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Thema: Wie herangehen als "untergebener"?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie herangehen als "untergebener"?

    hey leute,

    folgendes problem: ich bin student in einem unternehmen (duales studium). habe früher immer schonmal zwei wochen ferienarbeit gemacht, kenne also die meisten leute schon.
    als student bin ich nun aber in einer anderen abteilung. anfangs fand ich die kollegen ja auch ganz lustig, aber so langsam fühl ich mich schon wieder total bescheiden.
    ich werde in der abteilung hin und hergescheucht. mache die arbeiten, für die sich der rest zu schade ist.
    ich entschuldige das bei mir selber aber immer mit: du kannst die anspruchsvolleren sachen einfach noch nicht! und: du kannst dich jetz aber auch schlecht widersetzen, bist nur ein azubi...
    aber wenigstens ums müll rausschaffen bin ich heute drumherum gekommen. habs einfach nicht gemacht. habe mir gesagt: nein, ALLES mach ich auch nicht!
    zumal ein anderer kollege aus der anderen abteilung das wohl auch schon merkt, er schaut immer ganz böse, wenn ich mal wieder einmal zu viel laufe...er sagte auch mal: lass dir nicht alles gefallen. SORRY, aber was soll ich denn machen? keine lust dann auch wieder als fauler sack dazustehen...
    wie verfschafft man sich denn am besten respekt?
    ich fühl mich so hilflos dort. zu dritt machen die mich fertig, wahrscheinlich weniger gewollt.
    ständig kommen "späße": er wars bestimmt..oder das kann er doch machen..
    und hinterher immer: weißt doch wie wir es meinen!
    ich meine: klar mach ich auch mal sauber oder so..aber warum zieht man mich damit immer auf ey-.-

    nächste woche geh ich erstmal wieder raus aus der abteilung und arbeite an meinem projekt für den betrieb. und dazu mein eigentliches problem:
    ich soll die zeiten erfassen. also mit stoppuhr hinstellen und den kollegen auf die hände schauen. klasse oder? da ist doch ärger vorprogrammiert.
    oder wie geh ich am besten ran? die kollegen in der abteilung sind alle eigtl über 40 und somit deutlich älter als ich (20), die lassen sich doch nix sagen!!! und wenn ihc dann noch mit stoppuhr auf der matte stehe. gemeckert wird bei denen eh sehr schnell. ich werde mich richtig unbeliebt machen.
    gibts da irgendwelche guten tricks? wie ich ich am besten verhalte?
    chef will die kollegen jedenfalls drauf aufmerksam machen, dass ich das fürs projekt mache und nicht ärgern will, aber das wird doch nicht reichen, ich kenn die doch dort-.-

  2. #2
    Gast1006
    Gast

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    Hallo Baumschmuser,

    das Arbeitsleben ist halt kein Ponyhof.

    Du wirst doch im Betrieb jemanden haben, der dir ganz klar deine Aufgabe gibt und dein Tätigkeitsfeld umschrieben hat.

    Wenn du diese Arbeiten und Tätikeiten machts und drüber hinaus auch noch mehr - ist ok. Aber wenn du zu völlig anderen Arbeiten von irgendwelchen andere Mitarbeitern delegiert wirst - ist eindeutig eine Grenze überschritten.

    Wenn die nächste Woche maulen ... na und ? Wenn die nicht mitmachen...Meldung an Chefe um Abmahnung auf die Tagesordnung zu bringen.

    Sollst du als "Studierte" später nicht auch Personalverantwortung haben ?
    Geändert von Gast1006 (17.03.2010 um 18:09 Uhr)

  3. #3
    Schreiberling
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    Hey Baumschmuser

    hab es grade wieder gehört in der Presse. Man DARF sich wehren und das solltest du auch. Dein Ausbildungsvertrag muss so eingehalten werden wie vereinbart, d.h. die Arbeiten die für deine Ausbildung wichtig sind, gehören zu deinem Arbeitsablauf. Alles andere wie aufräumen und mal den Müll rausbringen muss gerecht verteilt werden.
    Das nächste Mal wenn es soweit ist und du warst gestern schon dran kannst du doch "flaxig" und "kollegial" sagen...."he das steht nicht als Lernaufgabe in meinem Arbeitsvertrag, also werden wir das in Zukunft reihumgehen lassen".....und dann machste das mal nicht! Ein Kündigungsgrund ist das nicht, und der Ton macht die Musik. Steh zu dem was du willst und vor allem, was du nicht willst. Zeig Interesse an den Dingen die du für deine Ausbildung brauchst.

    Wenn der Satz kommt das du die "anspruchsvollen Aufgaben" noch nicht kannst, grinst du halt und bemerkst das du ja deshalb da bist...um es zu lernen. "Oder traut ihr euch nicht es mir zu zeigen?"

    Thema Stoppuhr:
    Das ist eben etwas, was du für dein Projekt brauchst und auch hier gilt....Der Ton macht die Musik. Also bezieh die älteren aktiv mit ein! Frag sie, ob sie dir helfen eine perfekte Projektarbeit zu erstellen, nimm sie ernst und gib ihnen das Gefühl das du sie bewunderst für die Sicherheit wie sie ihren Job beherrschen, wenn du die Zeit gestoppt hast.

    Einfach immer wieder diese Leute mit einbeziehen, ihnen vielleicht kurz erklären was die "Zeitmessung" in deinem Projekt für einen Wert hat und was du machen musst.

    Glaub mr, dann sind sie stolz eine gute Zeit hinzulegen und machen aktiv mit.....und wenn sie ab und zu mal einen "blöden Spruch" bringen, ist es vielleicht einfach nur um auch für sich selbst den Arbeitsalltag etwas lustiger zu machen und sich selbst das Gefühl zu geben als der "Ältere" das imGriff zu haben.....nimm es nie persönlich.
    In manchen Firmen ist der Ton dann halt rauh. Aber wenn du dir das persönkich anziehst, wirst du später auch nicht zufrieden sein. Wenn du ein duales Studium machst wirst du da vielleicht später wesentlich ältere unter dir arbeiten haben, und dann wirst du immer LEute haben die dasmit dummen Sprüchen belegen......manchmal ist es Neid, manchmal auch Dummheit, auf jeden Fall sollte es niemals deine Fähigkeiten für dich in Frage stellen.


    Ach und auch hier könntest du das "humane Kapital" der Firma für dich nutzen! Denn je besser du ihnen erklärst was für ein Projekt du ausarbeiten musst, je mehr du sie fragst welche Ideen sie haben, welche Erfahrungen, desto mehr werden "sie das Projekt" gestalten.
    Einige Firmen haben das immer noch nicht verstanden im Management und kaufen teure "Managementberater" ein. Dabei hat eine Putzfrau, ein kleiner Arbeiter, also die Leute die tagtäglich mit den kleinen Dingen der Firma umgehen, oft wesentlich effektivere und einfacher umzusetzende Ideen als die "Futzies im Anzug die man einkaufen musst"

    Mahs deinem Chef vor und nutze für deine Ausbildung das Wissen der "alten"

  4. #4
    Neuling
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    hui, danke euch. jetzt geh ich auf jeden fall schonmal ruhiger an die ganze sache heran.
    trotzdem würde ich mich freuen, wenn ich in manchen situationen einfach schlagfertiger wäre. meist fällt mir einfach nix ein. und dann steh ich da und somit kann man es mit mir immer wieder machen, wieder und wieder...

    und ja, als studierteR () sollte ich eigentlich mit dem studiengang dann auch in eine führungsposition kommen...weiß ich selber noch nicht wie das was werden soll..

  5. #5
    Schreiberling Avatar von Osterinsel
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    Hallo Baumschmuser!

    BA-Studium? (Heißt das noch so?)

    Hab 5 Jahre mit BA-Studenten in ner WG gewohnt, die Probleme, die Du hast, von wegen: "geh mal kopieren und nimm auf dem Weg den Müll grad mit", kommen sehr häufig vor.
    Oft wissen Betriebe und deren Angestellte gar nicht, was sie mit ihren Studenten anfangen sollen. Duale Studiengänge sind noch nicht so etabliert, und man ist sich über die Rolle der Studenten noch nicht im Klaren.
    Dazu kommen die üblichen menschlichen "Rituale" um zu schauen, was der "Neue" für einer ist.
    Da hilft nur eines: lernen, für sich selbst einzustehen und sich nicht alles gefallen lassen. Das ist für viele ein Lernprozeß, wenn sie nicht gerade von Natur aus "rotzfrech" sind. Lernen mußt Du es, denn solchen Stukturen wirst Du im Leben immer wieder begegnen, und der einzige Weg, zu verhindern, daß man ausgenutzt wird, ist, zu lernen, sich dagegen zu wehren.

    Nimm Dir in Deinem Studium auch dafür Zeit, damit lernst Du mal wirklich "für´s Leben".
    Ehrlich, mit Menschen umgehen zu können (und nicht nur Social Skills) ist mit das Wichtigste.

    Ich unterschreibe ksaderfis Tips voll und ganz, hier geht es darum, daß Du Deinen Job machst. Die Dir aufgetragenen Arbeiten unter allen unmögliche Umständen zu erledigen. "Tut mir leid, Chef, ich konnte die mir übertragene Aufgabe nicht erledigen, der Meier hat mich nicht gelassen" funktioniert nie.

    Es ist immer schwer als "Neuer", man weiß ja noch nicht, was Usus ist und wo die Grenzen sind. Deshalb mußt Du die Grenzen für Dich selbst festlegen, und zwar so, wie Du es für richtig hältst. Und wenn es in dem einen Betrieb nicht paßt, dann halt in einem anderen.
    Wenn Du fachlich und menschlich "gut" bist, wirst Du auch immer über kurz oder lang eine Arbeitsstelle finden. Jeder möchte qualifizierte Leute, die was drauf haben, und zwar überall. Also keine Angst vor Arbeitslosigkeit, nur weil Du Deine Konditionen festlegst.
    Anpassen kannst Du sie immer noch, und zwar dann, wenn Dir jemand sachlich, vernünftig und nachprüfbar darlegt, was an Deiner Einstellung oder Vorstellung nicht stimmt. Wenn Dir ein Chef sagt: "Keiner bekommt in dieser Branche 4000 EUR Anfängergehalt", kannst Du z.B. im Netz vergleichen, ob das stimmt. Wenn ja, heißt es, seine Forderungen runterzuschrauben, wenn nein, heißt es, auf zu neuen Ufern.
    Vorsicht ist auch dann angezeigt, wenn verschiedene Leute wiederholt auf das gleiche Problem hinweisen. Dann ist ein wenig kritische Selbstreflektion angesagt...

    Noch ein kleiner Hinweis aus der Verhaltensforschung: Bevor Tiere sich auf einen Kampf einlassen, checken sie ihr Gegenüber genau auf Stärke, Größe, Erfahrung usw. ab, um zu sehen, ob sie einen Kampf gewinnen können.
    Menschen sind da nicht anders. Unbewußt werden da Körperhaltung, Gesichtsaudruck usw. geprüft und einige "Testballons" losgelassen. Z.B. einfach mal dreisterweise verlangt, daß der Müll rausgebracht wird, und wenn sich derjenige dann nicht in vernünftiger Weise wehrt, dann ist das Opfer gefunden... so funktioniert Mobbing, und anscheinend ist der Mensch halt so strukturiert, sonst würde es nicht überall vorkommen...
    Um sich effektiv dagegen zu wehren, hilft nur, innere Stärke aufzubauen, und das fällt vielen Leuten schwer. Man muß sich erst seiner Stärke innerlich bewußt werden, das wird uns in unserer Gesellschaft nicht beigebracht, erst in den letzten 20 Jahren oder so gibt es Coaches u.ä., die sich damit beschäftigen.
    Aber man kann es lernen, und die innere Stärke wird dann auch unbewußt wahrgenommen, und solche Situationen kommen erst gar nicht mehr vor...


    Liebe Grüße von der Osterinsel
    "Life is intrinsically, well, boring and dangerous at the same time. At any given moment the floor may open up. Of course, it almost never does; that’s what makes it so boring.” ~Edward Gorey

  6. #6
    Neuling
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    Standard Müll rausbringen - Nein Danke ?

    Hallo,

    Ich habe studiert, lange Jahre als Projektleiter gearbeitet und Studenten ausgebildet. Wenn es Freitag ist und der Nachmittag gekommen, bringe ich immer noch meinen Müll selbst raus. Auch wenn es nötig ist und kein Freitag.
    Ich habe sogar mal den gesamten Arbeitsraum mit mehreren Arbeitsplätzen geputzt, weil die Putzfrau krank war und sich alle damals von der Qualifikation weit unter mir stehenden Kollegen in dieser Vertretungsbeschäftigung zu schade dafür. Ich hatte aber den Eindruck, daß ich dort so wie es war nicht mehr arbeiten konnte. Das hat alles in allem 30min in Anspruch genommen, danach awr aber Arbeiten wieder möglich.

    Den Studenten sage ich dasselbe zu diesem Thema. Das ist kein Mobbing.
    Wer sich schon als Azubi oder Student zu schade ist, auch mal den Müll rauszubringen, neues Druckerpapier ranzuschleppen, mal in der Teeküche aufzuwischen, wenns sein muß usw.. würde ich nicht weiter beschäftigen, wenn ich es entscheiden könnte.

  7. #7
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    hey hummelchen,

    es geht mir nicht darum, dass ich mir zu schade dazu bin. ich seh das ganz genauso, als azubi/student muss man auch mal "niedere" arbeiten machen, die nicht dem hauptaufgabenfeld entsprechen. seh ich so ein, habe auch kein problem mit sauber machen oder müll rausbringen.
    aber es geht einfach um die art und weise, wie es mir gesagt wird. da wird sich halt drumherum lustig gemacht und alle solche sachen. mich kotzt es an, dass über mich gelacht wird.
    mit mir kann mans halt machen. und das ist nicht nur auf arbeit so. immer wieder hab ich das problem, dass ich einfach nicht nein sagen kann. und immer mehr leute merken, dass sie alles mit mir machen können. das geht halt von ******aufgaben erledigen, bis hinzu kleinen sticheleien.
    mir fehlt dann einfach die schlagfertigkeit, mich auch verbal mal zu wehren.
    dazu kommt mein schüchternes in mich gekehrtes auftreten. nach außen sieht das halt schon jeder. ich laufe durch die stadt und denke mir nur wenn uich gruppen von jugendlichen sehen: die machen sich bestimmt gerade schon wieder lustig über dich!!
    ich schweife ab, aber genau da ist das problem. in vielen situationen bin ich mit der welt halt einfach überfordert...

  8. #8
    Neuling
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    Standard geht vorbei

    Hallo ,

    Dieses Gefühl des Ausgenutztwerdens hat jeder mal. Bei der Firma jetzt machst du deine Ausbildung/Studium, danach geht das Leben weiter und du kannst dir etwas besseres suchen.
    Laß dich von denen nicht verderben und ignorier diejenigen die dort geistig arm sind einfach. Wenns allzu schlimm wird sprich in ruhiger Minute mit deinem Chef oder der Geschäftsführung.

    Das mit den Leuten aus der Stadt und dem blöd anmachen geht auch vorbei.
    Irgendwann bekommt man automatisch einen Blick und Gang der denen signalisiert: nichts zu machen...,

    Außerdem kann der Gedanke auch falsch sein. Man darf keine Angst haben abgelehnt zu werden oder immer zu glauben jemand mache sich lustig.
    Die haben mal einen schlechten Tag, mal ganz andere Interessen usw.

    Such dir deine eigenen Kumpels, Freunde mit denen du etwas unternimmst und bau es langsam auf.

    Und vor allem bleib so wie du bist und denk nicht nur über depperte andere nach. Vielleicht hilft auf der Arbeit ja irgendwas das dich am PC (kann auch in der Schublade sein) an dein Hobby oder deine Freundin/Freund denken läßt, jedenfalls etwas das dich an den anderen Teil des Lebens erinnert.

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