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Thema: Wie funktionieren Trauma?

  1. #17
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hoi zäme

    Ich denke, die meisten von uns sind auf die eine oder andere Art traumatisiert. Blöd daran ist, dass man ohne eine spezielle Therapie nie an solche abgespaltenen Inhalte rankommt.

    Ich hab erst in der Therapie das Gefühl kennen gelernt, dass mich meine Mutter schon während der Schwangerschaft abgelehnt hat. Ich wäre nie im Leben auf eine solche Idee gekommen. Klar, alle Eltern machen Fehler. Diese gründliche Ablehnung durch meine Mutter hat mich in einen tiefen Schockzustand versetzt.
    Liebe Grüsse, Martin

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  2. #18
    Zarte_Seele
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    Zitat Zitat von Rya.Reisender Beitrag anzeigen
    Ja aber ist es nicht oft so, dass Menschen wissen, dass bei ihnen etwas falsch läuft, sie es aber trotzdem nicht ändern können? z.B. bei allen Arten von Beziehungsängsten ist es doch oft so, dass die Leute schon gerne ne Beziehung hätten aber durch irrationales Verhalten eine Chance auf jegliche Beziehung zerstören.

    Sowas kann eigentlich nur durch Trauma aus der Kindheit erklärt werden. Ist Trauma nicht das richtige Wort dafür?
    Ich denke nicht, dass es sich hierbei um ein Trauma handelt, sondern eher um Störungen in der Entwicklung- wo z.B. in der ödipalen Phase als Kind etwas schief gelaufen ist und evtl. kommen dann noch Streitereien der Eltern in der Kindheit hinzu, die Glaubenssätze verstärken.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Zarte_Seele für den sinnvollen Beitrag:

    martinspin (02.02.2012)

  4. #19
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    Zitat Zitat von Rya.Reisender Beitrag anzeigen
    Ich mein eine Vergewaltigung z.B. muss ja nicht tödlich enden und beim Streit von den Eltern, ist es doch noch unwahrscheinlicher. Wenn man es also nicht als etwas lebensbedrohliches ansieht, sollte man sich doch davor schützen können.
    Schön wäre es gewesen. Näher darauf eingehen möchte ist jetzt nicht, beide meiner Eltern haben das überlebt.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich der Situation ziemlich hilflos gegenüberstand. Gleichzeitig hat man große Angst, dass sich so etwas wiederholen könnte. Mit den Eltern über diese Situation sprechen, funktionierte auch nicht, weil das Vertrauen in die Reaktion meiner Eltern ebenfalls hinüber war. Anderen Personen etwas anzuvertrauen war ebenso unmöglich, weil ich Angst hatte, dass die sich an meine Eltern wenden und man die Reaktion meiner Eltern nicht einschätzen kann.

    Ich kann es Dir jetzt nicht besser beschreiben.

    Gruß

  5. #20
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    Zitat Zitat von Rya.Reisender Beitrag anzeigen
    Ah okay, danke für die Infos.

    Und wie würdest du es erklären, dass manche etwas ziemlich Schlimmes erleben und trotzdem später nicht so wirklich betroffen davon sind und es sogar neutral betrachten können?

    Kann man >während< einer traumatischen Erfahrung eigentlich irgendwas beachten, was einen automatisch vor dem Trauma schützt und es im Gehirn richtig verarbeiten lässt?
    Wenn Du ein Trauma hast, hast Du es per Definition nicht richtig verarbeitet. Schützen vor dem Trauma tut Dich gerade, daß Du, was passiert ist, angemessen verarbeiten kannst. Und das heißt, es wird angemessen emotional verarbeitet, das heißt man trauert eine Zeit lang, hat Wut, schreit, brüllt, weint vielleicht, überlegt sich wie ungerecht die Sache war, kommt in Zorn, in Angst, überlegt sich vielleicht warum einem das zugestoßen ist und wie man es vermeiden kann. Und irgendwann, nach einiger Zeit, geht das Leben weiter. Man wird danach vielleicht in irgendeiner Beziehung anders sein, vielleicht ernster, in sich gekehrter, vielleicht härter.

    Es gibt Leute die so sind und die Traumata tatsächlich verarbeiten können. Das sind in der Regel selbstbestimmte, selbstbewußte, lebendige Leute die auch so an sich kein Problem haben ihre Emotionen zu zeigen.

    Wenn man damit aber ein Problem hat, Emotionen zulassen, und das haben die meisten, dann wird man im Grunde nie irgendetwas wirklich verarbeiten können, und dann häufen sich über die Zeit mehr und mehr Probleme an, und wenn dann ein schwerwiegendes Ereignis dazukommt, kann das erst recht nicht mehr verarbeitet werden, und so entsteht dann die Situation, daß man nur noch, ständig darüber nachdenkt, oder sehr sehr viel Zeit und Energie aufwenden muß zur Verarbeitung.

  6. #21
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    Hm ja, das macht Sinn. Ich verarbeite negativen Erfahrungen immer so, daher geht das Leben für mich weiter. Und die, die sich ihr ganzes Leben davon ruinieren lassen, sind dann halt die, die sowas nicht richtig verarbeiten.

    Kann man richtiges Verarbeiten eigentlich lernen oder ist das eher angeboren?

  7. #22
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard Trauma verarbeiten

    Hallo Rya und Erwin

    Erwin hat das so beschrieben, wie es auch auf mich zutrifft. Ich hab die wirklich traumatische Situation erlebt, war einige Wochen lang "traumatisiert" und irgendwann geht das Leben weiter.

    Ich stehe gerade jetzt am Punkt, dass mein Körper mir signalisiert, dass ich das Ganze noch nicht wirklich verarbeitet habe. Ich hab immer noch so Taubheitsgefühle in den Extremitäten die mal mehr und mal weniger zu spüren sind.

    Ich hab ganz starke Kräfte, die verhindern, meine Traurigkeit zu leben. Ich bin wieder dran, mir diese Gefühle bewusst zu machen. Bei mir wird die Traurigkeit oft von Wut überdeckt. Statt das ich traurig bin, werde ich wütend. Sowas ist wohl normal, hilft mir jedoch nicht weiter.

    Ich werde wohl so ein Art Trauer-Tagebuch führen müssen, wo ich alles aufschreibe, was mich traurig stimmt. Sonst krieg ich das Thema nie zu fassen
    Geändert von martinspin (10.02.2012 um 14:39 Uhr)
    Liebe Grüsse, Martin

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  8. #23
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    Ich habe damals die Erfahrung gemacht, dass ich der Situation hilflos gegenüberstand. Es ist die Erkenntnis, dass man über keinerlei Mittel verfügt, um etwas an der Situation zu ändern. Ich hätte sehr gerne irgendetwas getan, allerdings war ich völlig chancenlos. Das ist der entscheidende Knackpunkt, sodass die Einstellung zu sich selbst sehr negativ wird.

    Gruß

  9. #24
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi kulle

    Zitat Zitat von kulle Beitrag anzeigen
    Ich habe damals die Erfahrung gemacht, dass ich der Situation hilflos gegenüberstand. Es ist die Erkenntnis, dass man über keinerlei Mittel verfügt, um etwas an der Situation zu ändern. Ich hätte sehr gerne irgendetwas getan, allerdings war ich völlig chancenlos. Das ist der entscheidende Knackpunkt, sodass die Einstellung zu sich selbst sehr negativ wird.
    Es stimmt nicht, dass du nichts ändern kannst. Du kannst die Situation 100% akzeptieren und dich den Gefühlen hingeben, die da entstehen. Das ist der einzige Punkt, der dir wirklich hilft, die zu entwickeln.
    Liebe Grüsse, Martin

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