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Thema: wie kann ich meine Bindungsangst überwinden?

  1. #1
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    Beitrag wie kann ich meine Bindungsangst überwinden?

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin neu hier, 29, weiblich. Ich hab ein großes Problem, welches mein Leben sehr stark bestimmt. Ich habe vor ca. einem Jahr eine Therapie wegen Depressionen gemacht, wobei sich herausgestellt hat, dass ich starke Bindungsägste habe.
    Einige Gründe dafür liegen in meiner Kindheit, ... die Beziehung meiner Eltern zueinander habe ich als schlimm empfunden, ich hatte mich oft gefragt, warum sie überhaupt zusammen sind... der andere Grund ist das meine Eltern zwar für mich versorgungstechnisch da waren, jedoch keine Bezugspersonen bei emotionalen Problemen und ich mich da immer auf mich alleine gestellt gefühlt habe.
    Ich hatte bislang eine längere beziehung, die etwas über drei jahre ging, mit jemandem, den ich sehr geliebt habe und bei dem ich mich geboren gefühlt habe. Die Trennung hatte ich eher schlecht verkraftet. Seither hatte ich eine halbjährige Beziehung, zu jemandem den ich zwar gemocht abr nicht geliebt hatte...
    Mein Problem ist, dass ich mir nichts mehr wünsche, als eine Beziehung zu führen, es aber anscheinend nicht wirklich kann bzw. es auch selbst unterbinde. Um ein Beispiel zu geben, wenn jemand sich mit mir unterhalten möchte, den ich anziehend oder sehr sympatisch finde, finde ich die Situation so unangenehm, dass ich am liebsten gehen möchte. Wenn ich mich dann doch unterhalte, zeige ich mich eigentlich nie so wie ich wirklich bin. Man kann sich ja denken, dass das so nicht funktionieren kann... Bei Menschen die ich schon länger kenne, auch bei platonischen Freunden ist es so, dass wenn zu viel Nähe entsteht, ich mich so verhalte, dass wieder Abstand entsteht (rufe nicht an, etc). Das schlimme ist, dass ich mir aber genau das wünsche, was ich ständig vermeide. Ich habe auch schon versucht mich zu zwingen, mich anders zu verhalten, was aber nicht gut funktioniert.

    Kennt jemand von Euch vielleicht solche Probleme oder hat vielleicht jemand seine eigene Bindungsangst überwunden? Ratschläge würden mir sehr weiter helfen!

    Liebe Grüße,
    Leni

  2. #2
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hi Leni,

    wenn Du bereits eine mehrjährige Partnerschaft gelebt hast, in der Du glücklich warst, sehe ich kein Problem der Bindungsunfähigkeit, im Gegenteil.

    Du schreibst, dass Du die Trennung nicht gut verkraftet hast. Kann es vielleicht sein, dass Du nun Angst vor einer weiteren Enttäuschung oder Verletzung hast und noch Zeit benötigst, diese lange Partnerschaft und die Trennung zu verarbeiten? Vielleicht befindest Du Dich noch in der Trauerphase oder mitten in der Aufarbeitung und bist nicht bereit für eine neue Partnerschaft? Verwechselst dies aber mit einer generellen Bindungsangst?

    Viele Grüße

    Physalis

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:


  4. #3
    Neuling
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    Hallo Physalis,

    vielen Dank für Deine Antwort. Du hast sicher Recht, dass ich die Trennung nicht ganz verarbeitet habe, die ist jedoch auch schon über acht Jahre her. Ich denke nicht, dass ich bindungsunfähig bin, jedoch, dass ich Bindungen aus dem Weg gehe, was mich sehr einsam macht.
    Das war mir bis zu der Therapie die ich vor einem Jahr gemacht hatte nicht bewusst. Ich dachte eher, ich ich treffe kaum jemanden, der mir gefällt bzw. der sich auch für mich interressiert. Mein Therapeut hat mich drauf hin gewiesen, dass er es für eine Bindungsangst hält. Es ist eben so, dass wenn zuviel Nähe entsteht, auf emotionaler Ebene, ich fast schon Panik bekomme. Die tritt aber eben nur dann auf, wenn ich auf irgend eine Weise für die Person etwas fühle. Das führt dazu, dass ich mich z.b in Personen verliebe mit denen ich nicht zusammen sein kann weil sie vergeben sind etc. und Menschen abblocke, für die ich etwas fühle mit denen die Möglichkeit auf eine Beziehung bestehen würde. Ich leide doch sehr stark darunter, da ich mir eigentlich Nähe wünsche.
    Ich weiß eben nicht wirklich weiter...

    Viele Grüße,
    Leni

  5. #4
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Leni,

    hast Du denn mit Deinem Therapeuten geklärt, ob Dein Verhalten damit zusammen hängt, weshalb Deine damalige Beziehung auseinander ging? Habt ihr euch damals einvernehmlich getrennt, bist Du gegangen, oder wurdest Du verlassen? Spielte ein Vertrauensbruch eine Rolle?

    LG
    Physalis

  6. #5
    Neuling
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    Hallo Physalis,

    es gab keinen Vertrauensbruch in der Beziehung, wir hatten uns beide getrennt, weil wir keine lösung für unsere Probleme gesehen hatten, nicht weil die Gefühle weg gewesen wären. Aber mit dem Vertrausensaspekt hast Du Recht, denn das war auch ein Gund für die Trennung, da ich nicht wirklich vertrauen konnte... Ich wuste zwar dass er mich sehr liebt und er mich mit 99%-Wahrscheinlichkeit nicht betrügen würde, aber mir hat dieses 1% immer noch Angst gemacht. Es waren so Situationen, dass er nur 2 sekunden zu lange ein mädchen ansehen musste und ich dann den ganzen abend nicht mehr mit ihm geredet hatte, das würde ich jetzt auch nicht mehr so machen...
    Mein Therapeut meinte, dass die Ursache schon in meiner Kindheit liegt, mir fehlt Urvertrauen und auch ein Modell für eine funktionierende Beziehung. Ich bin aber sicher, dass so etwas durch spätere Erfahrungen beeinflusst wird.

    Der Grund warum ich gerade momentan auch bei Euch Hilfe suche ist, weil es jemanden gibt den ich liebe. Ich kenne ihn seit 4 Jahren, es ist in diesen Jahren vieles vorgefallen, was mich sehr verletzt hat. Wir waren auch nie fest zusammen. Er war ein Grund, warum ich unter Depessionen litt und zum Therapeuten gegangen bin.
    Es ist nun so, dass ich diese Person sehr liebe, mich aber nicht öffnen kann obwohl ich es gerne will und ich weiß, dass das auch mit meiner Bindungsangst zusammen hängt. Es ist ein wenig so, als ob ich nicht wirklich glauben kann, dass jemanden den ich so toll finde, mich wirklich lieben könnte, so als ob ich ihn und dieses Glück nicht verdient hätte...
    Ich befürchte, dass ich damit Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten vergraule... was ich nicht möchte

  7. #6
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Leni,

    vielleicht kann sonst noch jemand hier etwas zu Deinem Problem sagen. Ich selbst bin da glaube ich doch überfragt, da ich selbst die Situation zu lieben, aber sich nicht auf eine Beziehung einlassen zu können, nicht kenne. Ich dachte, dass vielleicht ein Betrug der Grund der damaligen Trennung war und Du nun Angst hast, Dich erneut einzulassen.

    Zu der Angst betrogen zu werden, fällt mir nur ein, dass ich mir schwer vorstellen kann, wie in einer Therapie diese Angst genommen werden soll. Denn die Gefahr, betrogen zu werden ist sehr real und überhaupt nicht unwahrscheinlich. Es ist nicht so, dass Du Dich wegen extrem unwahrscheinlichen Dingen gesorgt hast, wie vielleicht die Entführung durch Außerirdische , sondern wegen etwas, was sehr viele Beziehungen zerstört. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es möglich ist zu lernen damit zu leben, dass die Möglichkeit besteht, dass der Partner mit anderen Frauen schläft und im Falle eines Falles nicht völlig am Erdboden zerstört zu sein, sondern sich zu trennen und dazu in der Lage sein, sich wieder vertrauensvoll einem anderen Mann zuzuwenden.

  8. #7
    Neuling
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    Hallo Physalis,

    Das stimmt natürlich, das es immer passieren kann, dass ein Partner nicht treu ist. Aber eben dass was Du meintest, dass man sich nacher vertrauensvoll jemandem anderen zuwenden können soll, fällt denke ich vielen schwer...
    Vielen Dank für Deine Beiträge, ich weiß das es schwer ist, sich das vorzustellen, wenn man das nicht selbst kennt.

    Viele Grüße,
    Leni

  9. #8
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hi Leni,

    in was ich mich nicht so gut einfühlen kann, ist, Angst zu haben, wenn noch kein Vertrauensbruch erfolgt ist.

    Was ich kann, da ich selbst in der Situation bin, ist es zu verstehen, wie es ist, nach Betrug wieder Vertrauen zu fassen. Zu dem Menschen, der mich betrogen hat, könnte ich das nicht mehr, zumindest nicht, wenn der Betrug über einen langen Zeitraum erfolgte und ich systematisch hintergangen wurde. Ich hätte die Angst aber auch gegenüber einem völlig neuen Bekannten. Ich habe verinnerlicht, dass es früher oder später sicher zu Sex mit anderen Frauen kommt. Vielleicht kommt diese Einstellung auch nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung, sondern nährt sich auch aus den Geschichten, die ich im Laufe der Jahre in meinem Umfeld hörte. Mein subjektives Empfinden ist, dass kaum ein Mann viele Jahre nur mit einer Frau schlafen möchte. Vielleicht geht es umgekehrt auch Frauen so. Da liegen mir aber keine Schilderungen aus dem Umfeld vor und selbst betrüge ich auch nicht. Deshalb verbinde ich das Thema vorrangig mit Männern.

    Gruß,

    Physalis
    Geändert von Physalis (18.07.2011 um 08:03 Uhr)

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