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Thema: Wie besser "nein" sagen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie besser "nein" sagen?

    Hi,

    ich möchte wenn es darum geht, in Gruppen oder mit einer Person eine Entscheidung zu treffen, lernen, meine Bedürfnisse/Wünsche besser zu äußern, und auch mal nein zu sagen, wenn ich etwas nicht machen möchte!

    Mir fällt das aber sehr schwer. Ich habe Angst rücksichtslos oder egoistisch zu erscheinen und Ablehnung zu bekommen.
    Rein rational ist mir aber schon irgendwie klar, dass ich das Recht habe, für mich zu sorgen und es denke ich besser machen sollte.

    Heute ging es zum Beispiel um eine scheinbare Lapalie...Ich fahre mit 2 Freunden wo hin und der eine möchte später als ausgemacht gehen. Ich wäre gerne früher gegangen, habe das kurz geäußert, dann wurde mir ein Kompromiss angeboten: die Uhrzeit zwischen den 2 Zeitwünschen..
    Das wäre doch eine super Vorlage gewesen oder? Und ich sage dann aber, anstatt darauf einzugehen: "ach ne, lass doch später gehen, ist okay, dann kann ich wenigstens noch was für die Uni machen"...

    Danach habe ich mich sehr über mich aufgeregt und hätte mich am liebsten gemeldet, um das Ausgemachte doch noch mal zu ändern. Aber das habe ich dann nicht gemacht, weil ich denke dass das auch blöd ist, wenn man sich nie auf eine Aussage von einer PErson verlassen kann, und diese ihre Meinung immer wieder ändert...

    Oder meint ihr es ist effektiv, wenn ich später noch mal meinen Wunsch nenne, wenn ich es in der Situation nicht geschafft habe?

    Eher nicht oder? Es ist wahrschelihc besser direkt in der Situation etwas auszuhandeln, oder eben gar nicht - oder?????

    Ich denke ich werde schon einen Weg finden, mehr für mich zu sorgen. Ich frage mioch nur, was am effektivsten ist.

    Nach einer "Niederlage" noch mal revidieren, oder es sein lassen, und das nächste Mal es versuchen besser zu machen???

    DAnke für eure Hilfe ))

  2. #2
    Neuling
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    Hey,

    das hört sich jetzt doof an, aber nein sagen kann ich gerade auch nicht so gut. Ich hab früher vor dem Spiegel geübt nein zu sagen.

    Jetzt geht es eigentlich auch. Bei manchen Sachen kann ich einfach nicht nein sagen D;

  3. #3
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    Hey Timo_90,

    ich glaube, deine Frage wirst du selbst beantworten können, wenn du deine Einstellung zum "Nein"-sagen ändern kannst.

    Timo, was ist Disziplin? Disziplin ist, wenn man "Nein!" zu sich selbst und seinen eigenen momentanen Impulsen und Trieben sagt, um ein langfristigeres und/oder rationaleres Ziel zu erreichen. Ich sage "Nein!" zum Schokokuchen, weil Salat auf lange Sicht gesehen gesünder für mich ist. Ich sage "Nein!" zu der Chance auf einen Seitensprung, weil ich glaube, dass es vernünftiger ist, treu zu bleiben.

    Disziplin bedeutet "Nein" zu sich selbst zu sagen. Findest du, dass Disziplin ab und zu mal nützlich ist? Ja? Ich auch.

    Disziplin bedeutet Grenzen nach Innen aufzubauen: Du Grenzt deine eigenen Bedürfnisse, Triebe und Impulse ein und tust somit etwas Gutes für dich und deine Umwelt.

    Nun kann man aber auch Grenzen nach Außen setzen. Das würde dann "Nein!"-sagen anderen gegenüber entsprechen. Wenn man möchte, dann könnte man dich auch als einen großen Fleischsack voller Ressourcen betrachten. Was gibt den Menschen in deiner Umwelt das Recht, diese Ressourcen einfach so auszubeuten, ohne dass du sie freiwillig hergibst?

    Grenzen nach Außen setzen hat immer etwas mit Stärke und Authorität zutun. Das Paradoxe ist, dass niemand dir Stärke und Authorität verleihen kann - nur du selbst.

    Gib deine Stärke nicht an andere Menschen weg. Grenzen nach Außen zu setzen ist dein Geburtsrecht. Das ist auch nichts, wo du ewig drüber nachdenken musst. Wenn es Zeit ist "Nein!" zu sagen, dann wird deine Intuition es dir sagen, garantiert! Die Grundlage von "Grenzen setzen" ist nämlich Aggression, und obwohl es viele Menschen gibt, die ihre Aggression unterdrücken, kann man sie doch spüren wenn man seine Aufmerksamkeit darauf ausrichtet. Und dann kann man sich seine Aggression zunutze machen: Und zwar die Aggression die aufsteigt, wenn jemand etwas von dir will, du es ihm aber nicht geben willst. Versuch einfach mal dir dieser Aggression bewusst zu werden und nutze sie um Grenzen nach Außen zu setzen.


    Sag Bescheid, ob dir dieser Ansatz geholfen hat, Timo.


    Liebe Grüße,

    Mephisto

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    hallo Timo,

    um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Hast Du denn überhaupt alle Optionen schon mit einbezogen?

    Du willst früher gehen und wärst maximal zu nem Kompromiss bereit. Die Kumpel wollen später gehen und sind zu keinem Kompromiss bereit.
    Dir ist das aber so wichtig, dass es Dir ein schlechtes Gefühl gibt, Dich ihrer Kompromisslosigkeit anzuschließen.
    Nun gäbe es noch die Möglichkeit (und die hätte ich vermutlich gewählt), selbst kompromisslos zu sein, und zu sagen: "ich geh dann schon mal voraus, wir treffen uns dann da und da".

    Die eigene Mobilität und Flexibilität macht sehr viel aus, ob man die Souveränität hat, nein zu sagen, und zwar in einer gleichberechtigten Art und Weise, so dass sich niemand genötigt fühlen muss.

    Und wenn es so wäre, dass ich mich immer den Kumpels anpassen müsste, weil es kein "geben und nehmen" ist, dann würde ich mich irgendwann fragen, ob ich mich mit den zu mir passenden Leuten umgebe, wenn ich immer das Gefühl habe, klein bei geben zu müssen. Aber das kann ich auch nur, wenn ich innerlich unabhängig genug bin, um diese Leute nicht zwingend zu BRAUCHEN.

  5. #5
    Gast9159
    Gast

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    Hallo Timo,
    ich meine ich, dass das ganze Leben ein einziger Kompromiss ist, was solche Kleinigkeiten zumindest angeht. Ich bin wahrscheinlich eine andere Generation als du und habe in der Vergangenheit schon viel unnötige Kraft verbraucht, oft am Thema vorbei, dass ich etwas gelernt habe: Bei unwichtigen Dingen bin ich gerne bereit, mich auch anderen anzuschließen und würde nur wegen des Prinzips hier kein Faß aufmachen. bei MIR wichtigen Dingen bin ich das nicht (mehr), da sage ich klipp und klar, was ich denke und zeige auch meine persönliche Grenze. Manchmal vielleicht auch ZU direkt, aber das Gegenüber weiss dann wenigstens aus erster Quelle, was mir passt oder nicht.

    Wenn ich also vor eine Entscheidung gestellt werde,: Mache ich da mit oder nicht - achte ich darauf, was mir mein Gefühl sagt: Hab ich ein Problem damit oder nicht? Der von Gaby vorgeschlagene Kompromiss - dann gehe ich früher und ihr kommt später dazu - wäre daher eine gute Alternative.

    Aber umgekehrt kannst du ja mal testen bei deinen Freunden, wenn du etwa etwa eine Zeit vorgibst, was dir wichtig ist. Passen sich die anderen dann auch an dich an und ist euer Verhälnis im Großen und Ganzen so ausgeglichen, ist das doch in Ordnung. Jeder gibt mal nach, nur wenn es dauerhaft einseitig ist, solltest du dir Gedanken machen, ob du dich leicht manipulieren lässt, aber dagegen gibt es ganz praktische "Übungen", um zu lernen, sich hier - wo es wichtig ist - sich besser durchzusetzen.

  6. #6
    Neuling
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    Hallo ,
    mir helfen eure Texte auch. Das ist klasse, denn die passen gerade zu meinem Thema (Männer- und Frauenfreundschaften). Ich weiss zwar jetzt, warum ich mich darin schwer tue, Grenzen zu setzen und v.a. dann auch durchzuziehen und wahrscheinlich jetzt auch, weshalb soviele Freundschaften bei mir scheiterten, mehr mit Frauen als mit Männern allerdings.
    Aber Nein sagen und deutliche Grenzen setzen, fällt mir, aus Verlustangst heraus, noch sehr, sehr schwer. Doch besser zu Beginn (vielleicht) scheitern als erst nach einer Weile, wenn man bereits wieder viele Hoffnungen und Emotionen investiert hat.

    Stimmt wohl, es liegt an einem selbst, aber es ist auch nicht toll von den anderen. Wenn ich mal ein bißchen Aggression gezeigt habe, dann wurde ich sofort jedesmal als angeblich zu aggressiv abgestempelt oder als böse, wo andere aber immer sagen, ich wirke eher sanftmütig und das bin ich auch. Es braucht schon viel, damit ich überhaupt Nein sage, erst Recht beim Durchhalten desselben.
    Aber eigentlich war ja bei mir das Protestieren und Ansprechen von Dingen, die mir nicht gefielen, schon schlecht.

    Aber klar, für die anderen ist es praktischer und schöner, man erfüllt hauptsächlich ihre Wünsche. Es gibt auch Leute, denen ist das egal, wie sie das erreichen und wenn sie einen dann als irgendwie mies darstellen.

    Ich finde, in Beziehungen und Freundschaften muss mal der eine und dann der andere zum Zug kommen oder man findet für beide Seiten zufriedenstellende Kompromisse.
    Und jedeR hat das Recht, jederzeit seine eigene Meinung wieder zu ändern!
    Es gibt, lt. Pschologen, gewisse Grundrechte für Menschen und ihr selbstsicheres Verhalten - und das Meinungen ändern dürfen, ist eines davon!

    LG Kimara
    Geändert von Kimara (24.07.2011 um 20:36 Uhr)

  7. #7
    Gast784
    Gast

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    Stimmt wohl, es liegt an einem selbst, aber es ist auch nicht toll von den anderen. Wenn ich mal ein bißchen Aggression gezeigt habe, dann wurde ich sofort jedesmal als angeblich zu aggressiv abgestempelt oder als böse, wo andere aber immer sagen, ich wirke eher sanftmütig und das bin ich auch.
    hallo Kimara,

    das hat damit zu tun, dass wir unser eigenes Spiegelbild im anderen sehen und daher nur allzuoft eigene Themen, eigene Stimmungen etc in den Anderen hinein interpretieren. d.h. 1000 Leute, 1000 Meinungen darüber, wer oder wie ich bin

    Kann aber auch sein, dass Du selber einiges nicht bei Dir wahrnimmst, was andere in dem Moment sehen. Das berühmte Brett vorm Kopf ist manchmal ein ganzer Lattenzaun Auch ein sanftmütiger Mensch hat Agressionen, er wird sie vll nur anders ausdrücken. Wir sind alle vielschichtig.

    Und es hat damit zu tun, dass wir, so wie wir sind, entsprechende Leute in unserem Umfeld haben, die ähnlich ticken wie wir. d.h. wenn ich schlecht nein sagen kann, dann werde ich auch eher Leute anziehen, die genau das brauchen, weil sie entweder vll ein Problem mit Zurückweisung und Durchsetzung haben und deshalb mit klaren direkten Leuten nicht so können.
    Am eigenen Umfeld kann man im laufe der Jahre sehr schön erkennen, wie man sich selbst verändert hat.

    Und jedeR hat das Recht, jederzeit seine eigene Meinung wieder zu ändern!
    Es gibt, lt. Pschologen, gewisse Grundrechte für Menschen und ihr selbstsicheres Verhalten - und das Meinungen ändern dürfen, ist eines davon!
    hast Du da ein praktisches Beispiel? Ich finds sinniger, anstatt auf Rechte zu pochen, mal zu überlegen, ob der Andere auch die Chance hat, mit dem Meinungswechsel noch mit zu kommen. also wenn da Einer ein Problem hat, dann kann es zwar einerseits so sein, dass er seine Interessen durchsetzen will, es kann aber auch sein, dass er Dich dadurch als unberechenbar erlebt und nicht mehr weiss, wie er sich denn jetzt verhalten soll oder auf was er sich einstellen soll. Natürlich kann jeder seine Meinung ändern, eine Meinung ist ja nur eine Meinung, aber es kommt halt dabei sehr auf die Art an, wie man die Kommuniziert und was an Intention dahinter steht und es an Konsequenz nach sich zieht.
    Geändert von Gast784 (25.07.2011 um 08:04 Uhr)

  8. #8
    Neuling
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    Hallo Gabiannarele,
    danke dir für deine ausführliche Antwort.

    Ja, ich glaube auch, dass schon allerlei Übertragungen und Projektionen zwischen den Menschen stattfinden.

    Interessant ist für mich der Gedanke, dass sich nur ähnlich gestrickte Leute anziehen - wie auch immer sie das dann ausleben. Super, daran habe ich noch nie gedacht.

    Weiß nicht, wie ich genau bin, schätze aber, immer (meistens) zu sehr mit Samthandschuhen. Nächsten Mittwoch bekomme ich die Gelegenheit, genau das Thema Kritik/Neinsagen/Freundschaft in einem Rollenspiel darzustellen, um zu sehen, woran es genau hakt. Bin schon gespannt.
    Jedoch habe ich viel nachgedacht und erkenne das alte Muster, das mit meiner Mutter einst eingeübt wurde: "Sich wehren ist verboten!"...
    Und exakt dieses habe ich in meiner letzten Beziehung extrem erleben müssen.

    Was das Meinung ändern anbetrifft, so allgemein, klar, chaotisch soll es nicht sein, trotzdem hat jedeR jederzeit das Recht dazu und niemand darf einen verpflichten, neu entstandene Gefühle, Ansichten, Schlussfolgerungen zu ignorieren, bloß um eine stabile Meinung dem anderen zu liefern. Ständig ändert sich etwas, eben auch Vorlieben, Vorhaben, Ansichten usw. Schlimm wäre, Menschen stagnieren, das ist nicht gesund, so sehe ich es. Veränderungen und flexible Anpassungen gehören zum Leben, sind ganz natürlich, glabue ich.

    Lieben Gruß
    Kimara
    Geändert von Kimara (28.07.2011 um 18:02 Uhr)

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