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Thema: Wider dem sexuellen Missbrauch!

  1. #1
    Gast570
    Gast

    Standard Wider dem sexuellen Missbrauch!

    Hallo, ...

    Ich schließe mich knuddels Vorschlag an, und eröffne eine Diskussion zum Thema: "Wie kann man sexuellen Missbrauch verhindern!" Zu diesem Zwecke, poste ich eine pn, die ich einer Forumuserin schrieb, mit der diese Diskussion schon ein wenig begonnen hat. Ausgangspunkt dieser Diskussion war "meine" These: "Der sensationslüsterne Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Öffentlichkeit vehindert eine Lösung des Problems!" Dies unterlegte ich mit einem Artikel über "Die voyeuristische Lust nach der täglichen Dosis "Sex and Crime" und wie diese die Wahrnehmung über reale Bedrohungen verzerrt." den ihr hier nachlesen könnt.

    Hier also die pn:
    --------------------------------------------------------------------------

    Zitat Zitat von ...
    für mich hinkt der Vergleich zwischen Unfällen, etwas das nicht beabsichtigt geschieht, und Sexualdelikten, etwas das sehr wohl beabsichtigt geschieht... da fehlt für mich der Zusammenhang und es klingt für mich nach Verharmlosung von dem, worum es eigentlich geht...

    Dieser Vergleich - Du kannst es nochmal nachlesen in dem Artikel - soll die Aufmerksamkeit dafür wecken, dass, gemessen an dem Gefährdungspotential für die Gesellschaft, der sexuelle Missbrauch überproportional viel in den Medien auftaucht und dementsprechend überproportioanal viel öffentliche Aufmerksamkeit erlangt, die - womöglich gerade wegen der sensationslüsternen Art in der Medien darüber berichten - nicht wirklich dafür sorgt, dass sich grundlegend etwas ändert.

    Zwar werden die repressiven Sanktionen für die Täter ausgeweitet (Verlängerung von Gefängnisaufenthalten, Meldepflichten etc.), aber das verhindert den sexuellen Missbrauch nicht. So wünschenswert der Gedanke für Manche sein mag, dass repressive Maßnahmen im Nachhinein vor solchen Taten in der Weise abschrecken mögen, dass sie nicht mehr begangen würden, so wenig bestätigt die Realität, dass er sich verwirklicht.

    Wenn man mehr tun möchte, als sich immer wieder hitzig über sexuellen Missbrauch die Köpfe heiß zu diskutieren, dann muss an den Ursachen gearbeitet werden und nicht ausschließlich an den Folgen. Dazu gehört es u. A., sich in die Gedanken- und Triebwelt eines Pädophilen einzufinden, um dann die Ursachen besser bekämpfen zu können. Oberflächlich betrachtet mag as wie ein "Verhätscheln" des Täters anmuten, aber eben nur oberflächlich betrachtet!

    In diesem Zusammenhang kann man schon einmal darüber nachdenken, warum wir offensichtlich bereit sind, jährlich tausende tote Kinder durch Verkehrsunfälle einfach so sang und klanglos hinzunehmen, und warum uns das so wenig aufregt! Denn im Unterschied zum sexuellen Missbrauch wissen wir hier sogar, wie wir Verkehrsführung gestalten müssten, um diese hohen Unfallzahlen zu verhindern. Wir tun aber nichts! Wie bewusst nehmen wir hier die Tötung von Kindern hin?

    Wenn der Artikel für Dich nach Verharmlosung klingt, dann würde ich Dich bitten, mir zu erklären, warum Experten, die mit den Auswirkungen von Straftaten zu tun haben und mit deren Verhinderung betraut sind, ein Interesse daran haben sollten, diese Problematik zu verharmlosen?


    Zitat Zitat von ...
    bei Kindesmissbrauch wird ein Menschenleben BEWUSST zerstört... DAS regt mich auf...
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich richtig verstehe, was Du hier mit bewusst meinst. Unterstellst Du, dass es das Ziel des Täters ist, ein Menschenleben zu zerstören? Ich glaube das nicht. Ich denke, Täter folgen hier ihrem abnormen Sexualtrieb und machen sich eher wenig Gedanken, ob sie ein Menschenleben zerstören, bzw. rechtfertgen ihr Verhalten durch kruden Erklärungsmuster, die in einen falschen Zusammenhang gestellt werden, wie z.B. frühkindliche Sexualität oder die "Harmlosigkeit" von sexuellen Spielen, so lange keine Gewalt angewendet wird. Das Problem dabei ist, dass es gesellschaftliche Erscheinungen gibt, die solche Täter in ihren Erklärungsmustern bestätigen. Allen voran die permanente Präsenz von Sexuellem, häufig in Gestalt nymphenhafter Weiblichkeit, die mit ihren Reizen für alle möglichen Produkte wirbt - um nur eine dieser Erscheinungen zu nennen.

    Das sexueller Missbrauch aufregt, ist für jeden normal empfindenden Menschen nur zu verständlich. Aber sich Aufzuregen und auf Grundlage dieser Aufregung mit diesem Thema umzugehen, führt zu gesellschaftlichen Erscheinungen (Hängt sie an ihren Schwänzen auf! Kastriert sie! Schlagt sie tot!), die mir ebenso widerlich sind, wie der Missbrauch selbst und zudem noch völlig untauglich, das Problem zu beseitigen - und DAS ist es, worum es eigentlich gehen sollte! Aber wem sage ich das. Du hast im Leo-Thread ja selbst erleben können, dass erst wieder das versachlichende Engagement von Marco das Thema konstruktiv beeinflussen konnte.

    In diesem Sinne halte ich es für angemessen, Menschen wie Leo (der für mich übrigens kein Pädophiler ist) Raum zu geben, über ihre Empfindungen zu sprechen und sich damit auseinanderzusetzen, wie es ja auch zum überwiegenden Teil getan wurde. Zum Glück verhallen die "Lyncht Sie!-Rufe", weil ein handlungsfähiges (wenn auch nicht fehlerfreies) Gemeinwesen aus Behörden und Hilfsorganisationen Verantwortungsvoll mit dieser Thematik umgeht. Betrüblich wäre, wenn dieser Umgang in Schieflage geriete, weil einige Medien mit "Bad News" ihre Umsatzzahlen verbessern möchten.

    Ich bin der Überzeugung, Opfern wie Tätern wäre heutzutage(!) besser geholfen, wenn sexueller Missbrauch nicht so sehr in den Medien präsent wäre.
    --------------------------------------------------------------------------

    In der Hoffnung auf einen fruchtbaren und gesitteten Gedankenaustausch!

    *Gruß*
    Harlequin

  2. #2
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Standard

    Meiner Meinung nach haben die Medien sehr dazu beigetragen, den Opfern endlich Gehör zu verschaffen und den Tätern die Chance gegeben die andere Seite ihres Handeln zu sehen.

    Opfer haben Möglichkeiten bekommen sich zu melden, Hilfe zu bekommen und nicht alleine mit dem Thema gelassen zu werden, es wurden Beratungsstellen eröffnet. Kinder wurden aufgeklärt, das es viele Erwachsene gibt die lügen und Dinge tun die sehr wehtun können. Und vorallen Dingen, was ich noch viel wichtiger finde, das Schweigen ist gebrochen. Es ist kein Tabu mehr drüber zu sprechen, die Opfer sind aufgeklärter das es kein Geheimnis ist, weil es eine Überraschung verraten könnte oder was schlimmes passieren würde. Das Schlimme ist passiert und soll so laut rausposaunt werden wie es geht, damit die Täter ablassen und nachdenken und was falsches in ihrem Tun sehen und sich Hilfe holen.
    Auch den Tätern wird mitlerweile geholfen, wo sie doch früher angehalten wurden zu schweigen bis es auffliegt, weil wer will sich schon selbst an den Pranger bringen. Aber Täter haben mittlerweile auch ein gutes Netzwerk wo ihnen geholfen wird. Klar es ist nicht so öffentlich, wie bei den Opfern, aber es ist meiner Meinung nach nur gerecht, weil sie ja auch nie wollten, das Opfer reden dürfen. Ist ein guter Weg, um selbst zu erfahren, wie erschwerend es ist nicht offen drüber reden zu dürfen, weil es sonst Konsequenzen hat.

    Den Tätern wird die Seele nicht verletzt bei der Tat, Opfer müssen hart dran arbeiten die Dinge zu verarbeiten und das Leben wieder lebenswert wird, ohne die Altlasten, die Verletzungen, Erniedrigungen und die Angst vor Konsequenzen,wenn sie nicht schweigen(Z.B. es würde was schlimmes passieren mit Mama und Papa)
    Deshalb finde ich, ist es doch gerecht verteilt. So hat jeder hat sein Päckel zu tragen, die Opfer wie auch die Täter. Nur das die Täter nach der Tat mit den Verletzungen von Aussen klarkommen müssen. Das geht auch an die Seele, klar. Aber dadurch ist das Verhältnis wieder ausgeglichen, was das Verarbeiten angeht.
    So wie es früher einfach unter den Teppich gekehrt worden ist,als gäbe es kein Problem, möchte ich es nicht zurückgedreht haben. Seit es in den Medien sehr präsent ist, haben viele Täter auch vor Augen geführt bekommen, was sie anstellen mit den Kindern. Es hat bestimmt viele auch dazu gebracht sich helfen zu lassen.
    Das die Täterseite nicht in den Focus gebracht wird, finde ich ok. Es gibt zwei Seiten Opfer und Täter und dadurch, das die Täter als hilflos ihren Trieben ausgesetzt sein sollen und garnicht anders können, wird den Opfern doch voll ins Gesicht geschlagen. Sie sollen sich dann noch fühlen als hätten sie mit ihrer Anzeige dem armen Pädophilen das Herz gebrochen weil sie nicht einfühlsam genug gewesen sind ihn doch vorher zu verstehen, bevor sie sich wehren.
    Ich finde Opfer sind Opfer und Täter sind Täter......daran gibt es nichts zu rütteln....
    Das beide danach Hilfe brauchen steht auf einem anderen Papier und steht beiden gleichermaßen auch zur Verfügung. Für Kinder halt leichter und für Erwachsene halt schwieriger. Aber das liegt wohl an den Altersunterschieden, die ja verschiedene Möglichkeiten haben. Ich finde es ist gut so, das sich die Opfer(nun mal Kinder), die nicht so viel durch die Welt googlen und rumschauen können, in ihrer Nähe Hilfe bekommen. Klar sieht es dann so aus, als hätten die es leichter und würden eher Hilfe bekommen. Aber sie haben auch keine anderen Möglichkeiten sich helfen zu lassen, dafür müssen Erwachene halt sorgen, das es ihnen möglich ist.
    Dem Gegenüber haben Täter auch bei allen Kliniken und Beratungsstellen die Möglichkeit Hilfe zu bekommen. Selbsthilfegruppen und spezialisierte Therapeuten gibt es auch mehr als genug. Und durch die Presse wird es auch viel verbreitet darüber. Sonst würde ich zum Beispiel davon überhaupt nichts wissen, was es alles für die Täter gibt. Ich werde über die Medien informiert.

    Der Vergleich mit den verkehrstoten Kinder find ich ungeheuerlich.
    Es ist wie Krankheit und Unfall vergleichen zu wollen. Was soll sowas bringen??

    Die Zahlen der Missbrauchsopfer ist seit 97(seit es die grosse Aufklärung gab) gesunken. Also hat es doch viel bewegt. Es lassen sich immer mehr Täter behandeln oder haben endlich grosse Hemmungen es auszuleben, weil mehr Leute schauen als früher. Das finde ich total gut. Also haben die Medien auch viel gutes gebracht.

    Das es für Täter nicht leicht haben in der jetzigen Zeit ist richtig, aber die Opfer haben es auch nicht leicht...Es hält sich da wohl sehr gut die Waage.

  3. #3
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    Standard Je präsenter, desto besser...

    Ich bin der Überzeugung, Opfern wie Tätern wäre heutzutage(!) besser geholfen, wenn sexueller Missbrauch nicht so sehr in den Medien präsent wäre.
    Ja, kehren wir alles wieder unter den Teppich! Tun wir so als wäre nie was gewesen...

    Je offener und freier desto besser! Je mehr Menschen Bescheid wissen, desto mehr erkennen Anzeichen frühzeitig an anderen und vllt auch an sich selbst und so kann vllt Schlimmeres verhindert werden...

    Sensationsjournalismus ist natürlich in keiner Weise das, was ich befürworte... aber vernünftige rational-emotionale Berichterstattung bringt den Menschen das Thema näher und erhöht das Wissen und die Aufmerksamkeit... Täter sollen wissen wie sehr Opfer darunter leiden, und auch Opfer sollen wissen, wie es bei den Täter dazu kam, da dies bei der Aufarbeitung vllt hilfreich sein kann... und jeder sollte Anzeichen als solche erkennen können... aber IMMER müssen die Opfer im Vordergrund stehen, denn egal welche Vergangenheit ein Mensch hat, im JETZT trägt er die Verantwortung dafür was er tut und was nicht...
    Ich denke, Täter folgen hier ihrem abnormen Sexualtrieb und machen sich eher wenig Gedanken, ob sie ein Menschenleben zerstören, bzw. rechtfertgen ihr Verhalten durch kruden Erklärungsmuster, die in einen falschen Zusammenhang gestellt werden, wie z.B. frühkindliche Sexualität oder die "Harmlosigkeit" von sexuellen Spielen, so lange keine Gewalt angewendet wird. Das Problem dabei ist, dass es gesellschaftliche Erscheinungen gibt, die solche Täter in ihren Erklärungsmustern bestätigen.
    ... und keine Vergangenheit, kein Erklärungsmuster der Welt rechtfertigt ein neues Verbrechen... kann ja auch nicht sagen, hatte so eine schwere Vergangenheit, deshalb ist es okay, dass ich jemanden umbringe, das müsst ihr verstehen, bin ja so arm... und viele, die nicht wissen woher ihre Triebe kommen, wüssten es vllt, wenn darüber noch viel mehr geschrieben würde und wenn auch sie es nicht bemerken würden, würden es vllt ihre Verwandten oder Bekannten... und so rechtzeitig Hilfe suchen...
    Denn das:
    Sie sollen sich dann noch fühlen als hätten sie mit ihrer Anzeige dem armen Pädophilen das Herz gebrochen weil sie nicht einfühlsam genug gewesen sind ihn doch vorher zu verstehen, bevor sie sich wehren.
    sollte es auf keinen Fall werden!
    Und wenn auch nie alle Fälle von Missbrauch verhindert werden können, so ist doch jeder einzelne, der verhindert werden kann, ein Gewinn!

    Allen voran die permanente Präsenz von Sexuellem, häufig in Gestalt nymphenhafter Weiblichkeit, die mit ihren Reizen für alle möglichen Produkte wirbt - um nur eine dieser Erscheinungen zu nennen.
    Ja, das finde ich auch nicht richtig, ist aber keine Rechtfertigung für irgendetwas... denn das unterscheidet den Menschen eigentlich vom Tier.... er kann seine Triebe kontrollieren...

    Dieser Vergleich - Du kannst es nochmal nachlesen in dem Artikel - soll die Aufmerksamkeit dafür wecken, dass, gemessen an dem Gefährdungspotential für die Gesellschaft, der sexuelle Missbrauch überproportional viel in den Medien auftaucht und dementsprechend überproportioanal viel öffentliche Aufmerksamkeit erlangt, die - womöglich gerade wegen der sensationslüsternen Art in der Medien darüber berichten - nicht wirklich dafür sorgt, dass sich grundlegend etwas ändert.
    Doch, es hat sich sehr viel verändert, wie Knuddel ja auch schreibt, die Zahlen sind zurückgegangen, eben dadurch, dass alles in die Öffentlichkeit kam... auch lt. der Statistik in Deinem Artikel, obwohl die von absoluten Zahlen ausgeht... was umso bewundernswerter ist, weil ja früher die Dunkelziffer noch um ein Vielfaches höher war, weil eben NIEMAND darüber geredet hat, es tabu war! Und auch heute noch ist die Dunkelziffer zu hoch! Wenn jemand mal ein paar andere Zahlen lesen möchte: Kindesmissbrauch Fakten

    In diesem Zusammenhang kann man schon einmal darüber nachdenken, warum wir offensichtlich bereit sind, jährlich tausende tote Kinder durch Verkehrsunfälle einfach so sang und klanglos hinzunehmen, und warum uns das so wenig aufregt! Denn im Unterschied zum sexuellen Missbrauch wissen wir hier sogar, wie wir Verkehrsführung gestalten müssten, um diese hohen Unfallzahlen zu verhindern. Wir tun aber nichts! Wie bewusst nehmen wir hier die Tötung von Kindern hin?
    Wer nimmt das denn einfach so hin? Was wurde in den letzten Jahren alles verbessert um die Unfälle zu verhindern... Kindersitze, Airbags, eigens für Kinder entworfene Motorhauben, die den Aufprall mindern sollen.... und wieder aus den bereits mehrfach erwähnten Artikel...
    Zitat Zitat von Verzerrte Wahrnehmung über Bedrohungen
    Wurden im Jahr 2003 208 Kinder im Strassenverkehr getötet (1999: 316; 2000: 240; 2001: 231; 2002: 216;Statistisches Bundesamt [Hrsg.]: Verkehrsunfälle 2003 Fachserie 8/Reihe 7, S.39)
    ... sprich von 1999 bis 2003 sind die Zahlen um 34,6% gesunken... während sexueller Missbrauch an Kindern in diesem Zeitraum sogar leicht angestiegen ist, lt. diesem Artikel... es wird als im Strassenverkeher sehr viel getan, offensichtlich mehr als in Punkto Kindesmissbrauch...
    und erklär mal, wie wir die Verkehrsführung gestalten müssten um die hohen Unfallzahlen zu vermeiden? Hast Du da eine Wunderlösung? Dann nur raus damit!

    jeder Weg ist eine Gratwanderung, denn bei allem im Leben gibt es die Möglichkeit zu übertreiben oder untertreiben... das goldene Mittelmaß wäre hier wieder gefragt... aber wenn das nicht geht, ist ein Zuviel in den Medien immer noch besser als ein Zuwenig!

  4. #4
    Gast570
    Gast

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    Zitat Zitat von knuddel
    Der Vergleich mit den verkehrstoten Kinder find ich ungeheuerlich. Es ist wie Krankheit und Unfall vergleichen zu wollen. Was soll sowas bringen??
    Das könnte die Augen dafür öffnen, dass die Ungeheuerlichkeit darin besteht, Verkehrsplanung, -durchführung und Fahrverhalten offensichtlich als so selbstverständlich quasi naturgegeben hingenommen werden, dass wir - ohne uns weiter darüber zu erregen - jährlich tausende verkehrstote Kinder akzeptieren. Gemessen an der Gefährdung für unsere Kinder, wäre hier wohl ein entrüsteter Aufschrei der Medien angebracht, damit sich an diesem skandalösen Zustand etwas ändert.

    ...also, entschuldige, Kyeema, aber wenn Du mir auf Grund einer Aussage wie
    Zitat Zitat von Harlequin
    Ich bin der Überzeugung, Opfern wie Tätern wäre heutzutage(!) besser geholfen, wenn sexueller Missbrauch nicht so sehr in den Medien präsent wäre.
    unterstellen willst, ich hätte damit sagen wollen
    Zitat Zitat von Kyeema
    Ja, kehren wir alles wieder unter den Teppich! Tun wir so als wäre nie was gewesen...
    ist für mich der Punkt erreicht, an dem eine Disskussion mit Dir keinen Sinn mehr macht.

    *Gruß*
    Harlequin
    Geändert von Gast570 (19.08.2007 um 18:47 Uhr)

  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Das könnte die Augen dafür öffnen, dass die Ungeheuerlichkeit darin besteht, Verkehrsplanung, -durchführung und Fahrverhalten offensichtlich als so selbstverständlich quasi naturgegeben hingenommen werden, dass wir - ohne uns weiter darüber zu erregen - jährlich tausende verkehrstote Kinder akzeptieren. Gemessen an der Gefährdung für unsere Kinder, wäre hier wohl ein entrüsteter Aufschrei der Medien angebracht, damit sich an diesem skandalösen Zustand etwas ändert.
    Es wird in den Medien sehr viel über Verkehrsplanung und Gefahrenpunkte für Kindern und noch viel mehr berichtet zum Thema Kind und Verkehr.
    Die Zahlen sind ja auch rückläufig mit den Verkehrstoten. Dazu haben die Medien auch beigtragen.
    Also unfalltote Kinder werden für mich nicht als naturgegeben hingenommen.

    Nur ich finde diese beiden Themen lassen sich überhaupt nicht miteinander vergleichen.

    Zur Verkehrsproblematik spielen soviele verschiedene Faktoren zu den Unfällen.

    Beim Missbrauch ist das nicht so. Es ist immer ein Täter mit Opfer. Es gibt verschiedene Varianten des Triebauslebens.

    Aber das ist ja nicht vergleichbar mit toten Kindern wegen Unangeschnalltheit oder umgefahren oder vom Fahrrad gefallen oder in ein Auto gelaufen oder oder oder...
    Geändert von :knuddel: (20.08.2007 um 10:41 Uhr) Grund: Fehlerteufel

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo meine Lieben

    Mir persönlich fällt es schwer irgendein Verständnis für Täter von Kindesmißbrauch zu finden. Egal wie triebhaft ein Mensch sein sollte geht es über meinen Horizont, wie man sich an Kindern vergehen kann. Der Täter hat die Wahl, er hat einen Kopf zum denken und jeder ist für sein Handeln verantwortlich. Die Kinder sind schutzlos dem Täter ausgeliefert. Es ist ja nicht nur die Tat selbst sondern die Psychischen Folgen für die Opfer, die jahrelang, vieleicht sogar ihr Leben lang mit diesen Folgen zu kämpfen haben.

    Aufgeklärte Kinder sind geschützte Kinder. Und selbstbewußte Kinder ebenso. Da müssen wir ansetzen. Kindern, ohne ihnen Ängste zu machen, aufklären, dass es Menschen gibt, die sehr böse sein können. Ihnen Mut zu machen, dass sie immer mit allem zu uns Erwachsene kommen können. Eine Vertrauensbasis schaffen. Lernen über das Thema Sexualität richtig zu sprechen.

    Kindesmißbrauch hat es sicher immer schon gegeben, aber die Opfer haben aus Scharm geschwiegen. Dadurch, dass das Thema offen angegangen wird, ist es für die Opfer eine Hilfe. Nur das Wie ist oftmals fragwürdig.

    Was mich an den Berichterstattungen stört ist die Sensationslust mit der über Menschen hergefallen wird, die "mögliche Täter" sind. Oftmals reagieren wir übersensiebel. Wo fängt Mißbrauch an.

    Ich arbeite im Kindergarten und habe dadurch sehr engen Kontakt zu Kindern.
    Die Kinder suchen oft auch den körperlichen Kontakt zu uns Frauen und keiner findet etwas dabei. Ich frage mich manchmal ob das genau so wäre, wenn wir Männer wären?!

    Verkehrsunfälle mit Kindern sind traurig aber keiner gefährdet bewußt ein Kind. Gedankenlosigkeit steckt dahinter, wenn Kinder nicht angeschnallt werden, Autos mit Kindern überfüllt werden, zu schnell gefahren wird obwohl mit Kindern zu rechnen ist und und und.

    Und ich finde es wird sehr viel in Punkto Verkehrssicherheit getan, nur wird sich sehr oft nicht an die Maßnahmen gehalten. Der Gesetzgeber kann nur Regeln aufstellen, befolgen müssen wir sie schon selbst.

    Ob die Werbung mit eine Schuld hat dem fehlgeleiteten Sexualtrieb hat? Kann sein, ich glaube, dass es da andere, schwerwiegendere Ursachen gibt.

  7. #7
    Verleger Avatar von Waris
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    Ich schließe mich Gedankenfeld in etwa an. Viele möchten Pädophile Menschen, egal ob sie nun schon etwas getan haben, oder man glaubt, dass sie etwas tun werden, einfach wegsperren oder sonstwie unschädlich machen. Ob das nun richtig oder falsch ist: Wir können es einfach nicht. Vielleicht erfindet jemand irgendwann mal eine Technik, die es möglich macht, die sexuellen Neigungen eines jeden Menschen abzuscannen und ihn dann dafür einzusperren o.ä. Momentan geht es nicht. Ich bin zwar der Meinung, dass es eine Ungeheurlichkeit ist, Steuerhinterzieher härter zu bestrafen, als Kinderschänder, aber dies liegt leider nicht in meiner Macht.
    Deshalb muss man die Kinder anders schützen. Ich glaube Eltern tragen sehr viel dazu bei, ihre Kinder resistent zu machen. Vertrauen ist sehr wichtig. Das wissen, dass ich immer zu dem Kind halten werde und ihm glaube, egal was passiert. Das kind zum Bewusstsein erziehen, dieser Körper ist meiner und nur ich bestime über ihn. Und zwar in jedem Fall. Das fängt schon beim Bussi geben der Tante an. Die meisten Kinder finden es eklig, Mama sagt aber: "nun mach schon", damit die Tante nicht beleidigt ist. Das Kind ist vielleicht gar nicht in der Lage, verschiedene situationen zu unterscheiden. Auch die Aussage: "geh nicht mit bösen Männern halte ich für falsch". Ein Triebtäter ist ja nicht so dumm und gibt sich von Anfang an böse. Er hat Mittel und wege, ein Kind zu locken und wenn er es bei seiner ihm anerzogenen Hilfsbereitschaft packt.
    Also gilt: "Gehe nie mit irgendjemand mit, egal ob man oder Frau"
    Ich glaube viele kinder geraten in auch in die Missbrauchsfalle, weil sie sich nach Anschluss, Liebe und Geborgeneit sehnen. Da sind die eltern angehalten ihnen das zu geben, damit sie es nicht woanders suchen müssen.

  8. #8
    Neuling
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    Standard Persönliche Abgrenzung

    Hallo Waris...

    Zitat Zitat von Waris Beitrag anzeigen
    Das kind zum Bewusstsein erziehen, dieser Körper ist meiner und nur ich bestime über ihn. Und zwar in jedem Fall. Das fängt schon beim Bussi geben der Tante an. Die meisten Kinder finden es eklig, Mama sagt aber: "nun mach schon", damit die Tante nicht beleidigt ist. Das Kind ist vielleicht gar nicht in der Lage, verschiedene situationen zu unterscheiden.
    Da sprichst Du mir aus der Seele, Waris... selbst bei fremden Menschen, die sie zum ersten Mal sehen und vor denen sie Angst haben, müssen Kinder oft die Hand geben oder sich sogar umarmen lassen oder Bussi geben... nur weil Mama oder Papa die ja eh kennen und das so wollen... wie sollen sie da lernen auf ihr eigenes Gefühl zu hören? Jedes Kind sollte da schon das Recht haben, dem Erwachsenen, egal ob es ihn nun kenn oder nicht, nur so nahe zu kommen, wie es dem Kind passt... denn, wenn man ein Kind nicht dazu zwingt, so kommt es dann meistens schon nach ein paar Minuten, weil es neugierig ist und sich auch schon ein Bild von der Person gemacht hat... und die ersten Schritte zur persönlichen Abgrenzung sind so gesetzt...

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