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Thema: Wie kriege ich meine Emotionen in den Griff?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie kriege ich meine Emotionen in den Griff?

    Hallo ihr Lieben...

    ich bin ganz neu hier und das ist mein erster Beitrag. Ich habe mich aus einem bestimmten Grund hier angemeldet.

    Zuerst müsst ihr einiges über mich wissen: ich bin ziemlich emotional.. das äußert sich darin, dass ich empfindlich reagiere, schnell überreagiere, rumzicke (ich bin ne mega Zicke), andere Menschen um mich herum komplett ignoriere und auf stur schalte.

    Ich habe meine Emotionen nur sehr schwer im Griff. Mir sieht man sofort an, wenn was nicht stimmt. Was ja auf der einen Seite nicht immer verkehrt ist, aber teilweise muss man sich ja schließlich im Griff haben. Ich rege mich über Dinge auf, die im Nachhinein überhaupt nicht wild waren. Bin ungeduldig, möchte am besten immer sofort über alles reden, statt einfach mal Zeit vergehen zu lassen. Das setzt natürlich mein Gegenüber ungemein unter Druck.

    Das war auch ein Trennungsgrund für meinen Exfreund. Er ist damit überhaupt nicht klar gekommen. Wir waren zuletzt zusammen im Urlaub, und da ist dann die Bombe geplatzt. Bei jeder Kleinigkeit, die er meiner Meinung nach falsch machte, habe ich gebockt und ihn ignoriert, obwohl vor zwei Minuten noch alles okay war, und er überhaupt nicht wusste, was auf einmal los ist. Außerdem ist ein Problem mein fehlendes Selbstbewusstsein, was mir auch schon mehrere Menschen gesagt haben.. Und ich weiß auch nicht woher das kommt.. Ich sehe ganz gut aus (das kriege ich jedenfalls unentwegt zu hören), habe einen guten Job, ein gutes Umfeld, aber trotzdem bin ich mir nicht klar darüber, wie viel ich eigentlich wert bin. Das schürt widerum Eifersucht, Unsicherheiten, und hatte sich dann auch auf die Beziehung übertragen.

    Naja, aber ich glaube, dass ich nicht nur zu meinem Partner so bin, sondern das ein prinzipielles Problem ist, was ich selber mit mir habe. Mich in Dinge reinzusteigern, und aus Kleinigkeiten eine riesen Sache zu machen. Und dadurch dann mit meinen Mitmenschen respektlos umgehe und sie erst mal anschnauze, oder eben komplett ignoriere.

    Mein Exfreund und ich wollen der Beziehung mittlerweile auch noch eine Chance geben. Was ich einerseits mega schön finde aber andererseits ist da auch eine gewisse Angst, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und alles wieder kaputt zu machen.

    Nun meine Frage an euch: wie kann ich an mir selbst arbeiten, dass ich mich selbst mit meinen Reaktionen wohler fühle, und sie im gewissen Rahmen bleiben? Wie kriege ich eine innere Ruhe und Gelassenheit in meine Persönlichkeit? Was kann ich tun, um selbstsicherer zu werden? Trotzdem auch Grenzen aufzuzeigen? Wieso mache ich mich ständig emotional abhängig von meinem Partner und vergesse dabei mein eigenes Leben zu leben?

    Vielen Dank für eure Hilfe :-) ich weiß das ist ganz schön viel..

    Liebe Grüße, Caroline

  2. #2
    Sophia-Charlotte
    Gast

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    Hallo Caroline,

    was mir als allererstes auffällt ist, wie gegensätzlich deine Äußerungen sind.

    Auf der einen Seite möchtest du es schaffen, Grenzen aufzuzeigen und implizierst damit, es nicht zu können und andererseits tust du genau das, in dem du Menschen ignorierst und auf stur schaltest. Niemand hat gesagt, dies sei eine konstruktive Art der Grenzdarlegung, aber eine Grenze zeigst du auf jeden Fall und das sehr deutlich. Fraglich ist, ob du die Sturheit brauchst, um Grenzen zu behaupten, die du mir Worten oder Äußerungen nicht halten könntest. Als Beispiel: manche Menschen beginnen zu schreien oder körperliche Gewalt einzusetzen, wenn ihnen die rationalen Argumente auszugehen scheinen.

    Du findest es schön, dass ihr der Beziehung eine neue Chance geben wollt, aber minderst dieses, indem du die Angst nennst.

    Du sagst, dich emotional abhängig zu machen, was für mich bedeutet, nur schwer ohne den anderen sein zu können, die eigenen Stimmungen dem Einfluss des anderen auszusetzen und doch setzt du genau diese Nähe durch deinen respektlosen Umgang, deine Sturheit und Aufdringlichkeit aufs Spiel.

    Weißt du eigentlich wirklich, was du willst?
    Wie stellst du dir vor, selbstsicherer zu werden (und zwar eine konstruktive Art der Selbstsicherheit, denn so unsicher scheinst du dir deines Willens gar nicht zu sein, wenn du ihn so vehement vertreten kannst), wenn du dich in wenn und aber verlierst?

    Emotionen wirst du nicht einfach unterdrücken können, aber wäre es vielleicht einen Versuch wert, sie als Berater anzusehen. Jedes Mal, wenn sie sich in den Vordergrund drängen, wird es einen Grund dafür geben. Vielleicht wollen sie dich aus Situationen "retten", die in der Vergangenheit schmerzvoll endeten, vielleicht zeigen sie dir Argumente auf, die bisher noch nicht in den klaren Verstand durchdringen konnten, vielleicht deuten sie auf Erinnerungen und unbearbeitete Erlebnisse hin? Mir hilft in solchen Situationen, erst einmal tief ein- und auszuatmen und für mich zu sortieren, aus welcher Richtung der Wind eigentlich gerade weht. Wieviel meiner Reaktion hat definitiv etwas mit dem anderen und seinem Verhalten zu tun und wieviel davon ist nur Zeugnis der in mir ablaufenden Prozesse, die ich gerade nur auf den Gegenüber projeziere?

    Ich sehe ganz gut aus (das kriege ich jedenfalls unentwegt zu hören), habe einen guten Job, ein gutes Umfeld, aber trotzdem bin ich mir nicht klar darüber, wie viel ich eigentlich wert bin.
    Was sind denn genau die Punkte, die dich an deinem eigenen Wert zweifeln lassen? Sind es Vergleiche mit anderen? Sind es Erwartungen, die du an dich selber stellst? Manchmal ist es gut, den eigentlichen "Feind" zu kennen und das ist in den seltensten Fällen eine andere Person. Es sind eher Muster und Verhaltensweise, die irgendwann mal ihre Berechtigung hatten, aber deren Existenzberechtigung in der Gegenwart vielleicht einmal überprüft werden sollte.
    Denn umso mehr du dir selbst näher kommst, umso klarer werden dir deine eigenen Interessen und Grenzen werden und umso souveräner wirst du diese auch vertreten können. Ohne Zickerei.

    Liebe Grüße,
    Sophia

  3. #3
    Roman Verfasser
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    Eine ganz andere Idee kam mir grad in den Sinn:
    Bist Du physisch ok?
    Gewisse Erfahrungen, die Du schreibst kenne ich auch.
    Meine Ehe ist unter anderem an meinem Verhalten zerbrochen.
    Bei mir wurde etwas mit der Schilddrüse festgestellt und seitdem ich auf die Tabletten eingestellt bin, bin ich VIEL mehr im Gleichgewicht!
    Komplett "unkompliziert" bin ich sicher immer noch nicht, aber in einem Rahmen, den ich und meine Umwelt mehr als gut akzeptieren können.
    Nicht alles muss als Ursache psychische Störungen haben, auch der Körper kann einem Streiche spielen.

    LG Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  4. #4
    Sophia-Charlotte
    Gast

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    Ich nochmal...

    da hat Kaja natürlich recht, körperliche und da vor allem hormonelle Ursachen auszuschließen, ist auch ein wichtiger Schritt.
    Schilddrüsenwerte kann der Hausarzt kontrollieren, deine Gyn könntest du auf deine Stimmungsschwankungen etc. aber auch einmal ansprechen.
    Vielleicht bringt die Synergie aus beidem am meisten...

    Liebe Grüße

  5. #5
    Neuling
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    Hallo... zuerst einmal danke für die Antworten :-)

    Zu Sophia-Charlotte:

    meinst Du denn, dass ich wirklich Grenzen aufzeige durch mein Gezicke? Weil, klar der andere merkt, da stimmt was nicht, aber ich glaube, wenn ich z.B. die Sache mit meinem (Ex-)Freund nehme, er wusste ja letztendlich nicht genau was los war.. nur dass etwas war. Ich hab zwar auch in einigen Gesprächen versucht gehabt ihm das zu erklären, nur naja am Ende war die Stimmung so aufgeheizt dass es gar nicht geholfen hatte und alles nur schlimmer war als zuvor. Er wollte gar nichts mehr aufnehmen, weil ihn mein Gezicke an sich schon soo genervt hatte, und er sich echt beschissen behandelt gefühlt hatte. Aber wie geht man nen Gespräch denn an, ohne dass es gleich nach hinten losgeht, und der andere auch offen für sowas is, und man normal reden kann? Vor allem wenn man merkt, der andere hat kein Bock, oder interessiert sich nicht dafür..

    Hmmm ich weiß nicht.. wie man das hinkriegt auf der einen Seite tolerant zu sein, aber auf der anderen Seite zu zeigen wann Schluss ist, wo die Grenzen liegen. Und das am besten noch auf ner sachlichen Schiene.

    Und wegen dem sich abhängig machen.. hmm also als vor 3 Monaten Schluss war, hab ich mich meeega schlecht gefühlt, ja. Aber trotzdem war ich immer der Meinung, dass jetzt nicht gleich dadurch mein Leben kein Sinn mehr macht. Nur mein Problem damals war, er war immer an erster Stelle, sodass am Ende anderes vernachlässigt wurde. Meine Familie/Freunde. Ich war ständig auf Abruf, hab andere Sachen verschoben oder komplett darauf verzichtet. Und das ist mir nach der Trennung so richtig bewusst geworden. Möchte ja auch nicht unbedingt das kleine Häschen von nem Kerl sein, dass keinen eigenen Willen mehr hat.

    Hmm wo könnten die Unsicherheiten herkommen? Also es hört sich jetzt echt klischeehaft an, aber ich glaub aus der Kindheit. Als Kind war ich ziemlich hässlich, und wurde schon sehr oft geärgert.. und naja, ein zartes Gemüt hab ich eh ;-) das ist eigentlich die einzige Ursache die mir in den Sinn kommt.. dass ich manchmal selbst von mir denke, ich bin langweilig, ungesprächig, hab teilweise n mega schlechtes Allgemeinwissen, usw.. und klar, irgendwie denkt man sich ja schon, wenn man ne attraktivere Frau sieht, man muss noch mehr an sich selbst machen.

    Aber es stimmt auf jeden Fall.. vieles hat gar nicht mit dem anderen zutun, sondern mit sich selbst und seiner Psyche.. nur sowas zu erkennen oder dem anderen begreiflich zu machen, ist auch nicht leicht..

    Und nun zu Kaja:

    also mir ist nicht bewusst, dass ich körperlich Probleme habe.. Aber einen Versuch wäre es wert.. also einfach zum Arzt gehen und sich auf Schilddrüsenfunktion prüfen lassen?

    Danke für die Hilfe :-)

  6. #6
    Schreiberling
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    also so im grossen und ganzen sehe ich es so wie sophia-charlotte. hinterfrag dich, beobachte dich und mit der zeit werden sich gewisse verhaltensmuster herausstellen. allerdings hab ich noch etwas, das dir vielleicht besser hilft. es gibt eine nette geschichte dazu. ich hoffe, ich krieg sie noch zusammen.

    es war einmal ein kleiner junge, der es nicht so genau nahm mit dem, was er anderen menschen sagte, wie er sie behandelte und was sie über ihn dachten. irgendwann war er so unbeliebt, dass niemand mehr mit ihm spielen wollte. sein vater nahm ihn beiseite und sagte zu ihm: nimm für jede verletzung, die du anderen zufügst einen nagel und schlag ihn in den zaun. der junge tat, wie ihm geheissen und nach einem tag stellte er fest, dass er sehr unbeherrscht war und viele nägel in den zaun schlagen musste. er versuchte, sich ein wenig mehr zu beherrschen und mit der zeit wurden es weniger nägel. eines tages war es so weit, dass er einen tag lang keinen nagel mehr einschlagen musste und er lief stolz zu seinem vater. der vater sah ihn an und sagte: ab jetzt kannst du für jeden tag, an dem du niemanden verletzt, einen nagel wieder heraus ziehen.

    es dauerte noch viele tage, bis der zaun ohne nägel war. er ging stolz zu seinem vater und der mit ihm zum zaun und sah sich das an. dann zeigte er auf die löcher, die die nägel geschlagen hatten und sagte: nun stell dir vor, dass das hier die narben sind der wunden, die du den menschen zugefügt hast. sie werden nie wieder weg gehen. in zukunft pass auf, dass du niemandem mehr solche wunden zufügst, dann brauchst du nicht mehr über die narben nachzudenken, die zurück geblieben sind.

    also, vielleicht hilft es dir ja, dir vorzustellen, dass alles das, was du anderen antust, auch narben hinterlässt. du kannst das ganze vielleicht auf eine ähnliche weise sichtbar machen, also wirklich im physischen sinn, mal irgendwo kleine sichtbare wunden hin oder klopf nägel. solche bilder gehen dem gehirn viel besser ein als die blosse absicht, irgendwas zu tun...

  7. #7
    Roman Verfasser
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    also mir ist nicht bewusst, dass ich körperlich Probleme habe.. Aber einen Versuch wäre es wert.. also einfach zum Arzt gehen und sich auf Schilddrüsenfunktion prüfen lassen?
    Das vertrackte bei Hormonsachen ist eben, dass man es durch den Gemütszustand merkt. Ja, einfach zum Hausarzt und den T3 und T4 wert im Blut testen lassen. Einfach sagen, auf Schilddrüse, der macht das dann schon

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  8. #8
    Sophia-Charlotte
    Gast

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    Hallo Caroline,
    meinst Du denn, dass ich wirklich Grenzen aufzeige durch mein Gezicke?
    In gewissem Maße schon, ja, auch wenn es nicht die diplomatischte aller Arten ist.
    Einerseits kann es Zeichen dafür sein, dass du deine Grenze wahrnimmst, dir aber andere Möglichkeiten fehlen, diese aufzuzeigen und zu verteidigen. Andererseits zeigt das Verhalten aber vielleicht auch nur deine situationsbezogene Überforderung, was meiner Meinung nach auch eine Grenze ist. Allerdings sollte meine Aussage nicht bedeuten, dass du nicht nach besseren Möglichkeiten suchen kannst.
    er wusste ja letztendlich nicht genau was los war
    Wusstest du denn wirklich, was los war? Oder haben sich deine Gedanken getrennt von den Gefühlen entwickelt? Manchmal gibt es für ein Verhalten scheinbar keine rationale Erklärung, in diesen Fällen überlagern sich die Gefühle den Gedanken und man handelt aus der Emotion heraus.

    wie man das hinkriegt auf der einen Seite tolerant zu sein, aber auf der anderen Seite zu zeigen wann Schluss ist, wo die Grenzen liegen.
    Empfindest du das wirklich als so schwer? Wie geht es dir denn, wenn du jemandem begegnest, der dich so gewähren lässt wie du bist, dir deinen Raum gestattet, solange du nicht seinen einschränkst? Der dich annimmt, dich, mit all deinen Eigenheiten und Grenzen, aber gleichzeitig auch seine Grenzen kommuniziert? Ist dieses nicht genau das, was du erfragst? Tolerant zu sein heißt nicht, zu allem ja und Amen zu sagen, nur um den Frieden zu wahren. Toleranz heißt fremde Meinungen gelten und gewähren zu lassen und trotzdem die eigene nicht unterzuordnen.

    hmm also als vor 3 Monaten Schluss war, hab ich mich meeega schlecht gefühlt, ja. Aber trotzdem war ich immer der Meinung, dass jetzt nicht gleich dadurch mein Leben kein Sinn mehr macht.
    Geht es nicht aber jedem nach einer Trennung schlecht? Natürlich entstehen in Beziehungen Verstrickungen, doch du hast Recht, die eigenen Probleme ständig denen des Partners unterzuordnen, kann auf Dauer nicht gutgehen. Mit der Zeit verlierst du dich selbst immer mehr aus dem Blick.
    Und das ist mir nach der Trennung so richtig bewusst geworden.
    Daumen hoch dafür, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

    Liebe Grüße,
    Sophia

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