser starken Frauen, da ich selbst einsehen muss, dass ich immer häufiger und stärker an Depressionen leide.

    Danke, dass ich mich hier aussprechen durfte.

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Butsche
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    Hallo RinRin,

    also mal das Allerwichtigste zu erst: DU bist keinesfalls wertlos!

    Irgendwie scheint bei Dir aus verschiedensten Gründen einiges in Schieflage geraten zu sein - aber das ist kein Grund, sich nun einreden zu wollen, dass Du wertlos wärst.

    Das Verhalten Deiner Umwelt und Dein eigenes Auftreten stehen ja in jeder Hinsicht in einer Wechselbeziehung und Du kannst mal davon ausgehen, dass es da auf Seiten aller Beteiligten einige Missverständnisse gab, die zu dem einen oder anderen Misston führten usw. Hast Du eigentlich mal mit Deinen Eltern darüber gesprochen, wie Du Dich fühlst, hast ihnen offenbart, dass Du Dich als fünftes Rad am Wagen empfindest? Hast Du mit anderen, die Dir etwas bedeute(te)n, offen über Deine Gefühle gesprochen?

    Ich habe irgendwie den Eindruck, dass Du nicht so recht aus Dir heraus kommen und auf andere zugehen kannst, aber zugleich erwartest, dass sie auf Dich zugehen, kann das so in etwa sein?

    Immerhin hast Du ja hier Deinen Kummer in Worte gefasst und fühlst Dich hoffentlich etwas erleichtert, diese Gedanken endlich mal "raus gelassen zu haben". Wenn Dir das dann auch noch bei den Menschen gelingt, mit denen Du gern zusammmen sein möchtest, dann dürfte es Dir erheblich besser gehen, hm?

    Butsche
    Nur wer die Herzen bewegt, wird auch die Welt bewegen können.
    (Ernst Weichert)

  3. #3
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    Hallo RinRin,

    Danke, dass Du geschrieben hast.
    Da zieht sich viel Trauer durch Dein Leben ...
    Sicher, ich könnte jetzt beschreiben, wo aller Wahrscheinlichkeit nach die Ursachen Deiner Misere liegen - aber eigentlich spürst Du das ja auch selbst, oder? Fühlst Dich hilflos?
    Zu schreiben, dass kein Mensch wertlos ist, Du genauso wenig wie alle anderen auch - - es stimmt zwar, aber im Schmerz fehlt sehr schnell der rechte Glaube daran. Oder besser: er ist schon da, auch in Dir - nur ihn zuzulassen, für die eigene Person, klappt nicht so recht.
    ...mich aber sonst mir selbst überlassen war und bin ich gewohnt...
    Du suchst das, was Du von Anfang an nicht so bekommen hast, wie Du es verdienst (so, wie es jeder Mensch verdient). Dir selbst kannst Du es momentan nicht geben, hast es nie gelernt, und die Hoffnung, es von anderen zu bekommen ...
    ...Früher hab ich krampfhaft versucht irgendwie dazu zu gehören, irgendwie Menchen zu finden die mich als Mensch mögen...
    Am Rande stehen. mehr draußen als drinnen - und damit auch keine Chance, die Fragen aufzuarbeiten ...
    ...Früher sagte ich mir, dass das in Ordnung sei, dass eine starke Frau alles allein schaffen könnte. Doch scheinbar bin ich keine dieser starken Frauen, da ich selbst einsehen muss, dass ich immer häufiger und stärker an Depressionen leide...
    Hast Du Dir dies wirklich selbst gesagt, oder spiegelt diese "Erwartung" nicht eher das, was Du aus den Reaktionen Deiner Umwelt als Botschaft entnehmen musstest?

    Nein, ich hab dies nicht geschrieben, um Dir zu bestätigen, dass Du "nutzlos" bist - im Gegenteil.
    Du bist in einem Muster gefangen, das Du Dir nicht selbst ausgesucht hast. Dafür bist Du nicht verantwortlich - und irgendwo tief in Dir drin weißt Du das auch. Nur: zugeben darf man das ja nicht, stimmts?
    Es ist gut, dass Du Dir hier erst einmal die Seele freischreibst, um Luft zu bekommen. Mach das auch weiterhin - und nutze es, um den nächsten Schritt angehen zu können. Es ist kein Makel, wenn Du Dir in dieser Situation Hilfe holst, im Gegenteil.
    Ich bin niemand, der zu jedem sagt, dass er zum Therapeuten rennen soll, nur: es wäre gut, wenn Du Dir dies mal durch den Kopf gehen lassen würdest.

    Kleine Erklärung: diesen Teufelskreis kenne ich nur zu gut. Hatte auch immer geglaubt, dies alleine hinbekommen zu können und zu müssen.
    Heute sehe ich das anders: ich hätte es nie gekonnt - nicht ohne Hilfe. Der Zacken ist übrigens immer noch in meiner (nicht vorhandenen) Krone. Und zwar fester denn je

    Schreib hier, wenn Dir danach ist, okay?!

    lg

  4. #4
    Neuling
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    Vielen Dank für die Antworten, zu den von euch gestellten Fragen.

    Hast Du eigentlich mal mit Deinen Eltern darüber gesprochen, wie Du Dich fühlst, hast ihnen offenbart, dass Du Dich als fünftes Rad am Wagen empfindest? Hast Du mit anderen, die Dir etwas bedeute(te)n, offen über Deine Gefühle gesprochen?
    Ja, ich hab mit ihnen drüber gesprochen, aber scheinbar hätte ich es viel früher tun müssen, denn nun bin ich in ihren Augen erwachsen genug um mich selbst um ,,solche" Dinge zu kümmern. Ich soll mir ein Hobby suchen, mit mehr Leuten in Kontakt treten und was weiß ich

    Ich habe irgendwie den Eindruck, dass Du nicht so recht aus Dir heraus kommen und auf andere zugehen kannst, aber zugleich erwartest, dass sie auf Dich zugehen, kann das so in etwa sein?
    Damit hab ich eigentlich weniger Probleme, manche Leute finden mich zeitweilig auch schon zu ,,aufgedreh" ich sprech andere Studenten an ohne sie zu kennen und lauf auch überall bei Problemen hin um mich selbst drum zu kümmern.

    Hast Du Dir dies wirklich selbst gesagt, oder spiegelt diese "Erwartung" nicht eher das, was Du aus den Reaktionen Deiner Umwelt als Botschaft entnehmen musstest?
    Es ist wohl eine halb/halb Sache. Als Kind fand ich schon in der Schule nicht wirklich Anschluss. Ich hatte immer Training und war eine gute Schülerin, hatte also nie Zeit für Partys und so.
    Damals wenn ich darüber traurig war niemanden zum spielen zu haben, redete mir mein Vater immer ein, dass wenn ich fleißig wäre, die Leute selbst meine Freundschaft suchen würden.
    Was jedoch nicht der Fall war.
    Die Grundschule und das Gymnasium gingen einigermassen, mir reichte die Anerkennung der Lehrer, ich machte dafür sogar extra Arbeiten.

    Doch in der Uni ist das anders, da geht man in der Gruppe unter.

    Ich bin niemand, der zu jedem sagt, dass er zum Therapeuten rennen soll, nur: es wäre gut, wenn Du Dir dies mal durch den Kopf gehen lassen würdest.
    War ich schon.
    Da aber meine Mutter die Arzthelferin oder so kennt, durft ich nicht zu dem Therapeuten in der Nähe gehen, es wäre meiner Mutter nach schließlich auch nicht mein Wunsch, dass Bekannte über meine Probleme Bescheid wissen würden.
    Da ich keinen Kontakt zu solchen Bekannten habe, wär mir das jedoch ehrlich gesagt egal gewesen. Ich hab also in der Stadt wo ich studiere mein Glück versucht. War auch in der Beratungsstelle der Uni für solche Sachen.
    Doch entweder verstand ich mich mit der Therapeutin nicht oder ich sah keinen Nutzen mehr in der Therapie, weil man mir immer sagte das was ich bräuchte würde sich lange hinziehen, weswegen ich mir vielleicht auch überlegen sollte mit der Uni aufzuhören, da dies mich zusätzlich unter Stress stellen würde

    Solche Bemerkungen konnt ich gar nicht ab, ich mag das Lernen und ich mag den Stress in der Uni, kann aber keinen Sinn dran erkennen Atemübungen durchzugehen, die man vom Yoga kennt.
    Am Ende des ,,Gesprächs" war ich eher noch genervter und das konnte ja nicht Sinn der Sache sein, genuso wenig wie Medikamente zu nehmen, die mich beim Lernen behindern würden.

    Die Sache mit dem Therapeuten hab ich also aufgegeben.

    Ich versuche irgendwie die Tage zu überstehen und nicht zu viel zu denken.

  5. #5
    Gast784
    Gast

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    hallo RinRin,

    vll solltest Du das mit der Therapie trotzdem nicht gleich aufgeben. Das Problem liegt vll daran, dass Du selbst nicht einschätzen kannst, was genau Du für eine Therapie brauchst und was Du von der Therapie erwartest. Ich glaube nicht, dass es jetzt unbedingt gleich so was analytisch tiefenpsychologisches sein muss. Eine Verhaltenstherapie könnte Dir auch schon sehr weiterhelfen. Die würde das Studium auch nicht beeinträchtigen, im Gegenteil, Du hättest dann gleich ein gutes "Übungsfeld"

    Denn so wie ich das rauslese, hast Du kein gesundes Selbstwertgefühl von daheim mitgekriegt. Ob das nun daran liegt, weil Du ein Mädchen warst, oder weil Deine Eltern mit dem Bruder überfordert waren, oder sonst was, ist ja egal. Dein Fehler wars jedenfalls nicht, aber Du hast es abgekriegt Das, was nun passiert, ist, dass Du alle Begebenheiten in Beziehungen ebenfalls als persönliche Kränkung erfährst. Und dabei könnte Dir da ein Therapeut schon etwas auf die Sprünge helfen, diese Vorkommnisse anders zu bewerten. Alleine ist das wahrscheinlich schwierig, weil Du zu sehr in diesen Denkmustern gefangen bist und noch nix anderes kennen gelernt hast.

    Den richtigen Therapeuten zu finden kann ein paar Anläufe dauern. Ich hab die besten Erfahrungen gemacht mit Mund-zu-Mund-Probaganda, aber da muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden.

  6. #6
    Schreibkraft
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    Nicht falsch verstehen, aber bei Problemen, die keine psychische Störung als Ursache haben gleich auf den Therapeuten zu verweisen kann mehr hinderlich als nützlich sein.

    Nach Allem, was du schreibst, musst und gehörst du nämlich nicht dahin. Dein Ziel ist richtigerweise - dazu suchst du hier ja eben Rat - deine Probleme selbst zu lösen.

    Du musst mich unbedingt korrigieren wenn ich falsch liege, aber dieses Bild fügt sich bei mir zusammen.

    Ich denke, dass du dich zu sehr von anderen Menschen abhängig machst, als Kind sagtest du, haben dir deine Eltern wenig Aufmerksamkeit geschenkt und du fühltest dich schlecht, weil du im Sport nicht erfolgreich warst. Dieses Verhalten deiner Eltern führt dazu, dass wenn man sich dessen nicht gewahr ist dazu, dass man als Erwachsener unbewusst -zwanghaft- nach Aufmerksamkeit sucht. Aber genug zur Psychoanalyse eines Amateurs.

    Wichtig ist, dass du dir dieser Ursache bewusst bist, wie du dein Leben änderst, liegt nämlich immer in deiner Hand.

    Mein Rat ist also an dich, dass du dich ganz scharf selbst kontrollierst und gegebenenfalls kritisierst, du darfst nicht mit allen Mitteln versuchen Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen - es funktioniert nicht.

    Wichtig ist es dagegen als Person einen Standpunkt darzustellen, eine Meinung, eine Besonderheit. DU ganz für dich selbst musst dich auf dich besinnen, zum Beispiel ist eine hohe Leistungsfähigkeit im Studium eine sehr gute Eigenschaft und du wirst auch nicht zum Streber, wenn du deine Ergebnisse mit deinem Umfeld uneigennützig teilst - du bekommst es später als Anerkennung zurück. Welche Hobbies hast du? Was machst dich besonders? Diese Fragen musst du dir beantworten und mit Training und langem Atem an dir arbeiten.

    Baue ganz für dich Selbstachtung und Selbstvertrauen auf - die anderen Menschen sind vorerst zweitrangig.

    Also zusammenfassend, besinne dich auf DEINE Qualitäten und die Anerkennung von anderen Menschen folgt auf dem Fuß.

    Und wenn du weiteren Rat brauchst, dafür ist dieses Forum da, ich hab zum Beispiel auch nichts dagegen, wenn dir mein Rat geholfen hat, mit dir noch weiter im PM oder icq zu reden, wenn du das möchtest.


    Daniel

  7. #7
    Gast784
    Gast

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    Zitat Zitat von thousandsons Beitrag anzeigen
    Nicht falsch verstehen, aber bei Problemen, die keine psychische Störung als Ursache haben gleich auf den Therapeuten zu verweisen kann mehr hinderlich als nützlich sein.

    l
    Hallo Daniel,

    wie definierst Du eine psychische Störung und wo fängt die für Dich an?

    Ob nun psychische Störungen eine URSACHE sind, oder ob eine Ursache eine psychische Störung erzeugt, das ist wieder das Ding mit dem Ei und dem Entchen - man wird nie sicher sagen können, was zuerst da war, weil sich die Dinge wechselseitig bedingen.

    Ich stell mir bei solchen Sachen eher die Frage nach dem Leidensdruck, den jemand hat. Wenn der groß ist, sollte er handeln, egal, ob und in welche Kategorie der Auslöser dieses Leidens passt.

  8. #8
    Schreibkraft
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    Da hast du vollkommen Recht, ich wiederspreche dir nicht, ich finde nur es sollte nicht das erste Mittel sein, denn es kann auch viel Schaden anrichten, sollte man den falschen Therapeut erwischen, gerade unser Forum ist ja perfekt für die ersten Schritte.

    Erst wenn sie hier keine Hilfe findet und ihre Gefühlslage wirkliche Depressionen zeigt ist dann professionelle Hilfe ratsam.

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