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Thema: Wie egoistisch darf man sein?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie egoistisch darf man sein?

    Mein Leben in Kürze zum besseren Verständnis meines Problems:
    Die ersten 20 Jahre meines Lebens bestimmte die Willkür meiner egozentrischen Mutter, 11 Umzüge während meiner Kindheit, woraus sich später eine Verlustangst entwickelte.
    Die nächsten 20 Jahre bestimmten Ängste und Depressionen immer wieder mein Leben, ich lebte erst alleine, dann heiratete ich und bekam meinen Sohn.
    Seit 3 Jahren bin ich frei von Ängsten und packe mein Leben an. Trennung, Auszug mit meinem Sohn, einrichten einer schönen Wohnung, die Scheidung folgt in Kürze.
    Kurz nach der Trennung lernte ich die Liebe meines Lebens kennen, mit diesem Mann kann ich endlich so sein wie ich bin und muss mich nicht anpassen, verstellen.
    Und nun hock ich da.
    Unfähig auch nur irgendetwas zu tun. Ich müsste mich um einen Job kümmern weil ich nicht ewig von Unterhalt leben kann. Ich putze meine Wohnung aber es ist nur für mich. Mein Sohn ist 15, lebt in seinem Zimmer, trifft sich mit seinem Freund, wir sehen uns nur zu den Mahlzeiten. Er lehnt jede gemeinsame Aktivität ab. Schule läuft schlecht, Freunde hat er nicht viele.
    Das Verhältnis zu seinem Vater: sein Vater kommt einmal die Woche, er besucht ihn nie. Kümmern könnte sich sein Vater mehr, aber schon während unserer Ehe war ich mehr alleinerziehend.
    Damals ließen wir unseren Sohn entscheiden bei wem er leben möchte.

    Mein Problem:
    Ich habe es geschafft mein Leben selber in die Hand zu nehmen und werde doch wieder gebremst. Mein Freund lebt nicht in Deutschland, in seiner Heimat könnten wir sofort zusammenleben, hier würde es sicher noch Jahre dauern.
    Ich habe Angst mein eigenes Glück zu verpassen und in einer Fernbeziehung kaputtzugehen, habe aber meinen Sohn, der einzige der mich hier noch hält, der aber kein Interesse an meinem Leben hat. Er würde nicht mitgehen wollen un so müsste ich ihn "zwingen" zu seinem Vater zu gehen.
    Mein Bauch und mein Herz sagen mir, dass ich gehen muss, aber mein Verstand hindert mich und quält mich.

    War von euch schon mal jemand in ähnlicher Situation?

  2. #2
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    JA...du beschreibst eine Phase meines Lebens. Bin dann tatsächlich zu meinem Partner nach Griechenland gezogen und habe die Kinder erstmal beim Papa gelassen. Das war leider ein Fehler und nachdem ich sie kurz zu mir nach Gr geholt habe sind wir zurück.

    Ich kann meine Geschichte aber nicht schreiben, es wäre zu umfangreich und zu tief für mich.

    Nur ein Tipp.....in einem Jahr ist das Verhältnis zu deinem Sohn wieder besser, 15 ist ein dummes Alter und diese Jungs leben in ihrer eigenen Welt. Orientiere dich hier solange dein neuer PArtner und du mit der Fernbeziehung klar kommt. Setz dich soweit durch das dein Sohn in den Ferien oder mal ein verlängertes WE zum Vater geht, du kommst ja wieder. Aber so kannst du zu deinem PArtner und das Zusammenleben in dem Land "üben". Dieses REcht nehm dir raus!! Das überlebt dein Sohn und der Vater wohl auch.

    Mach dir feste Wochenenden andenen du nicht daheim bist undversuch dir noch einen Job zu besorgen nur um deine Reisen finanzieren zu können denn eigenes Geld gibt ein besonderes Gefühl.

    Du kannst mich gerne anschreiben wenn du das Gefühl hast, es bringt dir was. Auf jeden Fall kenne ich deine Gedanken und Schuldgefühle genau!!

  3. #3
    Neuling
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    Ich persönlich finde, dass man mit 15 die Eltern mehr braucht als du vielleicht denkst! Auch wenn ihr euch nur zu den Mahlzeiten seht, er gemeinsame Aktivitäten ablehnt und dir gegenüber abweisend ist,( was in der Pubertät normal ist) heisst das nicht, dass du nicht dasein sollst!
    Ich würde niemals meine Kinder irgendwo zurücklassen , nur weil ich meine "große" Liebe kennengelernt habe. Wie oft zerplatzen denn die "große Lieben"??
    Ich kann dir nur ganz schwer davon abraten, ins Ausland zu gehen und deinen Sohn abzuschieben, weil wenn du das machst, erreichst du ihn nie wieder richtig.

  4. #4
    Neuling Avatar von hopeful
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    Ich schließe mich martinsch24 an. Dein Sohn ist noch ein Kind, du bist bereits erwachsen. Ich finde, er hat das Recht in einer schweren Situation sich nicht so zu verhalten, wie du es gern hättest (und er vllt. sogar auch). Für ihn war/ist es eine schwere Zeit, da er seinen Vater verloren hat (egal warum und egal, ob es besser so für ihn ist oder nicht). Er lebt wie du schreibst in seinem Zimmer, was dafür spricht, dass er stark in sich gekehrt ist. Möglicherweise ist er gar nicht in der Lage, sich für dich zu interessieren - weil er mit seinem Leben "noch" nicht klarkommt/klarkommen kann. Es gibt doch bestimmt Anlaufstellen für alleinerziehende Mütter, die Probleme mit dem Kind haben.

    Du schreibst, dass das Verhältnis zu seinem Vater bereits nicht das beste ist. Sein Vater besucht ihn nur einmal die Woche - dein Sohn besucht seinen Vater nie. Du willst deinen Sohn jetzt evtl. für immer seinem Vater überlassen - einem Menschen, den er nie besucht. Darüber hinaus hat sich dein Sohn bereits entschieden.

    Ich habe keine Kinder und kann erfahrungsgemäß nicht mitreden. Aber unabhängig davon sehe ich es so:
    Du hast dein Leben in den Griff bekommen. Dein Sohn nicht. Dein Sohn braucht Hilfe - kriegt er diese bei seinem Vater? Wird er eines Tages auch dich nicht mehr besuchen wollen? Was würdest du dann tun?

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