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Thema: Wie lasse ich meinen BÄ fair und liebevoll los?

  1. #1
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    Unglücklich Wie lasse ich meinen BÄ fair und liebevoll los?

    Hallo liebes Forum,
    ich bin neu hier und froh, dieses nette Forum gefunden zu haben. Mein Problem (so wie das von so unendlich vielen anderen auch): Ich (49,w, mit Verlustängsten) habe eine nun 3 monatige "Keine-Beziehung" zu einem Bindungsängstlichen (38) und der Leidensdruck ist bei mir mittlerweile riesig. Das Buch "Jein" habe ich gelesen und weiß vom Kopf her, was ich tun müsste. Aber ich weiß nicht, wie ich es ihm beibringen oder erklären soll, dass ich die "Beziehung" (die übrigens bei jedem Treffen immer sexuell endet) beenden muss/will. Ich weiß, warum er sich wie verhält und es tut mir unendlich weh, ihm nun genau das bestätigen zu müssen, was er ja innerlich immer befürchtet und vor dem er sich zu schützen versucht. Aber mittlerweile merke ich, dass ich diese ewige Warterei und auch das Sitzengelassen werden nicht mehr ertragen kann. Hat jemand von euch schon Erfahrungen damit gemacht, wie man so ein Gespräch am besten anfängt? Vielleicht ist es gut, wenn ich einfach nur bei mir und meinem Thema (Verlustängste) bleibe und ihm so versuche, verständlich zu machen, dass ich leide ohne dass er dann das Gefühl hat, dass er "an allem schuld" ist? Ich hab ihn wirklich lieb und in seinen Nähe-Momenten ist er ganz lieb und irgendwie so kuschelig und verletzlich. Deshalb tut es mir umso mehr leid und weh, ihm das so sagen zu müssen. Dabei will er auf keinen Fall eine Beziehung, er sagt, er kennt sich und will mir nicht weh tun und will nicht, dass ich leide. Ach Mann ...... leider kann man das Selbstwertgefühl nicht irgendwo käuflich erwerben Bin aber in Therapie, also müsste ich es irgenwann ja mal hinkriegen, mir selbst mehr wert zu sein. Ich freue mich aber nun auf ein paar Antworten oder Erfahrungswerte von euch. Danke im voraus.
    Seepferdchen

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von seepferdchen Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist es gut, wenn ich einfach nur bei mir und meinem Thema (Verlustängste) bleibe und ihm so versuche, verständlich zu machen, dass ich leide ohne dass er dann das Gefühl hat, dass er "an allem schuld" ist? ... Dabei will er auf keinen Fall eine Beziehung
    Es gibt keine speziellen Regeln für Leute mit Verlustängsten. Daß er seine Erfahrungen macht ist ja nun nicht Deine Schuld. Du mußt ja für Dich so handeln daß es für Dich stimmt. Und wenn die Beziehung, die ja irgendwie doch keine zu sein scheint eben für Dich nicht stimmt mußt Du gehen.

    Und Du sagst auch schon den einzig richtigen Weg, Du bleibst bei Dir und Deinen Gefühlen, und warum DU nicht kannst. Mach Dich nicht verantwortlich für seinen Teil (ja, wenn er damit anfangen sollte, weise das zurück). Mehr kannst Du nicht tun. Was der dann trotzdem in den falschen Hals bekommt wäre sein Problem.

  3. #3
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    Hallo Erwin,
    danke für deinen Kommentar. Stimmt schon, was du sagst, dass es letztendlich ja um mich und meine Bedürfnisse geht. Ist aber leider auch genau mein Problem, ich stelle die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der anderen (zumindest denen, die ich lieb habe) immer über meine eigenen. Ganz besonders in Beziehungen. Deshalb halte ich es auch unwahrscheinlich lange in Beziehungen aus, die nicht gut sind für mich. Ist wohl die Sache mit den Verlustängsten und dem toastbrotgroßen Selbstwertgefühl

    Danke für deine Bestätigung mit dem "bei mir selbst bleiben". Werde mir demnächst irgendeine Strategie überlegen. Und weiterhin zur Therapie gehen.
    Danke nochmal.

  4. #4
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von seepferdchen Beitrag anzeigen
    (die übrigens bei jedem Treffen immer sexuell endet) (...) Dabei will er auf keinen Fall eine Beziehung, (...)
    Hallo,

    der Mann möchte Sex, aber keine Beziehung.

    Was genau ist Dir denn noch nicht klar? Dies gibt es doch häufig, dass Menschen ihre Bedürfnisse befriedigt haben möchten, ohne Veranwortung zu übernehmen.

    Wenn Du anders gestrickt bist und eine Liebesbeziehung suchst, solltest Du die Konsequenzen ziehen.

    LG,

    Physalis

  5. #5
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Dies gibt es doch häufig, dass Menschen ihre Bedürfnisse befriedigt haben möchten, ohne Veranwortung zu übernehmen.
    Nun, auch sie befriedigt hier ihre Bedürfnisse. Wäre es anders, wäre sie nicht mit ihm zusammen bzw. hätte ihn nicht dazu erwählt.

    Man sollte es hier nicht so einfach sehen, dass nur er seine Bedürfnisse befriedigt, denn sie tut es ebenso.
    Wäre es anders, hätte sie wohl kaum Leidensdruck. Bestätigt für mich auch ihre Aussage, dass sie Selbstwert nicht irgendwo käuflich erwerben kann.

    Eine Kollusion? Sie hat ihre unbewußten Anteile ihm übertragen und er lebt diese aus und umgekehrt?
    Jörg Willi beschreibt das in seinen Büchern sehr treffend und sie schreibt ja auch, dass sie an Verlustängsten leidet.


    LG
    Thessa

    PS: Hier mal ein Link, wo das Kollusionskonzept beschrieben ist:

    http://www.beratung-therapie.de/36-0...gsmodelle.html
    Geändert von Thessa (05.01.2012 um 13:55 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Thessa, hallo Physalis,
    habe eben eure Kommentare zu meinem Beitrag gelesen. Ich kann mir denken, dass viele denken "Wie kann die nur so dumm sein und das mit sich machen lassen" oder "Warum macht sie nicht einfach Schluss und schickt ihn in die Wüste" usw. Aber ich denke, dass nichts einfach so per Zufall passiert. Dadurch, dass ich verstanden habe, dass er unter Bindungsangst leidet (kannte so etwas vorher nicht), habe ich nun für mich erst entdecken können, dass ich eben diese Verlustängste haben, die aus einem minderwertigen Selbstwertgefühl resultieren. Was für mich total wertvoll und wichtig ist, ist, dass ich es für mich selbst erkennen und definieren konnte und ich nicht einfach eine über mich gestellte "Diagnose" annehmen musste.

    Ja, auch ich habe etwas von dieser "Beziehung". Nämlich eine gewisse Nähe (wenn auch nur 1-2mal in der Woche), die ich unbedingt von einem Mann gebraucht habe. Ich weiß, dass diese Beziehung nicht gut für mich ist, denn ich leide viel zu sehr darunter. Aber so einfach komme ich da nicht raus. Habe zwei Ehen hinter mir, an denen ich trotz massiver emotionaler Verletzungen jeweils 9 Jahre und 13 Jahre festgehalten habe.

    Aber wie sagt man immer so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Da muss ich jetzt halt dran arbeiten. Was mir am meisten hilft ist, dass ich Humor habe und auch sonst von Natur aus eher ein Kämpfer-Typ bin. Ach ja ..... ich bin ein Steinbock

    Danke für die Beiträge. Trotzdem wäre ich froh, ein paar Vorschläge zu hören, wie ich so ein Trennungsgespräch mit einem BÄ am besten und unter welchen äußeren "besten" Vorraussetzungen führen könnte. Ich WILL ihn nämlich wirklich nicht unnötig weh tun und wenn's geht ihn irgendwie darauf hinweisen, dass er eine Bindungsangst hat. Danke im voraus.
    Seepferdchen

    Fazit:

  7. #7
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo seepferdchen,

    ich war mit einem Mann zusammen, der mit mir schlafen wollte, aber sich weder in einer Beziehung sah, noch diese wollte. Leider dauerte es recht lange, bis ich erfuhr, dass er sich als Single sah. Für mich lebten wir lange eine Beziehung, er sah es anders, nämlich als "nett finden + Sex". Nun gut.

    Ich habe kein Gespräch geführt. Als er mir sagte, dass er keine Beziehung will, bin ich sofort gegangen. Da gab es für mich nichts zu besprechen. Wenn mir ein Mann sagt, dass er keine Beziehung will, nehme ich dies ernst. In diesem Jahr habe ich erneut eine solche Konsequenz gezogen.

    LG,

    Physalis
    Geändert von Physalis (05.01.2012 um 14:46 Uhr)

  8. #8
    Nachwuchs Autor
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    Hallo,

    man kann ja nicht davon ausgehen, wenn man mit jemandem ins Bett geht, dass dieser eine feste Beziehung will. Also ich denke, wenn man eine feste Partnerschaft möchte, dass man das ja zuvor sicher auch artikuliert, davon kann man ja nicht stillschweigend von ausgehen.
    Gerade wenn der Mann diesbezüglich zuvor nichts sagt, frage ich mich, warum man dann mit ihm überhaupt ins Bett geht, wenn man dann nicht nur einfach den Sex mit ihm genießen kann und will. Hellseher ist ja niemand und wenn man nichts sagt, kann man nicht erwarten, dass der andere danach lebt. Gerade vor dem Hintergrund, dass es nunmal viele Männer und auch Frauen gibt, die Sex von einer Beziehung trennen.

    Wenn ich jemanden kennenlernte, hat man davor sich schon soweit kennengelernt bzw. wußte der Mann von mir, was ich wollte und ich von ihm auch wie es mit ihm bestellt ist.

    Wenn man nicht anspricht was man möchte und sich dementsprechend verhält, kann man der anderen Person keinen Vorwurf machen, nur weil man sich selber was erwünscht, erträumt, aber das nicht klar artikuliert und sich dann auch danach verhält (z.B. kein Sex, wenn der andere keine Beziehung möchte, die man selber aber anstrebt und man selber nicht nur Sex will und genießen kann ohne feste Bindung).

    LG
    Thessa
    Geändert von Thessa (05.01.2012 um 15:14 Uhr)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Thessa für den sinnvollen Beitrag:

    Kaja (05.01.2012)

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