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23.06.2010, 02:11
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4
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Wertlos, hilflos
Hallo,
es kostet mich ziemlich viel Überwindung hier reinschreiben, da bin ich sicher nicht die einzige, aber ich dachte, ich sollte das vielleicht erwähnen.
Ich fühle mich momentan einfach nur wertlos. Richtig unwichtig und...ja, nicht lebens- oder gar liebenswert. Mir geht es eigentlich gut. Ich werde bald studieren, bin in einer Beziehung...und trotzdem.
Heute hatte gab es wieder einen "Höhepunkt". Ich schreibe dies gerade und habe richtige Bauchschmerzen, obwohl es vielleicht nur eine banale Sache ist. Ich habe in einem Forum um Hilfe gebeten bzw. um Rat gefragt (anderes Thema) und wurde z. T. kritisiert und als arrogant eingestuft, teilweise auch unfair und auf mich als Person bezogen. Ich habe sofort dem Forenbetreiber geschrieben, er solle meinen Thread und mein Profil in diesem Forum löschen.
Mir fällt auf, dass ich panische Angst vor Kritik und Streit habe. Vor allem mit fremden Person. Wenn mich jemand aus Spaß neckt, durchzieht mich jedes Mal ein kurzer "Schauer" und ich muss mich zusammenreißen, nicht Fragen zu stellen wie "War das jetzt ernst gemeint?"
Ich rechtfertige mich für Dinge, für die man sich nicht rechtfertigen muss. Ich habe das Gefühl, egoistisch zu sein wenn ich Hilfe annehme und traue mich nicht, selbst Kritik zu üben, da meine Grundeinstellung lautet "Ich bin im Unrecht."
Ich habe Angst vor Kontakt mit fremden Menschen, ich habe das Gefühl, die Kassierin verurteilt mich, wenn ich nicht schnell genug die Ware einpacke. Über sowas denke ich manchmal den ganzen Tag lang nach. Wenn jemand etwas aus Spaß zu mir sagt, z. B. auf das Aussehen bezogen, denke ich mindestens eine Woche daran.
Heute habe ich mir die Haare gefärbt und habe Angst, dass meine Familie diese hässlich findet, obwohl meine Freundin mir gesagt hat, es würde toll aussehen. Ich bin kaum empfänglich für guten Zuspruch und fühle mich unwohl, wenn mich jemand lobt oder sich bei mir bedankt.
Ich habe das Gefühl, jeder beurteilt und VERurteilt mich, und ich versuche, mich so zu verhalten, dass niemand die Möglichtkeit dazu bekommt.
Ich will nicht in Selbstmitleid versinken und habe Angst, etwas dergleichen an den Kopf geworfen zu kriegen und mein Selbsthass steigt noch mehr, wenn ich in diesen Gedankenstrudel hineingerate.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
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23.06.2010, 04:22
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#2 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 31.03.2010
Ort: noch in Freising.
Beiträge: 259
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Hallo threemilesmile,
weißt Du, die Kassiererin ärgert sich tatsächlich, daß Du nicht schnell genug die Ware eingepackt hast. Und sie ärgert sich bei jedem einzelnen Kunden! Sie kann aber auch nichts dafür, daß die Supermarktketten zwar meterlange Förderbänder vorsehen für alles, was Du noch nicht bezahlt hast, aber kaum 50x50cm um alles einzupacken, was bereits Dir gehört. Und Du kannst auch nichts dafür!
Aber sicherlich bist Du überzeugt, daß Du die langsamste Kundin im Supermarkt warst und die Kassiererin auch noch Sekunden, nachdem Du weg bist, an Dich denkt. Aber ich versichere Dir: das ist nicht der Fall! Im Supermarkt sind alle gleich - niemand ist so wichtig, daß man länger an ihn denkt als nötig. Nur wir selbst denken ständig an uns und beobachten uns und fragen uns, wie wir auf andere Menschen wirken. Nun, stell Dir einfach mal vor, gar nicht so wichtig zu sein, daß andere Dich ständig be- oder verurteilen würden! (Allerdings - wenn Dich jemand neckt, dann bist Du ihm wichtig! Fremde Leute tun sowas nicht. Nimm das mal positiv.)
Auch in diesem Forum kann es Dir passieren, daß Du kritisiert wirst und daß Leute persönlich werden und ungerecht oder auch falsch antworten und werten. Da muß man durch, wenn man eine eigene Meinung haben will. Und je abweichender die davon ist, was alle denken, desto mehr Widerspruch erfährst Du und desto weniger Zustimmung.
Aber nicht die Anpassung an den Rest der Welt, nicht das Unsichtbarmachen, Schweigen, Kritik unterdrücken, Streits ausweichen, Threats löschen und auch ganz bestimmt nicht die Haarfarbe machen Dich zu einer markanten Persönlichkeit, sondern nur das, was Du aus eigener Überzeugung so oder so machst, vertrittst und verteidigst. Das bedeutet natürlich manchal auch Kampf oder zumindest Auseinandersetzung, die durchaus Energie kostet. Aber lohnt es sich nicht, seine eigene Identität zu haben?
Gruß Rhett
Geändert von Rhett66 (23.06.2010 um 04:27 Uhr)
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Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Rhett66 für den nützlichen Beitrag:
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24.06.2010, 16:28
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#3 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 22.06.2010
Beiträge: 6
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Hallo threemilesmile,
so wie Du schreibst, ist Dein Leben ja die Hölle zur Zeit. Deine Gedanken und Gefühle im Bezug auf Dich ("Ich bin nicht liebenswert.") stelle ich mir sehr quälend und Anstrengend für Dich vor. Und wenn Du versuchst Dir das auszureden klappte es auch nicht und Du bist noch unglücklicher und fühlst Dich noch hilfloser?
Ich möchte Dir sagen, dass Du Dich auf keinen Fall dafür schämen musst oder Dich dafür selber verurteilen solltest. Es handelt sich doch dabei nicht um irgendeine "Unart" die man schnell Aufgeben kann, sondern um hartnäckige Ängste die jetzt durchbrechen und Dein Leben behindern und u.a. zu depressiven Störungen und psychosomatische Symptomen führen können. Für diese seelischen Regungen gibt es Auslöser in der Gegenwart und es gibt Ursachen die weiter zurück liegen. Es lohnt sich für Dich, wenn Du Dich damit befassen kannst und Dich selber mit dem Leid ernst nimmst.
Du hast Dich trotz der Gefahr auf völliges Unverständnis zu treffen doch noch entschieden über Deine Ängste und die Gefühle der Wertlosigkeit zu schreiben. Vielleicht kannst Du den Austausch mit Menschen suchen, die etwas ähnliches durchmachen oder erlebt haben.
Liebe Grüße
Antony
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Folgender Benutzer sagt Danke zu antony für den nützlichen Beitrag:
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24.06.2010, 17:52
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#4 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4
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Hallo,
danke erst einmal für eure Antworten, sie waren wirklich sehr hilfreich und haben einen Teil meiner Panik etwas "gedämpft".
Es ist meistens so, dass ich solche Gedanken meistens verdrängen kann, nur gelegentlich bricht dieses "Verdrängungsgerüst" ein und ich bin in einer Art Gedankenspirale gefangen, ich kann das ganz schwer beschreiben.
Vor ca. zwei Jahren befand ich mich schon einmal in Therapie, was mir auch viel Selbstvertrauen gebracht hat. Ich war auch schon fast am Ende, als mein Therapeut schwer krank wurde und die Therapie abgebrochen worden ist. Daraufhin habe ich auch nicht versucht einen neuen Platz zu finden, weil ich dachte, es geht mir eigentlich gut.
Es gibt sicherlich viele Auslöser, dessen bin ich mir sogar relativ bewusst, aber meist spiele ich das ganze runter und denke, es gibt wirklich viele Menschen denen es schlechter geht.
Vielleicht sollte ich wieder mal das Gespräch mit einem Arzt suchen, um irgendwo doch einen Anfang zu finden.
Lieben Gruß
threemilesmile
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07.11.2010, 09:36
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#5 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 07.11.2010
Beiträge: 5
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Ich bin wertlos...das ist ein Gedanke den viele Menschen im Leben haben und die Frage , welche sich stellt lautet: "Was bin ich wert?"
Als Sozialassistentin lernen wir viel über Wertschätzung und ich legte mich relativ schnell mit der Lehrerin an, weil sie mit diesem Wort umging wie ein Elefant im Porzellanladen. Nicht weil sie unfähig war, sondern weil es generell nicht gelebt wird.
Was dein Poblem ist, oder was ich glaub was dein Problem ist, du liebst dich nicht selbst und schätzt dich selbst nicht wert. Du brauchst die Anerkennung von aussen.
Aber wertschätzen kann man nur in der eigenen Wertschätzung. Die Menschen kennen ihren eigenen Wert nicht, die meisten bewerten sich zu gering.
Du kannst aber immer nur die Wertschätzung geben oder erhalten, die du dir selbst zugestehst. Wenn Du dich auf einer Scala von 1 bis 10 bewerten solltest, auf welche Stufe würdst du dich stellen? Nach deinem Text zu urteilen höchstens eine 5? Nehmen wir das mal an und stellen dich auf diese Ebene, dann kannst du alle anderen Menschen auch nur auf dieser Ebene wertschätzen und du bekommst auch nur diese Wertschätzung.
Lektion NR. 1:
Die Umwelt ist der Spiegel deines ICHs. Alles was du sendest, kommt zu dir zurück und meistens doppelt so stark.
Also mein Rat ist, betracte Dich in deiner Vollkommenheit und nehme dich so an wie du bist. Sei immer Du selbst und ehrlich dir selbst gegenüber. Du wirst dabei lernen dich selbst zu lieben und deine Wertschätzung anzunehmen. Das klingt einfach, ist aber ein sehr schwieriger Weg. Aber einmal geschafft wirst du erkennen, dass das Leben eigentlich ganz einfach ist.
Anerkennung von aussen kannst du nur erhalten, wenn du dich selbst anerkennst.
Übrigens, wenn du dann soweit bist, wirst du dir auf der Scala eine 10 geben, nicht weil du so weise bist, sondern weil du erkennst das wir alle vollkommen sind, so wie wir sind.
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